Die dunklen Novembermorgende

Die Morgende sind dunkel in Brandenburg dieser Tage. Und so kommt es, dass zumindest Kind Nummer Zwei nicht immer gleich wohlgelaunt aus dem Bette hüpft. Heute war so ein Tag, an dem er in die Küche geschlurft kam, sein unangetastetes Frühstück anstarrte und meinte

“Daddy hat mich heute aus dem Bett gezwingt. Das ist gemein.” Ja, ich weiß. Aber niemand sagt dass das Leben fair ist.

“Gezwungen. Daddy hat Dich gezwungen!” Soviel Grammatik muss auch am frühen Morgen sein.

“Das auch noch. Beides hat er gemacht. Gezwingt und gezwungen. Und dabei ist es noch dunkel!” Womit er sich hochschleppte, sich anzog und ich nicht das Herz hatte, das arme, seelisch so grausam malträtierte Kind an das nicht gegessene Frühstück zu erinnern.

Manchmal ist ein Apfel auf die Hand auf dem Weg zum Bus einfach auch mal genug.

Published in: on 18. November 2014 at 10:32  Comments (5)  

Dinge, die man ohne Kinder nicht erleben würde – Teil 34

Gestern war Auswärts-Spieltag der U14 für Kind Nummer Eins. Da sie sich beim letzen Mal ein Band ganz, ganz böse gedehnt hatte, war die Maßgabe des Arztes, dass sie ohne Bandage auf absehbare Zeit gar nichts mehr macht. Was sie auch weiß. Eigentlich.

Die Kinder sollen sich also aufwärmen, Mutters erster Blick geht auf den Knöchel des Kindes.

“Kind Nummer Eins, zieh mal den Knieschoner hoch. Ich will die Bandage sehen!” Kind tut so, als ob sie nicht hört und läuft los. Nun ist so eine Halle ja so beschaffen, dass man irgendwie immer wieder an einem Punkt vorbei kommt. Mutter wird lauter.

“Kiiiiihiiiiind, wo ist Deine Bandage?” Tochter schaut sich peinlich berührt um, Trainer grinst vor sich hin.

“Mama, nicht so laut! Die Schuhe sind zu klein mit der Bandage, dann kann ich nicht laufen!” und will wieder von dannen ziehen. Ohne mich, mein liebreizendes Kind.

“Der Deal war, mit Bandage oder gar nicht. Mitkommen!” Mutter geleitet das nicht so sanft protestierende Kind in die Kabine.

Dort stellt sich heraus, dass die Schuhe mit Bandage tatsächlich zu klein sind und die Schiene, die sie sonst getragen hat, natürlich zuhause liegt. Weil die Mannschaft nun aber auf das Kind zählt, man als Mutter irgendwie dazugehört und Not erfinderisch macht, zog Muttern ihre Turnschuhe aus und gab sie dem Kinde. Sie waren mit besagter Stütze nur noch eine halbe Nummer zu groß, ließen sich sehr stark schnüren und waren damit spielbar.

Die Mittvierzigerin hingegen rannte erst in Socken durch die verdammt kalte Halle, bekam aber vom mitfühlenden Trainer seine Turnschuhe. Größe 46.

Der Horst des Wochenendes geht dann mal an mich.

Turnschuhe

Published in: on 17. November 2014 at 08:36  Comments (4)  

Fernsehen im Wandel der Zeit

Wenn wir schon mit den Kindern nicht zu den Feierlichkeiten in die große Stadt gehen – Massenaufläufe sind unser Ding nicht – dann will man wenigstens etwas via TV mitbekommen und lehrreiche Kommentare machen.

“Kind Nummer Zwei, mach mal das Erste an!” Verständnisloser Blick.

“Eh, Mama? Welches ist denn “Das Erste”? Wo find ich das?”

Womit das Kind einige Marketingexperten der Öffentlich-Rechtlichen sehr, sehr unglücklich gemacht haben dürfte.

Published in: on 10. November 2014 at 11:35  Hinterlasse einen Kommentar  

Menschen im Allgemeinen und im Besonderen

Das Gute am Leben ist ja, dass es nie langweilig wird (also meins jedenfalls nicht) und das sich alles verändert. Das Schlechte ist, dass sich mit dieser Veränderung auch die Menschen verändern, die uns begleiten.

Ich habe letztens einen Forenbeitrag darüber gelesen, wie schade es ist, wieviele Menschen man in seinem Leben einfach durch die Umstände verliert und wie schwer es ist, neue Freunde hinzuzugewinnen. Erstaunlich viele Menschen haben dem zugestimmt – ich nicht.

Ich finde es im Gegenteil wesentlich einfacher, jetzt neue Bekanntschaften und sogar Freundschaften zu schließen. Zum einen hat man schon einiges erlebt (oder sollte es zumindest haben, sonst hat man sehr viel früher was Grundlegendes falsch gemacht) und hat somit zumindest eine Ahnung bekommen, was wichtig ist im Leben. Vor allem, welche Art Menschen einem nicht gut tun und von wem man sich besser fernhält.

Zum anderen hat man einen sehr starken Anknüpfungspunkt (viele von uns jedenfalls) – die Kinder. Irgendwelche Schulaktivitäten, Musikkonzerte, Theatervorführungen oder Sportveranstaltungen gibt es immer. Wenn man sich auch nur ansatzweise da einbringen will, dann lernt man ganz automatisch neue Menschen kennen. Menschen, die ganz andere Kreise ziehen als man selbst. Mit denen man so nie zusammen gekommen wäre. Meiner Erfahrung nach muss man nur ein ganz klein wenig offen sein, dann ergeben sich daraus ganz wunderbare Bekanntschaften und manchmal werden sogar Freunde draus. Aber fast immer wird man Teil eines wie auch immer gearteten Netzwerkes, von denen man nie genug haben kann. Immer vorausgesetzt, man lässt es zu.

Leider, und das liegt in der Natur der Sache, vernachlässigt man darüber gerne mal seine “alten” Freunde – was ich sehr schade finde und was auch nicht sein muss, wobei ein Tag zugegebenermassen leider nur 24 Stunden hat und sich es oft schwierig gestaltet Kontakt zu halten. Aber es geht. Wenn man das denn will.

Denn wenn es etwas gibt, was man nicht genug haben kann, dann sind das Menschen im Leben, die einem was bedeuten. Je weniger man davon hat, desto ärmer ist man. Aber auch das ist nur die Meinung einer mittelalten Frau, die sich jetzt mal an ihre alte Telefonliste macht.

Published in: on 8. November 2014 at 08:59  Comments (1)  

Rückblick Oktober 2014

Willkommen zu meinem ganz persönlichen Schlüsselloch. Was bei anderen Leuten so passiert ist, seht ihr beim großartigen Schäfchen.

Gelesen: Neben diversen Flugplänen, Arztbriefen und Beipackzetteln noch die Weekday Brides Serie von Cathrine Bybee. Nicht anspruchsvoll, aber wunderbar entspannend.

Gesungen: “Ein feste Burg ist unser Gott” von Luther.

Gehört: Mal wieder den Psalm 23, Der HERR ist mein Hirte

Gesehen: Tatsächlich das erste Mal in meinem Leben “The Voice of Germany” und ich fand das jetzt gar nicht so schlecht. Ansonsten wunderbar rumspringende Kinder an einem tollen Strand.

Getrunken: Viel frischen Saft und spanischen Weisswein

Gegessen: Dorade, viel Dorade:-) Und noch mehr spanische Salami mit frischem Brot, wenn auf dem nicht gerade Sobrazada drauf war. Yummy.

Gekocht: Besagte Dorade. In allen Variationen.

Gebacken: Anfang des Monats Tonnen von Oatmeal-Cookies.

Gefreut: Über meine Kinder, die nach 10 Tagen eines Stresses, der selbst einen ausgewachsenen, einigermaßen stabilen Erwachsenen aus der Ruhe gebracht hätten, immer noch ausgeglichen und gesellschaftsfähig waren.

Gelacht: In hohen Wellen mit den Kindern.

Geärgert: Darüber dass jemand sein Handy in Spanien hat liegen lassen. Mein Handy. Wie blöde kann man sein? Kopf -> Tischkante. Aber auch die Erkenntnis, dass es irgendwie ohne geht. Jedenfalls, wenn die Tochter auch noch eins hat:-)

Gekauft: Einen Kranz und sehr viel Eis für die Brut.

Gespielt: Kniffel, aber leider nicht so viel, wie angedacht.

Gefeiert: Einen Cousinengeburtstag mit vielen Verwandten.

Gesportelt: *räusper* sagen wir, es ist ausbaufähig.

Gefühlt: Trauer, Erleichterung, Sorge und Dankbarkeit.

Gemerkt: Das alles, was schlimm oder unüberwindbar scheint, mit der Familie und guten Freunden geschafft werden kann. Wenn man sich nur helfen lässt.

Geknipst:

Abendstrand

Published in: on 1. November 2014 at 07:50  Comments (1)  

Über die Schwierigkeit zu kondolieren

Abgesehen von den unentspanntesten Ferien in der Geschichte, ist letzte Woche noch ein sehr lieber Onkel gestorben. Morgen ist die Beerdigung, heute war Verwandtenkaffeetrinken und meine Kinder kamen zum ersten Mal in die Verlegenheit, kondolieren zu müssen. Mutter gibt hilfreiche Anweisungen.

“Es ist ganz einfach: Ihr umarmt die Tante und sagt: “Es tut mir leid” oder “Mein aufrichtiges Beileid”.

Kind Nummer Zwei ist nervös und fragt vor der Tür:”Mama, was noch mal? Gutes Beileid ?”

Mutter verbessert und der Junge wiederholt lautlos. Um dann die Großtante  zu umarmen und atemlos auszustoßen:

“Liebes Mitleid!”

Und eigentlich, fanden wir alle, passt das auch sehr gut.

Published in: on 29. Oktober 2014 at 21:52  Comments (2)  

Die S-Bahn fährt nicht

Die Tage in der S-Bahn Berlin. Die Brut und ich springen noch schnell rein ins Abteil. Kurz danach bittet eine Stimme erst um Geduld, dann um mehr Geduld und dann bitte unbegrenzt um Geduld vor der Weiterfahrt. Es wäre eine Suizidgefährdete auf den Gleisen, die erst entfernt werden müßte.

“Mama, warum macht der Mensch das da?” Kind Nummer Zwei ist fasziniert.

“Schatz, das weiß nun wirkich niemand.” Beifälliges Nicken der sich immer dichter drängenden Umstehenden.

Irgendwann wird es mir zu blöde und ich beschließe mit den Kindern die zwei Stadionen zu gehen und mich mit Frau Lostinabadbook nebst Tochter zu treffen. Und sie werden begrüßt mit:

“Wißt ihr was? Wir hatten einen Infizierten auf den Tracks!”

Makaber ja, aber so kann man es auch sehen.

Published in: on 22. Oktober 2014 at 19:39  Hinterlasse einen Kommentar  

Warum kaufen, wenn man auch leasen kann?

Kind Nummer Zwei kann gut mit kleinen Kindern. Sehr gut sogar. So gut, dass gestern die Schwester eines Fußball-Kumpels ihn und nur ihn an der Hand haben wollte und mein Siebenjähriger so umsichtig mit ihr umging, dass wir alle nur staunten. So mit warten, bis sie den Bordstein runtergekrabbelt ist und an der Ampel extra aufpassen und so. Niemand hatte ihn gezwungen, er mag das.

So fragte ich ihn:

“Kind Nummer Zwei, willst Du auch noch ein kleines Geschwisterchen?” Nicht, dass ich noch mal anfangen wollte.

“Ach Mama, ne, lieber nicht. Wenn ich eins will, dann kann ich mir ja immer noch mal eins ausleihen.”

Das ist der rechte Geist.

Published in: on 16. Oktober 2014 at 14:13  Hinterlasse einen Kommentar  

12 von 12 im Oktober

Mein Tag war heute eher volleyballgeprägt. Ja, mein Kind hat ist fußlahm, aber das hindert das Kind ja nicht daran, zu richten und ansonsten das Team anzufeuern. Mußte ich dabei sein? Nein. Aber vielleicht hätte ich mich dann einfach mal früher vom Buffetdienst abmelden sollen. So also Bilder von einem Tag, dessen Spannung man wohl eher erahnt, wenn man dabei war.

Wir wurden übrigens Erster, Zweiter und Fünfter.

Mehr Schlüssellocherlebnisse bei der wunderbaren Caro, der an dieser Stelle ganz herzlich zum Geburtstag gratuliert sei.

Published in: on 12. Oktober 2014 at 17:35  Hinterlasse einen Kommentar  

Alt werden mit den Stars

Statt aufzuräumen, wie ich es eigentlich müßte, bin ich im Netz rein zufällig nach ewiger Zeit mal wieder auf “The Carlton” gestossen. Und wo man schon mal dabei ist, geht man alle Videos durch, die man so findet (im Procrastinieren war ich immer schon sehr gut).

Jedenfalls, ich bin gerade hier angekommen, da kommt Kind Nummer Eins rein. Schaut und sagt

“Du Mama, ist das Will Smith? Der ist aber alt geworden.” Findest Du?

“Findest Du? Ich bin fast genauso alt!” So kurz nach dem Geburtstag ist man da doch sehr empfindlich.

“Doch, Mama, der sieht aber viel älter aus als Du. Mama, der ist ja GRAU!” Sprachs, und verschwand.

Räusper. Ich hoffe, mein Kind findet niemals meine Bonuskarte vom Friseur.

Published in: on 7. Oktober 2014 at 17:32  Hinterlasse einen Kommentar  
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