Post-Post-Feminismus

Das Nähen bei Tine hat dann im Hause Possum noch zu gesellschaftspolitischen Diskussionen geführt. Ich hatte nämlich nebenher die Bermerkung fallen lassen, daß meine Oma, eine gelernte Weißnäherin nicht begeistert war, daß ihre Enkelin so gar kein Geschick und Freude an Handarbeiten fand.

Vielleicht habe ich mich nicht ganz kinderadäquat, jedenfalls fand Kind Nummer Eins das sehr interessant und fragte, warum Uroma Mama denn Vorträge darüber gehalten hat, daß sie so niemals einen Mann findet darüber so unglücklich war. Worauf der Autor ihr erklärte, daß es eben früher wesentlich festgefügtere Rollenbilder gab und damals die Männer arbeiten zu gehen hatten, während die Frauen das Haus hüten mußten und noch bevor er zu der Passage kam, daß Frauen noch vor ein paar Jahrzehnten kaum Selbstbestimmungsrechte hatten, unterbrach ihn das Kind

“Die Männer sind arbeiten gegangen und die Frauen durften zuhause bleiben? Yeah, cooooooool!”

Womit wir wieder in einem Erziehungssegment versagt haben. Frau Schwarzer, bitte übernehmen Sie!

Veröffentlicht in:  on 9. Februar 2010 at 08:14 Hinterlasse einen Kommentar

Same procedure – Teil 5

Ich bin ja weit davon entfernt, anderen Menschen Ratschläge zu geben, wie sie ihr Leben gestalten sollen. Und schon gar nicht meinen lieben Netzfreundschaften. Doch komme ich nicht umhin, der guten Tine einen sehr guten Rat zu geben.

Sage einfach “Nein, Du das geht jetzt gar nicht, unsere Fische haben Durchfall” oder so, wenn sich Frau Possum mit Familie ankündigt. Wie schon in den Jahren zuvor, machen wir unsere Tour von Warth jedesmal über die Tine-Familie, bevor es zurück zum Flughafen geht. Aber von vorne.

Am Donnerstag meinte meine Tochter abends Fieber zu bekommen, wollte aber am Freitag unbedingt zum Abschiedsrennen auf die Ski. Nur um dann sehr kurzfristig nach dem Rennen über Ohrenschmerzen zu klagen. Nun gehen ja Ohrenschmerzen und Fliegen gar nicht zusammen. Also Tine angerufen und gefragt ob wir a) trotz Fieber kommen können und b) sie doch schon mal den Samstagsnotdienst ausfindig machen soll. So sind wir in die Nacht gegangen.

Nur um um 23:30 Uhr von einem heißen Kind Nummer Zwei wach zu werden. Der hatte einen leichten Kruppanfall mit – und das war neu – 40,2 Grad Fieber. Da sass ich also auf dem Berg, ein kruppiges Kind mit hoch Fieber und ein mittelohrkrankes mit dagegen moderaten 38,9 Grad, das einen Schreianfall bekam, weil ihrem Bruder ein Zäpfchen impliziert wurde. Das machte keinen Spaß.

Und so sind wir dann sehr früh vom Berg runter, weil die Tine-Zwischenstation einen Kinderarzt aufgetan hatte, der zwischen 10 und 11 an einem Samstag auf hat. An einem An- und Rückreisesamstag in den Bergen wohlgemerkt. Um fünf vor elf waren wir beim Arzt.

Ergebnis: Mittelohrentzündung – wie gedacht – bei Kind Nummer Eins, das wir mit stündlicher Behandlich hoffentlich flugfähig bekommen. Und einen Virus plus Krupp bei Kind Nummer Zwei, der den gestrigen Tag hauptsächlich auf der Couch neben mir verbracht hat. Schlafend.

Und wenn ich gleich das Go des Arztes bekomme, dann werde ich die Kinder heute abend zudröhnen mit allem was die Kinderpharmazie hergibt und den letzten Teil der Heimreise antreten.

Aber bis dahin sind noch 9 Stunden Zeit. Wer weiß, was bis dahin noch dazwischen kommt.

Veröffentlicht in:  on 7. Februar 2010 at 08:59 Hinterlasse einen Kommentar

Unendliche Weiten des Netzes – nächstes Dorf rechts

Die Welt des Netzes ist ja sooooooooo klein. Die Tage hatte ich eine gar köstliche Weinprobe österreichischer Weine, am nächsten Morgen werde ich von der Sommeliere (ich find den Strich für das zweite e gerade nicht) und Juniorchefin auf dem Weg zum Frühstück gestoppt

“Frau Possum, sind Sie das Possum, das den Blog hat???” Oh Gott, hab ich was Böses geschrieben???

“Ehm, jaaaaaaaaaaaaaaa?!” Defensivtaktik fahren ist immer erst mal gut.

“Also, meine Freundin hat mich gerade angerufen, ob Sie ein Gast von uns sind – das würde alles mit den Einträgen passen und so.” Puh.

“Jaja, das bin ich, aber ich war lieb und schreib nur, daß es hier in der Jägeralpe wirklich schön ist” – weil alles andere auch eine schlichte Lüge wäre wie man dieses und die letzten beiden Jahre nachschlagen kann.

Jetzt frag ich mich mal wieder, ob das alles gut oder schlecht ist, daß ich mein Herz auf der Tastatur trage. Und es zeigt, das Netz ist ein Dorf. Was zu beweisen war.

Aber wenn ich ehrlich bin, dann ist es für mein kleines Schreiberlingerherz eine Wohltat, wenn man fern von der Heimat aufs Blog angesprochen und auch noch gelobt wird. Damit entscheide ich mich gerade spontan mal für “gut”. Weitere Lobhuddeleien bitte in meine Mailbox – die ist trotz Urlaub offen. Weit offen.

Veröffentlicht in:  on 5. Februar 2010 at 17:47 Hinterlasse einen Kommentar

Das Paradies versinkt

Heute war unser obligatorischer Schlechtwettertag. Es heute morgen so schneewindig, daß Kind Nummer Eins und Zwei nicht in die Skischule gingen, sondern im Hotel blieben. Gegen Mittag, so hieß es, gegen Mittag würden die Lifte wieder fahren und dann wäre es sinnvoll, wenn zumindest die Große wieder geht, um den Anschluß nicht zu verpassen. Gesagt, bei der Skischule angerufen, wo ihre Gruppe heute zu Mittag isst und gegen halb eins hingefahren. In das Hotel knapp über unserem. Oder besser – hingerutscht.

Dort angekommen, stellte sich raus, daß es dort zwar Skilehrer gab, aber nicht unseren. Und man kam auch gar nicht mehr per Ski da runter und rauf schon mal wieder gar nicht, weil nämlich keine Lifte mehr fuhren. Also beschloß ich, dem Kinde einen Ruhetag zu gönnen, teilte dies dem Possumkindergroßvater mit. Der wackelte mit dem Kopf und meinte, er glaube nicht, daß wir irgendwohin fahren würden. Und er hatte recht, wir hatten uns festgefahren, nix ging mehr.

Nun fahren wir ja nicht ohne Ketten in die Berge. Nur wie man die draufkriegt, das wußten wir leider nicht. Also haben wir den netten jungen Mitarbeiter auf dem Riesenschneeschieber um Hilfe gefragt. Vorarlbergtypisch freundlich sprang er sofort vom riesenorangenen Schieber und half. Oder versuchte es jedenfalls, aber auch er scheiterte an der Gebrauchsanweisung. Also kamen wir auf die Idee, er solle uns die Anhöhe hochziehen. Derweil meine Tochter heulend im Auto sass und der Meinung war, wir würden jetzt hier niiiiiiiiiiiiiieeeeeeee mehr wegkommen. Ich hingegen lag im Schnee unter dem Auto und habe wirklich verzweifelt den Abschlepphaken gesucht. Danach tat das mein Vater und dann noch mal der nette junge Mann. Das Ding war nicht zu finden. Eine Gebrauchsanweisung gab es auch nicht und da es das Auto des Possumbruders ist, wurde der mal eben handytechnisch kontaktiert – was durch ein Wunder noch ging – und klärte uns auf.

Jaaaaaaaaa, so ein tolles neues Auto wie dieses, da würde ein Abschlepphaken nur die Optik stören. Mit der Scheckkarte haben wir unter telefonischer Anweisung eine kleine Öffnung vorn aufgepopelt, dann im Kofferraum nach dem Werkzeug gekramt, dort einen Haken mit Gewinde gefunden, eingedreht und endlich, endlich konnten wir hochgeschleppt werden. Das alles natürlich im Schneesturm – nur damit keine eventuellen romantischen Heimatfilmideen aufkommen. Nachdem ein sehr großzügiges Trinkgeld den Besitzer gewechselt hatte, tasteten wir uns runter in unser Hotel.

In der hoteleigenen Tiefgarage angekommen klingelte dann das Telefon. Der Skilehrer von Kind Nummer Eins war dran. Er entschuldigte sich 1000mal, aber er wäre nicht mehr runtergekommen und die Maus müsse auch nicht kommen, sie würde gar nix verpassen. Das beruhigte mich doch sehr. Eine dreiviertel Stunde vorher wäre diese Erkenntnis aber irgendwie noch viel besser gewesen.

Veröffentlicht in:  on 3. Februar 2010 at 17:27 Hinterlasse einen Kommentar

Tränen am Skihang

Kind Nummer Zwei soll ja nun auch auf die Ski. Zwar nur zwei Stunden am Tag, aber für so einen Zwerg reicht das vollkommen. Und es funktioniert auch schon erstaunlich gut, er ist heute den kleinen Berg mit dem Zauberteppich alleine runtergefahren, ist nicht hinne gefallen *und* hat gebremst. Und das am dritten Tag. Das ist gut und kein Vergleich zum ersten, an dem er Zeter und Mordio schon im Skikeller schrie. Aber nicht, weil er ohne seine Mama fahren sollte – Göttinbewahre. Nein, er schrie dauernd

“Ich will auch Renner. Ich auch Renner! Ich.will.Renner!!!”

Nach nur ungefähr fünf Minuten bin ich dann soweit zu ihm durchgedrungen, daß er mir beantworten konnte, was denn Renner sind. Mit tränenverschmiertem Gesicht deutete er dann auf die Skistöcke von Kind Nummer Eins und meinte weinerlich

“Die Renner will ich auch!”

Nach nur weiteren 4 Minuten hab ich ihn überzeugen können, daß es ohne Stöcke viel cooler ist, aber wenn er unbedingt will, er welche bekommt, sobald er Ski fahren kann. Die Tränen versiegten.

Nur um dann wieder aufzuflammen, als er rausfand, daß im eigens für diesen Zweck kommenden Kinderskibus die Kinder gestapelt werden und er sich nicht anschnallen konnte. Aber da fuhr dann der Bus schon los und ich erfuhr drei Stunden später, daß alles gut war nach den ersten 153 Metern.

Das sind mit Sicherheit nicht meine Gene.

Veröffentlicht in:  on 2. Februar 2010 at 16:46 Hinterlasse einen Kommentar

Same procedure und so

Es ist ja ein wenig wie heimkommen.

Ich hab das ja nie gehabt, daß man jahrelang in das gleiche Hotel fährt. Erstens bin ich selten pauschal oder ähnlich gereist und schon gar nicht an ein und den selben Ort geschweige denn Hotel – sieht man mal von Amerikaland ab. Aber jetzt sind wir – also der Possumvater und die Possumkinder – schon zum dritten Mal hier in Warth. Gut, die Anreise war diesmal eher kreativ, aber dafür hatten wir nicht erst auf 1200m Schnee sondern schon irgendwo unter 0.

Aber mit einem ehrlich gemeinten “Frau Possum – schön Sie wieder hier zu haben” begrüßt zu werden, das hat was. Der Kleine saß in der Jägersause und meinte irgendwann sinnend

“Ich war hier schon mal – ja das war ich!” und schmiß das Limonadenglas um, was niemanden schreckte.

Und die Große verkündete, die liebsten Länder auf der Welt seien Warth und Deutschland und Amerika und überhaupt sie wolle nur hier zum Skifahren hin. Doch ja, ich mag es hier sehr. Und ich freue mich auf eine erholsame Woche mit skifahrenden Kindern, entspannten Vätern, gutem Essen, noch besseren Weinen und einer ausdauernden Massage.

Wenn jetzt noch das Internet frei wäre, dann würd ich hier gar nicht mehr weg wollen!

Veröffentlicht in:  on 30. Januar 2010 at 21:09 Hinterlasse einen Kommentar

Zitat des Tages

Eben gerade beim Abendessen – von beiden Kindern.

Kind Nummer Eins:

“Mama, Lady Gaga ist eine schräge Frau. Mama? Mama, bin ich ein gerades Mädchen?”

“Was????’”

“Naja, wenn Lady Gaga schief ist, dann muß ich doch gerade sein, oder?”

Und bevor ich mich den Mund wieder zuklappen kann, kräht Kind Nummer Zwei – wohlgemerkt immer noch erst gerade drei – dazwischen

“Ohoh oh Pokerface!”

Ich brech z´amm!

Veröffentlicht in:  on 27. Januar 2010 at 18:35 Hinterlasse einen Kommentar

Temperatur-Kalorien-Korrelation

Es ist kalt. Sehr kalt. Heute morgen, als ich die Kleine weggebracht habe, hatten wir -17,5 Grad. Heute abend, als ich den Autor 4 S-Bahnstationen weiter abgeholt habe, weil eine Bahn auf offener Strecke stehengeblieben ist und wieder nix vor und zurück ging, war es schon wieder -14 Grad. Und dazwischen war es auch nicht viel wärmer. Das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn man nicht a) rein kundentechnisch mal was anderes anziehen müßte als eine Skihose und b) dieser Wind nicht wäre.

Und wenn einem nicht die gesamte Familie die Haare vom Kopf fressen würde. Es ist unglaublich, was diese Temperaturen auch noch beim Menschen des 21 Jahrhunderts mit dem Bedürfnis eines erhöhten Grundumsatzes macht. Der Autor hat gerade 3 Portionen Reis mit Hackfleisch vor dem brennenden Kamin gegessen, die Kinder hatten gestern abend zwei Portionen Nudeln mit Spinat + zwei Portionen Obstsalat + eine Birne + eine Möhre. Und zwar jeweils innerhalb von 45 Minuten. Ich hingegen esse irgendwie immer und ständig den ganzen Tag. Wenn ich nicht gerade irgendwelche Heißgetränken in mich hinein schütte.

Daher, liebes Wetter, sei so gut und geh doch temperaturmäßig wieder ein klitzekleinwenig hoch. So -2 Grad wäre schon genug. Ich würde meine Kinder wirklich gerne noch mal anders sehen als in Schneeanzug und/oder irgendetwas kauend.

Wollte ich nur mal angemerkt haben.

Veröffentlicht in:  on 26. Januar 2010 at 21:36 Hinterlasse einen Kommentar

Zitat des Tages

Heute vom Kind Nummer Zwei, der täglich neue Erkenntnisse gewinnt und sie dann auch anwendet.

Heute war er mit den Eltern alleine zuhause – Zeit, um neue Taktiken zu testen. So schaute er mich irgendwann an und sprach:

“Ich hab Hunger, Mama.” Ich wußte nicht, daß seine Augen so groß und treuherzig gucken können.

“Hm, was möchtest Du denn?” Mutter ist mit den Gedanken gerade woanders. Wieder mal.

“Ich war so lieb heute, meine liebe Mama.” Kuß auf die linke Wange, Kuß auf die rechte Wange. Einen auf die Stirn und noch einen auf die Nase. “Krieg ich jetzt Candy?” Augenaufschlag, Blick von unten nach oben.

Ja, ich weiß, rein pädagogisch war die Gummibärentüte sehr unwertvoll. Rein mütterlich gesehen jedoch extrem logisch.

Veröffentlicht in:  on 24. Januar 2010 at 21:50 Hinterlasse einen Kommentar

Freitags-Füller

Heute mal zur Abwechslung mal wieder ein Freitags-Füller. Gefunden bei Barbara

1. Gestern abend, lag ich im Bett meiner Tochter und habe meinen Rücken mit einem Reissack gewärmt.

2. Es kann nur besser werden dieses Jahr.

3. Das Lustigste sind im Moment die Knaller, die meine Kinder raushauen

4. Wenn nicht nach Schottland, wo soll es denn dann hingehen?

5. Ich sage “Laß uns einen gemütlichen Abend machen”, und er sagt “Laß uns einen schwedischen Vampirfilm gucken” (Seufz)

6. Der Sonnenschein ist verlustig gegangen, und wir müssen ihn irgendwie wiederfinden.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich darauf, das dieser schwedische Film endlich zuende ist, morgen habe ich einen Kindergeburtstagsgeschenkmarthoneinkauf vor mir und Sonntag möchte ich einen Waldspaziergang mit Schlitten und Familie machen

Veröffentlicht in:  on 22. Januar 2010 at 21:29 Hinterlasse einen Kommentar