An einem Adventssamstag in Berlin

Noch mal kurz zum Weltrettungsartikel und weil ja allgemein immer mal wieder bemängelt wird, wie unfreundlich alle, speziell “die Jugend” geworden sei.

Ich war am Samstag in der großen Stadt auf dem Weihnachtsmarkt. Ganz blöde Idee, ich weiß, es war voll und laut, man hat nichts gesehen und Menschenmassen, wohin man sah. Mehr als ich dachte.

Da es überall, wo so extrem viele Menschen sind, Rangeleien gibt, haben Kind Nummer Eins und ich den 8jährigen in die Mitte genommen. Was dummerweise den Pre-Teenager in die Einflugschneise von diversen Jugendlichen um die 15 warf, die ebenfalls vom Bahnsteig wollten und mein Kind anrempelten. Und sich sofort entschuldigten und fragten, ob was passiert sei.

In der Bahn selber hörte man ständig ein “Könnte ich mal”, man ließ Leute erst aussteigen, niemand drängelte.

Auf dem Weihnachtsmarkt war es rappelvoll, aber niemand trat einem auf die Füße oder versuchte 3cm mehr Boden gut zu machen.

Noch nicht mal in den Geschäften drängelte sich jemand vor und wir reden hier von Berlin.

Ich war mehr als nur erstaunt, denn dieser aggresive Unterton, der sonst zur Adventszeit auf Massenveranstaltungen so heimelig zuhause ist – er fehlte dieses Jahr völlig. Was im übrigen nicht nur mir aufgefallen ist sondern anderen auch schon.

Es mag sein, dass das Klima rauer wird, aber immer da, wo das Pendel zur einen Seite ausschlägt, schlägt es immer auch zur anderen Seite aus. Man darf nur nicht nach der Hälfte der Pendelbewegung wegschauen.

Published in: on 16. Dezember 2014 at 22:44  Hinterlasse einen Kommentar  

100 Tage Challenge für Fortgeschrittene

Ich habe von einem wunderbaren Wichtel einen traumschönen Kalender bekommen. Nun habe ich zusammen mit dem Autor alle unsere Kalender ( es sind ungefähr vier oder fünf) digital synchronisiert, weil wir sonst gar nicht mehr durchkommen. Aber ich will dieses kleine Buch einfach nutzen!

Deswegen ist mir die Idee gekommen, dass ich für jeden einzelnen Tag des Jahres 2015 hinein schreibe, was an dem Tag gut war. Als eine Art Mini-Tagebuch für die schönen Dinge im Leben. So nehme ich ihn jeden Tag in die Hand und erinnere mich daran, was auch am schwärzesten Tag lebenswert ist.

Ob ich das durchhalte? Keine Ahnung, es ist ja kein Wettkampf. Aber ehrlich gesagt fehlen mir meine #100happydays und ich fand sie damals wirklich schön.

Also, auf ein Neues! Und, Melony – vielen lieben Dank für den Anstoß!

Published in: on 11. Dezember 2014 at 10:52  Comments (1)  

Muss nur mal schnell die Welt retten

Wir leben ganz offensichtlich in einer gar schrecklichen Zeit – ISIS, Seuchen, Klimawandel, wachsender Ausländerhass, Kriege, durchdrehende Spinner in globalen Schlüsselpositionen…die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Unzählige Blogs werden nicht müde zu betonen, dass der Wind kälter wird, der Ton rauer und alles ist ganz grauenhaft. Man sollte depressiv werden, wenn man es nicht schon ist.

Aber ist das wirklich so?

Wir leben in Zeiten, in denen es Krieg gibt, ja. Aber es gab immer Krieg. Wir hier leben in einer sehr langen Zeit des Friedens und nicht nur wir, große Teile tun das. Nicht falsch verstehen, jeder Krieg ist einer zuviel. Aber uns hier persönlich geht es einfach mal gut und die wenigsten von uns müssen um ihr Leben fürchten.

Genausowenig wie wir nicht satt werden. Viel zu viele Menschen sterben auch heute noch an Hunger, jeder ist einer zu viel – aber die Zahlen sind nicht etwa steigend, sondern sinkend.

Heute fühlen sich westliche Politiker und viele Westler von Russland wieder bedroht – Leute wie ich haben damals in der Schule ausgerechnet, wie oft man die Welt mit atomaren Sprengköpfen in die Luft sprengen kann und wir waren mehr als einmal nicht wirklich weit davon entfernt.

Es gab Bhopal und Tschernobyl, das Ozonloch und DDT war noch erlaubt – alles Umweltkatastrophen und wir haben sie überlebt.

Damals war, laut vielen Pessimisten das Ende nah, aber wir leben noch. Und wir leben sehr gut.

Also ist alles schön? Nein, natürlich nicht. Aber der Unterschied zwischen damals und heute ist, dass wir durch die sehr vielfältigen Informationsmöglichkeiten viel mehr mitbekommen. Die Präsenz ist einfach eine ganz andere. Die daraus resultierenden Angst und Depression lähmt. Das hilft nicht.

Wenn wir was ändern wollen (so, wie damals eben auch was geändert wurde), dann müssen wir handeln. Das tun wir nicht, in dem wir uns in die Ecke setzen und rumjammern, wie schlimm alles ist. Aber genau das tun viel zu viele Leute im Moment. Anstatt was zu tun, schreiben sie wie schlimm die Welt ist. Das ist einfach.

Wenn ich Stammtischparolen höre, die mir nicht gefallen, dann stehe ich auf und sage was – und schreibe nicht nur nacher drüber, dass ich sie gehört habe und wie kalt Deutschland wieder wird. Wenn ich den Hunger in Südasien oder Afrika nicht ertragen kann, dann engagiere ich mich in Projekten, um zu helfen und lamentiere nicht mit meinem vollem Bauch rum. Wenn mich die Umweltkatastrophen ängstigen, dann gehe ich nicht nett zum Kaffeladen meiner Wahl um mir den zweiten Plastikbecker des Tages mit einem Latte zu kaufen und schreibe dann drüber, dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben.

Quasseln, das war schon immer so, kann jeder. Nicht nur Papier, auch die digitalen Medien sind geduldig. Worte allein ändern nichts, aber sie können im schlimmsten Fall lähmen. Zynismus hat die Welt noch nie gerettet – Engagement und positives Denken aber sehr wohl.

Jeden Tag ein bißchen. Seit jeher und das wird sich in Zukunft auch nicht ändern.

Published in: on 6. Dezember 2014 at 09:39  Comments (2)  

Rückblick – November 2014

Da wäre er auch wieder vorbei, der November. Dabei war er so gar nicht novemberig dieses Mal. Hier ist mein Rückblick:

Gelesen: Ich bin gerade auf dem Predictable Romance Trip. Wenn das Leben viel von einem verlangt, dann braucht man sowas eben mal. So. Nämlich. Aktuell ist es gerade Melanie Marchande. Sehr unterhaltsam.

Gehört: Aus aktuellem Anlass “Do they know it´s Christmas” (das Orginal) und das deutsche Pendant “Nackt im Wind” (kennt das ausser mir noch wer?).

Gesehen: Rumpelstilzchen und Froschkönig in der Märchenhütte. Fantastisch.

Getrunken: Guten Wein, mal wieder Martini und zum ersten Mal, heißen Quitten-Punsch. Yummy.

Gegessen: Viel Wild und ein hervorragendes 6-Gänge Menü. War das gut…

Gekocht: Sehr oft asiatische Nudelsuppen – meist, wenn Gemüsereste verwertet werden wollen. Ach ja, und ien Thanksgiving Dinner.

Gebacken: Cookies im Akkord, Papageienkuchen (grusel),Dinner-Rolls, Cheesecake, Apple Pie….es war einiges diesen Monat.

Gefreut: Über das freie Wochenende mit dem Autor in wunderbarer Umgebung.

Gelacht: Über die sehr eigenwillige Interpretation des Rumpelstilzchen.

Geärgert: Diesen Monat über sehr wenig eigentlich.

Gekauft: Ohje…einen Wohlfühlsessel, Klamotten, Deko, eine neue Küchenmaschine…eigentlich möchte ich nicht drüber reden.

Gespielt: Das ist diesen Monat etwas zu kurz gekommen.

Gefeiert: Den Geburtstag von Kind Nummer Zwei. Und Thanksgiving.

Gesportelt: Mit einem neuen Rückenprogramm angefangen, viel Zirkeltraining und dementsprechend auch viel gelaufen, wenn auch hauptsächlich auf dem Laufband.

Gefühlt: Dankbarkeit, Stolz, Entspannung…sehr viel Positives diesen Monat. Und Dankbarkeit dafür.

Geknipst: Nichts besonderes, einfach das, was mir vor die Linse gekommen ist.

Mehr gibt es übrigens beim wunderbaren Schäfchen.

Published in: on 30. November 2014 at 18:49  Hinterlasse einen Kommentar  

Midlife-Crisis in weiblich

Andere Leute feiern ja zur Mitte der Vierziger hin eine Party. Wie in Fete und Groß und so. Ich hingegen habe beschlossen mit einigen anderen Mädels, die ich zum Teil noch nie gesehen habe, den Köln-Marathon 2015 in der Staffel zu laufen. Ein Hoch auf das Internet!

So, damit ist das gesetzt und ich komm aus der Nummer auch nicht mehr raus!

Auf Mädels, ich freu mich!

Published in: on 26. November 2014 at 12:45  Hinterlasse einen Kommentar  

Die dunklen Novembermorgende

Die Morgende sind dunkel in Brandenburg dieser Tage. Und so kommt es, dass zumindest Kind Nummer Zwei nicht immer gleich wohlgelaunt aus dem Bette hüpft. Heute war so ein Tag, an dem er in die Küche geschlurft kam, sein unangetastetes Frühstück anstarrte und meinte

“Daddy hat mich heute aus dem Bett gezwingt. Das ist gemein.” Ja, ich weiß. Aber niemand sagt dass das Leben fair ist.

“Gezwungen. Daddy hat Dich gezwungen!” Soviel Grammatik muss auch am frühen Morgen sein.

“Das auch noch. Beides hat er gemacht. Gezwingt und gezwungen. Und dabei ist es noch dunkel!” Womit er sich hochschleppte, sich anzog und ich nicht das Herz hatte, das arme, seelisch so grausam malträtierte Kind an das nicht gegessene Frühstück zu erinnern.

Manchmal ist ein Apfel auf die Hand auf dem Weg zum Bus einfach auch mal genug.

Published in: on 18. November 2014 at 10:32  Comments (5)  

Dinge, die man ohne Kinder nicht erleben würde – Teil 34

Gestern war Auswärts-Spieltag der U14 für Kind Nummer Eins. Da sie sich beim letzen Mal ein Band ganz, ganz böse gedehnt hatte, war die Maßgabe des Arztes, dass sie ohne Bandage auf absehbare Zeit gar nichts mehr macht. Was sie auch weiß. Eigentlich.

Die Kinder sollen sich also aufwärmen, Mutters erster Blick geht auf den Knöchel des Kindes.

“Kind Nummer Eins, zieh mal den Knieschoner hoch. Ich will die Bandage sehen!” Kind tut so, als ob sie nicht hört und läuft los. Nun ist so eine Halle ja so beschaffen, dass man irgendwie immer wieder an einem Punkt vorbei kommt. Mutter wird lauter.

“Kiiiiihiiiiind, wo ist Deine Bandage?” Tochter schaut sich peinlich berührt um, Trainer grinst vor sich hin.

“Mama, nicht so laut! Die Schuhe sind zu klein mit der Bandage, dann kann ich nicht laufen!” und will wieder von dannen ziehen. Ohne mich, mein liebreizendes Kind.

“Der Deal war, mit Bandage oder gar nicht. Mitkommen!” Mutter geleitet das nicht so sanft protestierende Kind in die Kabine.

Dort stellt sich heraus, dass die Schuhe mit Bandage tatsächlich zu klein sind und die Schiene, die sie sonst getragen hat, natürlich zuhause liegt. Weil die Mannschaft nun aber auf das Kind zählt, man als Mutter irgendwie dazugehört und Not erfinderisch macht, zog Muttern ihre Turnschuhe aus und gab sie dem Kinde. Sie waren mit besagter Stütze nur noch eine halbe Nummer zu groß, ließen sich sehr stark schnüren und waren damit spielbar.

Die Mittvierzigerin hingegen rannte erst in Socken durch die verdammt kalte Halle, bekam aber vom mitfühlenden Trainer seine Turnschuhe. Größe 46.

Der Horst des Wochenendes geht dann mal an mich.

Turnschuhe

Published in: on 17. November 2014 at 08:36  Comments (4)  

Fernsehen im Wandel der Zeit

Wenn wir schon mit den Kindern nicht zu den Feierlichkeiten in die große Stadt gehen – Massenaufläufe sind unser Ding nicht – dann will man wenigstens etwas via TV mitbekommen und lehrreiche Kommentare machen.

“Kind Nummer Zwei, mach mal das Erste an!” Verständnisloser Blick.

“Eh, Mama? Welches ist denn “Das Erste”? Wo find ich das?”

Womit das Kind einige Marketingexperten der Öffentlich-Rechtlichen sehr, sehr unglücklich gemacht haben dürfte.

Published in: on 10. November 2014 at 11:35  Hinterlasse einen Kommentar  

Menschen im Allgemeinen und im Besonderen

Das Gute am Leben ist ja, dass es nie langweilig wird (also meins jedenfalls nicht) und das sich alles verändert. Das Schlechte ist, dass sich mit dieser Veränderung auch die Menschen verändern, die uns begleiten.

Ich habe letztens einen Forenbeitrag darüber gelesen, wie schade es ist, wieviele Menschen man in seinem Leben einfach durch die Umstände verliert und wie schwer es ist, neue Freunde hinzuzugewinnen. Erstaunlich viele Menschen haben dem zugestimmt – ich nicht.

Ich finde es im Gegenteil wesentlich einfacher, jetzt neue Bekanntschaften und sogar Freundschaften zu schließen. Zum einen hat man schon einiges erlebt (oder sollte es zumindest haben, sonst hat man sehr viel früher was Grundlegendes falsch gemacht) und hat somit zumindest eine Ahnung bekommen, was wichtig ist im Leben. Vor allem, welche Art Menschen einem nicht gut tun und von wem man sich besser fernhält.

Zum anderen hat man einen sehr starken Anknüpfungspunkt (viele von uns jedenfalls) – die Kinder. Irgendwelche Schulaktivitäten, Musikkonzerte, Theatervorführungen oder Sportveranstaltungen gibt es immer. Wenn man sich auch nur ansatzweise da einbringen will, dann lernt man ganz automatisch neue Menschen kennen. Menschen, die ganz andere Kreise ziehen als man selbst. Mit denen man so nie zusammen gekommen wäre. Meiner Erfahrung nach muss man nur ein ganz klein wenig offen sein, dann ergeben sich daraus ganz wunderbare Bekanntschaften und manchmal werden sogar Freunde draus. Aber fast immer wird man Teil eines wie auch immer gearteten Netzwerkes, von denen man nie genug haben kann. Immer vorausgesetzt, man lässt es zu.

Leider, und das liegt in der Natur der Sache, vernachlässigt man darüber gerne mal seine “alten” Freunde – was ich sehr schade finde und was auch nicht sein muss, wobei ein Tag zugegebenermassen leider nur 24 Stunden hat und sich es oft schwierig gestaltet Kontakt zu halten. Aber es geht. Wenn man das denn will.

Denn wenn es etwas gibt, was man nicht genug haben kann, dann sind das Menschen im Leben, die einem was bedeuten. Je weniger man davon hat, desto ärmer ist man. Aber auch das ist nur die Meinung einer mittelalten Frau, die sich jetzt mal an ihre alte Telefonliste macht.

Published in: on 8. November 2014 at 08:59  Comments (1)  

Rückblick Oktober 2014

Willkommen zu meinem ganz persönlichen Schlüsselloch. Was bei anderen Leuten so passiert ist, seht ihr beim großartigen Schäfchen.

Gelesen: Neben diversen Flugplänen, Arztbriefen und Beipackzetteln noch die Weekday Brides Serie von Cathrine Bybee. Nicht anspruchsvoll, aber wunderbar entspannend.

Gesungen: “Ein feste Burg ist unser Gott” von Luther.

Gehört: Mal wieder den Psalm 23, Der HERR ist mein Hirte

Gesehen: Tatsächlich das erste Mal in meinem Leben “The Voice of Germany” und ich fand das jetzt gar nicht so schlecht. Ansonsten wunderbar rumspringende Kinder an einem tollen Strand.

Getrunken: Viel frischen Saft und spanischen Weisswein

Gegessen: Dorade, viel Dorade:-) Und noch mehr spanische Salami mit frischem Brot, wenn auf dem nicht gerade Sobrazada drauf war. Yummy.

Gekocht: Besagte Dorade. In allen Variationen.

Gebacken: Anfang des Monats Tonnen von Oatmeal-Cookies.

Gefreut: Über meine Kinder, die nach 10 Tagen eines Stresses, der selbst einen ausgewachsenen, einigermaßen stabilen Erwachsenen aus der Ruhe gebracht hätten, immer noch ausgeglichen und gesellschaftsfähig waren.

Gelacht: In hohen Wellen mit den Kindern.

Geärgert: Darüber dass jemand sein Handy in Spanien hat liegen lassen. Mein Handy. Wie blöde kann man sein? Kopf -> Tischkante. Aber auch die Erkenntnis, dass es irgendwie ohne geht. Jedenfalls, wenn die Tochter auch noch eins hat:-)

Gekauft: Einen Kranz und sehr viel Eis für die Brut.

Gespielt: Kniffel, aber leider nicht so viel, wie angedacht.

Gefeiert: Einen Cousinengeburtstag mit vielen Verwandten.

Gesportelt: *räusper* sagen wir, es ist ausbaufähig.

Gefühlt: Trauer, Erleichterung, Sorge und Dankbarkeit.

Gemerkt: Das alles, was schlimm oder unüberwindbar scheint, mit der Familie und guten Freunden geschafft werden kann. Wenn man sich nur helfen lässt.

Geknipst:

Abendstrand

Published in: on 1. November 2014 at 07:50  Comments (1)  
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