Hallo und darf ich überhaupt bloggen?

Diese Frage stellte ich mir ernsthaft, denn sieht man sich die Blogwelt – oder kennerisch die “Bloggospäre” – an, dann muß man mit seinem Blog die Welt verändern wollen. Oder zumindest teilweise. Und wenn einem das nicht gelingt, dann sollte man wenigstens zynisch sein.
Meine Weltveränderungsphantasien habe ich mit etwa 30 aufgegeben und auch meinen Zynismus habe ich zu diesem Zeitpunkt abgelegt. Warum soll ich zynisch sein, wenn ich doch mit meinem Leben im Großen und Ganzen zufrieden bin? Dieser Beweggrund für einen Blog fällt also weg.

Andere Blogs haben sich Information auf die Fahnen geschrieben. Informationen über Software, Hardware, Rezepte, wie öffne ich eine Kokosnuss, in welcher Folge trägt Buffy welches Oberteil oder auch welche Unterwäsche trug Paris Hilton im Gefängnis – falls überhaupt. Alles wissenswerte Themen, ohne Frage. Aber all das spielt in meinem Leben eine eher untergeordnete Rolle.

Blieben noch die Blogs, die einfach mal dagegen sind. Hauptsache man schreibt gegen irgendwas. Der eine findet Kinder im Supermarkt irre nervig (hey, das kann ich als Mutter ja nachvollziehen, ich möchte Euch zurufen “Laß uns tauschen – ich geh für Deinen Singlehaushalt einkaufen und Du mit meinen Kindern – dann hast Du wenigstens einen Grund zu jammern), der andere findet, daß Kinderlose Sozialschmarotzer sind (wer mindestens ein Kind hat, das nicht gerade von Mutter Theresa und Mahatma Ghandi abstammt, der wäre so gerne einmal wieder ein Sozialschmarotzer – oder er lügt). Aber egal was, man muß den jeweils anderen mit möglichst gewählten, aber ätzenden Worten nieder machen.
Wenn ich aber irgendwas in meinem Leben gelernt habe, dann, das selbiges nicht nur schwarz-weiß ist. Leider. Das würde das Leben doch sehr vereinfachen.

Warum also dieses Blog? Ganz einfach: Ich habe Spaß dran. Es hat kein wirkliches Konzept, ich hoffe, ich kann ausdrücken, was mir wichtig ist, was ich erlebe und was mich beschäftigt. Mal Rezepte für das Mittagessen, mal hochpolitisch in den Gedanken an Autobomben. Mal Kurioses aus der Krabbelgruppe, mal Politisches aus der Gemeinde. Und manchmal auch Paris Hiltons Unterwäsche.

Eben so, wie das Leben eben ist.

In diesem Sinne: Herzlich Willkommen!

Published in: on 6. Juli 2007 at 13:28  Hinterlasse einen Kommentar  
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