Inselfeeling

Damals in meiner Kindheit mußte ich ja immer mit nach Hörnum/Sylt. Daß ich es dort totlangweilig fand, hat irgendwie niemanden interessiert. Und Kinder sind da ja sehr gnadenlos und undankbar. Heute hingegen mache ich einen Kniefall, wenn ich auf die Insel darf, aber so ein Kontostand kann ja mindestens ebenso gnadenlos sein.

(Kleiner Tip am Rande für Paarungswillige – Sylt ist übrigens ein hervorragendes Pflaster, um Nachwuchs zu zeugen – Reizklima halt)

Auf jeden Fall hab ich noch die Stimme meiner Mutter im Ohr, die jedes Mal meckerte und die Fahrt in den sonnigen Süden androhte, wenn es – mal wieder – kleine Hunde regnete. Kam jedoch auch nur ein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke, so stieß sie einen tiefen Seufzer aus und sagte “Ach, hier ist es doch sooooooo schön” Und nächstes jahr ging es wieder nach Sylt. Sehr zum Bedauern des Teenagers der Familie.

Nun weile ich gerade mit den Kindern und der halben Verwandtschaft auf Usedom (der Autor ist in Berlin geblieben, Geld jagen – unser Nachwuchsprojekt ist eh abgeschlossen). Und es kam wie es kommen mußte, die letzten beiden Tage war das Wetter, sagen wir mal, mehr als bescheiden. Mein Vater und ich drohten schon mit Abreise, da besann sich das Wetter und heute war es einfach nur traumhaft. Und ich ertappte mich bei den Worte “Ach, hier ist es doch soooooo schön” natürlich mit dem dazugehörigen Seufzer.

Insel scheinen also irgendetwas generationeinübergreifendes zu haben…unnötig zu erwähnen, daß ich schon den nächsten Aufenthalt plane.

Published in: on 2. August 2007 at 08:25  Hinterlasse einen Kommentar  
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