Des Babys neues Spielzeug

Je länger ich an diesem Blog schreibe, desto mehr Geheimnisse fallen mir auf, die ich nicht ergründen kann.

Heute zum Beispiel mal wieder mein Lütter: Er hat, grob geschätzt, so in etwa jedes Spielzeug, was in Amerika und Deutschland in einem Geschäft stehen kann. Das war bei seiner Schwester schon so. Wenn man Prinzessin und Sir von zwei liebenden Großelternpaaren nebst Urgroßeltern und begeisterten Onkel und Tante sowie Patentante ist, dann bleibt das nicht aus. Schweres Los das.

Für den Kleinen ist pädagogisch wertvolles Früherziehendes ebenso wie Blinkendes und vor allem Lautes (was aber immerhin abstellbar ist – manchmal beschränkt man seine Ansprüche als Eltern ja doch auf das Wesentliche) dabei. Alles, was das Herz eines Einzähnigen begehrt. Sollte man meinen.

Die Top 5 seiner Lieblingsspielzeuge sind aber derzeit folgende:

Auf Platz 5: Alles, was seiner großen Schwester gehört. Egal was, aber sehr gerne genommen sind derzeit die Barbies mit den schönen langen Haaren, die man so hervorragend verwuscheln kann und die so schönes Jammern bei Sister hervorrufen: “Maaaaamaaaaaaaaaaa, der hat schon wiiiiieeeeeeeedaaaaaaaa meine Lieblingsbarbie zerzaust!” Das beglückt das Bruderherz.

Auf Platz 4: Kugelschreiber und Stifte. Machen alles so schön bunt und schmecken ganz hervorragend. Nur wenn Mutter unbedingt den Mund sauber machen will, wird es lästig.

Auf Platz 3: Dreck, Sand, Flusen, Blumenerde. Alles, was man schön mit Spucke einspeicheln kann, mit Pinzettengriff in den Mund befördern kann und einen mittleren Herzinfarkt bei Mutter hervorrufen könnte – wobei selbige da mittlerweile erstaunlich gelassen reagiert. Kind Nummer 1 hat da gute Vorarbeit geleistet und ich bin in der glücklichen Lage behaupten zu können, dass, wenn die Theorie stimmt und Allergien durch ein sich langweilendes Immunsystem zustande kommen, meine Kinder niemals auch nur den Ansatz einer irgendwie gearteten Überempfindlichkeit bekommen. Sieht die Katze übrigens auch so, in die gerne schon mal herzhaft gebissen wird.

Auf Platz 2: Schlüssel. Die klimpern, sind schön kühl im Mund und man kann so herzzerreißend schreien, wenn einen die Zähne am Schlüssel beißen. Außerdem ist es immer wieder lustig zu sehen, wie Mama oder Daddy durch das Haus rasen und das Ding suchen. Sollte gerade kein Schlüssel zur Hand sein, dann geht auch ein Portemonnaie mit Kleingeld und Scheckkarten.

Auf Platz 1 unangefochten: Kabel. Am liebsten die, die noch in Steckdosen stecken. Man nimmt sie und reißt sie mit einem Ruck zu sich ran und dann lutscht man dran. Noch besser: Man erwischt ein Kabel, das auf der einen Seite offen ist und auf der anderen Seite in der Steckdose steckt – Verlängerungskabel eignen sich hier ganz hervorragend. Der ausbleibende Herzinfarkt aus Platzierung 3 wird hier nachgeholt und verdoppelt. Ganz besonders gut zu beobachten aus der liegenden oder sitzenden Perspektive.

Und? Fällt was auf? Genau, keines der heutigen Lieblingsspielzeuge gehörte in die Gruppe derjenigen, die dafür gedacht waren – und die hier aber trotzdem wie jeden Abend auf der Erde rumfliegen. Ganz umsonst sind sie allerdings nicht: Es gibt so hervorragende, die Nerven beruhigenden Babyrasseln, die ein stetiges, leises Geräusch machen, wenn die bunten Kugeln durch sie hindurch fließen. Sehr zu empfehlen am Ende eines Tages wie diesem. Für die Eltern.

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Published in: on 4. August 2007 at 20:01  Hinterlasse einen Kommentar  

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