Pflaumengedanken

Ich bin ja wirklich nicht die Verschwörungstheoretikerin vor dem Herrn, aber langsam wird mir mein Familiensinn unheimlich.

Gestern zum Beispiel saß ich auf der Terrasse und entkernte Pflaumen, was ja an sich eine eher monotone Angelegenheit ist. Kind Nummer 1 pulte ebenfalls in den Pflaumen rum, die einen Tag vorher von mir höchstselbst bei Verwandten in luftiger Höhe gepflückt worden waren und nun zu Kuchen und Mus verarbeitet werden wollten. Kind Nummer 2 krakelte mit seinem Vater auf dem Rasen herum, der wiederum versuchte die Katze vor den eineinhalb Zähnen des Kindes zu retten – kurzum, ich war rundherum glücklich.

Und genau das war es ja! Sowas wollte ich nie. Wie sieht das denn aus, Mensch! Kinder, Haus, Mann, Garten und der Höhepunkt des Tages ist der Genuss des selbst gemachten Pflaumenkuchens, oder wie? Wie konnte ich nur so werden?? Wie konnte das geschehen? Und das allerschlimmste, glücklich dabei? Ich wollte eigentlich gar keine Kinder sondern ein cooles Karrierefrauenleben führen. Kinder hätte ich höchstens als Patenkinder, die ich nach spätestens drei Stunden wieder abgeben konnte, gekocht würden nur schicke Sachen wie getrüffelte Pasta an Hummerfleisch aus der Schere und überhaupt würde ich Sonntagnachmittage an angesagten Orten oder aber im Spa verleben. So. Nämlich. Aber mit Sicherheit nicht in einer spießbürgerlichen Familienidylle.

Genau da fiel mir eine ehemalige Freundin ein – sie war selbsternannte Hexe und hatte mal, wie sie mir mit ernster Miene versicherte, einer Rivalin die Pest an den Leib gehext. Will sagen, diese sollte plötzlich von der totalen Partyhippe auf den absoluten Familienmensch umsatteln und wenn alles so ist, wie es sein sollte, also 2 süsse Kinder, einen tollen Mann, schönes Haus, blühenden Garten (naaaaaa, fällt was auf?), dann sollte sie plötzlich “aufwachen”, ihr eigentliches Ich wieder entdecken und total unglücklich sein. Sich dann scheiden lassen und der Mann wäre dann auch gleich wieder frei für unser Hexlein. Sollte angeblich auch nur so 5-7 Jahre dauern. Das nenn ich mal Ausdauer.

Ich hab übrigens keine Ahnung, wie das Ganze ausgegangen ist, denn die Freundin ist ja eine ehemalige und wir haben uns – nun, sagen wie mal, unsere Interessen gingen schmerzhaft auseinander. Und genau das wiederum macht mir Sorgen. Was, wenn sie das nun bei mir auch versucht hat und es sowas doch gibt. Dann wäre ich ihr Hexenmeisterstück und langsam wäre dann ja mal die Zeit um. Ich meine, nicht, dass ich an sowas glauben würde. Humbug. Schnickschnack. Firlefanz.

Ich hab allerdings noch eine andere Freundin, die ist Wicca. Vielleicht sollte ich sie mal fragen, ob es derartiges gibt und ob man da gegebenenfalls was machen kann. Nur so. Kann ja nicht schaden…

Published in: on 20. August 2007 at 13:24  Hinterlasse einen Kommentar  
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