Wenn man gegen 12:50 durch Seouls Straßen geht, kann es einem passieren, daß einem Menschen mit Schaum vor dem Mund begegnen. Und sich eine Wange von innen nach außen sehr eindeutig wölbt.
Verursacht wird das aber nicht von eindeutigen Gedanken, die sich die Seouler in der Mittagspause machen, sondern von einer Zahnbürste, mit der sie sich nach jeder Mahlzeit der Zähne putzen. Und zur Not eben auch auf der Straße. Ausgelöst wurde das kollektive Mittagszähneputzen durch eine Empfehlung der Regierung zu den Olympischen Spielen. Sie riet den Bürgern, sie nach dem Essen grundsätzlich die Zähne zu putzen, damit man den Gästen der Stadt nicht mit Knoblauchgeruch begegnete. Und das haben sie bis heute beibehalten. Und tatsächlich findet man nicht sehr viele Südkoreaner mit Ruinen im Mund. Und selbst in der überfülltesten U-Bahn riecht es noch verhältnismäßig gut.
Manche Dinge, die man auf Reisen sieht, sollte man eindeutig in den Koffer packen und mit nach Hause nehmen können.