Der Berg ruft – wo sind die Ohrenschützer?

Das mit der Kinderfreundlichkeit verschieben wir dann noch mal, da ich denke, es sollte mal wieder was zum Lachen auf der Seite stehen. Schlagen wir also ein neues Kapitel der Peinlichkeiten in meinem Leben auf und das heißt: Skifahren.

Also, wir sind ja eigentlich hier, weil mein Herr Vater der Meinung war, wenn er es schon bei seinen Kindern verpaßt hat, sie frühzeitig auf die Ski zu bringen, dann will er diesen Fehler bei seiner Enkeltochter nicht wiederholen. Und da Kind Nummer Eins aufgrund von akuter Mamafixierung nicht ohne mich fährt, bin ich mit hier am schönen Arlbergland.

Und wo ich schon mal da bin und meinen eigenen Babysitter mit habe für Kind Nummer Zwei, mach ich auch einen Skikurs mit. Dachte ich mir so. Vor 10 Jahren hab ich das letzte Mal auf den Brettern gestanden – und auch da mehr schlecht als recht. Trotzdem hat man mich zu den “wenig Erfahrenen” gepackt und nicht zu den absoluten Anfängern. Und dann hab ich auch noch die Hälfte des ersten Tages wegen Junior versäumt. Trotzdem hat der sehr energetische, dynamische und mit schier übermenschlicher Geduld ausgestattete Ski-Lehrer mich auf den Berg mit nach ganzganzganz oben mit raufgenommen. Da ist nämlich ein tolles Übungsgebiet (für Ortskundige – die blaue 19). Hat auch alles wirklich gut geklappt.

Dummerweise muß man, um ins Tal hinunter zu kommen, dann die blaue 4 nehmen. Und das ist eigentlich eine verkappte rote, also eine mittelschwere Abfahrt. Beim ersten Mal bin ich da ganz unbefangen rein und hab mich so oft auf die Schnauze gelegt, es war unglaublich. Beim zweiten Mal nachmitags wollte ich schon freiwillig den Lift nach unten nehmen. Nun sind Skilehrer nicht nur mit einem Geduldgen ausgestattet sondern sie müssen auch irgendwelche Wetten laufen haben, daß kein Schüler mit dem Lift sondern auf Skiern runter kommt. Keine Ahnung, ob sie dann einen ausgeben müssen oder mit Spott überhäuft werden. Auf jeden Fall wurde ich “überredet” nochmal die 4 mit runter zu gehen.

Gut, ich hab mich überstimmen lassen und bin zumindest teilweise auf Skiern runter. Den Rest dann auf Skischuhen, weil es einfach zu steil war für mich und ich mich nur noch langgelegt habe. Und dann nicht mehr draufgekommen bin. Sehr sehenswert muß auch meine Stunteinlage gewesen sein, als ich die Kurve nicht bekommen habe und geradewegs auf eine schwarze Abfahrt (das sind dann die, die man immer im Fernsehen bei den Skirennen sieht) zugeschlittert bin. Da hab ich mich dann einfach irgendwie fallen lassen. Gerade noch rechtzeitig übrigens, die Spitzen der Ski hingen nämlich schon über dem Hang. Hätte ich nicht so eine Panik gehabt – ich hätte mich totgelacht. Was die übrigen Kursteilnehmer dann auch getan haben. Ich hab dann, nachdem ich mir außer meinem Stolz nix gebrochen hab, wieder im Tal war auf die restliche halbe Stunde des Kurses verzichtet, michauf die Sonnenterrasse gesetzt und mir einen Latte gegönnt.

Muß ich übrigens erwähnen, daß Kind Nummer Eins mit Feuereifer dabei ist und heute wohl das erste Mal mit dem Sessellift hochfährt? Und nicht nur im popligen Schneeflug wie Mutter dem Berg runterkommt sondern schon parallel fährt? Und Angst hat sie auch nicht, weder vor der Höhe (nur wer schon mal da oben war, der weiß, *wie* steil es von da oben wirklich aussieht) noch vor der Geschwindigkeit (gut, da ist sie dann schon meine Tochter). Ich geh dann mal gleich gucken.

Ski heil!

Published in: on 22. Januar 2008 at 17:29  Hinterlasse einen Kommentar  
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