Ich geb Gas, ich will Spaß

Nachdem mir kryptisches Geschreibsel im letzten Post vorgeworfen wurde hier also meine letzte Abenteuerfahrt in die alte Heimat.

Donnerstagmittag hatte ich also Kinder und den halben Hausstand in meinen an sich sehr verläßlichen Kombi gepackt und bin den Weg 500km nach Westen angetreten. Kaum war ich eine Stunde von zuhause entfernt und will einen LKW überholen, tuckert der Wagen mit 100, 101, 102, 103, 104, 104,5, 104,58km/h auf der linken Spur und will und will nicht schneller als 130 fahren – und das auch nur nach 2 Minuten auf dem Gas stehen. Eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit, wenn hinter mir einer mit 180 angerauscht kommt und dann kurz hinter mir abbremsen muß. Also den Kindsopa angerufen, damit der einen Termin beim örtlichen Vertragshändler macht. Und während wir noch reden, tut der Wagen plötzlich einen Ruck, schnurrt der Tiger im Tank und zzzzzzzzt sind wir am LKW vorbei.

In der Annahme, daß da wohl nur was freigepustet werden mußte, fuhr ich also bester Laune weiter. Um beim Überholmanöver 15 Minuten später wieder eine Gefahr für alle dynamischen Fahrer dieser Welt darzustellen. Also wieder Vattern angerufen. Das Ganze wiederholte sich dann des öfteren, beim fünften Mal hab ich aufgehört zu zählen. Dazu hatte ich auch gar keine Zeit mehr, ich hatte alle Hände voll damit zu tun, über die Berge mit einem unzuverlässigen Auto zu kommen und gleichzeitig meine Tochter dazu zu motivieren, den Affen für meinen Sohn zu machen, damit der wiederum bei Laune bleibt. Denn eine Pause war nicht drin, ich wußte ja nicht, ob das Abstellen des Motors selbigen vielleicht dazu veranlaßt, nur noch auf 80km/h hochzugehen. Nur gut, daß Kind Nummer Zwei leicht zu beeinflussen und Kind Nummer Eins noch leichter zu bestechen sehr verständig ist.

Nachdem der Wagen dann am nächsten Tag “an diversen Schläuchen” (O-Ton gewisser Beobachter – *ich* dachte ja immer, ein Mechaniker würde die Motorhaube aufmachen, “Hmhm, soso, aha” sagen und dann sofort wissen, was los ist, aber das war wohl mal) hing, war klar, das irgendso ein dämliches Ventil defekt war. Ist dann für einen exklusiven Wochenendtrip mal eben erledigt worden. Aber was tut man nicht alles für ein glückliches Auto.

Und das Gefühl wieder mit einem sicheren Wagen zu fahren hat auch was für sich.

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Published in: on 6. April 2008 at 19:10  Hinterlasse einen Kommentar  

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