Die Matrix lebt

Elektronische Geräte mögen mich nicht. Also gar nicht. So überhaupt nicht. Es gibt keinen Computer, den ich nicht zum Absturz bringe – gebt mir eine Woche und ich bringe die ISS unplanmäßig und in Einzelteilen auf die Erde zurück. Ohne den Umweg des Verglühens in der Erdatmosphäre versteht sich – das würde mich ja der Entsorgung entheben.

Deswegen hab ich auch den Meister aller elektronischen Teile gebeten, mir beim Kauf des Geburtstagsgeschenkes für den Autor (einen LCD-Fernseher) behilflich zu sein. Und nach nur 5 Wochen sehr geduldigen Erklärens seinerseits, Gesuche und Gerödele hab ich auch einen bestellt.

Zwei Tage nach der Bestellung ging die Fernbedienung unseres SAT-Receivers kaputt – ein Ersatz hätte die Hälfte von dem gekostet, was das Teil im letzten Jahrtausend mal gekostet hat. Nun bringt mal einem Mann bei, warum man einen irre tollen (der Elektronikmeister war wieder hilfreich) Reciever braucht, wo man doch nur eine alte Möhre von Fernseher hat, der quasi noch mit der Handkurbel betrieben wird. Das Lügennetz, das ich gesponnen hatte umfaßte halb Brandenburg. Gut, aber ich habe mich durchgesetzt und einen neuen gekauft. Das war vor drei Wochen.

Heute kam dann endlich der Fernseher – ein Traum aus glänzendem Schwarz und gestochen scharfem Bild. Der Autor beschäftigte sich den ganzen Nachmittag damit, ich hingegen vertrieb mir betont gelangweilt mit Trash-Literatur die Zeit, damit das neue Ding nur bloß nicht mitkriegte, das ich im Raum bin. Das ging auch soweit gut – bis der Autor eine DVD ausprobieren wollte. Und hier gehen die Meinungen jetzt auseinander, ob Kind Nummer Zwei die Fernbedienung geschreddert oder sie freiwillig ihren Geist aufgegeben hat. Ich tendiere aus Erfahrung zu Letzterem.

Ein Anruf beim Kundenservice nach einer neuen Fernbedienung brachte nur mühsam unter Kontrolle gebrachtes Prusten und den Hinweis

“Versuchen Sie es mal bei ebay”

ein. Weswegen wir uns entschlossen in die Stadt zu fahren und uns entweder a) einen blue ray recorder, b) einen DVD-Player oder c) eine Playstation 3 zu kaufen. Aufgrund der Vorkommnisse der letzten Wochen waren mir die Möglichkeiten a und c schlicht zu teuer – wer weiß, wann die Strähne hier aufhört. Ob der nicht ganz so geringfügigen Ausgaben von Fernseher und kaputtem Auto der letzten Wochen entschieden wir uns für ein kleines, sehr billiges No-Name Produkt von dem wir jetzt sicher sein können, daß das Teil sich wahrscheinlich standhaft weigern wird kaputt zu gehen, wenn wir gerne mal wieder was Neues hätten

Aber das wäre vielleicht mal eine Marktlücke – für alle Männer, die gerne ein neues elektronisches Spielzeug, deren Frau/Freundin/Gewissen aber sagt, man brauche es nicht, ich bin Eure Lösung. Laßt mich einfach nur ein paar Minuten im selben Raum wie das betreffende – elektronische – Gerät, bei schwierigen Fällen spiele ich ein wenig mit der Fernbedienung. Spätestens nach fünf Tastenkombinationen ist das Ding hin. Versprochen.

Da ich aber an die kollektive Vernetzung von Geräten glaube, werde ich jetzt mal meinen Laptop schließen – nur für den Fall, daß er liest, was ich schreibe und auf dumme Ideen kommt.

Published in: on 8. April 2008 at 20:25  Hinterlasse einen Kommentar  
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