Zitat des Tages

Diesmal wieder von Kind Nummer Eins, die es sich auf der Terasse gemütlich gemacht hat, um dort zu malen.

Plötzlich wirft sie den Pinsel aus der Hand und ruft

“Mama, ich kann nicht malen, wenn hier soviele Wespen rumhummeln!”

Published in: on 31. Juli 2008 at 19:55  Hinterlasse einen Kommentar  
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Danke Mama!

Heute jährt sich der Todestag meiner Mutter zum dritten Mal. Die letzten beiden Jahre bin ich mit meinem Vater und den Kindern (also erst nur mit Kind Nummer Eins, dann mit beiden) an die See gefahren. Erstens weil meine Mutter das Meer so geliebt hat und zweitens um einfach aus der Schußlinie zu sein. Das wirklich Letzte, was ich brauche, ist an dem Tag auch noch am Grab zu stehen, wenn die halbe Heimatkleinstadt Blumen niederlegt.

Dieses Jahr hatte ich mich entschlossen, hier zu bleiben und mit einer sehr guten Freundin (der ich gar nicht genug danken kann) zum Mütter-Gedenk-Shopping zu gehen. Meine Mutter hat es geliebt, durch ein schönes Einkaufszentrum zu schlendern und Kleidung zu kaufen, sich in einem Café auszuruhen oder einfach die Leute zu beobachten. Sicher ist es nicht die herkömmlichste Art, einen solchen Tag zu begehen – aber wem würde es helfen, sich den Tag über zu vergraben?

Also bin ich gegen 10 Uhr ins Alexa um mich im dortigen Starbucks mit meiner Freundin zu treffen. Ich war ein wenig früh, also holte ich mir schon mal einen Kaffee und kam ein wenig mit dem sehr netten, sehr jungen Angestellten ins Gespräch – über das Wetter, Espresso und Amerika. Als ich es mir wenig später auf einem der Sessel mit meinem Iced Hazelnut Latte und meinem Buch gemütlich machte, kam er kurz zu mir, legte mir einen Gutschein für einen Espresso auf den Tisch mit den Worten

“Bitteschön, für Sie, weil wir uns so nett unterhalten haben”

Boy, you made my day! An einem solchen Tag, an dem ich mich eigentlich nur heulend in der Ecke verkriechen wollen würde, sind solche Gesten nicht mit Gold aufzuwiegen.

Und eigentlich ging der ganze Tag so weiter – ich habe mich mit meiner Freundin über Eltern im Allgemeinen und im Besonderen unterhalten, wir haben gefunden was wir suchten, wir waren im Foodcourt, haben unser Essen geteilt und Leute beobachtet und irgendwann bekam ich eine SMS vom Nicht-Bier-trinkenden Autor, daß er mir extra Beck´s Ice kalt gestellt hat, damit ich mich damit zuhause auf die Terasse setzen und relaxen kann.

Ich habe an diesem Tag nicht getrauert – es ist einer der wenigen in den vergangenen drei Jahren, an denen ich genau das nicht getan habe. Ich habe sehr viel an meine Mutter gedacht, ja. Aber nicht an das Ende – sondern an die 35 Jahre vorher. Nicht daran, daß sie nicht mehr bei mir ist und sovieles, daß mir so wichtig ist nicht mehr mitbekommt – sondern daran, was wir alles miteinander erlebt haben. Und ich habe nicht an die unausfüllbare Lücke gedacht, die sie hinterlassen hat – sondern an das, was sie mir alles mitgegeben hat.

Das Leben ist schön – und ich bin mir sehr sicher, daß meine Mutter heute die Finger im Spiel gehabt hat, um mir genau das zu zeigen.

Published in: on 29. Juli 2008 at 19:49  Hinterlasse einen Kommentar  
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Männer und die Wahrheit

Ich bin ja auch nur eine Frau. Und als solche nie zufrieden mit ihrer Figur. Und der Autor ist da keine Hilfe, weil er schon mantramäßig antwortet (er ist schließlich nicht lebensmüde). Aber wozu züchtet Muttern sich die neue Generation Mann? Wenn nicht wir Mütter, wer dann?

Vorhin hatte Kind Nummer Zwei seine erste Belastungsprobe, als ich mich für eine Gartenparty umzog und den Autor die obligatorische “Sieht mein Hintern in der Hose fett aus”-Frage stellte.

Augenrollen, theatralisches Seufzen und das besagte

“Uuuuuaaahhhh! Du siehst nie fett aus, in gar nix”

Also wurde die neue, unvoreingenommene, noch nicht auf dem “Was Frauen hören wollen”-Seminar gewesene Männergeneration gefragt.

“Kind, sehe ich in dieser Hose dick aus?”

Kind sieht mich lange sinnierend an, spielt mit seiner Flasche zwischen den Zähnen und sagt dann

“Jou”

Wer genau wollte, daß dieses Kind sprechen lernt?

Wir kamen übrigens 30 Minuten zu spät, weil ich leider noch das Outfit ändern mußte – natürlich.

Published in: on 26. Juli 2008 at 19:20  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die armen Kinder von Brandenburg

Um mein Karma aufzubessern, habe ich mich gestern aufgerafft, habe endlich die sieben Kleider- und den einen Schuhsack vom Speicher geholt und sie zur Tafel gebracht.

Kind Nummer Eins sah es und fragte, wo ich denn hin will. Also bereitete ich die ganze Sachlage spontan kindgerecht auf und erklärte, daß ich die Sachen zu einem Laden bringen würde, die dann alles an arme Kinder verteilen würde. Oder an die Eltern der armen Kinder, die keine Arbeit hätten. Kind war ganz begeistert und hopste auf und ab. Sie wolle mit und mit den armen Kindern spielen.

Das erzählte sie auch die ganze Zeit im Auto, ich hielt es dann für angemessen, ihr die märchenhafte, romantische Vorstellung von “arm sein” zu nehmen und bat sie, nicht darüber zu reden, wenn wir da sind, weil die armen Kinder das nicht so toll fänden. An der Tafel angekommen, half uns eine resolute Dame beim Auspacken. Sie wollte sich schon verabschieden, als meine Tochter sie anstupste, ihr den Teddy, den sie die ganze Zeit gehalten hatte gab und meinte:

“Du, kannst Du das bitte einem a – äh, einem Kind geben, das Du ganz besonders dolle magst?”

Irgendwas scheinen der Autor und ich dann doch richtig zu machen bei der Erziehung.

Published in: on 24. Juli 2008 at 10:02  Hinterlasse einen Kommentar  
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Lieder, die Generationen verbinden

Es ist unglaublich. Man sollte ja meinen, daß die Eltern den Musikgeschmack der Jugend nicht mehr versteht. So war es jedenfalls in meiner Jugend. Und tatsächlich kenne ich Dreiviertel der Lieder nicht, die meine Tochter so vor sich hinträllert.

Tja, und seit einigen Tagen singt sie quasi ununterbrochen das hier:

Wie alt ist das denn bitte??? Das war schon uralt, als ich noch ein Kind war. Und das ist bekanntlich schon einige gefühlte Jahrhunderte her.

Aber ich will nicht meckern, bei dem Song kann ich wenigstens mit ihr zusammen singen grölen. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die den Tag schön machen.

Nachtrag:

Seit neuestem wird hier ja Radio Teddy gehört. Und einer *der* Hits ist

Zwar kostet Benzin jetzt 5 Euro 10 (wer hätte damals gedacht, daß die Zahl nach oben korrigiert werden muß???) und es singt auch irgendwie jemand ganz anders, aber dafür dudelt das Orginal hier gerade via youtube hoch und runter und die Kinder haben Spaß für – nun, für 2 Mark 10.

Und Mutter auch!

Handarbeit: Sechs. Setzen.

Mich hat letztens mal jemand gefragt, warum ich so wenige Blogs auf meiner Blogroll habe. Ob ich keine anderen Blogs lese oder weil ich die anderen schlecht finde. Mitnichten. Die Antwort ist viel, viel banaler:

Ich mag an meine eigene kreative Unfähigkeit nicht auch noch ständig erinnert werden!

Da wäre zum Beispiel Draussen nur Kännchen – Paradebeispiel einer ganz lieben, mir schon lange virtuell bekannten Person, die näht und dekoriert, daß es eine wahre Wonne ist. Und außerdem hat sie mittlerweile Rezepte, die – nachgekocht – Kinder zu Kommentaren hinreissen wie

“Mama, das Essen schmeckt heute aber so gut wie lange nicht mehr”

Das die Gute daneben noch Kinder und Haushalt wuppt *und* der Blog auch noch klasse zu lesen ist ist einfach zuviel des Guten…Da kann man als Normalsterbliche doch nur Minderwertigkeitskomplexe kriegen.

Desgleichen bei Herzenssachen – bei denen zuhause wird an verregneten Tagen gebastelt und genäht – und was dabei rauskommt sieht auch noch klasse aus. Ich hingegen mache mir jetzt schon einen Kopp, wie ich Kind Nummer Eins die nächsten Wochen beschäftige und sehe den Tag, an dem ich im DVD-Verleihshop eine Massenbestellung aufgeben werde in sehr naher Zukunft kommen…

Bis heute morgen hab ich mich also strikt geweigert, Blogs, die wider meiner Natur sind regelmäßig anzuschauen oder gar zu listen, um mir nicht als die Totalversagerin in Sachen Feinmotorikförderung bei Fünfährigen vorzukommen. Bis heute morgen dann. Beim Frühstück (bestehend aus einem undekorierten Rosinenbrot mit Käse und einem Pfefferminztee aus immerhin selbstgezogener Minze udn selbstgekauftem Honig) sinnierten wir darüber, was wir denn in den Ferien machen könnten. Tochterkind sprudelte nur so vor Ideen:

“Mama, ich möchte nähen. Können wir bitte nähen??”

“Schatz, da frag doch lieber Grandma oder Uroma, die beiden können das ganz toll” (Und ich übergebe sogar Jacken und abgerissene Knöpfe dem Autor)

“Hm, aber basteln, komm wir basteln dann was Schönes um das Haus zu schmücken, ja? Bei M. und bei L. und bei A. ist das Haus auch immer ganz toll geschmückt. Machen wir das auch? Ja? Biiiiitte!”

Was soll ich da machen? Als dereinst die Kreativität vergeben wurde, war ich gerade auf dem Klo. Ich *muß* also quasi woanders klauen gehen, will ich meiner Tochter endlose Zeit der Maltherapie in zwanzig Jahren ersparen. Und was tut man nicht alles für die Kinder.

Aber wenn ich mich schon geistig woanders bediene, dann sollten die Urheber wenigstens genannt werden, finde ich.

Daher: Caro, Linababe – herzlich willkommen auf meiner Blogroll. Und wenn ihr vielleicht in den nächsten Tagen nur noch absolut idiotensichere Basteltipps veröffentliche würdet, spendiere ich beim nächsten Treffen einen Cocktail – selbstgemacht!

Published in: on 18. Juli 2008 at 09:41  Hinterlasse einen Kommentar  
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Zitat des Tages

Situation: Regen. Regen. Regen. Ich liege mit Kind Nummer Zwei nach dem Mittagsschlaf auf dem Bett und kuschle noch ein wenig.

“Na, mein Sonnenschein” flüstere ich ihm zu.

Kind setzt sich auf, schaut aus dem Fenster, schüttelt den Kopf, sagt

“No”

legt sich wieder hin und trinkt weiter seine Flasche.
Womit die Basis für Meterologie auch gelegt ist.

Published in: on 16. Juli 2008 at 15:19  Hinterlasse einen Kommentar  
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Was hast Du denn gerade an?

Ich bin ja nun offensichtlich ein Kind der Internet-Generation. Und ich liebe es. Ich kann mit Freunden in Seoul Kontakt halten, ohne ein Vermögen zu vertelefonieren. Ich lerne neue, interessante Leute kennen, ohne durch die Republik – ach was sage ich, die Welt – reisen zu müssen. Ich kann von zuhause aus arbeiten und trotzdem meinen Kindern gerecht werden – naja, irgendwie zumindest. Und die Großeltern im entfernten großen Land können quasi täglich an den Entwicklungssprüngen ihrer Enkel teilhaben – Videochat sei Dank.

Aber da ist leider auch die Krux – Kunden geben sich heute nicht mehr mit einem Telefonat zufrieden – oh nein…Es muß eine Videokonferenz sein, damit man sich “auch mal in die Augen gucken kann”

An sich eine gute Sache. Nur leider halte ich sonst meine Telefonate während ich gerade die Spülmaschine ausräume. Ich schreibe Mails, während nebenher die Waschmaschine läuft. Und ich suche mir relevante Informationen, während ich auch auf privaten Seiten surfe.

Tja, das ist dann wohl vorbei. Das Internet gibt uns die Freiheit, zu arbeiten von wo und wann wir wollen. Leider aber nicht, wie wir wollen.

Ich geh mich dann mal aufbrezeln – mit Haare machen, Kostümchen (zumindest obenrum) und Schminke. Wetten, daran hat Tim Berners-Lee dereinst nicht gedacht?

Ja ist denn schon Karneval

Und wieder einer, den Kind Nummer Eins rausgehauen hat:

Wir kommen von einer Grill-Party wieder, es ist kurz vor neun und der Autor und ich sinnieren darüber, daß wir in einer anderen Zeit uns jetzt gerade erstmal fertig gemacht haben, um auf die Rolle zu gehen. Wie auf Bestellung taucht auf dem Bürgersteig ein Gothpaar auf – das Mädchen hat kleidungs- und schminktechnisch mehr als starke Ähnlichkeiten mit mir vor etwa 15 Jahren. Von schräg hinten kommt aufgeregt:

“Guck mal Mama, die glauben es ist Fasching, die haben sich verkleidet!!!”

Sowas in der Art hat mein Vater meiner Zeit auch immer gesagt. Wetten, dieses Kind wird Popper?

Published in: on 12. Juli 2008 at 20:37  Hinterlasse einen Kommentar  
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Das bißchen Arbeit

Gestern bei der rein kindertechnisch besten Tagesmutter der Welt. Sie brauche nächste Woche drei Tage frei – aus gesundheitlichen Gründen. Ich war nicht begeistert, vor allem weil Kind Nummer Eins ab übernächster Woche für drei ganze Wochen Urlaub hat. Und darauf der Kurze auch noch eine Woche, weil sich Kinder- und Tagesmutterurlaub um eine Woche überschneiden, aber gut, wenn es denn gesundheitlich sein muß, dann…worauf mich die Tagesmutter unterbricht mit den Worten, sie hätte doch ihren Urlaub verschieben müssen um eine Woche, weil zwei Eltern nicht konnten. Und zwar nach hinten. Und ups, sie hätte total vergessen, mir das zu sagen, weil ich zu dem Zeitpunkt ja im Urlaub war (das war vor vier (!!!) Wochen) und eigentlich hätte sie auch nicht gedacht, daß das ein Problem sei, schließlich würde ich ja von zuhause aus arbeiten.

WAH! Ja, das entscheidende Wort heißt hier arbeiten.

Ich war wirklich nur sehr mühsam beherrscht, als ich ihr erklärte, daß nur, weil ich von zuhause aus arbeite, es nicht heißt, daß ich nicht Abgabetermine oder aber Außenmeetings habe. Langsam komm ich mir vor, wie ein Teil der arbeitenden Bevölkerung zweiter Klasse. Nachbarn fragen, was ich eigentlich den ganzen Tag zuhause mache (den Garten ja ganz offensichtlich nicht), Großeltern sind der Meinung, man könne frei nehmen, wann man will (ich arbeite ja nur so ein wenig rum zum Spaß) und Auftraggeber denken, man kann ihre Sachen sofort bearbeiten, weil man ja nur drauf wartet (und sonst als Mutter total unterfordert ist und somit dankbar für jede Nicht-Kinder-Arbeit ist). Von daher ist das jetzt wohl die logische Konsequenz.

So mit einem Tag Abstand schwanke ich gerade zwischen immer noch überschäumender Wut und fassungslosem, hysterischem Lachen. Vor allem, weil die Aussage diesmal von einer Frau kommt, die schließlich auch zuhause arbeitet. Eine Freundin meinte, ich solle ihr demnächst ohne Vorwarnung meinen Sohn um 18 Uhr abends bringen, wenn ich einen Abendtermin habe, mit den Worten, sie sei doch eh zuhause, dann könne sie auch eben mal meinen Sohn sitten.

Da das nicht geht und wir alle irre gesittet sind, werde ich also zusehen, wie ich Auftraggeber vertröste, ein extensives Kinderbespaßungsprogramm aufbauen, damit die Gören nach dem Abendessen totmüde ins Bett fallen, damit ich wenigstens ein paar Stunden am Abend habe und ansonsten die Tagesoma wieder aktiviere.

So als selbstständige Mutter, die von zuhause aus arbeitet habe ich ja sonst nichts zu tun und bin ja so froh, daß endlich die Leere ausgefüllt wird, die hier sonst den ganzen Tag herrscht.

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