Bücher, die die Welt bedeuten

Gerade eben habe ich für Kind Nummer Eins und mich Karten für die Komische Oper besorgt. Eine Kinderaufführung von Robin Hood läuft und so werde ich meiner Tochter zeigen, wie schön es ist, Kultur zu genießen. Vor allem, weil wir vorher noch schön ins Opernpalais gehen und Torte essen werden. Also einmal das volle Programm.

Das ist auch notwendig, denn ich habe festgestellt, daß ich mein intellektuelles Seelenheil jetzt schon in die Tonne kloppen kann. Wenn ich ins Theater gehe, dann ist es Kasperle mit den Kindern. Das letzte Konzert ist so lange her, daß ich mich nicht mehr daran erinnere. Immerhin war ich voriges Jahr bei einer Lesung – Heike Makatsch hatte Pipi Langstrumpf gelesen. Bliebe noch die Literatur.

Bei uns stehen Goethe und Schiller, Shakespear und Milton, Grass und Mann sowie Hemingway und Wolfe in einem der unzähligen Bücherregale. Aber wesentlich abgegriffener sind die Werke von Terry Pratchett, Stephen King und Neal Stephenson (der Autor) und Nora Roberts, Diana Galdon und Dan Brown (ich). Herr Reich-Ranicki und Frau Heidenreich würden an uns verzweifeln und das Jugendamt einschalten, damit man die Kinder aus einem solch verdummenden Haushalt entferne.

Allein, ich liebe meine Trash-Trivial-Literatur. Sie hilft mir zu entspannen, abzuschalten und einfach dem Alltag zu entfliehen. Sicher, wenn ich mein Geld damit verdienen würde, Bücher zu rezensieren, eine Haushaltshilfe, keine Kinder und auch sonst keine Alltagsbanalitäten zu meistern hätte – mit Freuden würde ich mich den Leiden des jungen W., der Rättin oder den Buddenbrocks hingeben. Aber das würde bedeuten, daß ich wahrscheinlich weit deprimierter aus dem Lesen herauskäme, als ich reingegangen bin. Kein Wunder, daß (und hier zitiere ich einen uns allen bekannten Autoren) “alle Intellektuellen aussehen, als ob sie seit 10 Jahren Hämorrhoiden haben”.

Und da ich genau das vermeiden möchte (schließlich gebe ich nicht für nix und wieder nix viel zu viel Geld für eine Resillience Extreme Lift Repair Augencreme aus), gebe ich mich eben weiterhin meiner seichten Literatur hin.

Und bis am Freitag die Fortsetzung von “Twillight” mit meinem persönlichen Buchdealer hier ankommt, werde ich mich mit “Morrigan´s Cross” abgeben. Keine Hochliteratur, aber eben auch keine Falten.

Published in: on 29. Oktober 2008 at 21:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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