Die Jugend ist blaugelb

Ich bin ja nicht so der IKEA-Fan. Klar, sie haben nette Sachen, aber alles sieht eben immer sehr nach IKEA aus. Früher zu Studentenzeiten war das anders. Da galt das Naturgesetz, daß es keine Studentenbude ohne nicht mindestens einem Teil aus dem blaugelben Möbelhaus gab.

Aber Studenten werden älter und damit hat der Virus bei mir auch nachgelassen und ist veschwunden. Ich kann sogar locker in ein solches Einrichtungshaus reingehen, eine Tasse Kaffee trinken und ohne irgendwas zu kaufen durch den Markt der Möglichkeiten wieder rausgehen. Das soll mir erstmal jemand nachmachen.

Allerdings haben sie ja eine schier unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten, was Aufbewahrungsboxen angeht. Und da unsere untere Etage durch Kind Nummer Zwei eher Garage denn Wohnzimmer ist, brauchte ich einen sehr großen Korb mit Deckel. Und wo ich gerade dabei war, Vorhänge für die häßliche Ecke beim Kamin sind auch angebracht. Und jetzt kommt ja wieder die Sommerzeit, da machen sich Windlichter immer so gut auf der Terrasse. EIn paar Kisten für die Kinderzimmer sind immer zu gebrauchen und – oh, eine neue Badezimmeraufbewahrungsgarnitur mit passenden Zahnputzbechern, dazu ein Wäschekorb, der…

Man ahnt, wohin das geführt hat. Der Kombi reichte mal eben gerade so. Nun ja. Man könnte jetzt denken, ich sei schwach und willenlos und hätte mich dem bösen, gefräßigen IKEA-Monster freiwillig ergeben.

Mitnichten. Ich präferiere die Idee, daß ich mich einmal wieder so wie damals fühlen wollte. Und dafür ist ein dreistelliger Eurobetrag im fast unteren Bereich doch geradezu spottbillig, finde ich.

Published in: on 30. Januar 2009 at 13:39  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Die Kunst, auf meine Blogroll zu kommen

So einfach ist das ja nicht. Man muß schon was Besonderes können/tun/machen, um bei mir rechts unten zu erscheinen.

Der Beetlebum hat es auf zweierlei Weise geschafft. Erstens hat er nur für mich diesen Cartoon gemalt und dann meinte der Autor noch

“Ach, das ist der Deutsche, der Dr. Pepper mag”

Manche Leute bringen echt Opfer, um auf meine Blogroll zu kommen.

Published in: on 28. Januar 2009 at 15:36  Hinterlasse einen Kommentar  

Die Geister, die ich rief

Ok, anscheinend übertreiben wir es doch ein wenig mit der frühen Erziehung von Medienkompetenz.

Kind Nummer Zwei sah heute im LÜK-Buch von Kind Nummer Eins Richtungspfeile. Er nahm das Buch, legte es neben meinen Laptop, stupste immer wieder mit dem Finger auf die Bilder und rief aufgeregt

“Mama, da klicken…da drauf klicken”

Das gibt wieder 5 Euro in die alternative Elternkasse. Mindestens!

Published in: on 26. Januar 2009 at 19:01  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Der Paraden kein Ende

Ein kleiner Nachtrag zu Obamas Vereidigung.

Wahrscheinlich hat Kind Nummer Zwei doch mehr mitbekommen, als wir dachten. Jedenfalls ruft er jetzt jedes Mal, wenn er einen Schwarzen im Fernsehen sieht (und ob immer noch anhaltender Rüsselseuche ist das leider recht häufig) oder aber wir an größerem Menschenansammlungen vorbei kommen (und aus der Perspektive eines Zweijährigen ist das schon die Schlange an der Kasse), dann ruft er laut und freudestrahlend:

“Ooobaaaaaaama, Obaaaaaaaamaaaaa!”

Und dann winkt er herrschaftlich. Ich glaub, ich werd mal seinen Kinderwagen panzern lassen, man weiß ja nie.

Published in: on 24. Januar 2009 at 08:38  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Fragen Sie bitte ihren Arzt oder Apotheker.

Jetzt ist es soweit. In der Apotheke redet man mich schon mit Namen an.

Die Nacht heute kann unter “vielleicht nicht ganz so gut” abgelegt werden und so habe ich heute morgen mit dem achten Glockenschlag vor der Dorfapotheke gestanden und forderte Emser-Lösung, Erkältungsbäder für verschiedene Alterstufen und Flumicil ein. Am Ende meines Einkaufs wurde ich dann mit

“Darf es sonst noch etwas sein, Frau Possum?”

angeredet. Danke, nein. Oder vielleicht doch, ich hätte doch eine Krankenschwesterausbildung machen sollen, wie meine Mutter mir dereinst mal angeraten hatte. Aber sie hat auch den Satz geprägt

“Früher haben wir das Geld in die Gaststätte getragen, heute in die Apotheke”

Mütter haben doch immer recht.

Published in: on 23. Januar 2009 at 08:57  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Mit Glanz und Gloria

Gestern war es dann bekanntlich soweit. Obama wurde vereidigt. Und wie es sich für ein historisches Ereignis gehört – und ich bin wirklich vorsichtig mit dem Begriff – hat die Possum-Familie auf dem Sofa gesessen und geschaut.

Und ich muß schon sagen, was für die Briten Lisbeth ist, ist für die Amis ihr Präsident. Einige Sachen sind bei der Überfahrt wohl nicht verloren gegangen. Und dazu gehört, daß sie wissen, wie man solche Anlässe feiert. Das war schon schön. Und das Allerbeste: Es wurden noch nicht mal Steuergelder dafür verpulvert. Das können wir nicht. Wir machen fade Zeremonien, für die der gemeine Steuerzahler tief in die Tasche greifen muß. Aber das ist ein anderes Thema.

Leider konnte auch die beste Inszenierung die Kinder nicht länger als 5 Minuten fesseln. Während Kind Nummer Eins ob der historischen Einmaligkeit noch auf den Lovesac getackert wurde, mit Nachtisch bestochen Argumenten überzeugt werden konnte still zu sitzen und in Sekundenabständen leise

“Ist das laaaaaaaaangweilig”

vor sich hinmurmelte, durfte Kind Nummer Zwei sprachpädagogisch wertvoll “Thomas and his friends” auf dem Computer gucken. Als das vorbei war, nahm er sich seine Entenfamilie und watschelte mit ihr um die Wette. Und so wurde die an sich sehr gute Rede des neuen Präsidenten von einem plastischen “Quack-Quack-Quack-Quack” begleitet. Was wirklich nichts über die Qualität der Rede aussagt.

Aber wenigstens waren sie nicht alleine. Die beiden ersten Töchter des Autoren-Mutterlandes haben sich auch mit Fotos- und Faxenmachen die Zeit vertrieben. Und Mutter Obama rollte genauso die Augen gegen ihre Kinder wie ich gegen meine. Was mir zeigt, daß die beiden Kinder ganz normale Eltern haben.

Das gibt doch Anlaß zur Hoffnung.

Published in: on 21. Januar 2009 at 15:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Der Depp des Monats Januar Award geht an mich!

Und das kam so:

Als wir in den USA weilten, bekam ich eine Interviewanfrage. Ich. Ich ganz, ganz allein, nicht der Autor, der dauernd interviewt und nominiert wird. Ob ich mich zur Bloggerszene in Brandenburg und dem Bloggen allgemein äußern würde. Klar, keine Frage, Possums lassen sich gerne bauchpinseln. Das knapp einstündige Telefongespräch mit der sehr netten Frau Saschek von Potsdam nach Phoenix wird der Redaktion einiges gekostet haben und ich war sehr gespannt, was sie draus machen würde. Danach passierte erstmal nix.

Und dann ich hab auch echt nicht mehr dran gedacht – ständiges Hin- und Hergereise, Suche nach mehr Hin- und Hergereise, hustende Kinder, Autoren, die auf Gala-Dinner gehen, so gerade noch Einhaltungen von Deadlines – da vergißt man schon mal Telefongespräche, die einen Monat her sind.

Bis mich gestern abend eine Mail erreicht, die sich auf den Artikel bezog. Da wurde ich dann ganz plötzlich sehr aktiv und habe sämtliche Nachbarn genervt angerufen, ob sie vielleicht noch die Wochenendausgabe der Märkischen Oderland Zeitung haben. Heute morgen hab ich sie alle abgeklappert. Sie hatten sie alle noch. Nur stand da nix über mich drin und ich wurde sehr mitleidig angeschaut. Und auch mir kam das große Zweifeln. Aber da war doch diese Mail…

Nach einem wahren Geistesblitz (he, es war vor dem zweiten Kaffee, da bin ich zu mehr als automatischen, primitiven Handlungsabläufen wie Kinder anziehen und in die Verwahranstalten bringen noch nicht fähig) hab mir noch mal die Mails mit Frau Saschek angeschaut.

Ja, und da stand dann in der Signatur “Märkische Allgemeine Zeitung”.

Ehm, ja. Und ich kann mich noch nicht mal mit Stillen oder Altersdemenz rausreden. Das ist echt peinlich.

Nichtsdestotrotz, der Artikel ist wirklich gut und die erwähnten Barnimblogger, der Zossenblog und der Klopfer sind absolut lesenswert.

So, ich geh mich mal zwei Minuten im Ruhm sonnen (damit an diesem grauen Tag wenigstens etwas Licht auf meine fahle Haut kommt) und fahr danach zur Apotheke und kauf mir Vita-Gerin. Vielleicht hilft das ja.

Published in: on 20. Januar 2009 at 11:06  Hinterlasse einen Kommentar  

Zitat des Tages

Gerade eben von Kind Nummer Eins.

Der Autor hat einen Termin, will los und sprüht noch schnell Deo unter die Arme. Tochter will auch. Der Autor tut ihr den Gefallen und sprüht zweimal ihr unter die Achseln, worauf sie durch das Zimmer tanzt.

“Jaaaaa, jetzt bin ich ein echter Mann! Ein echter, erwachsener Mann benutzt Deo!”

Womit die Zeichen der Zeit erkannt sind und Männer, die nach echtem, ehrlichen Schweiß riechen auch – GöttinseiDank – der Vergangenheit angehören dürften. Manche Dinge brauchen eben ein paar Generationen.

Published in: on 19. Januar 2009 at 20:42  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:

Die Piste zum Kinderglück

Der Großvater meiner Kinder legt ja Wert drauf, daß selbige früh auf die Ski kommen. Und da auch ich ein Vertreter der Theorie mit dem Hänschen bin – deren lebendes Beispiel ich bin – schaue ich gerade wieder nach schönen, familienfreundlichen Skigebieten.

Nun hat ein guter Freund uns Serfaus empfohlen, ein Gebiet, das sehr gute, kindertaugliche Bewertungen bekommen hat. Also hab ich mich guten Mutes dran gemacht. Und bin sowas von vom Glauben abgefallen. Das günstigeste Angebot, das ich bekommen habe, ist 3989 Euro (in Worten: dreitausendneunhundertneunundachzig). Geht bis hin zu 4378. Und nein, ich hab keine Privatpiste und auch nicht die Präsidentensuite. Es sind noch nicht mal Fünfsternehäuser und weder Anfahrt noch der Martini an der Bar sind da drin. Und auch kein Skipass für mich oder Kind Nummer Zwei. Von Leihgebühren rede ich erst gar nicht. Ich fahr auch nicht zur Ferien- oder Faschingszeit!

Sind die irre? Wer bitte kann sich denn sowas leisten? Ich rede hier von einer Woche und nicht vom Jahresurlaub von zwei bis drei Wochen. Da bin ich (bzw. der Kindsgroßvater) ja mit Anfahrt, Wein an der Bar und Leihgebühr für die Ski mindestens 5000 Euro los. Für eine Woche. Ich glaub das immer noch nicht!

So gerne ich also in dieses Kinderparadies fahren würde – deren phantastische Preise sind wir nicht gewillt zu zahlen. Ich ruf dann gleich mal wieder im Vorarlbergland an – da hab ich Kinderfreundlichkeit zu Preisen, die zwar nicht ohne, aber wenigstens bezahlbar sind.

Wir sehen uns auf der Loipe!

Published in: on 16. Januar 2009 at 20:24  Hinterlasse einen Kommentar  

Nur Bares ist Wahres

Kind Nummer Eins hatte aus den USA noch 20 Dollar, die sie bekam, damit sie Ihre Lieblingstante einladen konnte. Da die aber da was mißverstanden hat und unsere Tochter weiß, wie man sein Geld zusammenhält, brachte sie das Geld wieder zurück und – vergaß es.

Bis gerade, als das Portemonaie gefunden werden mußte, um es mit Geld fürs Schwimmen morgen zu füllen. Dafür sollten die Dollar zur späteren Verwendung in einem Umschlag aufbewahrt werden.

“Das sind meeeeeeeeeiiiiiiiine, die geb ich nicht her!”

Der Autor konnte sie zum Austellen eines Schuldscheines überreden. Kind Nummer Zwei fand das sehr interessant und forderte auch ein Blatt ein. Dann hielt er mir den Stift hin und sagte

“Malen, auch”

und zwar bitte nur die Dollarzeichen, aber davon ganz viele. Als das Blatt voll war, sprang er aus seinem TrippTrapp und rannte zu seinem Daddy, um ihm auch sein Blatt zu geben.

Derweil Tochter wieder hochkam, die rosa Geldbörse schwenkte und sang, sie sei ein großes Mädchen, ein großes Mädchen, ein großes Mädchen. Sangs und zeigte auf die kleine äußere Tasche

“Und da kommen dann die Karten rein”

“Eh, was für Karten, mein Kind?”

“Mama, die Kreditkarten natürlich”

Erwähnte ich, daß dieses Kind eine Menge von mir hat?

Published in: on 13. Januar 2009 at 20:49  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags:
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 240 Followern an