Einmal Enkelin, immer Enkelin

Eben kam ein Anruf von meinem Vater:

“Na, was machst Du? Putzen?” Grinsen in der Stimme. Von Kindheit an, hasse ich putzen, was meine Eltern gelegentlich zur Weißglut trieb. Aber da Kind Nummer Eins Samstag Einschulung hat und Haus und Garten voller Gäste sind, bleibt mir nicht viel anderes übrig.

“Klar, was sonst?”

“Dann putz mal schneller, Oma kommt mit.” Panik von links. Sehr schnell näher kommend.

Meine Oma ist nämlich hausfrauentechnisch das genaue Gegenteil von mir. Man kann zu meinen Großeltern kommen, wann man will, es war und ist immer sauber. Richtig sauber.
Zu mir kann man auch jederzeit kommen. Es war und ist immer unaufgeräumt. Meistens richtig unaufgeräumt. Diese….nennen wir es mal Diskrepanz, begleitet uns nun schon unser ganzes Leben, da meine Oma weder mit 50 noch mit 85 je ein Blatt vor den Mund genommen hat. Ich leider auch nicht – weder mit 15 noch mit knapp 40.

Nun könnte man sich ja denken, Himmel, die Frau ist erwachsen, verheiraet hat und hat zwei Kinder – so langsam sollte es ihr doch egal sein, was der Rest der Familie von einer unaufgeräumten Wohnung denkt.

Ist es aber nicht. Leider. Also krempel ich die Ärmel hoch und putz doppelt so schnell, wenn auch nicht unbedingt doppelt so gründlich. Und hoffe auf gutes Wetter, damit sich der Aufenthalt im Inneren des Hauses auf ein Minimum beschränkt.

So, und jetzt geh ich wieder putzen. Wer braucht schon Schlaf?!

Published in: on 27. August 2009 at 19:10  Hinterlasse einen Kommentar  
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