Zitat des Tages

Als ich Kind Nummer Zwei gestern aus dem Kindergarten abolte, faßte er sich an die Stirn und monierte einen Sonnenbrand. Den hat Mutter nicht gesehen, sehr wohl aber eine Beule, die rasant im Entstehen war. Also befragte ich Kind, Mitkinder und Erzieher, wie es dazu kommen konnte. Niemand hatte was gesehen oder gehört.

Mein Sohn war während des gesamten Versuches der Rekonstruktion erstaunlich ruhig und kuschelig. Nachdem ich ihm das fünfte Mal versicherte, ich würde auch bestimmt nicht schimpfen, rückte er mit der Geschichte raus.

Er hat sich wohl sehr verbotenerweise zwischen zwei Waschbecken gehängt und geschaukelt. Und dann muß er abgerutscht und mit dem Kopf gegen die Wand gedonnert sein – rate, warum es verboten ist, mein Sohn.

Nachdem der Erzieher und ich ihm dann noch mal erklärt haben, das er immerimmerimmer Bescheid sagen muß, wenn er sich verletzt hat, fragte Ersterer noch pädagogisch wertvoll, ob er denn jetzt verstehe, warum man nicht zwischen zwei Waschbecken schaukeln darf. Worauf mein Sohn ihn sinnend ansah und sprach.

“Ja. Aber wenn man schaukeln muß, dann muß man eben schaukeln.”

Tja. Da macht man dann eben nichts dran, wenn man doch muß

Published in: on 29. April 2010 at 12:11  Hinterlasse einen Kommentar  

Das neue Hoch auf dem Gelben Wagen

Man hat ja als Mutter eine gewisse Verantwortung zu tragen, daß die Kinder Kultur und Musik mitbekommen. Daher gehen meine beiden zum Klavierunterricht (Kind Nummer Eins) und tanzen (beide). Es ist gut und richtig, daß beide die Klassiker kennenlernen.

Nun muß man natürlich darauf achten, daß diese klassische musische Ausbildung nicht zu einseitig wird – nicht auszudenken, wenn mein Kind zwar Vivaldi von Mozart nach den ersten Klängen unterscheidet (also noch bevor ich auf den Header von iTunes schielen konnte), aber wirklich wichtiges deutsches Liedgut nicht kennt.

Zu diesem Behufe hat ihre Mutter sie heute beiseite genommen und wir haben wieder einmal Youtube bemüht. Und ich muß sagen, meine Kinder sind sehr gelehrig. Zwar hat mein Sohn ständig

“Mamaaaaaa, Du nicht mitsingen!” gerufen, was aber eher für sein Musikverständnis spricht denn dagegen.

Meine Tochter hat Air-Guitar gespielt sowie sich in Headbanging geübt.

Und beide waren von einem Lied besonders begeistert, was wiederum beweist, daß Blut immer dicker ist als Wasser – und den Großvater sehr, sehr stolz machen wird.

Ja, meine Kinder werden auf allen Gebieten der Kultur gefördert – dafür zu sorgen uns ein Herzensbedürfnis.

Und jetzt muß ich den Kindern nur noch klar machen, daß man in einem Lied das Sch-Wort sagen darf, zu seiner Mutter aber nicht. Irgendwie.

Published in: on 27. April 2010 at 17:46  Hinterlasse einen Kommentar  

Brötchenphilosophische Gedanken

Hab ich was verpaßt? Ist da eine wichtige gesellschaftliche Entwicklung komplett und spurlos an mir vorbei gegangen?

Ich war heute morgen beim Bäcker Brötchen kaufen. Ein paar mehr als üblich, weil wir wieder Überraschungskinderbesuch hatten und die haben ja bekanntlich ihre ganz eigenen Wünsche, die meine Kinder dann wiederum umgehend adaptieren. Für den einen Tag.

Jedenfalls war in der Bäckerei eine sehr lange Schlange und ich wurde Zeuge, wie ungefähr jeder Zweite die Beträge auf den nächsten Zehner aufrundete. Häh? Wie bitte? Ich erinnere mich noch sehr deutlich daran, wie groß die Empörung war, als die Brötchen noch in Pfennig kosteten, was sie heute in Cent sind und es dann zu einer Erhöhung des Brötchenpreises um einen Pfennig kam. Und ich erinnere mich deswegen so gut daran, weil ich während meiner Lehre nämlich verbotenerweise samstags hinter der Brötchentheke stand – was mir auf ewig den Duft von frischen Brötchen verleidet hat.

Und ich kann mich in der gesamte zweieinhalbjährigen samstäglichen Backwarenverkaufzeit nicht an ein einziges Mal erinnern, das ein Kunde bei

“Das macht 96 Pfennige, bitte.”

“Machen sie ne Mark” gesagt hätte.

Nicht das hier falsche Vorstellungen aufkommen, wenn ich in einem Restaurant oder einer Bar bin, dann gebe ich – so der Service und die Qualität stimmt – immer Trinkgeld. Und es geht mir auch nicht um die drei Cent. Und ich hab auch schon meinem Fleischereifachpersonal an einem heißen Tag Eis vorbeigebracht. Und meine gesammelten Schwesternhelferinnen werden mit Trüffeln aller Art bestochen für ihre Freundlichkeit bedacht.

Aber irgendwie finde ich, ist das was anderes. Ich befürchte halt, daß Arbeitgeber monetäre Zusatzgaben als Ausrede nehmen, noch nicht mal einen Mindestlohn zu zahlen, denn man hat ja durch das Trinkgeld quasi eine Zusatzeinnahme, die ich als Konsument dann quasi moralisch verpflichtet bin zu zahlen. Und zwar ohne das das eigentliche Produkt günstiger wird.

Und so hab ich mich nach der fünf minütigen, inneren Debatte – und zwar vor dem ersten Kaffee – gegen ein Brötchen-Trinkgeld entschieden. Natürlich mit dem schlechten Gefühl, jetzt als Dorfgeizhals zu gelten.

Ich glaub, ich fahr doch noch mal schnell vorbei und bring der Bäckereifachangestellten ein frisches Blümchen aus dem Garten. Als Zeichen meiner Wertschätzung für ihre Tätigkeit und so.

Published in: on 25. April 2010 at 09:41  Hinterlasse einen Kommentar  

Zitat des Tages

Meine Tochter ist im Moment vorpubertär und damit per Definition schwierig. Gestern abend wollte ich mit ihr beim Schlafengehen ein ernstes Gespräch führen.

“Kind Nummer Eins, ich weiß im Moment wirklich nicht, was ich mit Dir machen soll. Was ist nur los mit Dir?” Tochter schaut mich lange sinnend an und meint dann beruhigend

“Ach Mama, das ist nur eine Phase.”

Ohhhhmmmm.

Published in: on 23. April 2010 at 19:11  Hinterlasse einen Kommentar  

Der Apfel fällt kilometerweit vom Stamm

Erstmal vielen Dank für die Zuschriften. Mit dem ersten Wunsch ist tatsächlich ein Skateboard gemeint. Was unverständlich ist, denn sie hat eins. Ein echtes, cooles, vom seine Halfpipeselberbauenden Possumbruder gespendet.

Und mit diesem Skateboard ruiniert sie sich alle Schuhe. Inklusive der letzten, die an den Seiten derart auf sind, daß die Zehen durchkommen. Gestern habe ich ein Machtwort gesprochen und wollte die Dinger den Weg alles Irdischen gehen lassen.

“Neeeeeeeeeeeeiiiiin!!! Das sind meine Lieblingsschuhe, die sind doch noch gut!”

“Kind. Die haben da vorne an der Seite ein Loch!”

“Ja, aber nur an dem einen Schuh, der andere ist doch noch gut!”

Wir haben uns jetzt dahin gehend geeinigt, daß ich schaue, ob ich die gleichen Schuhe noch mal in heile bekomme. Bis dahin muß sie welche ohne Löcher anziehen. Nicht ohne mit den Worten

“Mama, aber nicht die Schuhe heute wegschmeißen, wenn ich in der Schule bin.”

Mist, von einem sieben Jahre alten Kind durchschaut. Ich muß echt an meiner Performance arbeiten.

Published in: on 21. April 2010 at 06:41  Hinterlasse einen Kommentar  

Rätsel des Tages

Was genau hat meine Tochter hiermit wohl gemeint?

Ich schwanke gerade zwischen Förderunterricht und Anmeldung zu einem Kurs für kreatives Schreiben.

Published in: on 19. April 2010 at 07:12  Hinterlasse einen Kommentar  

Paris – Berlin

Es ist Zeit, glaube ich, mal ein Geständnis zu machen. Ich bin ja nicht nur die liebe, nette, brave Vorstadt-Mutter und Gattin. Nein, ich habe auch eine böse, dunkle Seite – meine innere Paris Hilton. Jetzt weniger im Bezug auf die Haarfarbe oder die Nichtexistenz von Unterwäsche als vielmehr im Sinne von tollen Hotels, Luxus und allem, was so dazugehört.

Ich kann nichts dafür, meine Eltern sind schuld, die haben mir gezeigt, wie das geht und jetzt werde ich es nicht mehr los. Und in dieser Familie bin ich damit alleine – der Autor erträgt meine Gelüste in etwa so stoisch wie ich seine jährlichen Ausflüge auf das Fantasy-Filmfest.

Nun hat dieses Hobby einen ernsthaften Nachteil – man kommt aus den verschiedensten Gründen mehr als selten dazu. Aber wenn man einen sehr guten Auftraggeber hat, der einem mal was Gutes will und ein Meeting in einem wunderschönen Hotel am Potsdamer Platz nebst der Gelegenheit zur Übernachtung (jaaaaaaaaaa, die S-Bahnen in der Hauptstadt sind des Nachts quasi nicht mehr zu betreten…..ganzganzganz bestimmt nicht, nein) einberuft, dann verschiebt man alles an Terminen und organisiert Autor, Kinder und Katze weg.

Und das wiederum ist unbezahlbar. Nicht nur, daß man ausschlafen darf, also dürfte, wenn der Körper nicht auf halb sieben gepolt wäre. Nein, man darf auch in einen Spabereich, der so aussieht, als ob jeden Augenblick ein Glam-Magazin vorbeikommt und ein Foto-Shooting macht. Und man bekommt ein durchgestyltes Frühstück, das nicht nur genial aussieht sondern auch so schmeckt.

Irgendwann schwebt man ganz langsam wieder zuhause ein und bereitet Paris auf einen langsamen Rückzug in einen langen Schönheitsschlaf vor. Und kaum ist man dann durch die Tür, ruft Kind Nummer Eins empört

“Mama, die Katze hat heute nacht in mein Bett gekotzt. In meins!”

Bei diesen Worten hat das Luxusweib dann fluchtartig die Bildfläche verlassen und Platz für ihr AlterEgo Mutter gemacht. So schnell kann das gehen.

Aber da ich ja ein sehr flexibler Mensch bin, werde ich die beiden heute abend zu einer Koexistenzbesprechung bei Crémant, Buch und Kamin einladen. Nicht, daß sich eine von ihnen vernachlässigt fühlt.

Published in: on 16. April 2010 at 20:09  Hinterlasse einen Kommentar  

Zitat des Tages

Schon etwas länger her. Es war Ostersonntag bei den Possumkinder Urgroßeltern. Der Osterhase war mehr als fleißig und hat jedes einzelne, noch so kleine Schokoladenei einzeln versteckt. Nach anstrengender Suche baute sich Kind Nummer Zwei endlich vor seiner nur 50cm größeren Uroma auf und meinte

“Uroma, Osterhasen müssen hoppeln, weil sie keine Laufbeine haben.”

Sprachs, war sehr zufrieden mit sich und seiner seiner Erklärung und biss in ein Schokohasen.

Published in: on 12. April 2010 at 21:17  Hinterlasse einen Kommentar  

Zuwachs im Hause Possum

Meine Tochter will ja seit fast eineinhalb Jahren Kaninchen haben. Ich will seit immer keine Kaninchen haben. Ich finde, die Biester sind langweilig, stinken und machen kann man auch nichts mit ihnen.

Und weil dieses Leben meines ist, ist kurz vor Ostern die Raumpflegerin auf des Autoren Arbeit auf ihn zu und meinte

“Herr Autor, Sie haben doch Kinder und einen Garten. Wollen sie nicht unsere Zwergwidder? Wir müssen Sie umständehalber abgeben und da dachte ich….”

Um eine eine Woche lange Email-Korrespondenz kurz zu machen – sehr zur Freude der Kinder sind wir seit gestern Besitzer von zwei wuschigen, braunen Zwergkaninchen. Kind Nummer Eins hat Stein und Bein geschworen, jeden Tag eher aufzustehen, um auch ja die Tiere zu versorgen – ich geb ihr 14 Tage. Mein Sohn hingegen ist trotz seiner dreijährigen Sturm- und Drang Zeit zu den “Kaminchen” erstaunlich zärtlich und lieb.

Die Tiere sind mit einem Stall gekommen, das Außengehege mußte aus Autoplatzgründen leider dort bleiben. Also hab ich nach einem Freigehege gegoogelt. Schwerer Fehler. Denn da hab ich dann gefunden, was man bei diesen vermeintlichen “Kinder-Tieren” alles falsch machen kann, wie groß so ein Stall sein sollte und das 80% aller Zwerge wegen zu enger Haltung mittlerweile psychotische Wracks sind, bei denen auch Zwergwidderpsychologen kaum noch helfen können.

Das wollen wir natürlich nicht. Zumal wir sie ja geistig völlig gesund bekommen haben – soweit ich als Laie das beurteilen kann. Also wurde gestern abend noch eine Kaninchenvilla mit Auslauf geordert. Per Express. Bis dahin werden die Tiere beschäftigt, wo es nur geht.

Zum Beispiel mit einem Tierarztbesuch morgen. Da wird dann die Kastration des Bockes besprochen. Und die wird noch schneller durchgeführt als irgendein Express-Dienst seinen Weg hier hin finden kann.

Published in: on 10. April 2010 at 07:23  Hinterlasse einen Kommentar  

Samstagnachmittag im Fast-Pott

Der Autor kann einem ja schon ein wenig leid tun. Er, der er seinen Kindern Football näher bringen will, was hier nur nachts läuft und somit leider für die Kinder eher nicht erreichbar ist. Dafür ist aber Fußball allgegenwärtig. Vor allem im Hause des Possumvaters, der quasi auf einem Fußballfeld zur Welt gekommen ist. Und im Hause der Cousinentöchter, die mehr von Fußball verstehen als der gemeine Bayern-Fan. Was genau das jedoch bedeutet, das mußte der Autor am Ostersamstag erfahren.

Da hat nämlich der Possumvater zum Shoppen eines Schalke-Shirts in Größe 104 geladen, damit Kind Nummer Zwei mit ihm in die Kneipe zum Schalke-Bayern gucken gehen kann. Im Partnerlook versteht sich. Sohn war total aufgeregt. Auf die Frage, ob sie denn auch mit will, meinte Kind Nummer Eins, sie wolle eigentlich zu einem echten Spiel in ein echtes Stadion. Was wiederum genau einen Anruf bei einer der Cousinentöchter entfernt war.

Und so brachte ich also Tochter ins Stadion, damit sie – in der VIP-Lounge natürlich, was den Possumvater wiederum sehr beeindruckte – sehen konnte wie RW Ahlen wohl nächstes Jahr wieder um den Aufstieg spielen darf. Und nicht nur das, sie diskutierte den Spielverlauf mit dem staunenden Großvater. Und das sehr lebhaft.

Freilich erst, als der sich von der Schalker Schlappe erholt hatte. Nach dem 0:2 ging nämlich das Handy, mein Sohn hatte genug gesehen und wünschte abgeholt zu werden. Und so kämpfte ich mich durch die volle Gaststätte mit einem 3jährigen in Vollschalke-Montour auf dem Arm in Richtung Ausgang, als er von einem Mit-Fan angesprochen wurde.

“Na, gehste nach Hause. Kannst das Elend auch nicht mehr sehen, was?” Worauf das Kind ihn anschaute und mit einem knappen

“Jau” antwortete.

Der Autor war sehr tapfer und hörte sich all die Fußballgeschichten seiner Kinder an. Und er war interessiert und er lächelte und machte die richtigen Geräusche. Und als die Kinder dann komatös im Bett lagen, da klappte er den Laptop auf und eröffnete mir nach kurzer Recherche, daß wir in diesem Sommer zu den Berlin Adler gehen.

Und wenn es das Letzte ist, was wir tun.

Published in: on 6. April 2010 at 18:42  Hinterlasse einen Kommentar  
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