Pizza im Dorf

Auch nach Jahren wundere ich mich immer wieder, wie sehr sich die Dinge doch zusammen mit den Lebensumständen verändern. Ich meine, wie oft haben wir uns früher “mal eben schnell” eine Pizza bestellt und sie dann vor dem Fernseher gegessen.

Seit wir in die Diaspora gezogen sind, ist das bis hin zur schlichten Nichtexistenz geschrumpft. Erst, weil es schlicht keine Pizzalieferdienste – also eßbare – hier gab. Und dann hatten wir uns so dran gewöhnt, daß es uns gar nicht in den Sinn gekommen ist.

Bis vorgestern, da hatte ich mir überlegt, daß es doch mal cool wäre, Pizza zu bestellen und sie vor dem Fernseher mit den Kindern zu essen. Was für sie ein komplett neues Knozept war, also so ein Pizzaessen in der Form zu zelebrieren. So mit aussuchen, wieder umwerfen, neu aussuchen, wieder umentscheiden und irgendwann dann mal anrufen. Dankenswerterweise haben sich die Lieferdienste seit unserem Hinzug nicht nur vervierfacht, sondern sie sind auch extrem besser geworden – auch wenn sich seit Anbeginn der Lieferdienstgeschichte die Lieferzeit von einer Dreiviertelstunde und deren Nichteinhaltung nicht geändert hat. Aber das gehört halt dazu.

Und so haben wir unsere Kinder dann endlich auch dieses Erlebnis bieten können – ich weiß, Eventgastronomie geht anders, aber für uns war es mittlerweile fast genau das.

Ist das jetzt sehr traurig oder sehr vorbildlich?

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Published in: on 19. Juni 2011 at 19:54  Hinterlasse einen Kommentar  

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