Der Orgasmus auf der Zunge

Na, wie ist die Überschrift? Ich hätte da noch

“Gartentipp – Gurken pflanzen für die ökologisch korrekte Selbstbefriedung” oder auch

“Putztipp – In der Küche ordentlich einen runterschrubben”.

All diese Überschriften haben zwar so gar nichts mit dem darunterliegenden Text zu tun, aber das macht nichts. Hauptsache Google findet den geschriebenen Artikel im Meer der Daten. Und die Leser finden es ansatzweise interessant.

Anders jedenfalls kann ich mir solche Überschriften im SPON nicht erklären. Ich meine, da wird eine der tollsten, erfahrensten und erfolgreichsten Schauspielerinnen überhaupt interviewt und raus kommt ein Leadsatz, der so gar nichts mit dem zu tun hat, was sie eigentlich gesagt hat. Von der Tatsache, dass das mit dem eigentlichen Interview herzlich wenig zu tun hat, mal ganz abgesehen.

Ich meine, vielleicht hab ich ja wichtige Trends zum Thema Schreiben verpaßt, aber ich dachte immer, eine wirklich gute Überschrift soll den Leser zeigen, was ihn erwartet und ihn neugierig machen. Tut sie das nicht, dann ist es blöd, weil der Leser gar nicht erst in den Artikel reingeht.
Macht sie ihn aber neugierig und der Inhalt stimmt dann so gar nicht mit dem überein, was er erwartet hat, dann ist das auch nicht gut. Bei mir war gerade letzteres der Fall und ich hoffe inständig, dass die arme Helen Mirren kein Deutsch kann. Ist ja peinlich.

Nein, da nehm ich doch wieder meine langweiligen Überschriften. Aber wenigstens steht bei mir auch drin, was drüber steht. Fast immer jedenfalls.

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Published in: on 27. März 2012 at 13:22  Comments (3)  

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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Stimme vollkommen zu, leider scheint bei den meisten anderen Menschen “sex sells” aber doch mehr zu ziehen, anders sind diese Überschriften wirklich nicht zu erklären…

  2. Jetzt habe ich extra wegen des Orgasmus den Artikel gelesen. Nein, sowas aber auch! Welch eine Enttäuschung! :)

  3. Ja, es geht quasi nur noch mit reißerischen Titeln.
    Wo ich schreibe wurde sich letztens ernsthaft beschwert, dass immer nur drinsteht, was die Überschriften versprechen würden.
    Benutzen wir die reißerischen Headlines (zb provokante Aussagen des Interviewten) wird auch gemeckert.

    Stellen wird die für unsere Branche als solches wichtige Dinge heraus, picken sich die Kommentatoren dennoch die eher reißerischen Aussagen und Pauschalisierungen raus.

    Sex, Kontroverses und Überzogenes zieht. Darüber kommen die Klicks und somit das Werbe-Geld. Über flattr werden zwar die informativen, ruhigen und ausgearbeiteten Artikel auch mal belohnt, aber das reicht gerade mal für einen Starbucks-Kaffee im Monat, den sich unsere Redaktion aber teilen muss ;-)


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