7 Wochen mehr, die Auswertung

Ich bin ja noch eine kurze Rückmeldung schuldig, was mein 7 Wochen mehr angeht.

Was soll ich sage, es hat geklappt. Nicht immer und nicht jeden Tag natürlich, es gab Tage, da hatte ich nicht eine Minute für mich. Aber es gab eben auch Tage, da hatte ich gleich mehrere Stunden. Das Freischaufeln war nicht so das Problem, es gab ein ganz anderes.

Nämlich dieses bewußte “Jetzt ist meine Zeit”. Es gab Tage, da sass ich auf der Couch, las etwas und stellte erst nachher fest, dass es meine Zeit war. Das ist auf der einen Seite gut, das bedeutet nämlich, dass ich mir diese Zeit jetzt ganz automatisch nehme. Auf der anderen Seite aber auch schade, weil man damit Dinge und Momente gar nicht als bewußt wahrnimmt und oft immer noch gestresst durch die Gegend rennt, weil man meint, keine Zeit für sich zu haben.

Was hab ich also gelernt? Zwischendurch innehalten, in mich reinhören und mich selbst fragen, ob es langsam mal wieder Zeit wird für eine kurze Auszeit. Und sie sich dann auch nehmen. Und andererseits eben auch reflektieren, ob man wirklich keine hatte oder sie einfach nur nicht so wahrgenommen hat.

So oder so, es war wichtig es täglich durchgezogen zu haben. So wichtig, dass ich es einfach nach Ostern weiter gemacht habe.

Heute abend zum Beispiel werde ich nicht arbeiten, wie ich es angedacht habe (dafür lass ich einfach mal meine Mittagspause sausen) und werde mich mit einem Glas eisgekühltem Weißwein und einem belanglose, aber kurzweiligen Buch auf die Terasse setzen. Ganz bewußt.

Published in: on 17. Mai 2013 at 10:07  Hinterlasse einen Kommentar  

Diversität, wie ich sie meine

Ein kurzer Nachtrag zum Polenausflug von Kind Nummer Eins. Sie kann jetzt:

“Mein Name ist Kind Nummer Eins” auf polnisch sagen. Mein Vorschlag war ja, man sollte ihr beibringen

“Mein Name ist Kind Nummer Eins und ich kann kein polnisch.”

Aber dann sagte mir der Freundinnenvater, dass das zwar löblich, aber in diesem besonderen Fall unnötig sei. Warum, erklärte mir meine Tochter dann gestern nach der Heimkehr.

Es waren also vier Familien über den Zeitraum mehr oder minder anwesend. Davon war eine Familie polnischer Abstammung, eine äthiopischer und eine hatte eine französische Mutter. Dazu kam meine Halbamerikanerin. Und weil das noch nicht genug war, war noch ein geistig behinderter Junge dabei, der genauso mittendrin war, wie alle anderen auch.

Zu Essen gab es mal polnische Hausmannskost, mal äthiopische “salzliche Fladen mit einer leckeren Sosse für uns und einer scharfen für die Erwachsenen” oder auch mal einfach Stulle mit Brot.

Meine Tochter kam übersprudelnd mit Eindrücken wieder und konnte nicht aufhören zu erzählen, wer was getan, gesagt, gekocht hat und was sie alle miteinander erlebt haben.

Was macht es da schon, dass ich ihre Reisetasche quasi unbesehen in die Waschmaschine gegeben, auf Anraten des Freundinnenvaters das Kind ebenso unbesehen unter die Dusche gestellt habe und sie heute kaum aus dem Bett gekommen ist.

Solche Erlebnisse sind genau die, die ich mir für meine Kinder wünsche. Und hoffe, dass sie sie für immer in ihrem Herzen tragen.

Published in: on 13. Mai 2013 at 11:30  Hinterlasse einen Kommentar  

Besuch in der anderen alten Heimat

Kind Nummer Eins ist zu Besuch in der Heimat ihrer Vorfahren, ohne es wirklich zu wissen. Oder anders: Sie ist mit einer polnischen Freundin und deren Elten in ein Ferienhaus am See gefahren und war sehr erstaunt, zu hören, dass ein Teil ihrer Familie ebenfalls von dort kommt .

Ebenjener, schon die 80 übeschritten habener Teil der Familie war denn auch ganz angetan. Und fragte gleich nach der Frage, wo das Kind denn sei, sofort nach dem deutschen Namen des Ortes. Eh, ich hab jetzt nicht gefragt, weil es mir schlicht nicht in den Sinn gekommen und ich glaube auch, dass wäre nicht gut gekommen.

Aber als ich danach mit dem Autor geredet habe, meinter er sehr richtig, dass wir die letzte Generation sind, die alleine mit dieser Frage überhaupt noch was anfangen können. Sicher, das ist sehr schwer für diejenigen, die damals die Heimat, die sie kannten verloren haben und ohne jetzt auf die Details eingehen zu wollen – es ist vorbei. Sicherlich, ich bin sehr dafür, dass man sich seiner Wurzeln bewußt ist. Und ich bin sicher, ich werde mal hinfahren und schauen, wo ein großer Teil meiner Familie aufgewachsen ist (ich war schließlich auch in Linz, in Karlsbad und in Michigian), aber das ist mehr familienhistorisches Interesse als alles andere. Und das ist gut so.

Meine Tochter meinte übrigens, als ich ihr erzählte, dass ein Teil ihrer Familie aus Polen stamme, dass das nett sei zu wissen und auch sehr interessant, aber eigentlich würde ihr schon reichen, dass sie aus Deutschland und Amerika komme. Das wäre mehr als andere Leute hätten und damit soll man zufrieden sein.

So ein genügsames Kind.

 

 

Published in: on 9. Mai 2013 at 07:58  Hinterlasse einen Kommentar  

Generationenlauf, gedachter

Disclaimer: Achtung, Angeberpost!

Und manchmal kommt es anders, als man denkt. Ich wollte ja am Samstag mit den Kindern beim Frauenlauf mitmachen. Die Kinder den Bambini, ich mit einer Freundin den 5km-Funlauf. Allein, es hat mich Freitagabend darnieder gestreckt – Halsweh, Nase komplett zu, subfibril.  Ich kam noch nicht mal ohne Keuchen die Treppe hoch, an laufen gar nicht zu denken.

Nun hatte ich die Kinds aber schon so heiß auf den Lauf gemacht, dass die natürlich rennen wollten. Also schleppte ich mich mit Autor und Kindern zur Strecke. Und es war voll beim Bambinilauf. Und chaotisch. Irgendwie ist die Elterndurchschleusung noch verbesserungswürdig, finde ich. Das war aber auch das Einzige, was mir nicht gefallen hat.

Beide Kinder sind in ihren Gruppen recht weit hinten gestartet, haben sich während des Laufs (500m für die 5-6jährigen, 1km für die 9-10jährigen) gut nach vorne gekämpft und sind im vorderen Drittel des Hauptfeldes angekommen. Was mein Läuferherz sehr gefreut hat.

Mein Mutterherz hat aber was anderes stolz gemacht. Wie gesagt, im Startraum war es leicht chaotisch. Da der Autor unseren Platz im Zielbereich sichern mußte und beide Kinder unterschiedliche Startzeiten hatten, mußte Kind Nummer Eins sich quasi von Anfang an alleine durchkämpfen und entscheiden, wann sie wo zu sein hatte. Ja, sie ist 10 – aber sie kommt vom Dorf und ist solche Menschenmasse nicht gewohnt.

Kind Nummer Zwei hingegen schickte mich dann kurz vor dem Start weg und meinte, er müsse sich jetzt konzentrieren. Während viele andere Kinder in seiner Startklasse nur mit Mama zusammen laufen wollten, fand er seine Startposition ganz allein und zog den Lauf für sich durch. Und das mit 6 Jahren und wie Kind Nummer Eins solcherlei Menschenmassen nicht gewohnt – ich finde, das ist schon eine Erwähnung wert.

Keiner Erwähnung wert sollte es allerdings sein, dass Muttern nach dem anstrengenden Anfeuern und der dämlichen Erkältung so derart fertig war, dass sie den Weg vom 17. Juni bis zum Potsdamer Platz nicht in einem Stück geschafft hat. Seufz.

Aber der Berliner Night-Run, der ist meiner!

Published in: on 6. Mai 2013 at 06:56  Hinterlasse einen Kommentar  

Rückblick April 2013

Gelesen: Die “Witches”-Serie von Deborah Geary – warum weiß ich eigentlich selbst nicht

Gesungen: “Oh, I would do anything for love…..” oft und viel
Gehört: Meat Loaf – oft und viel und live
Gesehen: Ebenfalls Meat Loaf – live und in Farbe. Der alte Mann kann es echt noch.
Getrunken: Endlich mal wieder diverse Weine
Gegessen: Viel zu viel
Gekocht: Spargel mit Kartoffeln und hausgemachter Sauce Hollandaise
Gefreut: Über die Teilnahme am Hamburger Marathon in der Staffel
Gelacht: Viel mit den anderen Staffelteilnehmern
Geärgert: Wie immer über Behördeninkompetenz – ich sollte einfach aufhören damit
Gerannt: Sehr diszipliniert, sehr regelmäßig

Gekauft: Endlich Frühlingsklamotten für die Kinder

Gespielt: Sum Swamp
Gefeiert: Ostern

Gefühlt: Euphorie und Erfolg

Mehr gibt es beim Schäfchen

 

 

Published in: on 1. Mai 2013 at 07:44  Hinterlasse einen Kommentar  

Zitat des Tages

Meine Tochter geht für mich in die Pressevorführung eines Kinderfilms und soll sich dann Interview-Fragen ausdenken. Gerade bin ich mit ihr noch mal die Kriterien durchgegangen.

“Denk mal nach, was macht Mama immer zuerst?”

“Überlegen, was Du anziehst?”

Eh, ich dachte eigentlich an die Sichtung des Pressematerials, aber ich denke, dieses Kind wird es noch weit bringen.

Published in: on 30. April 2013 at 06:40  Kommentare (1)  

Pubertät und Weltfrieden

So, damit wäre die Pubertät auch geklärt. Kind Nummer Zwei hat kleine Mitesser und ist nicht glücklich darüber.

“Schatz, das ist so, wenn man in die Pubertät kommt!” Und wenn es nur das wäre…

“Ich will nicht in die Pubertät kommen, die soll ja so anstrengend sein. Man versteht sich dann nicht mehr mit den Eltern und so.” Genau. Und so.

“Ach Schatz, das liegt doch an Dir. Wenn Du weiterhin so lieb bist wie jetzt, dann haben wir keine Probleme.” Man wird ja träumen dürfen.

“Echt jetzt? Das ist ja cool. Dann machen wir das so.” Ok.

Das war doch mal antiklimatisch und schnell. Was ist als nächstes auf meiner To-Do-Liste für heute? Rettung des Euro? Erlangung des Weltfriedens? Immer her damit.

Published in: on 25. April 2013 at 08:09  Kommentare (7)  
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Und jetzt bin ich wieder da

Man kann es nicht anders sagen, es war ein wunderbares und irres Erlebnis, in einer Staffel einen Marathon mitzulaufen. Und dann noch diesen speziellen mit diesen tollen drei Staffeln unseres Teams.

Sicher, wenn man die Distanz alleine läuft, dann kann man ganz auf sich stolz sein und muss diesen Stolz mit niemand anderem teilen. Aber wenn man wie ich weniger Einzelkämpfer denn Teamplayer ist, dann hat dieses gemeinsame Kämpfen und gemeinsame Teilen des Sieges etwas ganz Besonderes. Zusammen über die Ziellinie zu Laufen – das ist ein Gefühl, das man so nicht beschreiben kann.

Und ebenso unbeschreiblich war der Moment, in dem knapp 25.000 Menschen für eine Minute still wurden und den Opfern des Attentats auf den Boston Marathon gedachten. Absolute Stille in einer derartigen Menschenmenge ist etwas, was sich in mein Gedächnis einbrennen wird, da bin ich sicher.

Für die, die es interessiert: Das TrendScan Team 1 ist in einer Zeit von 03:48:56 durchgekommen und hat damit den 147 Platz belegt (um das einordnen zu können: Es waren 1500 Staffeln am Start). Ich selbst bin aus den verschiedensten Gründen für mich normale 35:10 gelaufen für meine 5,4km. Ich wäre gerne etwas besser gewesen, aber Leute, die wesentlich mehr Erfahrungen haben als ich, sagten für meinen ersten großen Wettbewerb sei das durchaus ok. Ich habe mich aus einleuchtenden Gründen dafür entschieden, den Profis zu glauben.

Mit Sicherheit kann ich sagen, dass das nicht mein letzter Laufwettkampf war, an dem ich teilgenommen habe. Und das im übrigen auch und vor allem nicht zuletzt  aufgrund der hervorragenden Organisation des Teams von Trendscan. Vielen lieben Dank für Eure Mühe und Euren Einsatz. Ihr habt diesen Lauf nicht nur für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht!

Published in: on 22. April 2013 at 08:28  Kommentare (1)  

Ich bin dann mal laufen

Morgen laufe ich in der Staffel des Hamburger Marathon. Mein erster wirklich großer Lauf. Und ich bin grottennervös. Ich habe trainiert, so manchen inneren Schweinehund besiegt und ich weiß auch, dass ich eine halbwegs anständige Zeit in meiner Distanz laufen kann, wenn ich gut drauf bin.

Trotzdem – durch die Ereignisse in Boston wird dieser Lauf wohl für keinen der Mitlaufenden normal werden. Wie für keinen Läufer, welcher Distanz auch immer, der dieses Wochenende auf einem der vielen Gedenkläufe mitrennt.

We run for Boston 2013! All of us!

Und ein paar Daumen, damit ich mein Team nicht blamiere, wären trotzdem nett.

Published in: on 20. April 2013 at 07:17  Kommentare (1)  

Zitat des Tages

Kind Nummer Eins wollte vorhin mit ihrer Freundin zum Training und fragte mich, ob ich Bescheid geben könne, wann sie los müßten. Worauf ich sagte, ich würde jetzt Kind Nummer Zwei abholen und wäre dann nicht da. Trockener Kommentar von der Freundin.

“Tja, dann müssen wir eben das Gehirn anschalten.”

Ein guter Rat, den alle Menschen öfter befolgen sollten.

Published in: on 16. April 2013 at 17:13  Hinterlasse einen Kommentar  
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