Dinge, die man nicht braucht – die 346te

Es ist ja schon blöd, wenn sich das eigene Kind beim Sport verletzt. Aber noch blöder ist es, wenn sich das eigene Kind beim Sport verletzt und man ist nicht dabei. So geschehen bei Kind Nummer Eins heute morgen an der ganz anderen Seite von Berlin.

Erstes Spiel, erster Satz, zweiter Punkt. Kind springt, legt den Ball übers Netz und kommt doof wieder auf. Ohne Fremdeinwirkung oder sonstwas. Hab ich mir jedenfalls sagen lassen. Ich war nämlich in einem kleinen Dorf, das noch kleiner ist als unseres mit Kind Nummer Zwei, der dort ein Spiel hatte (und im übrigen 3:0 verloren hat – nein, heute war nicht unser Tag).

So, nun steht man mitten in der Botanik, kriegt eine empörte Voice-Message vom Kind, das es unglaublich unfair findet, dass ausgerechnet ihr Fuß unmotiviert umgeknickt ist und man weiß nicht, wie schlimm es ist. Nach einer kurzen Konferenz mit dem Trainer entscheidet man sich, nicht alles stehen und liegen zu lassen und zum fußlahmen Kinde zu eilen, sondern wartet, bis der Spieltag vorbei ist und man es von der Bahn holen kann.

Aber ganz ehrlich, ich war kein Mensch. Ich bin hier durch die Gegend getigert und hab mir das Schlimmste ausgemalt. Ich sah mich schon die Nacht im Krankenhaus neben meinem frisch operierten Kinde liegen und habe im Geiste schon rumorganisiert, wie ich das alles gebacken bekommen.

In Wirklichkeit ist sie mir dann fröhlich aus der Bahn entgegen gehumpelt. Und hat ebenso fröhlich einen Film geschaut. Gut, hochgehopst ist sie dann weniger fröhlich und jetzt zwiebelt es wohl auch ziemlich, aber es scheint nichts zu sein, was ihre Mutter sich den Tag über vorgestellt hat.

Jetzt liegen beide in einem Zimmer und trösten sich gegenseitig. Niederlagen im Sport in der einen oder anderen Form verbinden eben auch. An solchen Tagen werden auch kleine Dinge genommen.

Published in: on 28. September 2014 at 20:04  Hinterlasse einen Kommentar  

Zitat des Tages

Kinder sagen einem ja schonungslos die Wahrheit. Das kann manchmal nicht unbedingt schön sein. Vor allem, wenn das Preteenager tun, deswegen erschauert man gerne, wenn sie anfangen zu reden.  Manchmal jedoch…

“Mama, wir haben heute in der Freistunde Namen gegoogelt. Du bist mit Bild drin. Mama – Du bist die schönste Frau im ganzen Internet.”

Erwähnte ich, dass Kinder immer die Wahrheit sagen?

Published in: on 23. September 2014 at 13:06  Hinterlasse einen Kommentar  

Zitat des Tages

Kommt Kind Nummer Zwei gestern abend runtertergerast

“Mama! Mama, ich hab Körperteile verloren!” WTF!?

“WAS???”

“Ja, Daddy hat mir gerade die Fußnägel geschnitten und die Nägelschnippse einfach the sink runtergespült!” Die Empörung ist quasi greifbar.

“Oh!” Mutter schwächelt.

Ich werde echt noch mal einen Kurs “Kleine Jungs, Teil 5″ belegen müssen.

Published in: on 16. September 2014 at 11:18  Hinterlasse einen Kommentar  

12 von 12 im September 2014

Dieses Mal wieder in eher langweilig.

Mehr ist zu sehen bei der lieben Caro

Published in: on 12. September 2014 at 17:34  Hinterlasse einen Kommentar  

Sozialstudien einmal anders herum

Früher, also als Auszubildende und als Studentin, fand ich ja nichts toller, als mit einer Freundin in einem Café zu sitzen und “Leute zu gucken”. Heute ist man natürlich nicht mehr so unverhohlen neugierig und nennt das Ganze beim Bummel durch die diversen Einkaufszentren der Stadt “Sozialstudien”. Wobei das auch hier auf dem Dorf geht.

Unsere Katze kränkelt etwas vor sich hinne und so mußte ich letztens mit ihr zum Tierarzt. Ich komme also aus dem Behandlungszimmer, da blockiert ein Mann den gesamten Tresen, wichtig und lautstark mit Handy am Ohr, von der ganzen Erscheinung her “irgendwas mit Medien”. Aber einen tollen Hund neben sich, von dem ich, da er einen ganz gesunden Eindruck machte, spontan auf Allergie tippte.

Jedenfalls versuchte ich durch das Handygebrüll mit der Sprechstundenhilfe durch den Prozess des Bezahlens zu kommen, als der Mensch sein Handy wegsteckte, die Dame am Computer anschaute, komplett ohne Scham unser Gespräch mit einem

“Ich bin dann mal kurz draussen”

unterbrach und mit dem Hund raus ging. Wir schauten uns nur sehr vielsagend an und hatten dann eine kurze, aber erheiternde Konversation über junge Männer, die wichtig genug sind, dass sie keine Manieren mehr brauchen. Beim Rausgehen sah ich dann den Jaguar mit dem Kennzeichen aus der großen Stadt.

Da aber nun das Wetter gar nicht so gut war und die Kinder beschäftigt werden wollten, beschlossen sie Kekse zu backen, von denen ich wiederum beschloss ein paar schnell in die Tierarztpraxis zu bringen, wenn die schon an einem Sonntag arbeiten und sich mit Schnöseln rumärgern müssen.

Etwas über eine Stunde später war ich wieder da, der Jaguar stand zu meinem Erstaunen immer noch vor der Tür. Ich also rein, die Sprechstundenhilfe schaut mich alamiert an

“Ist was mit der Katze? Was ist los!”

“Nichts, ich habe nur was für hartarbeitende Leute, die Brut hat gebacken, Oatmeal Cookies, noch warm, und ich dachte mir, sie wollten vielleicht…”

Worauf zwei Dinge passierten: Erstens wurde mir die Tüte quasi aus der Hand gerissen und zweitens hatte ich so ein Kribbeln im Nacken. Herr IrgendwasmitMedien starrte mich an. Große Augen, offener Mund. Mir dämmerte, dass ich gerade Opfer seiner Sozialstudie geworden bin, die er wahrscheinlich machte, wo es ihn schon mal in unser gottverlassenes Dorf verschlagen hatte, den armen Kerl. Klassifizierung “Mutti, mit praktischer Kleidung, Kinder, Katze, nicht geschminkt, wahrscheinlich der Kombi vor der Tür da und bringt dann auch noch selbstgebackenes. Was ein selten typisches Exemplar der Gattung Vorstadt-Mutti!”

Ich wäre fast umgekippt vor unterdrücktem Lachen. Sein Mund stand immer noch auf, als ich die Praxis verließ.

Aber sein Hund war toll.

Published in: on 4. September 2014 at 06:48  Hinterlasse einen Kommentar  

Rückblick August 2014

Hurra, ich hab dran gedacht:

Gelesen: “Written in my own heart´s blood” aka “Ein Verrat von Schatten und Liebe” (ja, auf Deutsch. Hmpf. Ich steh dazu – meistens.)

Gehört: “An echo in the bone” damit ich wenigstens weiß, worum es in ersterem geht.

Gesehen: “Outlander” – yupp, gut gemacht. Und viele Sternschnuppen.

Getrunken: Tatsächlich irgendwie zu wenig. Zuviel Kaffee. Aber das wird jetzt besser.

Gegessen: Sehr leckeres indisches Essen und vor allem viel selbstgemachtes Asiatisches.

Gekocht: Ich perfektioniere gerade meinen Grilled Cheese für einen gewissen Freund der Familie, der es sich verdient

Gebacken: Stand Pate beim ersten Marmorkuchen der Kinder und ansonsten viele Cookies, vor allem für andere Leute.

Gefreut: Über den Lerneifer beider Kinder.

Gelacht: Jupp, auch das.

Geärgert: Hauptsächlich über mich selbst und über Fehler, die viel Geld kosten. Doppelhmpf.

Gekauft: Eine Couch, aber die kommt erst im November.

Gelaufen: Ehhhhm, jaaaaa auch das wird besser im September. Versprochen.

Gespielt: Das erste Mal seit langer Zeit wieder mal Siedler.

Gefeiert: Den Schulanfang!

Gefühlt: Relativ ausgeglichen. Ich hab so da Gefühl, das wird sich bald ändern.

Geknipst: Wenig diesen Monat, es war aber der Mond in der Sternschnuppennacht dabei.

Glücksmoment: Mit beiden Kindern auf der Sonneninsel lesend, bis die Sonne hinter den Häusern verschwunden war.

Mehr Rückblicke beim lieben Schäfchen

Published in: on 30. August 2014 at 06:27  Comments (2)  

Hausaufgaben im frühen 21ten Jahrhundert

Um wirklich zu verstehen, wie sich die Welt verändert hat in den letzten 30 Jahren, muss man sich nur seine Kinder und ihren Umgang mit Problemen des alltäglichen Lebens anschauen.

Kind Nummer Eins sollte in Englisch einen Buchführerschein (Dinge gibt es heute…) ausfüllen und fragte

“Mama, was heißt noch mal Inhaltsverzeichnis?” Da ich daran glaube, dass es am besten ist, wenn Kinder sich ihr Wissen selbst erarbeiten (und mir prompt die korrekte Übersetzung entfallen war), schlug ich ihr vor, nachzuschauen.

“Ist gut, ich guck dann mal bei GoogleTranslator.” und schickte sich an, das Chromebook zu öffnen.

“Eh….nein, schau hier nach.” Mein gutes altes Harrap´s Concise German flog in ihre Richtung.

“Ehh…danke…glaub ich….warte mal…..schauen wir mal bei i…in….hmmm, Mama, könnte das Index heißen? Ich find hier nix Deutsches so richtig…hm, seltsam.” Ich nahm dem Kind wortlos das Wörterbuch aus der Hand, schlug die zweite Hälfte, Abteilung Deutsch-Englisch auf und hielt es ihr hin.

“Ach, das gibt es auch so rum? In einem Buch? Das ist ja praktisch! Ah, Index, sag ich ja. Mama, die Leute damals waren ja schon clever. Die hatten immer was, wenn mal der Strom ausfällt oder das Handy nicht funktioniert.”

Ja, mein Kind. Ich weiss. Deswegen zeige ich Dir auch die alten Methoden, die schon bald soweit von Euch entfernt sind, wie für uns die Ernährungsgewohnheiten der viktorianischen Zeit. Oje.

Published in: on 27. August 2014 at 07:52  Comments (4)  

Kübelchen Eis gefällig?

Ich bin ja sehr gespalten, was diese ALS Ice Bucket Challenge angeht.

Als allererstes finde ich ja, wie ich schon mal geschrieben hatten, dass Challenges als solches inflationär gehandhabt werden, vor allem diese kurzfristigen. Früher nannte man das Mutprobe und wurde von keinem mehr über 18 gemacht. Aus gutem Grund. Heute ist es hipp, dass sich Menschen mittleren Alters öffentlich herausfordern lassen.

Gerade diese Ice Bucket Challenge ist mittlerweile ein Prestigeobjekt geworden, wenn Du nicht nominiert wurdest, dann bist Du ein Niemand. Und natürlich muss das so inzeniert werden, dass das Ganze gut zum Image passt. Horden von PR-Beratern sind gerade sehr, sehr glücklich.

Und dann empfinde ich es als fast schon obszön, wieviel Geld zusammenkommt und das ist für eine Krankheit, die global gesehen, eine verschwindent geringe Minderheit hat während kaum jemand für beispielsweise Malaria (wobei man Malaria natürlich auch gegen eine andere, x-beliebige Krankheit ersetzen kann) spendet, woran jährlich weit über eine Million Menschen sterben.

So. Das ist die eine Seite.

Die andere ist aber die, dass es die Menschen, die es angeht, einen Scheiss interessiert, wer wo an irgendeiner anderen Krankheit stirbt, weil man selbst nämlich auch jämmerlich zugrunde geht und die Pharmaindustrie keinen Bock hat, zu forschen, weil es eben nicht genug Leute betrifft. Der Gedanke hilft Dir nicht, wenn Du selbst oder ein Angehöriger betroffen ist.

Und es zeigt auch, was möglich ist – nämlich, dass nur innerhalb von einigen Tagen die halbe Menschscheit der westlichen Hemisphäre nicht nur weiß, was ALS ist sondern auch, dass man etwas gegen eine beliebige Sache tun kann, wenn man es nur interessant genug anstellt.

Wenn die Kampagne nichts anderes gezeigt hat, dann doch die, dass Menschen durch die sozialen Netzwerke eben nicht abgestumpft sind, sondern dasss hinter diesen Netzwerken eben auch nur Menschen mit Gefühlen und Mitgefühl stecken, den man dazu bewegen kann, etwas zu tun. Dass es im übrigen die Pharmaindustrie nicht wirklich gut aussehen lässt finde ich hingegen weniger schlimm. Horden von deren PR-Menschen werden sich jetzt ernsthaft was einfallen lassen müssen.

Das ist der eigentliche Erfolg dieser Ice Bucket Challenge. Und die Tatsache, dass dieses Krankheitsbild jetzt näher beleuchtet und hoffentlich bald ausgerottet wird. Denn eins ist auch klar – keinem Kind, das an Malaria stirbt ist damit geholfen, dass eine 45jährige Frau an den Folgen von ALS stirbt, weil dafür auch kein Geld da war.

Genau aus diesem Grunde, finde ich diese spezielle Challenge schon wieder gut und hoffe, dass noch einige folgen werden.

Published in: on 23. August 2014 at 07:33  Hinterlasse einen Kommentar  

Zitat des Tages

Ich habe mir gerade aus aktuellem Anlass eine Fotostrecke über die Mode im Laufe des Madonna-Lebens angeschaut. Kind Nummer Eins schaut mir dabei über die Schulter.

“Soooooo sah die mal aus? Sag mal, lebt die überhaupt noch?”

Ohje.

Published in: on 19. August 2014 at 07:35  Hinterlasse einen Kommentar  

12 von 12 im August 2014

Und hier wieder was für die Leute, die gerne mal durchs Schlüsselloch gucken. Mehr gibt es bei Caro

Published in: on 12. August 2014 at 20:28  Comments (2)  
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 240 Followern an