Vom Luxus des Genießens

Ist eine Mutter, die Mittags ein halbes Glas Weißwein trinkt, während Ihre Brut den Mittagsschlaf hält eine Rabenmutter?

Nein, sie sitzt am Laptop, während Kinder, Opa und Uroma schlafen, arbeitet und schaut während des Arbeitens dem Wolken zu, die sich nicht entscheiden können, ob sie sich entleeren oder uns nur so ärgern sollen. Und sie genießt die Ruhe. Stille. Nur der Wind, der Regen und das leise Klimpern, wenn sie das Weinglas absetzt.

Ich finde, eine solche Mutter ist keine schlechte – sie versucht nur das Beste aus einem verregneten Tag zu machen.

Noch jemand ein Gläschen Chardonnay?

Published in: on 31. Juli 2007 at 08:28  Schreibe einen Kommentar  

Das Netz ist jung…

oder wie kann ist es sonst zu erklären, daß ich mit meinen 36 Jahren in allen Internetcafés dieser Welt den Altersdurchschnitt beträchtlich hebe. Um mich herum nur Jungvolk diesseits der 20… Es ist unglaublich.

Aber dafür hab ich einen Laptop und ihr nicht. HAH!

Published in: on 29. Juli 2007 at 13:47  Schreibe einen Kommentar  

Erhebung in den Adelsstand

Wenn man Kinder im kindergartenpflichtigen Alter hat, dann wird man ganz schnell und unbürokratisch in den Adelsstand erhoben. Ab dem spätestens vierten Tag ist man nur noch „Mama von setzehierdenNamendesKindesein“. Die Paparazzi werden gleich mitgeliefert, wenn man durch das Tor geht und die Kinder draußen spielen. Man geht durch ein Spalier von Zwergen, die einem lautstark mit Fragen und Informationen zuballern „Mama von Alicia, warum kommst Du heute so spääähäääät?“ „Mama von Josef, darf ich heute mit zu Euch kommen?“ „Mama von Isabella, die Isabella hat mich heute gehauen“ „Mama von Chayenne, die Chayenne hat heute wieder eingepullert“. Ja, man ist wichtig.

Bisweilen beschleicht einen aber auch nur der Verdacht, daß man einfach, wie böse Zungen vermuten, seine eigene Identität aufgibt. Gerade heute rief eine Bekannte an und ich ertappte mich dabei, wie ich fieberhaft überlegte, wer um alles in der Welt den nun Nicole sei … ah, Nicole, die Mutter von Christian – Oops!

Außerdem ertappe ich mich immer wieder dabei, daß ich bei Kindergartenbekannten mich selbst mit „Hallo, hier ist Sabine, die Mama von -“ melde. Vorbei die Zeiten, als ich für mich selbst stand, allenfalls mal einen Zusatz „…, die Du auf der Vernissage am Freitag kennengelernt hast“ oder auch „…, die aus der Cocktailbar in dem aufregenden, hautengen schwarzen Kleid“.

Auf der anderen Seite ist das immer eine Frage der Sichtweise. Bei der Grimme Preisverleihung bin ich auch mit „Ach, Du bist also die Schönste Germanin aus dem USA erklärt Blog“ anstatt mit meinem Namen begrüßt worden. Es liegt also nicht nur an den Kindern.

Ich glaub, ich ruf mal bei der Gala an.

Published in: on 27. Juli 2007 at 18:48  Schreibe einen Kommentar  

Hundepsychologie

Ich hab ein Stöckchen bekommen, geworfen vom Taubenhaucher. Welcher Hund wären Sie, wenn Sie einer wären? Da ich ja suchtähnlich jeden Test gleich mitmache, hab ich mich sofort drauf gestürzt. Gleich zweimal. Mit zweimal dem gleichen Ergebnis:

Ich bin ein abenteuerlustiger Schottischer Terrier.

Was zum Geier ist ein Schottischer Terrier? Ich hasse Terrier. Die sind so link und bissig und vor allem häßlich!

Sie sind mutig, temperamentvoll und stellen sich jeder Herausforderung.

Jo. Gerade heute hab ich mich temperamentvoll aus dem Bett gerollt, mutig in den Spiegel geschaut und mich dem Tag gestellt.

Sie tun stets das, wozu Sie Lust haben.

Klar. Die Tatsache, daß ich zwei Kinder habe, die regeres Sozialleben als ich haben, ist nur Tarnung!

Manch einer würde Sie deshalb als stur oder gar als Dickschädel bezeichnen, aber wir wissen es besser.

Oh ja – den hab ich. Dumm nur, dass der Dickschädel des durchschnittlichen Amerikaners von Geburt an anscheinend dreimal so dick ist wie der eines gemeinen Europäers. Und ich hab drei davon zuhause. So gesehen bin ich von allen Dickschädeln im Hause S. aus Z. noch der kleinste, auch wenn zwei Haushaltsmitglieder nur die Hälfte von dreimal soviel haben. Ist immer noch mehr als ich … und sie beweisen es jeden Tag auf´s Neue!

Sie sind einfach nur ehrgeizig und motiviert.

Ja, so furchtbar, dass ich dumme Tests mache und einen Blogeintrag schreibe, statt meine Firma voranzubringen.

Ist es nicht furchtbar, immer wieder missverstanden zu werden?

Ja.

Abgesehen davon hilft Ihnen Ihre „Ich kann alles!“ Einstellung im Umgang mit beruflichen oder privaten Herausforderungen. Für Sie ist keine Anstrengung zu groß und kein Weg zu weit.

Das stimmt. Ich hab schließlich ein Auto.

Sie nehmen jede Herausforderung an.

Hallo? Schon mal in einem Irrenhaus gelebt, das sich Familie nennt? Da bleibt einem nix anderes übrig, als die Herausforderung anzunehmen. Oder man geht unter!

Außerdem sind Sie stets loyal und treu suchen sich ihre Freunde ganz genau aus. Haben Sie erst einmal einen Freund gefunden, gehen Sie mit ihm durch dick und dünn. Wuff!

Das stimmt wieder! Wenn ich einmal jemanden gefunden habe, der sich durch dieses Chaos hier nicht abschrecken läßt, den lass ich nicht mehr los. Selbst schuld!

Published in: on 26. Juli 2007 at 20:22  Schreibe einen Kommentar  

Männer und ihre alltäglichen kleinen Rätsel

Es ist für mich das Phänomen der Männerwelt. Männer schrauben an Computern und Autos, sie programmieren die kompliziertesten DVD-Player und beschäftigen sich stundenlang mit den Schneideprogrammen diverser Camcorder.

Aber sie sehen sich komplett ausserstande eine Waschmaschine anzustellen. Oder eine Küchenmaschine. Und bei einem Geschirrspüler hört es dann ganz auf. Der kann noch nicht mal eingeräumt werden – er könnte ja explodieren oder sowas. Wenn man also einen modernen Mann sein Eigen nennt, dann räumt er immerhin den Tisch ab und stellt das Geschirr grundsätzlich auf den Geschirrspüler und niemalsniemalsniemals hinein. Und wenn der dreimal leer ist.

Dieses seltsame Gebaren beobachte nicht nur ich, sondern viele, viele andere tapfere Frauen auch. Warum ist das so? Ich will es ja nur verstehen und ich habe nicht die geringste Ahnung. Wirklich nicht.

Ich bin mir sehr sicher, wenn Männer das Geschirr nicht nur ganz alleine sondern auch ihr ganzes Leben einräumen müßten, dann gäbe es längst Spülmaschinen, die das von ganz alleine könnten. Wetten?!

Published in: on 25. Juli 2007 at 18:35  Schreibe einen Kommentar  

Wie man aus einem Cent mehr macht – viel mehr

Ich fall ja immer wieder auf solche Lockangebote rein. Diesmal noch nicht mal für mich, sondern als Geschenk für den Autor, der zu einer Party nach London fliegen möchte.

Man nehme einen beliebten Billigflieger – also einen, der vorzugsmäßig nach Großbritannien unterwegs ist – und gehe beim gerade empfangenen Newsletter auf „Internet Fare“. Dann bekommt man für den Hinweg einen Preis von 0,01 Euro genannt. Für den Rückweg übrigens auch. Dazu kommen dann noch Steuern – klar. Und dann noch sonstige Gebühren. Aber dann kommen dann noch 12 Euro pro Gepäckstück. Das fand ich dann doch ein wenig … befremdlich. Der Endpreis war dann jenseits der 70 Euro. klar, immer noch ein Schnäppchen, hat aber mit den erwähnten 0.01 Euro nicht mehr soviel zu tun.

Das hab ich dann aber erst beim zweiten Kaffee gemerkt.

Ich sollte mir ernsthaft vornehmen, einfach pauschal nix mehr vor zehn Uhr morgens zu kaufen.

Published in: on 24. Juli 2007 at 20:32  Schreibe einen Kommentar  

Fressen oder gefressen werden – Teil 2

Kann ich bitte den Mücken-Beitrag auf Mehlmotten erweitern? Eingeschleppt durch eine Packung mit gemahlenen Mandeln, scheinen die Biester jetzt überall zu sein. Ich bin mittlerweile richtig gut darin, die Viecher im freien Flug zu kriegen, weil sie immer so häßliche Flecken machen, wenn man sie killt, während sie irgendwo sitzen.

Ich hab ja nur ein Wort dafür:

BAH!

Ich geh dann mal wieder auf die Jagd – die Mücken haben wir übrigens in den Schlafzimmern erfolgreich so gut wie ausgerottet! Bis zum nächsten Zyklus.

Published in: on 23. Juli 2007 at 10:39  Schreibe einen Kommentar  

Murphy´s Law in Bezug auf das Wetter

Ist ja wieder typisch – wochenlang scheint hier die Sonne, teilweise ist es sehr unerträglich heiß und ich muß den Blumen im Garten zweimal täglich eine Dusche gönnen. Und am wirklich einzigen Tag, an dem man kein Gewitter gebrauchen kann, weil man auf ein Schiff gehen will regnet es nicht nur kleine Hunde, nein, es leuchtet taghell ins Haus und knallt kurz danach so dermaßen, dass einem die Ohren wegfliegen. Keine idealen Bedingungen um auf´s Wasser zu gehen. Ganz abgesehen davon, dass ich Kind Nummer 1 jetzt irgendwie klar machen muß, daß Dora und die Wings heute doch eher ihr Unwesen im Fernseher denn in real life treiben werden.

Hrmpf!

Published in: on 22. Juli 2007 at 05:56  Schreibe einen Kommentar  

Modesünden – now and then

Ich bin ja der festen Überzeugung, dass jedes Alter seine Zeit hat. Und junge Menschen – so von 14 bis 24 – dürfen jede Modesünde dieser Welt begehen. Sowas braucht man zur Selbstfindung und ist somit quasi teenagerüberlebensnotwendig.

Ich bin in den 80er Jahren in dieser Phase gewesen: Vanilla-Jeans, Nietengürtel, Vokuhilafönfrisuren, Neonbänder, Fledermausärmel, Pastellfarben und Netzstrümpfe an den Armen – ich habe nichts ausgelassen und alles mitgemacht! Was bin ich froh, dass es damals noch keine digitalen Kameras gegeben hat.

Aber heutzutage gibt es nicht nur digitale Kameras hinterher geworfen, es gibt auch die Crocs. Und aus irgendeinem mir sich nicht erschließenden Grund scheint jede zweite Frau mittleren Alters diese modifizierten Gartenschuhe für unendlich schick zu halten und rennt damit rum. Diese Dinger sind die Adidas-Knöchelturnschuhe (damals anno neunzehnsechsundachzig hießen Turnschuhe ja noch Turnschuhe und noch nicht „Sneakers“) des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends. Aber nicht Teenager tragen sie zu hauf und rennen überall damit rum. Nein, gestandene Frauen.

Ich glaub das ja nicht wirklich. Es mag ja sein, dass die Dinger super bequem sind, aber Hallo? Slips Marke „Liebestöter“ sind auch bequem und außerhalb von Schwangerschaften trag ich sie wegen akutem „Geht gar nicht“ auch nicht!

Also. Bitte. Kauft die Dinger Euren Kindern – und das schon schlimm genug, geht aber noch unter „süss“ durch. Aber alles, was über 20 ist und solche Schuhe trägt, ist therapiebedürftig geschmacksverirrt.

Nur gut, dass man High Heels in fast jedem Alter tragen kann …

Published in: on 18. Juli 2007 at 20:21  Schreibe einen Kommentar  

Von der Schwierigkeit, Kindern Respekt vor dem Leben einzuflößen

wenn man Nacht für Nacht mit einer aufgerollten Zeitung durch diverse Schlafzimmer rast, um Mücken zu töten. Da bleiben Fragen einer aufgeweckten Vierjährigen nicht aus.

Die Alternative: Noch zerstochenere Kinder. Also werden wir den Kindern in bestimmten Situationen eine andere Lebensphilosophie beibringen müssen: Fressen oder gefressen werden – im wahrsten Sinne des Wortes.

Published in: on 17. Juli 2007 at 07:29  Schreibe einen Kommentar