Family, Life

Murphy´s Law in Bezug auf das Wetter

Ist ja wieder typisch – wochenlang scheint hier die Sonne, teilweise ist es sehr unerträglich heiß und ich muß den Blumen im Garten zweimal täglich eine Dusche gönnen. Und am wirklich einzigen Tag, an dem man kein Gewitter gebrauchen kann, weil man auf ein Schiff gehen will regnet es nicht nur kleine Hunde, nein, es leuchtet taghell ins Haus und knallt kurz danach so dermaßen, dass einem die Ohren wegfliegen. Keine idealen Bedingungen um auf´s Wasser zu gehen. Ganz abgesehen davon, dass ich Kind Nummer 1 jetzt irgendwie klar machen muß, daß Dora und die Wings heute doch eher ihr Unwesen im Fernseher denn in real life treiben werden.

Hrmpf!

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Modesünden – now and then

Ich bin ja der festen Überzeugung, dass jedes Alter seine Zeit hat. Und junge Menschen – so von 14 bis 24 – dürfen jede Modesünde dieser Welt begehen. Sowas braucht man zur Selbstfindung und ist somit quasi teenagerüberlebensnotwendig.

Ich bin in den 80er Jahren in dieser Phase gewesen: Vanilla-Jeans, Nietengürtel, Vokuhilafönfrisuren, Neonbänder, Fledermausärmel, Pastellfarben und Netzstrümpfe an den Armen – ich habe nichts ausgelassen und alles mitgemacht! Was bin ich froh, dass es damals noch keine digitalen Kameras gegeben hat.

Aber heutzutage gibt es nicht nur digitale Kameras hinterher geworfen, es gibt auch die Crocs. Und aus irgendeinem mir sich nicht erschließenden Grund scheint jede zweite Frau mittleren Alters diese modifizierten Gartenschuhe für unendlich schick zu halten und rennt damit rum. Diese Dinger sind die Adidas-Knöchelturnschuhe (damals anno neunzehnsechsundachzig hießen Turnschuhe ja noch Turnschuhe und noch nicht „Sneakers“) des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends. Aber nicht Teenager tragen sie zu hauf und rennen überall damit rum. Nein, gestandene Frauen.

Ich glaub das ja nicht wirklich. Es mag ja sein, dass die Dinger super bequem sind, aber Hallo? Slips Marke „Liebestöter“ sind auch bequem und außerhalb von Schwangerschaften trag ich sie wegen akutem „Geht gar nicht“ auch nicht!

Also. Bitte. Kauft die Dinger Euren Kindern – und das schon schlimm genug, geht aber noch unter „süss“ durch. Aber alles, was über 20 ist und solche Schuhe trägt, ist therapiebedürftig geschmacksverirrt.

Nur gut, dass man High Heels in fast jedem Alter tragen kann …

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Life

Von der Schwierigkeit, Kindern Respekt vor dem Leben einzuflößen

wenn man Nacht für Nacht mit einer aufgerollten Zeitung durch diverse Schlafzimmer rast, um Mücken zu töten. Da bleiben Fragen einer aufgeweckten Vierjährigen nicht aus.

Die Alternative: Noch zerstochenere Kinder. Also werden wir den Kindern in bestimmten Situationen eine andere Lebensphilosophie beibringen müssen: Fressen oder gefressen werden – im wahrsten Sinne des Wortes.

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Family

Blumen, die weiterblühen

Ich habe heute Blumen für den Garten gekauft. Viele Blumen. Sehr viele Blumen sogar. Als ich auf dem Rückweg noch versuchte, den Preis zu verdauen, dachte ich an den Garten meiner Schwiegereltern und wie sie an ihre traumschön blühenden Pflanzen gekommen sind.

Als ich nämlich das letzte Mal bei Ihnen in den USA war, fiel mir beim Joggen auf, dass es erstaunlich viele Parties in Sun City gibt. Schon um 9 Uhr morgens belagerten ganze Heerscharen von Autos die kreisrunden Straßen-Einbuchtungen, die dort üblich sind. Und das in einem Ort, in dem man gar nicht erst wohnen darf, wenn man nicht mindestens zu 3/4 grau ist. Je oller, je doller dachte ich mir, und sprach die beste Schwiegermutter von allen darauf an. Sie klärte mich auf, dass der Grund mitnichten eine Party sei, sondern eher in die etwas morbide Richtung geht.

Es handelt sich um Estate Sales – wenn der Hauseigentümer verstorben ist und die Hinterbliebenen nicht wissen, was sie mit dem Nachlass tun sollen. Dann beauftragen sie einen Agenten und der wiederum sorgt dafür, dass alles verkauft wird. Im Haus. Und da viele Sachen nicht teuer sind kommen die Menschen und schauen hier im Kleiderschrank, ob sie vielleicht ein passendes Kleid für Sylvester finden, dort durch den Küchenschrank, ob die ehemalige Dame des Hauses vielleicht das gleiche Porzellan gesammelt hat, wie man selbst. Man stöbert durch Bücher und Schallplatten oder gar Uhren und wird fündig. Und – man bekommt für sehr kleines Geld oft wahnsinnig tolle Blumen. Meist werden sie so wie sie sind oder in Schalen verkauft.

So seltsam wie es ist, durch die persönlichen Sachen eines Verstorbenen zu suchen, so schön finde ich doch den Gedanken, dass seine Blumen in einem anderen Garten weiter blühen.

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Nachts, halb eins im Brandenburgischen

Die gute Nachricht ist, dass wir eine neue Rettungsstelle in der Nähe haben, die um halb eins wirklich sehr leer ist.

Seufz, wir haben hier gerade Trillionen von Killermücken, die sich nachts auf die Kinder stürzen und eine hat Kind Nummer 1 an beiden Augen erwischt, wovon das eine gestern nacht total zugeschwollen ist. Und das in einer Geschwindigkeit, dass einem Angst und Bange werden konnte.

Also Kind geschnappt und ab. Sie war heute das fünfte Kind mit zugeschwollenem Augen wegen eines Angriffs der Killermücken. Wenigstens hat das Biest nur außen gestochen, müssen wir nichts machen. Außer Autan kaufen gehen.
Ich hab es doch gesagt, im Winter, als ein paar Leute meinten, wie toll doch der milde Winter ist. Ich hab gesagt: ”Wartet auf den Sommer, die Viecher werden uns zerstechen wie noch nie. “

Ich hasse es, wenn ich recht habe…

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Von der Qual, einen Badeanzug zu kaufen

Vor nicht ganz drei Monaten war ich mit meiner Schwiegermutter zusammen auf Badeanzugkauf. Es gibt wenig, was noch deprimierender ist, als in einer Umkleidekabine im Frühjahr (wenn man noch den Teint eines 86-jährigen Schneewittchens hat), fünf Monate nach der Geburt eines Kindes (und leider nicht Heidi Klums Personal Trainer bezahlen kann – geschweige denn die Nanny, die auf das Kind aufpasst, während man selbst an seinem Astralkörper arbeitet) zu stehen und einen Badeanzug nach dem anderen anzuprobieren (und einen zu finden, der einen nicht aufgrund von Geldmangel zu weniger Essen zwingt).

Kurz gesagt, die Sicherung des Weltfriedens ist ein leichteres Unterfangen als in irgendeinem Teil dieser Welt einen günstigen Badeanzug zu finden, der der Figur so schmeichelt, dass man sich zufrieden im Spiegel anschaut und vor Glück – und nicht vor Grauen – erschauert. Ganz schlimm wird es dann, wenn die beste Schwiegermutter von allen einen mit leidvollem Blick anschaut und vorsichtig mit „Well, honey…“ anfängt, verzweifelt nach halbwegs freundlichen Worten sucht und sich dann zu einem schlichten, aber sehr ehrlichen „No“ entschließt. Dann weiß man – es sind drastische Maßnahmen gefragt. In meinem Fall war es ein sündteueres Teil, dass ich nur aufgrund des günstigen Dollarkurses vor mir selbst rechtfertigen konnte.

Und siehe, es war gut getan. Heute war ich seit dem legendären, fünfstündigen Badeanzug-Kauf das erste Mal in einem Bad, in dem ich nicht den Altersdurchschnitt um Jahrzehnte nach unten korrigierte. Und ich fand, ich war durchaus – zumindest in meiner Altersklasse – im oberen Drittel. Was wiederum dem Selbstbewusstsein einen erheblichen Auftrieb gab.

Soviel gar, dass wir gleich danach zum Griechen gehen konnten und mit (fast) guten Gewissens schlemmen konnten. Aber hey, ich weiß ja jetzt, was man gegen die Auswüchse [sic] tun kann:-)

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Family, Life

Erziehung in Theorie und Praxis – Teil 1

Irgendein kluger Mensch hat mal gesagt „Früher hatte ich sechs Theorien über Erziehung, heute habe ich sechs Kinder und keine Theorie mehr.“ Recht hat er.

Ich habe früher immer gesagt, wenn mein Kind irgendwann mal sein Butterbrot vergißt, dann werd´ ich den Teufel tun, es ihm hinterherzubringen.

Es war dann kein Butterbrot (die Kinder bekommen heutzutage in der KiTa ja alles, was sie brauchen) es war der Ballettbeutel, der noch vom letzten Auftritt im Auto lag. Also bin ich wie der Teufel zurück zum Kindergarten, weil die Ballett-Lehrerin vom nun, sagen wir mal alten russischen Schlag ist und ich meiner Tochter einen Tadel ersparen wollte.

Und was hatte ich davon? „Mama, ich hab schon so auf Dich gewartet“ (Bin ich so vorhersehbar???) „Warum hast Du denn vorhin meinen Ballettbeutel vergessen?“ (Wer ich? Wieso ich? HALLO!) „Mama, bleibst Du noch hier?? Biiiittteeee!!“ (Eh, nein, ich wollte eigentlich meinen ersten Kaff…) „Oh biiiiittteeee, bitte…..bleib doch hier und gucke zuuuuuhuuuuu“ schallte es aus zehn Kinderkehlen (Hrmpf!).

Der erste Kaffee schmeckt um 10.00 Uhr schließlich auch noch gut.

Warum nur bin ich nicht bei der Theorie geblieben?

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