Männer und ihre alltäglichen kleinen Rätsel – Teil 2

Die Situation: Die gesamte Famile arbeitet im Garten, der Autor mäht Rasen, ich fege das in unserem Garten extrem schnell wachsende Zeug zusammen, Kind Nummer eins schaufelt es in große blaue Säcke und Kind Nummer zwei versucht im Selbsttest Unkraut von feinem Rasen am Geschmack zu erkennen (wenn er nicht gerade mit einem affenartigen Zahn hinter dem Mäher her krabbelt). Bevor ich das Gras zur Kompostieranlage fahre, kommt es zu folgendem Dialog:

„Der Wäschekorb steht noch auf der Terasse“

„Wo“

„Ehm, genau da auf dem Tisch, auf der Terasse. Ganz prominent in der Mitte“

„Ah“

Ich fahre also los, komme wieder, mache Abendbrot, wir sehen zu, daß die Brut ins Bett kommt…halt alles, womit so ein Abend ausgefüllt ist.

Zeitsprung: Heute morgen. Ich ziehe die Jalousien zur Terasse hoch und was blinkt mich taufeucht und klamm an? Der aufmerksame Leser wird es geahnt haben – der Wäschekorb. Auf dem Tisch. Auf der Terasse. So entspinnt sich wieder ein Dialog (vor dem ersten Kaffee, mit einem Mann, der die Nacht durch Resident Evil4 gespielt hat):

„Der Wäschekorb steht noch draußen…“

„Oh“

„Wolltest Du ihn gestern nicht reingebracht haben“

„Davon hattest Du nichts gesagt“

Manchmal bin ich für die Gnade eines späten Kaffees sehr, sehr dankbar…

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Published in: on 29. August 2007 at 20:43  Schreibe einen Kommentar  

Erkenntnisse des Alltags

Man sagt ja, beim zweiten Kind wird man gelassener. Das ist wahr.

Was einem aber nicht gesagt wird, ist, daß man gar keine andere Wahl hat. Natürlich legt man sich auch mit dem 10monatigen bis zum Einschlafen mit ins Bett. Verwöhnen hin oder her. Denn wenn man das nicht tun würde, dann würde er brüllen und die 4jährige aufwecken und das möchte man tunlichst vermeiden. Unter allen Umständen!
Wenn er aus dem Bett kullert (und brüllt), wird er getröstet und kurz untersucht (beim zweiten Kind weiß man, wenn es noch brüllt, dann ist es nicht sooooo schlimm), aber man rast nicht mehr mit quietschenden Reifen in die Notaufnahme, denn dann müßte man ja – wieder – die Große aus dem Schlaf reissen . Solange also Blut nur in überschaubaren Mengen fließt, tut notärztliche Hilfe nicht not.
Statt gesundem Bio-Obst bis Vollendung des ersten Lebensjahres gibt es (immerhin Bio-)Kekse – gut, ich habe ein schlechtes Gewissen aber wenn die Maus einen Keks ißt, dann will der Kurze auch einen. Und wer glaubt, so ein knapp 75cm kleiner Wicht würde den Unterschied nicht kennen, dem leihe ich gerne meine Kinder.

Wahrscheinlich hat die Natur das kompensatorisch so eingebaut, weil der Zweitgeborene im Gegensatz zur Erstgeborenen ja von Anfang an Mama und Papa teilen muss. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

Und da ich beim ersten Teil der Produktion schon wertvolle Erfahrungen gesammelt habe, beiße ich jeden Abend meine Zähne zusammen bin jeden Abend ruhig und gelassen, denn ich weiß: Eines Tages werde auch ich wieder eine Sendung von 20:15 ohne Unterbrechung bis zum Schluß sehen dürfen. Die Frage ist nur wann…

Published in: on 26. August 2007 at 07:30  Schreibe einen Kommentar  

Nächtliche Aktionen im Hause S.

Der Autor hat ja im März Geburtstag und dieses Jahr hab ich ihm eine Wii geschenkt, die aber damals sehr schwer zu kriegen und deswegen noch irgendwo in der Produktion war – sprich, ich hatte es noch nicht käuflich erworben. Daher geriet das Geschenk ein wenig in Vergessenheit. In letzter Zeit erzählte der Autor allerdingsrecht häufig von den gute Reviews der Konsole, also hab ich dann gestern endlich eine besorgt.

Nun bin ich ja eine bekennende Computerspielverweigerin – das ist einfach nix für mich. Sehr zum Leidwesen des mitteilungsbedürftigen Autors. Aber geschenkt ist geschenkt, also wurde das Teil hier gestern installiert. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Der Autor und Kind Nummer 1 waren davon nicht mehr wegzubekommen. Das (nach gesetzlicher Definition) Kind hatte zwar das eine Problem mit dem Thema „Verlieren“, aber dafür ist sie ja erst vier.

Ich hingegen habe versucht zu arbeiten, was bei dem Lärmpegel von Begeisterungsausbrüchen nicht eben einfach war. Alles neumodischer Schnickschnack. Ich hab dann nachts um 23 Uhr, als der Autor Geld jagen war und die Brut endlich geschlafen hat, zu Verstehenszwecken das Ding mal kurz angeworfen. Ich wollte ja nur kurz gucken, was meine Tochter so fasziniert.

Und meine Entscheidung steht fest: Das Ding kommt wieder weg, es ist gemeingefährlich und gesundheitsschädlich. Es sendet suchterzeugende Strahlen aus. Eindeutig. Anders ist das nicht erklärbar. 4 Stunden Schlaf sind auf Dauer einfach nicht gesund für eine berufstätige Mutter. Ich werd das Ding wieder zurückbringen. Morgen. Wenn ich meinen Rekord im Bowling eingestellt habe.

Published in: on 24. August 2007 at 06:02  Schreibe einen Kommentar  

Warum Insekten einen Atomkrieg überleben werden

Und ich dachte ja, ich hätte eine große Verwandtschaft. Ist aber nix gegen die meiner Mücke. Die hat nämlich aus Rache nicht nur ihre stechenden Baggage auf mich gehetzt sondern auch noch ihre Cousinen 4. Grades, die Mehlmotten, auf mich gehetzt. Und diesmal wirklich unverschämt.

Ich wollte schnell ein Brot aus einer Backmischung backen, weil ich schlicht zu faul war, noch zum Bäcker zu gehen. Kind Nummer 2 freut sich schon aufs Kneten, ich mache die fest verschlossene Tüte auf – schaue mir das Mehl mehr routinemäßig an und sehe, dass da Larven abgelegt sind. Die Tüte war zu. Ganz zu. Was heißt, daß die Mücke ihren Kumpels von ganz, ganz weit Bescheid gesagt haben muß, damit die sich in der Tüte verstecken, die ich dann kaufe. Ich fasse es nicht!

Und dann hatte noch der Bäcker Ferien und ich mußte in einen verhaßten grüngelben Discounter, um irgendwie meine Meute hier satt zu bekommen.

Womit der aktuelle Punktestand 2:3 für die Insekten beträgt. Aber ich gebe nicht auf – spätestens am Wochenende wird die Küche mit Essigwasser geschrubbt. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue!

Published in: on 22. August 2007 at 20:43  Schreibe einen Kommentar  

Pflaumengedanken

Ich bin ja wirklich nicht die Verschwörungstheoretikerin vor dem Herrn, aber langsam wird mir mein Familiensinn unheimlich.

Gestern zum Beispiel saß ich auf der Terrasse und entkernte Pflaumen, was ja an sich eine eher monotone Angelegenheit ist. Kind Nummer 1 pulte ebenfalls in den Pflaumen rum, die einen Tag vorher von mir höchstselbst bei Verwandten in luftiger Höhe gepflückt worden waren und nun zu Kuchen und Mus verarbeitet werden wollten. Kind Nummer 2 krakelte mit seinem Vater auf dem Rasen herum, der wiederum versuchte die Katze vor den eineinhalb Zähnen des Kindes zu retten – kurzum, ich war rundherum glücklich.

Und genau das war es ja! Sowas wollte ich nie. Wie sieht das denn aus, Mensch! Kinder, Haus, Mann, Garten und der Höhepunkt des Tages ist der Genuss des selbst gemachten Pflaumenkuchens, oder wie? Wie konnte ich nur so werden?? Wie konnte das geschehen? Und das allerschlimmste, glücklich dabei? Ich wollte eigentlich gar keine Kinder sondern ein cooles Karrierefrauenleben führen. Kinder hätte ich höchstens als Patenkinder, die ich nach spätestens drei Stunden wieder abgeben konnte, gekocht würden nur schicke Sachen wie getrüffelte Pasta an Hummerfleisch aus der Schere und überhaupt würde ich Sonntagnachmittage an angesagten Orten oder aber im Spa verleben. So. Nämlich. Aber mit Sicherheit nicht in einer spießbürgerlichen Familienidylle.

Genau da fiel mir eine ehemalige Freundin ein – sie war selbsternannte Hexe und hatte mal, wie sie mir mit ernster Miene versicherte, einer Rivalin die Pest an den Leib gehext. Will sagen, diese sollte plötzlich von der totalen Partyhippe auf den absoluten Familienmensch umsatteln und wenn alles so ist, wie es sein sollte, also 2 süsse Kinder, einen tollen Mann, schönes Haus, blühenden Garten (naaaaaa, fällt was auf?), dann sollte sie plötzlich „aufwachen“, ihr eigentliches Ich wieder entdecken und total unglücklich sein. Sich dann scheiden lassen und der Mann wäre dann auch gleich wieder frei für unser Hexlein. Sollte angeblich auch nur so 5-7 Jahre dauern. Das nenn ich mal Ausdauer.

Ich hab übrigens keine Ahnung, wie das Ganze ausgegangen ist, denn die Freundin ist ja eine ehemalige und wir haben uns – nun, sagen wie mal, unsere Interessen gingen schmerzhaft auseinander. Und genau das wiederum macht mir Sorgen. Was, wenn sie das nun bei mir auch versucht hat und es sowas doch gibt. Dann wäre ich ihr Hexenmeisterstück und langsam wäre dann ja mal die Zeit um. Ich meine, nicht, dass ich an sowas glauben würde. Humbug. Schnickschnack. Firlefanz.

Ich hab allerdings noch eine andere Freundin, die ist Wicca. Vielleicht sollte ich sie mal fragen, ob es derartiges gibt und ob man da gegebenenfalls was machen kann. Nur so. Kann ja nicht schaden…

Published in: on 20. August 2007 at 13:24  Schreibe einen Kommentar  

Ferien. Hurra.

Irgendwie sind Ferien auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Früher fand ich ja, Ferien seien die beste Erfindung seit geschnitten Brot.

Heute finde ich, daß Kindergartenferien Gottes Weg sind, Dir zu sagen, daß es immer noch schlimmer kommen könnte. Und es kommt täglich schlimmer – glaubt mir… Sollte ich jemals Königin von Deutschland werden, dann verbiete ich als allererstes dreiwöchige Sommerpausen in Kinderverwahranstalten. Und ich wette, die Zustimmungsrate beim Volke (jedenfalls dem kinderhabenden) wird sozialistische Ausmaße erreichen.

Published in: on 17. August 2007 at 20:57  Schreibe einen Kommentar  

Netz!! Ich habe Netz!

Ich frage mich ja ernsthaft, was man damals ohne Netz so gemacht hat…

Seit gestern haben der Autor, mein Bruder und ich nämlich ein Machtwort gesprochen und meinem Vater Internet verordnet – natürlich nur, damit wir hier alle arbeiten können, klar. Es war schlicht unerträglich, jeden Tag zweimal in die örtliche Eisdiele zum HotSpot rennen zu müssen – und im übrigen sehr figurabträglich.

Aber jetzt hab ich alles, was ich zu meinem Wohlbefinden brauche!!

Published in: on 17. August 2007 at 06:05  Schreibe einen Kommentar  

9 Jahre!

9 Jahre bin ich heute verheiratet! Zeit, sich zu überlegen, was sich in diesen 9 Jahren alles verändert hat. Würde ich auch gerne tun, wenn ich mir nicht gerade einen halben Liter sehr guten Wein zusammen mit noch besserem Essen einverlaibt hätte. Deswegen sollte ich jetzt einfach unsere beiden Kinder unfallfrei ins Bett bekommen.

Übrigens – weil wir die Familie sind, die wir sind, habe ich einen iPod (4GB, Product red) und der Autor iLife 8.0 zum Hochzeitstag bekommen. Nicht sehr romantisch, ich weiß, aber hey – Romantik geht im Alltag schon mal gerne verloren – kleine Inseln der Entspannung bleiben!!! Und ein Leben, das zu zweit begann und jetzt zu viert weitergeführt wird, auch!

So, und jetzt versuch ich mal nüchtern zu werden! 🙂

Published in: on 15. August 2007 at 19:07  Schreibe einen Kommentar  

Die Rache der Mücke!

Die Mücke von vor einer Woche war doch nicht von uns gegangen. Sie hat ihren Verwandten Bescheid gesagt. Ich hab keine Ahnung, was genau für Viecher sich in ihrer Familie tummeln, aber irgend so ein Biest hat mich an der Wade erwischt. Der Stich (Biß??) ist groß und rot und juckt und juckt und juckt (was auch wiederum gut ist, denn Borrelien jucken nicht). Damit steht es 2:2 und geht in die Verlängerung.

Oh warte!

Published in: on 14. August 2007 at 05:48  Schreibe einen Kommentar  

Und was warst Du?

Ich bin ja nicht nur Bloggerin, nein, ich bin auch in verschiedenen Foren aktiv. Unter anderem auch in einem Eltern-Forum. Dort wird im Moment ausgehend von der Palästinensertuch- und Parkafrage gerade entlarvt, wes Geistes Kind man war – damals. Überschrieben ist das ganze bezeichnenderweise mit dem Titel „An die alten User“ – zu denen ich ganz ohne Frage auch gehöre.

Und wir hatten damals eine Menge (für die Jungspundblogger – Achtung, hier kommt jetzt ein Exkurs in die „gute alte Zeit“. Sicherheitshalber gebe ich mal erklärende Links an) an Richtungen:

Wir hatten die Punks. Zu denen gehörte ich nicht, weil sie a) bunt waren, b) mir ihre Musik zu unmelodisch war und c) ich den Mut, mich mit meinen Eltern zu überwerfen denn doch nicht hatte. Außerdem tranken die Bier und Bier hab ich noch nie gemocht.

Dann hatten wir die Popper. Die wiederum fand ich viel zu spießig und gelackt. So unpolitisch war ich nun wahrlich nicht. Außerdem hatte ich keine Kohle für den Markenfetischismus, der mir bis heute fremd ist. Naja, fast fremd. Wir nähern uns langsam an.

Gothics auch Grufties genannt. Meine beste Freundin Manuela war ein Gruft und mein späterer Ex gehörte auch in die Gruppe. Einige meiner Zeitgenossen meinten ja, ich sei auch so eine. Schwarz war die einzig akzeptable Farbe, eine Seite lang, eine Seite fast abrasiert und diese Klaaaamooooottttttennnnnn. Das fand ich schon cool. Leider mochte ich schon wieder weder die Musik noch die Stimmung dort, zum Lachen ging man in den Keller. Ich war schon beim ersten Zusammentreffen mit einer größeren Gruppe unten durch und als viel zu unpessimistisch und unmorbide abgeschrieben.

Dann gab es noch die Leute um die Antifa. An sich wäre das politisch gesehen meine Gruppe gewesen, aber sie waren mir entschieden zu radikal und zu schmuddelig. Und die Klaaaamooootten!! Ne. Nix für mich. Außerdem hatte ich ein sehr ablehnendes Verhältnis Drogen gegenüber und mochte, wie schon erwähnt, kein Bier. Und die gemäßigte Fraktion war mir zu…zu…oh neeeee!

Dann gab es noch die Skins Zumindest damals waren die meisten von ihnen rechtsradikal und daher eines meiner ersten echten Haßobjekte.

Und mit der aufkommenden Aciiiiiiiiiiid-Techno-Szene konnte ich wegen der Musik schon mal gar nix anfangen. Außerdem kamen die mir vor wie aufgeregte Hühner, bei denen der Fuchs gerade zu Besuch war. Und diese figurunbetonte Kleidung – wieder Nä!

Im Gegensatz zu heute, wo die überwiegende Mehrheit der männlichen Kids in Hosen mit Hintern bis zum Boden, Schlabbershirt und Conehead-BaseCap und die Mädels in Hüftjeans, Bauchfrei auf Deibel komm raus und glattgestriegelten blonden Haaren trägt, eine geradezu wahnsinnige Vielfalt.

Aber hey, das ist nur die Sichtweise einer steinalten Mutter. Und in zwanzig Jahren wird in dem, was nach dem Internet kommt, wieder ein Jetzt-Teenie über die Jungendkultur seiner Zeit auslassen! Deswegen heißen die Dinger auch Jugendkultur – weil wir alten Säcke sie nicht mehr verstehen!

Published in: on 12. August 2007 at 10:10  Schreibe einen Kommentar