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Umbuchen auf Umwegen

Vorgestern habe ich Flüge gebucht. Ganz spontan ins Allgäu. Bis dahin hatte ich noch nicht mal gewußt, daß Memmingen überhaupt einen Flughafen hat — jetzt weiß ich sogar, wie man dahin kommt. Innerhalb von zehn Minuten war die Sache gegessen. Ein Hoch auf das Internet und seine Möglichkeiten.

Schlechter ist es da schon, wenn man einen onlinegebuchten Flug ändern will. Vor einer Woche mußte mein Vater einen Urlaub in Spanien abbrechen und die nächste Maschine nach Deutschland nehmen. Er gab mir also seine Buchungsreferenz, die Fluglinie und den Kommentar „Mach ma!“. Nun hatte ich den Flug nicht selbst gebucht (mein Vater aber auch nicht, er hat zwar bekanntermaßen einen Computer, kann aber gerade mal Videochatten), sondern ein mitreisender Freund von meinem Vater. Leider hatte man mir versäumt mitzuteilen, welcher genau das denn war.

Ich rufe also die freundliche Hotline an und nach einem ausländischem Klingelzeichen antwortet mir ein sympathischer Mitarbeiter mit indischem Akzent. Ich trage also mein Anliegen vor und er fragt mich nach dem Buchenden. Nach nur zwei geratenen Namen war auch schon der Richtige dabei. Dann wollte er die eingegebene Email wissen. Da mußte ich dann leider wieder auflegen, weil ich die nicht kannte. Also in Spanien angerufen, Mailadresse geben lassen und wieder in Bangalore durchklingeln lassen. Immerhin wußte ich ja nun, wer gebucht hatte und sah nicht mehr ganz so dumm aus. Bis zu dem Zeitpunkt, als dieser nette Herr wiederum die Kreditkartennummer wissen wollte, mit der gebucht worde war und wovon er jetzt bitte den Differenzbetrag der Flüge sowie die Stornokosten abbuchen konnte. Und es durfte auch nur diese eine Karte sein — jedenfalls glaube ich, daß er mir das beibringen wollte. Bevor ich nun wieder auflegte und einen drittes Mal die ganze Prozedur machte, war ich ganz klug: An einem Ohr Indien, am anderen das Handy mit Spanien, in der Mitte Stift und Zettel. Immerhin muß man den Mitarbeitern der Billigfluglinie lassen, daß sie stetig freundlich geblieben sind. Und nach nur insgesamt 20 Minuten (die Minute zu 1,04 Euro oder so) hatte ich den Flug umgebucht. Uffz.

Also, so nett es ist, nachts um 0:43 mal eben Flüge buchen zu können, es hatte schon was für sich, als ich noch im Stammreisebüro meiner Eltern anrufen konnte und mit einem „Hallo Frau Hassenichgesehen, ja danke meinen Eltern geht es hervorragend, aber sie müssen unplanmäßig nach Hause, können sie mal eben….danke“ alles erledigt war.

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Betrug am Autobahnfahrer

Man hat mich betrogen. Schändlich hereingelegt. Bisher dachte ich immer, deutsche Raststätten wären dreckig, unfreundlich, ungenießbar und hoffnungslos überteuert.

Heute bin ich mal wieder in einer gewesen – Kind Nummer 1 mußte mal und Kind Nummer 2 essen. A2, Raststätte Lappwald, direkt da, wo einmal die deutsch-deutsche Grenze war. Es war schlicht desillusionierend.
Die sanitären Anlagen waren sowas von sauber, aber sowas von. Sogar an Kinderwaschbecken haben sie gedacht.
Oben gab es dann echte, solide Kinderhochstühle in ausreichender Anzahl und das Personal hat sich quasi überschlagen mit Freundlichkeiten „Ich halte den Kleinen mal, damit sie aussuchen können“ „Darf ich ihnen das Tablett an den Tisch bringen?“ „Nein, das macht mir gar nichts aus, das ist doch selbstverständlich“
Zur Genießbarkeit der Speisen kann ich leider nix sagen, aber der Latte war durchaus gut trinkbar und sehr nett anzusehen.
Noch nicht mal der Preis war extrem unverschämt, es waren halt normale Café-Preise – mit etwas gutem Willen durchaus vertretbar.

Hallo?! Wie soll ich denn bitte bloggen, wenn es so gar nix Negatives zu schreiben gibt, wie ich es mir vorgenommen hatte? Denkt hier vielleicht mal jemand an mich? Aber Sonntag ist ja die Rückfahrt, ich geb die Hoffnung auf die deutsche Unfreundlichkeit nicht auf…

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Einmal Auswandern (und zurück), bitte!

Ich bin ja bekennender Auswanderer-Doku-Soap-Junkie. Und ich weiß nicht, ob es beruhigend oder beängstigend ist zu erfahren, daß sich der Menschenschlag, der auswandert, nicht wirklich verändert hat.

Da haben wir die intellektuelle Elite. Menschen, die es überall auf der Erde schaffen, schon alleine aufgrund ihres Wissens und ihrer Bildung. Heute sind das Ingenieure, Anwälte, Ärzte und sonstige Studierte. Früher waren das die Leute, die mal eben drei Sprachen Minimum auf dem Kasten hatten und quer über alte Handelsstraßen reisten oder aber in Sachen feine Künste die Welt bereisten.

Dann gibt es diejenigen, die zu Hause nichts mehr zu verlieren haben. Heute meist Hartz-IV-Empfänger oder ältere Arbeitnehmer, die hier aufgrund ihres Alters keiner haben will, die im Ausland aber ob ihrer Erfahrung oft mit Handkuss genommen werden. Das waren früher die Leibeigenen, die geflüchtet sind, die armen Bauern, die ihre Familie nicht ernähren konnten oder ganz einfach Opfer von Hungersnöten.

Und damals wie heute trennt sich die Spreu vom Weizen. Die einen sind bereit hart zu arbeiten, um ihre Chance zu nutzen und die anderen glänzen mit Sprüchen wie „Das hab ich in Deutschland so gemacht, das mach ich hier nicht anders“. Okeeeeeeeey. Sehr oft haben diese Auswanderer dann ein eher kurzes Gaststpiel, bevor sie heim in den vergleichsweise doch recht warmen sozialen Schoß des Vaterlandes kommen.

Und dann gibt es noch die Träumer und irgendwie realitätsfernen Abenteuerer. Damals waren das Bonvivants oder einfach Leute, die einfach nicht in der Schicht bleiben wollten, in die sie hineingeboren wurden. Heute, tja, heute würde ich sagen, es sind liebenswerte Irre. Komplett auswandern ins spanische Hinterland mit Spanisch, mit einem Wortschatz der bei Una cerveza, por farvor endet. Ein Fischer aus einem nordfriesischen Kaff, der in die Wüste Arizones zieht. Ein Einsiedler, den es nach Tokio verschlägt. Das Ganze natürlich relativ unvorbereitet und unausgegoren. Wird schon gut gehen. Und der allergrößte Witz: Oft geht es wirklich gut. Mit Glück und Fleiß und viel Individualismus.

So oder so – bei allem Fortschritt hat sich anscheinend soviel doch nicht verändert, was den Drang nach anderem, vielleicht höheren. Irgendwie doch beruhigend.

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Modeerscheinungen

Da unsereiner ja mittlerweile eher selten in die große Stadt zum shoppen kommt, hat auch bei uns das Online-einkaufen Einzug erhalten. Daher stöbere ich gerne mal bei Designern, Shops und Versandhäusern unddaher habe ich festgestellt, daß dieses Jahr wieder Kurzarm-Rollies total in sind.

Wofür sollen die denn bitte gut sein? Entweder es ist warm, dann zieh ich ein T-Shirt an. Oder es ist kalt, dann zieh ich einen Rolli an. Ich meine, entweder mir ist warm oder mir ist kalt. Mit dem Teil ist einem aber bis zu den Armen total warm und der Schweiß rennt einem nur so runter und ab Mitte der Arme hat man die schönste Gänsepelle. Was ein Schwachsinn!

Für mich ist das Teil sowas wie der Nasenhaarschneider der Mode.

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Wie der Herr so´s Gescherr

Heut morgen, Mutter S. macht die Kinder fertig um Kind Nummer 1 in den Kindergarten zu bringen. Weil sie noch nicht fertig war, schlüpfe ich schnell in die Birkenstock und schicke mich an, den Kinderwagen aus der Garage zu holen.
Ein entsetzer Blick meiner vierjährigen Tochter trifft mich:“Mama!!! Du willst mich doch nicht in solchen Schuhen in den Kindergarten bringen!“

Soviel zum Thema „Kleinen Kindern ist es egal, was man ist und wie man aussieht“…

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Klimawandel durch erhöhtes Waschaufkommen

So als Nichtelternteil kann man es meist ja noch verstehen, wenn die Eltern (meist Mütter) von sehr kleinen Babies die berühmten Milchflecken auf der Schulter haben. Manchmal verrutscht eben das größte Spucktuch. Und man weiß ja, wieviel so eine junge Mutter um die Ohren hat, schlaflose Nächte, Geburt und so. Da ist man schon mal tolerant, was die Kleidung angeht.

Weniger Verständnis erntet man als Kindsmutter hingegen, wenn die Sprößlinge älter sind und man trotzdem noch sehr eindeutige Flecken auf der Schulter hat. Dann wird gerne das berühmte „Sich gehenlassen der Mutter“ postuliert. Dieser Vorwurf fängt nach vier, spätestens sechs Monaten an. Und kommt meist von Kinderlosen.

Denn Mütter von Kindern wissen, daß erst jetzt die heiße Phase anfängt. In Fachkreisen nennt sich das „Schnodderschnutenabdruck“ und ist bei so gut wie allen Müttern mit Hang zu dunkler Kleidung (die wiederum alle tragen, weil sie praktisch ist und vor allem die restlichen Pfunde zuviel besser verstecken als farbenfrohe Shirts) und Kindern im Alter von 6 Monaten bis ca. 3 Jahren zu finden.
Bevorzugte Jahreszeit: Herbst, Winter und Frühling. Und verregnete Sommer.
Häufigstes Auftreten: Eine oder beide Elternschulter nebst dazugehörigem Arm, oft auch beide Arme.
Accessoire: Ein Kind auf dem Arm, dessen Nase zwar frei, der Rest des Gesichtes aber mit sehr eindeutiger, zähflüssiger Substanz bedeckt ist.
Gegenmaßnahme: Eine Kosmetiktücherbox immer in Armeslänge haben und gute Nerven um das Gebrüll zu ignorieren. Ansonsten: Viele Shirts und noch mehr waschen.

Und an die Kinderlosen: Nein, es läßt sich nicht verhindern. Nein, diese Mütter lassen sich nicht gehen. Und nochmal nein, manchmal sehen sie es wirklich nicht. Lästern ist daher ein absolut inakzeptables Verhalten. Ein leiser, geflüsterter Hinweis dagegen willkommen.

So, und jetzt geh ich mir mal gerade ein anderes Shirt anziehen.

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Ein ganz normaler Tag

Manchmal sitzt man abends vor dem Computer und denkt sich, man müßte dringend noch einen Blogeintrag machen. Und es fällt einem nichts, aber auch so gar nichts ein. Zumindest nicht für einen kurzen, extrem prägnanten, knallend witzigen Eintrag. Oder aber wenigstens Tiefgreifenden. Noch nicht mal was Trauriges.

Man sitzt, trinkt einen Wein, läßt den Tag Revue passieren – über Blumen hab ich schon geschrieben, die Kinder können auch nicht immer herhalten, der Heckenschnitt mit dem Nachbarn interessiert auch niemanden (da ich nicht mit grauenhaft schrecklichen Nachbargeschichten aufwarten kann, da der Nachbar unglaublich nett ist und überhaupt niemand in unserer Straße so richtig aus dem Rahmen fällt – außer wir selbst) und die Pizza heute zum Abendessen…vergessen wir es einfach.

Also bleibt mir nur, weiter sinnierend auf den Bildschirm zu starren, dabei mein Glas mit Pfälzer Grauburgunder zu leeren und zu hoffen, daß morgen ein besserer Tag für die gemeine Bloggerin wird.

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