Alle Jahre wieder – Halloween

Na toll. Nachdem ich ja fast nie Stöckchen bekomme, hab ich mir das Halloweenstöckchen hier einfach von der Taubenhaucherin geklaut. So. Auch wenn mich keiner fragt, ich antworte doch.

Wusstest Du, dass am 31.10. Halloween ist?

Hallo? Ich bin mit einem Ami verheiratet. Da muß man bei der Heirat unterschreiben, Halloween zu feiern, sonst wird die Ehe annulliert.

Halloween — toll oder nerviger Schnickschnack aus Amerika?

Halloween (besserwisserischeGelehrtenbrilleaufsetz) geht auf einen alten, heidnischen Kult zurück und ist damit älter als unsere geschriebene Geschichte – oder so. Jedenfalls hat es ursprünglich reineweg gar nix mit Amerika zu tun. Übrigens hat der Autor da einen sehr schönen Eintrag letztes Jahr zu geschrieben. Sehr lesenswert.

Es klingelt an der Tür — gibst Du Süßes oder willst Du Saures?

Bei Kindern immer Süsses.

Dekorierst Du Deine Wohnung/Dein Haus/Deinen Garten?

Der gesamte Garten ist orange, der Weg zur Haustüre mit Grablichtern beleuchtet. Und ich rede schon seit Tagen auf den Autor ein, er solle endlich den schnöden Kürbis in einen Jack´O-Lantern zu verwandeln.

Wirst Du auf eine Halloweenparty gehen oder sogar selbst eine organisieren?

Klar machen wir eine. Allerdings etwas anders als andere. Nach dem Trick and Treading trifft sich der engeste Kindergartenfreundeskreis unserer Tochter (das sind nur so circa 7 Kinder – nebst Eltern) bei uns im Garten bei Lagerfeuer und Marshmallows rösten. Die Eltern haben schlürfen dann höchst unhalloweenmäßig Glühwein.

Falls Party — verkleidet oder nicht verkleidet?

Da im Garten, werde ich mich wohl eher als Marshmallow verkleiden. Dann frier ich wenigstens nicht.

Falls verkleidet — wie?

s.o.

Und dann werfe ich das Stöckchen weiter an drakho von der Parkbank – tja, mein Guter, kaum fängst Du an zu bloggen, schon kriegst Du Stöckchen zugeworfen. Mach was draus!

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Published in: on 29. Oktober 2007 at 19:16  Schreibe einen Kommentar  

Dein Kind, der Hardcoreprodukttester

Ich möchte gerne noch mal aus gegebenem Anlaß eine Erweiterung zum Schnodderschnutenbeitrag schreiben.

Ich hatte ja vergessen, was passiert, wenn so 76cm große Zwerge alles in den Mund stecken (und mit alles meine ich alles), sich dann bei Mama oder Papa hochziehen am Bein und den Mund dann in Kniehöhe abwischen. Meist weiß man gerade nicht, was genau da das Hosenbein ziert, aber es ist immer in einer signifikant anderen Farbe als die Hose. Und es ist immer sehr hartnäckig und läßt sich selten mir klarem Wasser mal eben so entfernen. Und es wird immer entdeckt, wenn man schnell weg muß. Immer.

Und ich bin jetzt sicher, daß all die tollen Entwickler von Superwaschmitteln bei Procter and Gamble, Henkel oder Unilever Eltern von Babies im Ichziehmichanalleshoch-Alter sind.

Published in: on 28. Oktober 2007 at 07:27  Schreibe einen Kommentar  
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Und ewig bimmelt das Handy

Ok, einen hab ich noch!!!

In Korea hat jeder ein Handy. Wirklich jeder. Absolut jeder.

Das treibt seltsame Blüten, ich habe in der U-bahn zum Beispiel einen Mann gesehen, der vom Aussehen her bestimmt 90 war. Mindestens. Langsam und bedächtig ging er auf seinen Stock gestützt gebeugt den Bahnsteig entlang. Pötzlich faßte er sich an die Brust und ich befürchtete einen Herzinfarkt, aber mitnichten. In einer absolut ihm nicht zugemuteten Schnelligkeit ging er zwei Schritte auf eine Säule zu, lehnte seinen Stock an selbige, holte aus seiner linken Brusttasche sein Handy raus und telefonierte sehr angeregt.

Das war insofern ungewöhnlich, als das der normale Seouler sein Handy offen trägt. Für jeden sichtbar und immer in der Hand. Entweder er telefoniert oder er spielt damit rum. Oder aber wirft zumindest alle zehn Sekunden einen prüfenden Blick drauf. Nun gibt es mehrere Theorien, warum er/sie/es seinem Handy die Welt zeigt, anstatt es wie unsereins in die Tasche gleiten zu lassen.

Theorie Nummer 1: Ein Handy ist Statussymbol und muß gezeigt werden. Dagegen spricht aber, daß es derart normal ist, eins zu haben, daß kaum noch jemand auf die Idee kommt, mit dem Ding zu protzen. Es hat in etwa den Status eines Reiskochers erlangt.

Theorie Nummer 2: Südkorea hat das T-Money System. Das sind wiederaufladbare Karten, mit denen man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann. Man hält sie einfach vor ein Gerät im Bus oder am Eingang der U-Bahn und das Geld wird automatisch abgebucht. Zwar gibt es noch Automaten und in Bussen kann man auch noch mit abgezähltem Geld zahlen, aber damit outet man sich entgültig als Touri der Malle-Fraktion. Die aufladbaren Karten gibt es als Scheckkarte oder aber in kompremierter Form als Handyanhängsel. Und da man dauerend mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, lohnt es schlicht nicht, die Karten nebst Handys wieder wegzustecken. Allerdings haben wie gesagt auch viele einfach eine Scheckkarte und trotzdem dauernd das Mobile draußen. Was uns zu

Theorie Nummer 3 führt: Nämlich, daß es schlicht so laut in der Bahn/auf der Straße/ im Bus ist, daß man schlicht nicht hört, wenn das Teil klingelt. Deswegen hat man es in der Hand, weil man es dann sieht, wie es leuchtet oder fühlt, wie es vibriert. Für mich die bisher eingängiste Theorie.

Wie dem auch sei, mein Handy war nicht Südkoreatauglich und damit zuhause im Koffer und es war schon komisch zu sehen, daß auch Seouler auf Zeit sich diese Art des „Ich zeige meinem Handy die Welt“ angeeignet haben und man anscheinend die wirklich einzige Person in einer 11 Millionnen Metropole ist, die sich da ausschließt. Sollte also zufällig ein Südkoreaner mitlesen, der sich über das komische Rundauge gewundert hat: Doch, ja, ich habe auch ein Handy. Sogar ein schönes. Und ab jetzt, zeige ich ihm auch, wie schön die Welt ist, dann freut es sich bestimmt auch!

Published in: on 25. Oktober 2007 at 15:36  Schreibe einen Kommentar  

Ein Star für fünf Minuten

Ich bin zwar wieder da, aber eine Geschichte – mindestens – wollte ich noch los werden.

Wenn man in einem Land ist, in dem man sehr offensichtlich nicht zu den Eingeborenen gehört, dann passieren einem schon mal die seltsamsten Sachen. Und mir schon mal dreimal. Ich laufe also die Insadong-gil, einer der beliebtesten Straßen für Kunsthandwerk in Seoul, entlang, da stürzen plötzlich ein paar junge Leute mit Kamera auf mich zu und halten mir ein Mikro vors Gesicht. Ob sie mich mal kurz für ein Projekt in der Uni interviewen könnten. Einer von Ihnen könne kein Englisch, habe aber den Auftrag eines Professors bekommen, eine Ausländerin zu interviewen um einen Fortschritt in der Sprache zu dokumentieren. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall sei es keine versteckte Kamera.

Nun gut, da ich ja eine gute Botschafterin meines Landes bin, helfe ich natürlich immer gerne. Und außerdem bin ich sehr gebauchpinselt, daß man ausgerechnet mich für so ein Interview mit Kamera erwählt hat. Also beantworte ich brav Fragen, wie es mir in Südkorea gefällt („It´s just beautifull, really“) und was mein Lieblingsspeisen hier sind („Kimbab and Bibimbap – so delicious“) und andere, die Menschheit bewegende Fragen. Nach nur drei Wiederholungen ist das Ganze im Kasten und man verabschiedet sich voneinander. Ich komme gerade drei Schritte, da fällt mir ein, daß mir das zuhause wieder kein Mensch glaubt, als drehe ich auf dem Absatz um und bitte völlig tourimäßig um ein Foto – was mir auch begeistert gewährt wird.

Als ich wieder bei meinen Freunden bin, erzähle ich immer noch ganz hin und weg, was mir passiert ist, wie toll und das sowas wieder ein typischer Sabine ist und…werde unterbrochen mit „Jaja, das passiert hier dauernd. Das sind Studenten von einer der unzähligen Unis hier und die bekommen von ihren Professoren dauernd solche Projekte als Hausaufgabe. Ausländer, die hier wohnen wechseln immer schon die Straßenseite, wenn sie so eine Gruppe sehen…“

Eh, ja. Soviel zum Thema Bauchpinseln.

Trotzdem, ich fand das toll und deswegen stell ich jetzt auch ein Bild rein. So. Nämlich.

dsc02183.jpg

Published in: on 23. Oktober 2007 at 12:23  Schreibe einen Kommentar  

Und immer schön die Zähne zeigen!

Wenn man gegen 12:50 durch Seouls Straßen geht, kann es einem passieren, daß einem Menschen mit Schaum vor dem Mund begegnen. Und sich eine Wange von innen nach außen sehr eindeutig wölbt.

Verursacht wird das aber nicht von eindeutigen Gedanken, die sich die Seouler in der Mittagspause machen, sondern von einer Zahnbürste, mit der sie sich nach jeder Mahlzeit der Zähne putzen. Und zur Not eben auch auf der Straße. Ausgelöst wurde das kollektive Mittagszähneputzen durch eine Empfehlung der Regierung zu den Olympischen Spielen. Sie riet den Bürgern, sie nach dem Essen grundsätzlich die Zähne zu putzen, damit man den Gästen der Stadt nicht mit Knoblauchgeruch begegnete. Und das haben sie bis heute beibehalten. Und tatsächlich findet man nicht sehr viele Südkoreaner mit Ruinen im Mund. Und selbst in der überfülltesten U-Bahn riecht es noch verhältnismäßig gut.

Manche Dinge, die man auf Reisen sieht, sollte man eindeutig in den Koffer packen und mit nach Hause nehmen können.

Published in: on 22. Oktober 2007 at 05:00  Schreibe einen Kommentar  
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Bibimbap und andere Weisheiten des Lebens

Warum kann ich nur nicht auf anderer Leuts Ratschläge hören?

Ich war mittags auf dem Namsan essen. Das geht auch ohne Dolmetscher recht gut. Fehlende Sprachkenntnisse werden einfach dadurch kompensiert, daß man (wenn es kein englischsprachiges Menue gibt) den Kellner nach draußen zerrt und ihm zeigt, was man essen will. Und obwohl Asiaten generell extrem frisches Essen mögen, zeigt man ihnen nicht den gerade vorbeilaufenden Hund, den man gerade möchte, sondern das appetitlich ausgestellte Essen im Schaukasten des Restaurants. Viele Lokale haben so ein Teil, damit man animiert wird reinzukommen und genau das zu essen. Übrigens sieht das was auf den Tisch kommt dann wirklich genauso aus wie im Schaufenster. In meinem Fall hatte ich mich für ein leckeres Bibimbap entschieden: Das ist eine heiße Schale, in der von unten nach oben Reis, Gemüse und Ei geschichtet wird und die am Tisch noch nachgart. Sehr lecker. An sich. Wenn man einen wichtigen Ratschlag befolgt. Unter dem Gemüse und über dem Reis in einer Zwischenlage befindet sich eine rote Sosse (manchmal wird diese Sosse auch seperat gereicht, aber da ist was für Weicheier).

Einer der Ratschläge, die ich gleich zu Anfang gehört habe, war:“Rote Sosse ist hier niemals Tomatensosse, es ist immer rote Pfeffersosse. Und die scharf. Richtig scharf“ Aber manchmal bin ich wie ein Kind und muß meine Erfahrung selbst machen. Statt also wie ein ordentliches Rundauge die rote Sauce bis auf einen winzigen Rest fein säuberlich aus der Zwischenlage zu sezieren, habe ich großzügig umgerührt. Ich mag scharfes Essen. Wirklich. Immer noch. Nur habe ich scharf jetzt einfach anderes definiert. Übrigens hilft die zum Bibimbap gereichte klare Brühe nicht wirklich gegen die Schärfe, ich hätte gerne ein Glas Milch oder so gehabt. Oder wenigstens einen dieser geschmacklosen Reiskuchen. So habe ich aber sehr zur deutlichen Freude der umsitzenden Koreaner nach Luft geschnappt und mir für hiesige Verhältnisse sehr unfein die Nase am Tisch geputzt – manchmal kommen schlichte Notwendigkeiten einfach über Konvention. Ich sag ja, auf Reisen lernt man für´s Leben. Meine Lektion lautete: Höre auf Deine Freunde.

Aber ich hatte einen tollen Ausblick beim Luftschnappen!

Published in: on 19. Oktober 2007 at 13:11  Schreibe einen Kommentar  
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Hühnereintopf und Juwelen

Ich bewundere ja meine Freundin Simone immer mehr.

Wir kommen gerade vom Koreanisch-Kurs. Sprachlehrgang kombiniert mit einem Kochkurs. Während ich da sass und drei Lektionen gebraucht habe, um überhaupt den Aufbau der Lerneinheiten zu begreifen, hat sie nicht nur einwandfrei ihre Vokabeln gesprochen, sondern auch noch verstanden, was die Lehrerin gefragt hat. Ich hab mich – wiedermal – aufs Lächeln beschränkt und aus dem Wohnzimmerfenster des 22. Stockwerkes geschaut. Und während ich Teile von Seoul studierte und um mich herum, koreanische Vokabeln wiederholt wurden ertönt über mir plötzlich eine Kuckucksuhr. Mit Hirschgeweih. Und irgendwie war ich die Einzige, die das auch nur ansatzweise seltsam fand. Aber wahrscheinlich findet man nichts mehr seltsam, wenn man länger in dieser Stadt wohnt.

Danach haben wir koreanisch gekocht, Dak Chim und Bulgogi. Jaha. Gebt mir irgendwas, was mit Essen oder Kochen zu tun hat und ich behalte die wahnwitzigsten Dinge und das ziemlich schnell. Dak Chim ist übrigens ein Hühnereintopf, der gnadenlos gut schmeckt. Und Bulgogi eine Art koreanisches Grillen am Tisch. Auch das ein sehr leckeres Gericht, das man gut in einer Gruppe essen kann. Unter der Kuckucksuhr. Mit zehn interessanten, netten Frauen aus nicht unter 6 Nationen. In einem Wort: Es war toll!

So, und gleich werden wir zu einer der Schmuckstraßen gehen, damit ich meinen Gutschein einlösen kann, den ich vom Autor bekommen habe. Was wetten wir, daß ich die koreanischen Worte für „Schmuck“ „Stein“ oder auch „Kette“ noch viel schneller beherrsche als Dak Chim?!

Published in: on 18. Oktober 2007 at 08:24  Schreibe einen Kommentar  

Laß mich hier, Kapitän. Bitte!

Wie erwähnt befinde ich mich im Müttergenesungsurlaub bei einer liebe Freundin in Seoul. Der Autor hat schon vor Monaten Erholung angeordnet und als gute Ehefrau leiste ich den Anordnungen meines Ehemannes Folge.

Der Hinflug war eigentlich problemlos und angenehm. Bis auf den schon erwähnten betrunkenen Chemieseecontainerschiffkapitän (das war er wirklich, seine gesamte Crew war ebenfalls an Bord und versicherte mir glaubhaft, er sei wirklich und ehrlich der Boss und außerdem war er als einziger der Meute im Anzug), der neben mir sass und mich den gesamten Flug über angebaggert hat. Er hatte nämlich, außer einer sehr eigenen Art, alleinreisende Frauen anzumachen, noch eine andere Eigenart. Er konnte keinen Alkohol trinken, ohne ein Bier dabei. Nun sind die Stewardessen bei der KLM aber angewiesen immer nur ein alkoholisches Getränk per Runde auszugeben. Aus gutem Grund, wie ich finde. Jedenfalls bestellte sich der norwegische Käptn eine Whisky und ein Bier, einen Cognac und ein Bier, einen Wein und ein Bier. In der Reihenfolge. Jedesmal erklärte ihm die koreanische, sehr geduldige Stewardess, daß genau das nicht ginge. Also wollte er immer das hochprozentige, bis ihm wieder einfiel, daß er dazu ja ein Bier bräuchte, um den Rest zu trinken. Woraufhin die Stewardess ihm wiederum erklärte…und so weiter und sofort. Das hatte zur Folge, daß sich Whisky, Wein und Cognac ein paar vergnügliche Stunden auf seinem Tischchen machten. Bis er wieder so nüchtern war, daß er verstand, warum er kein Bier bekam, es seperat bestellte und dann in der Lage war, seinen Alkvorat seiner Bestimmung zuzuführen.
Was mich dazu bewog, einfach die Augen zuzumachen und so zu tun, als ob ich schliefe – was ich dann aus schierer Verzweiflung auch einfach tat. So kam ich wenigstens zu ein paar Stunden Schlaf und hab den Tag hier gestern ohne größere Müdigkeitsattacken überstanden.

Ich hoffe sehr inständig, daß es auf norwegischen Containerschiffen ein Alkoholverbot gibt und er einfach schon mal für die nächsten 2 Monate vorgebaut hat. Falls nicht, werde ich alle kommenden Luxusliner-Reisen aus dem pazifisch-asiatischen doch eher in den karibischen Raum verlegen.

Published in: on 16. Oktober 2007 at 08:21  Schreibe einen Kommentar  

Wenn einer eine Reise tut…

Ich bin in Seoul. Muttergenesungsurlaub ohne Kinder oder Autor.

Schon der Flug und der erste Abend waren mehr als aufregend. Es gibt zu berichten von betrunkenen norwegischen Chemiecontainerseeschiffkapitänen, Algenchips und Hund am Spieß. Aber nicht mehr heute.

Heute geh ich ins Bett. Morgen ist auch noch ein südkoreanischer Tag.

Published in: on 15. Oktober 2007 at 17:51  Schreibe einen Kommentar  

Die wirklich elementare Aufgabe von Eltern

Wir haben gerade Besuch von der Patentante von Kind Nummer 1. Sie ist Küsterin in einer evangelischen Gemeinde und damit auch mit Spendenprojekten betraut – u.a. mit Kleiderspenden für rumänische Waisenkinder, worüber wir vorhin beim Frühstück sprachen. Während Kind Nummer 2 nur Augen und Ohren für sein Brot hatte – wer weiß, wann es wieder etwas gibt – bekam die Erstgeborene lange Ohren. Und als gute Erziehungsberechtigte laß ich ja niemals die Gelegenheit für einen Versuch aus, dem Nachwuchs ein soziales Gewissen einzuimpfen zu vermitteln.

„Schatz, sag mal, wenn Dein Pulli an den Armen doch zu klein ist, sollen wir ihn dann für die armen Kinder in dem anderen Land mitgeben, damit die was zum Anziehen haben“

„Hm, können wir machen. Mama, warum sind denn die so arm?“

„Naja, die haben keinen Mama und keinen Papa mehr, der für sie sorgt“

„Keine Mama und keinen Papa?“

„Nein“

Kurzes Schweigen.

„Mama, wer macht Ihnen denn dann den Fernseher an?“

Published in: on 13. Oktober 2007 at 07:33  Schreibe einen Kommentar  
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