Kindsein heute

 

Es ist Personalversammlung im Kindergarten, was bedeutet, daß alle Kinder zuhause sind. Was wiederum bedeutet, daß Kind Nummer 1 beschäftigt werden will. Dankenswerterweise malt sie gerne. Und das auch allein.

 

Und so kam sie gerade in die Küche, in der ich verzweifelt versuchte, das morgendliche Chaos in den Griff zu bekommen. 

 

„Schau mal Mama, was ich gemalt hab“ Tochter zeigt auf ein Segelschiff.

 

„Oh, ein Schiff!“

 

„Maaaamaaaaaa, das ist eine Konsole, und das da ist der Fernseher und da der Controler und das da ist Daddy, der Bowling spielt und gerade hinfällt“

 

Man kann nun wirklich nicht sagen, unser Kind sei nicht im 21 Jahrhundert angekommen.


Published in: on 30. November 2007 at 09:36  Schreibe einen Kommentar  
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Wenn zwei das gleiche tun

ist das noch lange nicht das selbe. Ich bin ja dieses Jahr früh dran und erstelle meine Weihnachtsgeschenke. Wie jede ordentliche Mutter des 21. Jahrhunderts brauche ich dazu nur Photos der Kinder und ein vernünftiges Programm. Da sich die meisten Photos aber beim Autor auf dem iMac befinden, fragte ich ihn, ob ich mal eben kurz ein bestimmtes Programm installieren könnte. Der blanke Schreck stand ihm ins Gesicht geschrieben.
„Du, eh, mach das doch bei Dir, Du weißt ja, auf Deinem Rechner ist noch so viel Platz und dann kannst Du auch arbeiten, wenn ich mal nicht da bin, dann hörst Du die Kinder“ und so weiter und so fort.
Dagegen ist es aber völlig ok und normal, wenn bei mir nach kurzer Ansage (wohlgemerkt, Ansage, nicht Frage) mal eben kurz ein neues Betriebssystem wie Löwe oder Gepard oder so aufgespielt wird. Und ich mach eines Morgens den Rechner auf und alles sieht irgendwie ganz anders aus. Und auf meine zarte Frage, was denn da passiert sei, kommt ein empörtes
„Ja, da haben wir doch lang und breit drüber geredet“
Jaja, geb ich ja zu, wir haben drüber geredet. Aber ich dachte, er redet über unseren nächsten Fotosafariurlaub im Jahre 2023..

Published in: on 27. November 2007 at 12:35  Schreibe einen Kommentar  
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Du weißt,

daß Du die Heldin für Deine Tochter bist, wenn sie das unförmige, pinke (in Ermangelung an roter Fabe), lilane (ebenfalls in Ermangelung an braun), plumpe Ding, daß Du auf die Windowcolorfolie patschst nicht nur gleich als Weihnachtsmann erkennt, sondern auch noch begeistert ausruft “Mama! Das ist der tollste Santa, den ich je gesehen habe!”

HAH! Da habt ihr es, ihr Superbastelmütter! Rote, erkennbare Weihnachtsmänner kann schließlich jeder!

Na gut, jeder ausser ich.

Published in: on 25. November 2007 at 11:53  Schreibe einen Kommentar  

Es ist vollbracht!

 

Ich gebe es zu, ich war mehr als skeptisch, als ich die Rezepte sah, die mir die beste Schwiegermutter der Welt und die angeheiratete Tante gegeben haben. Und ich habe Mittwoch auch nur bis halb elf in der Küche gestanden und gebrutschelt. Und auch nur drei endlos lange Telefongespräche in die Neue Welt geführt.

Woher bitte soll ich auch wissen, ob man Süßkartoffeln mit oder ohne Salz kocht. Und wie bitte sollen Dosenananas, Sellerie, Orangen, Gelantine und Cranberries zusammen in einem Topf schmecken und das auch noch kalt? Für die Füllung hatte ich Mittwochabend extra noch  befreundete Bäckerei angrufen, so daß ich noch Brot vom Vortag bekommen konnte. Und hat jemand schon mal knapp 2 – gefühlte 10 – Kilo Äpfel für Applepie geschält und zwar nachdem man aufgrund der feigen Desertation der Küchenmaschine den Teig für ebenjenen (also eigentlich 4 davon) geknetet hat? Außerdem mußten Entscheidungen getroffen werden, wie zum Beispiel den Zuckergehalt im Süsskartoffelauflauf auf (nicht um!) ein Drittel zu kürzen.

Aber es hat dem deutschen Gaumen geschmeckt. Und nicht nur das, ich habe teilweise aus der Küche die Schüsseln mit den Resten holen müssen, damit sich alle noch mal drüber hermachen konnten. Und das lag nicht an zu kleinen Portionen – wahrlich nicht. Und es war einfach schön und gemütlich, auch wenn man es mit dreieinhalb anwesenden Kindern nicht unbedingt besinnlich oder leise nennen konnte.

Unsere Gäste haben sogar Dr. Pepper, das ich zusammen mit Rootbeer habe quasi einfliegen lassen probiert und sehr zu Leidwesen des Autors auch sehr gemocht. Nur ausgerechnet die Saltines – die hatten wir mitsamt dem Cheddar komplett vergessen. Aber ich glaube, daß heißt, daß alle satt geworden sind.  

Published in: on 23. November 2007 at 18:10  Schreibe einen Kommentar  

Ein Hoch auf die Globalisation!

 

Ich hab Cranberries bekommen! Echte, frische Cranberries! Ich bin total begeistert. Es mag ja sein, daß man die in der großen Stadt dauernd bekommt aber hier auf dem Dorf kriegt man sie nur in Form eines realtiv fragwürdigen Saftes. Normalerweise jedenfalls.

 

Und um mein Glück perfekt zu machen, hab ich auch noch Sweet Potatoes bekommen. Hach! Jetzt steht dem Thanks Giving Essen fast gar nix mehr im Wege. Jetzt muß nur noch den Truthahn geliefert werden.

 

Naja, und gemacht werden muß das Dinner auch noch – plus dem berühmten, nicht fehlen dürfenden Thanks Giving Apple Pie für den Kindergarten von Kind Nummer 1 – die Geschichte dazu darf sich dann der Autor ausdenken.

 

Hach, ich freu mich – denn das ist das Gute an binationalen Ehen – irgendwie hat man doppelt soviele Feiertage, die man feiern darf!

 

Published in: on 19. November 2007 at 20:03  Schreibe einen Kommentar  
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Häusliche Krankenschwestern

Früher, also in meiner BC (Before Children) Zeit, da lebte ich ja in der irrigen Annahme, daß sich hauptsächlich Leute jenseits der Rente über Krankheiten und Zipperlein unterhalten würden.

Heute weiß ich es, wie so vieles, besser. Ich schwöre, wenn zwei Mütter länger als 30 Minuten aufeinander treffen, werden sie sich über Kinderkrankheiten, deren Bekämpfung und bei ganz jungen Müttern auch noch die Häufigkeit des Stuhls (für Nichteltern – ich rede hier nicht von den Stühlen, auf denen man gemeinhin sitzt sondern eher dem inwändigen Teil des… lassen wir das einfach mal so stehen) der kleinen Süssen. Es ist unglaublich. Selbst Mütter, die noch ein Leben ihr Eigen nennen, die berufstätig sind, Hobbies oder wenigstens ab und an noch mal Sex haben – sie alle können es nicht lassen, ab dem ersten Husten des Kindes darüber zu reden. Was sich dann bei mehreren Kindern und dementsprechend mehr Krankheiten potenziert.

Außerdem ist es schlicht unfaßbar, wie gut man in kürzester Zeit mit medizinischem Gerät und Medikamenten umgehen kann. Einen Pari Boy (sollten bis hierhin immer noch Unbekindete mitlesen – das ist ein Inhaltor für zuhause) baue ich nicht nur in Rekordzeit im Dunkeln mit einer Hand auf, ich bringe zudem noch die richtige Lösung mit dem jeweiligen Medikament in der korrekten Dosierung in die Maschine. Auch und gerade wenn ich dabei noch ein strampelndes und kreischendes Kind mit dem anderem Arm auf der Hüfte halte. Und die  freundliche Apothekerin, die mir erklären möchte, daß dies ein Trockensaft ist und unterbreche ich mit „Gute Frau, ich habe zwei Kinder“ – worauf sie wiederum nur wissend lächelt. 

Ach ja, und erwähnte ich schon, daß der Besuch beim Kinderarzt keine Bronchitis, sondern  eine Mittelohrentzündung hervorbrachte? Vielleicht sollte ich einfach jegliche andere Aktivität für die nächsten 4 Jahre auf Eis legen und mich nur noch der Gesundung irgendwelcher Familienmitglieder widmen…

Published in: on 17. November 2007 at 19:40  Schreibe einen Kommentar  

Bericht aus dem Lazarett

Erstmal: Vielen lieben Dank für die lieben Worte, die mir ganz viele aufgrund des Kruppanfalls von Kind 2 geschickt haben. Sie haben mich sehr aufgebaut, es ist immer gut, wenn man weiß, man ist nicht die Einzige im Universum, der das passiert. Außerdem hab ich noch den einen oder anderen Tipp bekommen, den ich noch nicht kannte.Es geht ihm etwas besser, aber leider scheint sich auf den Krupp jetzt noch eine Bronchitis gesetzt zu haben – ich werd dann nachher mal wieder meine Freundin, die Kinderärztin, aufsuchen. Freundin deshalb, weil ich die Gute in den letzten Wochen mit beiden Kindern wieder mehr gesehen habe als alle meine Bekannten und Freundinnen zusammen. Wird wieder Zeit für eine Familienpackung Trüffel für die Schwestern dort…  Wobei  mir einfällt, ich selbst muß irgendwann auch noch mal zum Arzt und mir eine Grippeschutzimpfung holen – nicht auszudenken, wenn es mich auch irgendwann mal zerreißt und ich darnieder liege. Mütter dürfen sowas nicht – absolutes Geht Gar Nicht. Bei Vätern funktioniert das leider nicht – der Autor fängt sich in etwa alles an Bakterien und Viren ein, was so ein durchschnittlicher ostdeutscher Kindergarten zu bieten hat. Und das sind viele. Plus diejenigen, die sich beim ungenannten Arbeitgeber auf den gemeinsam genutzten Tastaturen tummeln. Ich tippe mal auf ein sehr, sehr häusliches Wochenende.  Ich geh schon mal und hol die Schwesterntracht vom Boden…  

Published in: on 15. November 2007 at 09:20  Schreibe einen Kommentar  

Das Grauen hat einen Namen

Und der ist Pseudo-Krupp. Ich habe habe ja immer schon gesagt, ich würde meinem Kind gerne die Schmerzen abnehmen. Aber heute um exakt 4:39 passierte mit das Schlimmste, was ich je mit einem meiner Kinder mitgemacht habe. Wer das noch nicht mitgemacht hat, dem kann man das auch nicht beschreiben. Das Kind, das am Abend vorher noch glucksend mit einem selbst zusammen gesehen hat, wie Tim Mälzer sich zum Affen macht, kriegt plötzlich keine Luft mehr ,bekommt Panik und bellt sich die Lunge aus dem Leib. Begleitet wird das Ganze von rasselnden und pfeifenden Geräuschen und Du denkst, Dein Kind stirbt Dir in den Armen weg.

Noch nie war ich so kurz davor, den Notarzt zu rufen – wirklich noch nie. Gut, es gibt Medikamente und da ich jetzt weiß, was es ist, werde ich wohl nicht mehr am Rande eines Nervenzusammenbruchs stehen, wenn es noch mal passiert. Aber einmal reicht völlig, ich brauch das nicht noch mal.

Kann mal bitte jemand irgendeine Pille zur Gelassenheit bei Müttern in solchen Situationen erfinden? Und wenn wir dabei sind, bitte auch gleich eine, die verhindert, daß man nach überstandener Situation (also wenn man dann vom Arzt und nach einer Odyssee durch sämtliche Apotheken des Dorfes nach einem Inhalationsgerät (die natürlich aufgrund der Jahreszeit alle ausgeliehen sind) wieder da ist und das Kind sicher in der Armen einer Vertrauensperson – hier des Autors – liegt) nicht völlig fertig und zitternd auf die Couch zusammensackt. Das wäre nett – danke!

Published in: on 12. November 2007 at 20:08  Schreibe einen Kommentar  

Was ist ein Jahr?

Ich komm mir vor wie meine Oma. Den ganzen Tag schon denke ich „Himmel, schon so lange her. Und es ist, als sei es erst gestern gewesen“ gefolgt von einem laaaaangen Seufzer. Mütter wissen, wovon ich rede – der erste Geburtstag des Kindes. Es gibt wenig auf der Welt, was einen sentimentaler macht, als genau dieser Geburtstag. Gerade noch ein kleines total hilfloses Wesen, das in diese Welt geworfen wurde heute ein Einjähriger, der selbstbuwußt genau weiß, welche Knöpfe er drücken muß, damit Mama und Daddy spuren. Und obwohl die Familienplanung abgeschlossen ist – es ist schon seltsam, wie wehmütig es mich stimmt, dass ich nie wieder ein so kleines Wesen im Arm halten werde, das zu mir gehört….

Ach, seufz, ich trink jetzt einen Rotwein und ergieße mich in Sentimentalitäten…

Published in: on 10. November 2007 at 19:39  Schreibe einen Kommentar  

Dein Kind im Alltag – Heute: Ernährung

Im allgemeinen achte ich schon sehr auf die Ernährung meiner Familie. Ich koche auch wirklich gerne und man sagt mir nach, es würde schmecken. Und essen tu ich schon mal dreimal gerne. Also versuche ich auch meinen Kindern die Bedeutung von Essen und Nahrung beizubiegen.

Nun unterliegt aber auch das einem gewissen Wandel, wie ich ja schon beim einschlafen gemerkt habe. Ganz aktuell wurde es aber, als die Patentante, die nicht nur Patentante bei Kind Nummer 1, sondern auch noch bei ihrer Nichte ist, da war. Ihre Nichte ist nämlich fast auf den Tag so alt wie Kind Nummer 2. Und sie hat erzählt, daß dieses Kind nur Brei oder Gläschen bekommt, kein gewürztes Essen, keinerlei Milchprodukte, nichts Süsses und vor allem – Essen immer pünktlich zur gleichen Zeit und wenn das Kind nicht aufißt, dann ist das ein Drama.

Und während sie so erzählte, sah ich voll schlechten Gewissens meinen Sohn an, der gerade mit Begeisterung die Familiengraupensuppe inhalierte. Das Gesichtchen war noch von der Schokolade verschmiert, die er ganzganzganz hinten im Spielhaus vom Tochterkind gefunden hatte – dem Papier nach zu urteilen lag es seit Ostern da. Und außerdem war es schon 14 Uhr, vorher waren wir unterwegs und das Kind hatte zur Hungerüberbrückung ein Brötchen in die Hand gedrückt bekommen.

Und plötzlich fiel mir ein, was für einen Zampano ich mit der Erstgeborenen veranstaltet habe – nur Selbstgekochtes, kein Zucker, keine irgendwiegeartete Kuhmilchprodukte vor dem ersten Lebensjahr – und Schokolade – Göttin bewahre. Tja. Und jetzt isst mein knapp Einjähriger Wirsingeintopf, spuckt mir Brei lustvoll auf den Pullover und schaut mich angewidert an, wenn ich mit etwas Püriertem ankomme. Irgendwo auf der Strecke zwischen dem ersten und dem zweiten Kind hat mich wohl die Realität eingeholt.

Und ich finde, jede Mutter hat das Recht, sich aufzuregen, wenn der knapp 85jährige Uropa der viereinhalbjährigen Urenkelin löffelweise Sprühsahne zu essen gibt. Und jede Wette, daß mir das bei meinem irgendwann dreijährigen Sohn nix mehr ausmachen wird? Und weil ich diese weise Selbsterkenntnis habe, werde das nächste Mal wieder lächeln, wenn das Mittagessen meines Kindes aus Sahne mit Sahne besteht. Und es zu Hause dann wieder detoxen.

Published in: on 7. November 2007 at 21:03  Schreibe einen Kommentar