Dein Kind im Alltag – Heute: Ernährung

Im allgemeinen achte ich schon sehr auf die Ernährung meiner Familie. Ich koche auch wirklich gerne und man sagt mir nach, es würde schmecken. Und essen tu ich schon mal dreimal gerne. Also versuche ich auch meinen Kindern die Bedeutung von Essen und Nahrung beizubiegen.

Nun unterliegt aber auch das einem gewissen Wandel, wie ich ja schon beim einschlafen gemerkt habe. Ganz aktuell wurde es aber, als die Patentante, die nicht nur Patentante bei Kind Nummer 1, sondern auch noch bei ihrer Nichte ist, da war. Ihre Nichte ist nämlich fast auf den Tag so alt wie Kind Nummer 2. Und sie hat erzählt, daß dieses Kind nur Brei oder Gläschen bekommt, kein gewürztes Essen, keinerlei Milchprodukte, nichts Süsses und vor allem – Essen immer pünktlich zur gleichen Zeit und wenn das Kind nicht aufißt, dann ist das ein Drama.

Und während sie so erzählte, sah ich voll schlechten Gewissens meinen Sohn an, der gerade mit Begeisterung die Familiengraupensuppe inhalierte. Das Gesichtchen war noch von der Schokolade verschmiert, die er ganzganzganz hinten im Spielhaus vom Tochterkind gefunden hatte – dem Papier nach zu urteilen lag es seit Ostern da. Und außerdem war es schon 14 Uhr, vorher waren wir unterwegs und das Kind hatte zur Hungerüberbrückung ein Brötchen in die Hand gedrückt bekommen.

Und plötzlich fiel mir ein, was für einen Zampano ich mit der Erstgeborenen veranstaltet habe – nur Selbstgekochtes, kein Zucker, keine irgendwiegeartete Kuhmilchprodukte vor dem ersten Lebensjahr – und Schokolade – Göttin bewahre. Tja. Und jetzt isst mein knapp Einjähriger Wirsingeintopf, spuckt mir Brei lustvoll auf den Pullover und schaut mich angewidert an, wenn ich mit etwas Püriertem ankomme. Irgendwo auf der Strecke zwischen dem ersten und dem zweiten Kind hat mich wohl die Realität eingeholt.

Und ich finde, jede Mutter hat das Recht, sich aufzuregen, wenn der knapp 85jährige Uropa der viereinhalbjährigen Urenkelin löffelweise Sprühsahne zu essen gibt. Und jede Wette, daß mir das bei meinem irgendwann dreijährigen Sohn nix mehr ausmachen wird? Und weil ich diese weise Selbsterkenntnis habe, werde das nächste Mal wieder lächeln, wenn das Mittagessen meines Kindes aus Sahne mit Sahne besteht. Und es zu Hause dann wieder detoxen.

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Published in: on 7. November 2007 at 21:03  Schreibe einen Kommentar  

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