Family, Wii

Zitat des Tages

Oder besser der Nacht. Vom Autor: 

„Du weißt, Du wirst alt, wenn Deine 4jährige Tochter ihr Computerspiel schneller durchgespielt hast, als Du“

Und noch eins. Diesmal von Kind Nummer Eins als der Autor bei Mario Galaxy nicht weitergekommen ist:

„Daddy, wenn Du schön übst, dann schaffst Du das ganz bestimmt“

Ich sollte diese Familie nach Weihnachten nicht nur auf Zucker detoxen sondern auch auf Computerviren.    

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Life

Alle Jahre wieder

Die Zeit zwischen den Jahren ist ja eher seltsam – irgendwie ist mir nach Wochenende und ich bin immer ganz erstaunt, wenn man wer weiß wie lange auch in kleinen Geschäften wie dem Bäcker oder dem Metzger nebenan einkaufen kann.

 

Irgendwie scheint die Welt langsamer zu laufen, fast alle (außer die armen Einzelhändler und noch ärmere Bloggerinnen) haben frei. Irgendwie scheint alles gedämpfter und leiser. Und irgendwie scheint niemand dagegen gefeit zu sein.

 

Und deswegen bleibt es auch bei diesem eher besinnlichen Eintrag – denn die grauen Wattetage haben sich auch im Speckgürtel von Berlin niedergelassen.

 

Aber bald ist ja wieder Silvester – da wird die friedliche Melancholie mit Lautstärke ausgetrieben.

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Gesundheit, Life

Verschwörungen und Jugendschutz

Ich gestehe: Ich bin Ex-Raucherin. Naja, jedenfalls fast. Manchmal, zu besonderen Gelegenheiten wie Beerdigungen, extrem stressigen Situationen oder Weihnachten greife ich schon mal wieder zur Zigarette. Ja, ich weiß, ich bin ein willenloses, inkonsequentes Ding, was das angeht. Und ich stehe dazu.

 

Am ersten Weihnachtstag abends sassen wir in meiner alten Heimat, einer westfälischen Kleinstadt, in der einzigen Kneipe, in der man als Mitt- bis Enddreißiger noch sitzen kann, ohne das man sich wahlweise wie im Seniorenheim oder auf einer Abifeier fühlt. Und wie wir da so sassen, Leute guckten und auf etwaige Bekannte warteten, überkam mich der alte Drang nach einer Zichte. Unter dem mißbilligenden Blick des Autors ging ich also Richtung Zigarettenautomat. Ich werfe das Geld ein, drücke – und nichts passiert. Ich rüttele – nix. Ich gebe dem Automaten Tiernamen – umsonst. 

 

Eine mitleidige Raucherseele sieht das, kommt und meint, ich müsse meine Geldkarte einstecken, um zu verifizieren, daß ich 16 bin. 16! Ich! Aber bitte, was tut man nicht alles für den Jugendschutz. Leider, leider, leider habe ich keine Geldkarte und mit Kreditkarten funktioniert das nicht. 

 

Bevor der Autor eine Suchmeldung aufgeben konnte, stapfte ich sehr, sehr wütend wieder nach oben. Und reeeeeeegte mich auf. Der Autor kam aus dem Lachen nicht raus, während ich rumzeterte, ich sei jetzt knapp 40 Jahre alt und dürfte mir immer noch keine Zigaretten kaufen, wenn ich es wollte. Als dann die sehr nette (uns sehr junge) Bedienung rumkam und fragte, ob es noch was sein dürfte, meckerte ich immer noch. Worauf sie nur meinte „Ach, dafür haben wir eine Ziggicard“ 

 

Hocherfreut sprang ich hinter die Theke, griff mir die Ziggicard, raste runter und steckte hoffnungsfroh das Teil in die Maschine. Aber ich brauchte auch diesmal drei Versuche, damit ich diese dämliche Schachtel aus dem Ding kriegte.  Mit triumphierender Miene ging ich wieder hoch und steckte mir eine an – nicht, daß ich sie noch mochte, aber es war einfach eine Frage der Ehre.

 

Und außerdem bin ich der festen Überzeugung, daß der Jugendschutz nur als Tarnung herhalten muß und das Ganze eine perfide Art der Regierung, des BND und der Heilsarmee ist, damit Gelegenheitsrauchern  auch noch die letzte Zigarette zu vermiesen.

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Family, Food, Life

Kulinarische Entdeckungen eines Einjährigen!

Ein weiteres, klassisches Beispiel dafür, wie sich Sichtweisen verändern.

 

In meiner b.K. Zeit hab ich mich ja über Leute lauthals empören können, die ihre 3jährigen mit zu McDonalds und Co. schleppen. Gut, das hatte sich dann nach einer gewissen Zeit erledigt *hüstel*. Aber Kleinstkinder? Die, die noch im Hochstuhl sitzen? Und dann noch mit dem Zeug füttern? No way.

 

Es begab sich aber zu der Zeit, als meine Tochter ob guter Führung eine Juniortüte versprochen bekam. Und sich „rein“ setzen wollte. Da ich eine definitive Verfechterin von positiver Verstärkung bin und sie wirklich lieb war, als der Autor in der Ferne weilte, willigte ich ein. Also, Kind Nummer Eins bekam die Juniortüte, Kind Nummer Zwei ein Salatblatt von Mutter in die Hand gedrückt. Kind spielt mit Salatblatt und steckt es probehalber in den Mund. Andere Mütter (alle nur mit einem Kind) schauen sehr interessiert. Sohn knabbert an Salatblatt, hält inne, bläht die Naseflügel, schnuppert, spuckt das lästige Grünzeug aus, zeigt mit dem kleinen Finger auf Schwesterleins Pommes und ruft laut und verständlich:

 

„Daaaaaaaaaaaaaaaa!!!“

 

in das volle Lokal. Mittlerweile schauen mich alle Anwesenden der umliegenden Tische an. Ich lächle und versuche meine Sohn mit Shrimps, deren Backteig ich abgeknibbelt habe abzulenken. Kind testet, schluckt und schreit – jetzt schon vehementer – indes er auf die Pommes zeigt

 

„Daaaaaaaaaaaaaaa!!!!“

 

Langsam macht sich Getuschel breit und Mutter macht einen letzten Versuch mit Apfelschorle abzulenken. Klappt genau 5 Sekunden

 

„Daaaaaaaaaaaaaa!!!!“

 

In einem Ton, der nichts Gutes verhieß. Natürlich bin ich hart geblieben … gegenüber den empörten Blicken der Einzelkindmütter, die alle keine Ahnung haben, wie es ist ein Zweitkind zu haben und hab meinem Kind eine Pommes in die Hand gedrückt. 

 

Und so ging unsere Mahlzeit sehr friedlich zu Ende. Tochter sprang im Spieledingeskirchen umher, Sohn mümmelte sehr hingebungsvoll an der Pommes und Mutter bat in Gedanken all den Frauen um Verzeihung, die sie für genau so eine Sache vor knapp 2 Jahren noch verurteilt hat.

 

Und das werden die Mütter in diesem Restaurant auch tun – wenn sie denn ein zweites Kind bekommen…

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Internet, Life

Das Internet macht einsam

Ich war heute auf der Beerdigung eines kleinen Mädchens. Ich hatte es nie vorher gesehen. Auch ihre Familie kannte ich bis heute nur virtuell. Die Mutter war, wie wir heute festgestellt haben, „immer irgendwie zusammen mit mir zusammen schwanger“. Wir kennen uns aus einem Forum für Eltern und die Geimeinschaft dort ist über die Zeit zusammengewachen.  

 

Zusammen mit den Eltern dieses Mädchens haben wir alle ein knappes Jahr lang gehofft, gebangt und am Ende geweint. Und zur Beerdigung sind nicht nur Berliner Mütter gekommen. Frauen, mit denen ich nicht viel gemeinsam habe – außer die Teilnahme an einer virtuellen Gruppe, die sich grob aus dem zugegeben realtiv großen Begriff „Hilfe, ich habe ein Kind und nun?“ zusammen gefunden hat. 

 

Und weil wir so verschieden sind und außer der Tatsache, daß wir Kinder haben, nicht so wahnsinnig viel gemeinsam haben, zicken wir auch mal gerne, sticheln oder rollen über uns die Augen. Aber wenn es hart auf hart kommt, dann halten wir zusammen. Ich werde nie vergessen, wie mir ein paar Frauen mitten in der Nacht über den ersten Nachtschreck von Kind Nummer Eins geholfen haben. Daß es keine Frage war, Kind Eins mal eben spontan Herberge zu geben, damit ich wegen beginnender Lungenentzündung von Kind Nummer Zwei innerhalb von zwei Minuten zum Arzt konnte. Als ich überraschend ins Krankenhaus kam, wurden bis zur Entwarnung schon Fahr- und Kindaufpaßgemeinschaften gegründet. Meine Familie hat echte Freunde dort gefunden. Und das sind nur die Beispiele, die mir ohne Nachdenken in den Kopf kommen.

 

Und wenn ich dann höre, wie ach so einsam das Internet macht, daß Menschen vor dem Bildschirm verblöden und überhaupt so ein Computer per se aggressiv macht – dann möchte ich Euch Unkenrufern zurufen:

 

„Ihr habt sowas von keine Ahnung“

 

Eine Gemeinschaft besteht nun mal aus Menschen und sie ist immer so gut oder so schlecht wie diejenigen, die sie bilden. Und da macht es keinen Unterschied, ob diese Gruppe sich in einem Raum mit Wänden und Dach oder in einem virtuellen im Netz trifft. 

 

Ein kleines Mädchen ist nicht mehr bei uns, sie wird ein Loch in unserer Gemeinschaft hinterlassen. Aber sie hat vielen von uns etwas gezeigt – nämlich, daß wir eine sind.

 

Danke, Enni.

 

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Family, Life, Reise

Allein zu dritt

Ich möchte heute eine Lanze für alle alleinerziehenden Mütter brechen. Ich war ja diese Woche Strohwitwe – und ich muß sagen, es macht keinen Spaß.  Und das, obwohl die Kinder (oder ich) wider Erwarten weder am Noro-Virus noch an irgendeiner anderen Pestilenz erkrankt sind.

 

Es ist einfach anstrengend, ständig zwei Kinder koordinieren, für alle da sein, dauernd nachts raus zu müssen, zwischendurch zu arbeiten, den ganzen alltäglichen Wahnsinn dieser Familie plus den der restlichen Welt, der ausgerechnet diese Woche auf mir abgeladen wurde – ne, das brauch ich einfach nicht. Von der ständigen alleinigen Verantwortung rede ich gar nicht. Soviel Adrenalin kann ich gar nicht aufbauen, daß ich das über längere Zeit überlebe.

 

Nur gut, daß der Autor morgen früh wieder die alte Welt betritt. Ich werde mit den Kindern am Flughafen stehen, eine grottenschlimme Brühe in der Hand, die mir als Kaffee verkauft wurde und am Gate auf den Ernährer der Familie warten. Und gleich nach der Begrüßung bekommt er beide Kinder in den Hand gedrückt und ich atme das erste Mal seit einer Woche wirklich durch.

 

Oder anders: Lieber Autor, ich habe Dich wesentlich mehr vermißt, als ich es für möglich gehalten habe…

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