Ein Käfig voller Narren

Kann sich jemand ausser mir noch an seine Kindergeburtstage erinnern? Es gab Topfschlagen und Blinde Kuh. Kuchen und Würstchen. Geschenke und regelmäßgie Tobsuchtsanfälle, weil ich immer bestimmen wollte. Meine Mutter hat meine Kindergeburtstage gehaßt und war jedes Mal froh, wenn sie gerade vorbei waren und sie ein Jahr Pause hatte.

Mit Sicherheit gab es aber keine „Themengeburtstage“ bei denen alles in Pink und in Barbiesachen dekoriert war. Man hat den Kindern keine kleinen Tütchen – mit Prinzessinnenaufdruck versteht sich – mit rosa SchnickSchnack als „Give Away“ mitgegeben. Auch verkleidet haben wir uns nie zu Geburtstagen. Und das tollste Event, das es mal gab, war ein Besuch im nächstgelegenen Tierpark.

Heutzutage ist das anders. Keine Feier ohne Motto – Piraten, Prinzessinnen oder Dinos. Es gibt Eventberater, die zu einem kommen und ganz tolle Zaubertricks und andere Kinderbelustigungen durchführen. Und viele verlagern den Kindergeburtstag gar ganz von zuhause in Indoorspielplätze, auf Pferdehöfe oder zu Knut. Outsourcing für die Kleinen.

Hat man ein Sommerkind, dann braucht man sowas nicht. Ein Garten, ein Sandkasten und viel Wasser. Schon ist der perfekte Kindergeburtstag organisiert. Macht das mal im März oder im November – wenn man nicht bei dem eigenen Kind und den Gästen eine Lungenentzündung riskieren will, muß man die Feier reinverlegen. Das geht ungefähr bis zum vierten Geburtstag gut. Danach wird es purer Streß – schon weil Kind Nummer Eins locker die dreifache Menge an Kindern einladen will als ihre Mutter. Und es gibt immer, immer, immer Tränen und irgendwer bekommt immer einen Heulkrampf.

Und genau deswegen wird dieses Jahr der Geburtstag von Tochterkind pädagogisch wertvoll im Museum stattfinden. Da gibt es Leute, die es toll finden, mit schwierigen 5-jährigen Mädchen eine Feenjagd mit anschließender Schatzfindung durch das Museum machen. Die Eltern verziehen sich dann in die Küche und bereiten die Tafel für die müden Feenwesen. Und dann bringe ich die Kinder heim und damit ist es dann gut. Und ich steh dazu. So. Nämlich.

Und alle, die jezt Nostalgiegefühle bekommen, die können sich gerne melden, im November habe ich noch einen Geburtstag eines bis dahin mit Sicherheit auch Freunde habenden Zweijährigen. Ich gebe die Orga und die Durchführung gerne ab. EMail bitte an mich.

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Published in: on 10. Februar 2008 at 21:27  Schreibe einen Kommentar  

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