Blumen zur Entschuldigung

Wenn man, wir wir schon ein paar Mal umgezogen ist und seine Freunde eher selten sieht, dann vergißt man schon mal Geburtstage. Wir sind mittlerweile dafür bekannt, circa drei bis fünf Tage nach den eigentlichen Geburstag anzurufen, zu gratulieren und uns wortreich zu entschuldigen. Das hat schon fast was von einem Ritual.

Nun ist es eine Sache, sowas am Telefon zu klären. Weitaus dümmer ist es aber, eine Freundin im Kindergarten zu treffen und zu fragen

„Sag mal, was machst Du eigentlich jetzt schon hier, mußt Du nicht arbeiten?“

und das schon sektseelige Grinsen nicht richtig zu deuten. Aber noch blöder ist es, wenn man die Mutter derselben Freundin am selben Tag anruft, weil man etwas braucht, die Mutter fragt

„Sag mal, hast Du nicht was vergessen?“

und man sich lediglich den Kopf darüber zermartert, ob man beim letzten Besuch vielleicht das Fläschchen von Kind Nummer Eins dort gelassen hat. Und nach nur einer Minute sechsunddreißig Sekunden bin ich dann auf den wahren Grund der Sektseeligkeit gekommen.

Der dorfeigene Florist hat sich gefreut und der Wein zum Anstoßen hat dann doch noch geschmeckt. Und spontan mußte ich an die Studie denken, die herausgefunden hat, daß Nutzer kein 546tausendstes Gadget haben wollen sondern eigentlich nur an den Geburtstag von Freunden erinnert werden wollen. Selten habe ich mich von einer wissenschaftlichen Studie so wiedergefunden wie in dieser.

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Published in: on 18. Februar 2008 at 20:31  Schreibe einen Kommentar