Family, Life

Happy Birthday, Dear!

Nun ist es also soweit – der Autor hat die Dreißigerzone verlassen und wurde in den Club der Vierziger aufgenommen. Die Jugend wurde gestern gebührend verabschiedet und heute tritt etwas Neues ein, das sich wohl nicht wesentlich von den Jahren vorher unterscheiden wird, verabschiedet.

Aber schön zu wissen, daß Feiern mit den Jahren nicht schlechter sondern eher schöner werden. Dafür wird der Tag heute eher ruhig und gesittet – was auch gut ist, denn ich zumindest leide etwas an den Folgen von gestern.

Lieber Autor, ich wünsche Dir ein tolles zweites Lebensdrittel, weiterhin so viel Spaß und Lebensfreude und (in unserem Alter muß man das leider wünschen) viel Gesundheit.

Ich liebe Dich!

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Life

Nur das Genie beherrscht das Chaos

Ich melde mich dann mal ab. Der Autor feiert am Sonntag den letzten Tag seiner Jugend – und hier herrscht das Chaos. Alles was nicht niet- und nagelfest ist muß auf den Dachboden und damit außerhalb der Sichtweite der Gäste geschleppt werden, es muß geschrubbt und gewienert werden und das Buffet muß auch noch gerichtet werden.

Es ist also viel zu tun und noch weniger Zeit. Und ich bin jetzt schon ein Wrack. Bis Montag dann.

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Family, Gesundheit, Life

Die Entdeckung der Langsamkeit

Ich frage mich allen Ernstes, wie ein Kind, das beim Skirennen die Erste wird, das immer die erste in der Schlange bei der Eisdiele ist und das ständig beim Spazierengehen bis zun Horizont vorrennt, bei den alltäglichen Dingen des Lebens eine Trödeligkeit an den Tag legen kann, daß man meinen könnte, sie hätte das Temprament einer Wanderdüne.

Kind Nummer Eins treibt mich gerade zum Wahnsinn. Morgens anziehen unter 30 Minuten ist nicht möglich – und da ist noch kein Zähneputzen oder Haarekämmen drin. Ich muß alle 2 Minuten ins Zimmer kommen, auf die rausgelegten Sachen zeigen und sowas sagen wie „Da liegen Deine Klamotten, nicht im Bücherschrank“. Wenn es dann ans Fertigmachen für den Kindergarten (oder irgendwo anders, zu dem man Schuhe und Jacke anziehen muß) geht, hilft nur noch ein „Also – ich geh jetzt.“ – dann wird sie plötzlich wieder ganz schnell.

Und ganz heftig sind die Mahlzeiten – es wird gespielt, gehampelt, gemäkelt und so langsam gekaut, daß man in der Zeit Löcher in Zähnen behandeln könnte, wenn sie denn welche hätte. Gleichzeitig jedoch ist Holland in Not, wenn sie „die Letzte“ beim Essen ist. Was sie natürlich regelmäßig ist, denn Kind Nummer Zwei inhaliert sein Essen zur Zeit, Mutter ist als gute Germanin schnell dabei, denn es könnten ja die Römer kommen und das Essen wegschnappen. Der Autor ist als amerikanische Fraktion zwar auch eher langsam und ißt lauwarm – aber gegen dieses Kind ist selbst er ein Schnellesser. Übrigens hilft alles Wegräumen von auch nur im entferntesten als Spielzeug zu gebrauchenden Gegenständen nichts, denn dann wird eben mit dem Essen gepielt – und das will keiner.

Ich hab beschlossen, mir jetzt einen Tee zu machen, mich im Schneidersitz auf die Erde zu setzen, das Müttermantra runterzubeten und die Göttinnen der Schnelligkeit um Geduld anzuflehen. Und im Baumarkt morgen noch eine Rolle Nerven, Stärke Stahlseile zu besorgen.

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Family, Life

Neulich im Supermarkt

Als ich noch dachte, ich wäre Ostern in anderen Gefilden und der Autor allein zuhaus, kaufte ich gegen 11 Uhr des Vormittags viel, viel gefrorenes Fertigessen und noch mehr Ostersüsses. Das dauerte etwas länger, weil es einfach so voll war, daß ich mich in Kriegszeiten zurückversetzt sah. Kind Nummer Zwei hielt nicht durch. Er schaut mich kurz vor der Kasse mit glasigen Augen an und knallte unschön mit dem Kopf auf den Handlauf vom Einkaufswagen.

Also schnell zur Kasse, damit das Kind noch schneller ins Auto kommt. Hinter mir ein älteres Ehepaar, dahinter eine Riesenschlange. Ob des mit dem Kopf hin und her schwankenden Kindes, ging es bei mir nicht wirklich schnell. Zumal er dann auch aufwachte und bitterlich schrie. Woran denkt man automatisch in so einer Situation? Kurz vor den Feiertagen, Riesenschlange hinter mir, schreinendes Kleinkind und Mutter dadurch mehr als langsam? Genau – man erwartet quasi giftige Blicke und ätzende Kommentare. Ich begann schon zu schwitzen, in Erwartung dessen, was denn da gleich kommen sollte.

Mitnichten. Der ältere Herr hinter mir versuchte erst den Kleinen zu trösten und als das nicht fruchtete, nahm er mir kurzerhand die Waren vom Band und meinte

„Darf ich kurz helfen?“

und packte mir meinen Wagen. Seine Frau machte hilfreiche Bemerkungen. Die Kassierin murmelte etwas von

„Lassen Sie sich Zeit“

Und die wachsende Schlange hinter uns überschlug sich mit Bekundungen wie

„Ach, ist ja auch viel für so einen Kleinen“
„Haben Sie gesehen, wie süss er geschlafen hat“
„Ach schön, daß es sowas noch gibt“

Ich war total verwirrt. Sowas geht normalerweise in Deutschland gar nicht und schon mal überhaupt nicht vor einem Feiertag. Die Leute hatten eindeutig nicht den Verhaltenskodex gelesen.

Aber vielleicht tut sich einfach was in diesem Land. Vielleicht begreifen die Menschen auch, daß Kinder zwar oft nervig sind, aber zum Leben dazugehören. Ich jedenfalls habe mich nach allen Seiten bedankt und als wir die Kasse verließen, stellte mein Sohn das Gebrülle ein und winkte den Leuten sein einmaliges „Bye-Bye“ zu. Und ich schwöre, alle Leute dort hatten ein Lächeln auf dem Gesicht.

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Life

Es gibt Dinge, die ändern sich nicht

Heute habe ich eine „Ersatzhandlung“ begangen, wie mir der Mann von der Parkbank bescheinigte. Eigentlich wollte ich endlich mal aufräumen und wischen. Uneigentlich habe ich mit meiner Freundin aus Seoul parallel auf youtube rumgetrieben und unendlich viele alte Lieder aus den 80ern gehört.

Wir haben geschwelgt bei Kyrie von Mr. Mister, geweißtdunochs bei Tracy Chapmans Talking Bout A Revolution und mit Kind Nummer Zwei auf dem Arm getanzt zu Gold von Spandau Ballet.

Zwei Dinge hat mir das gezeigt: Ich werde vergesslich und alt – beim Wembley-Konzert, bei dem Tracy Chapman zum ersten Mal aufgetreten ist, wußte ich auf Anhieb nicht mehr, ob es sich um das Mandela oder das Live Aid Konzert handelte. Beide sind aber mal locker 20 Jahre her und ich erinnere mich gut an sie.Aber wenigstens bin ich noch nicht so alt, als das ich nicht bei einem guten Song singend und tanzend durch das Wohnzimmer wirbeln kann – und das mir das immer noch wichtiger ist, als der Hausputz.

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Family, Life

One of those days

Manche Tage sind besser als andere. Dieser heute war schlechter.

Ich wollte heute in die große Stadt. Nicht irgendwo in die große Stadt – nein, nach Steglitz. Dort wohnen zwar nicht die elegantesten Menschen der Hauptstadt, aber doch schon Teile des oberen Viertels. Da will man sich nicht gleich als Landpomeranze outen, also wandet man sich nett, entscheidet sich für Linsen statt Brille und natürlich wird sich geschminkt. Das heißt, ich wollte das tun. Aber wer zwei Kinder hat, die ebenfalls morgens fertig gemacht werden wollen und einen Mann, der bis tief in die Nacht gearbeitet hat – der versteht, was ich mit „die Unvollendete“ meine. Nachdem ich also ungelogen in jeder Bekleidungsstufe einmal rausgeschossen kam, um die Kinder vor dem gegenseitigen Massakrierungstod und den Autor vor dem Aufwachen zu retten, beließ ich es beim alltäglichen Nullachtfuffzehn Programm.

Bei der Eingewöhnung bei der Tagesmutter, zeigte Kind Nummer Eins, sonst die Liebe in Person, den anderen Kindern erstmal wo der Hammer hängt. Rein körperlich seltsamerweise der zierlichste, wurde den anderen Kids eindrucksvoll gezeigt, wer hier der neue Boss ist – was die sich auch gefallen ließen (Kunststück, er hat ja eine große Schwester, an der er übt). Die Tagesmutter deutete dann auch sehr vorsichtig an, daß er doch vielleicht das Wort „Nein“ noch verinnerlichen müsse. Wem sagt sie das?!

Dann nach Hause, Sohn beim Autor abgeliefert, in die – hochhackigen – Stiefel rein und ab zur Bahn. Im Zeitungsshop ist mir dann aufgefallen, daß ich leider meine Geldbörse zu Hause hab liegen lassen.
Mit Geld, Kreditkarten und Fahrkarte drin. Also Kommando zurück und wieder heim laufen, weil ich ja das Auto für Autor und Kinder gelassen hatte. Weil es dann aber mehr als knapp wurde, bin ich mit dem Rad zur S-Bahn gefahren. Ganz schlechte Idee, wenn man einen Mantel an hat. Den ich dann morgen gleich mal in die Reinigung bringen darf, weil er es mir übelgenommen hat, zwischen Reifen und Schutzblech zu kommen – unnötig zu sagen, daß es gerade geregnet hatte und dementsprechend meine Reifen und jetzt sieht der Mantel dementsprechend aus.

Auf dem Bahnsteig sprach mich dann ein pubertärer Jüngling an „Haben Sie mal Feuer?“ Sie. Sie! Gemeinhin bin ich ja sehr für gute Manieren, aber wenn schon rebellische Dorfjugendliche anfangen mich zu siezen, dann seh ich so alt aus, wie ich nie werden kann.

Also bin ich in Steglitz in eine Parfümerie und wollte neben der Tagespflege noch eine spezielle Augen-Antifalten-Creme.
„Ja, da hätten wir einmal die mit vorbeugender Wirkung und diese hier, die schon vorhandene Fältchen reduziert – warum probieren Sie die nicht mal aus?“ Ich hab sie gekauft.

Und bevor noch irgendetwas anderes passieren kann, bin ich danach dann sofort nach Hause und hab mich ins Bett gelegt. An manchen Tagen sollte man einfach nicht aufstehen. Und wenn sich das schon nicht verhindern läßt, dann sollte man wenigstens zu sehen, daß man sehr schnell wieder da rein kommt.

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Family, Garten, Life

Frühling läßt sein blaues Band

Es frühlingt hier – das hat Vor- und Nachteile.

Ein Vorteil ist ganz klar, daß man die Kinder nehmen kann, sie dick anzieht und sie dann im Garten aussetzt. Schnell noch Roller und Bobbycar rausgestellt und den Sandkasten aufgemacht und man hat mehr oder minder seine Ruhe.

Der Nachteil ist, daß jeder Nachbar und sein Freund vorbei kommen, ein Schwätzchen halten und dieses krönen mit den Worten „Bei Dir sieht es aber noch gar nicht frühlingshaft aus!“. Das könnte man als nachbarschaftliches „DasgehtDichgarnichtsan“-Gerede abtun. Wenn, ja wenn sie nicht alle recht hätten. Bis heute mittag hatte ich genau ein einziges, einsames Krokusslein in meinem Beet im Vorgarten, das sich tapfer gegen das aufkommende Unkraut verteidigte.

Jetzt gibt es Töpfe voller blühender Stiefmütterchen in allen erdenklichen Farben, wesentlich weniger Unkraut – dafür einen schmerzenden Rücken und zwei sehr saubere (weil vor dem Bad vorhin sehr dreckige), müde Kinder, die hoffentlich mal die Nacht durchschlafen (hahaha.)

Doch, ja, ich mag den Frühling. Deswegen soll es ja nächste Woche auch wieder schneien.

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