Family, Life

Nachricht im Wäschekorb

Ich glaub, ich hab doch was richtig gemacht.

Jedenfalls hab ich das gestern in meinem Wäschekorb unter der Wäschespinne gefunden

Message in a Wäschekorb

Und ich habe weder Geburtstag noch ist Muttertag!

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Life

Die Macht der Zahlen

Unsere Nächte sind gerade wieder unruhig und kurz. Kind Nummer Eins plagt wieder die Albträumeritis, das hat sie in bestimmten, nicht näher definierten Abständen immer mal wieder. Als erfahrene Mutter weiß ich, daß es keinen Sinn hat, sie in ihrem eigenen Bett zu lassen. In unserem wacht sie zwar auch auf, aber ich muß zum Beruhigen nur rüber greifen und nicht ständig raus aus dem Bett, über den Flur, beruhigen, wieder über den Flur, rein ins wieder erkaltete Bett. Und das fünf Mal die Nacht. Das ist anders schon besser. Wenn auch nicht gut.

Leider hat Kind Nummer Zwei seine nächtliche Quengelphase dieses Mal schlecht synchronisiert und heute den Autor auch kaum schlafen lassen. Und zusätzlich zu meiner Tochter, die nach so einer Nacht dann wenigstens lange schläft, stellt der Kleine neue Frühigkeitsrekorde auf. Heute war es 5:45 als ich mit ihm runterkam, was 5:30 aufwachen gleich kommt.

Das ist eine 5 vor dem Doppelpunkt. Das geht gar nicht. Alles was vor einer 6 ist, ist unmenschlich. 6:01 hört sich auch schon ganz anders an als 5:58 oder so. ich hoffe wirklich, er hat eine gute Entschuldigung wie Halsschmerzen (die Tochterkind und ich jetzt der Reihe nach hatten/haben) oder Zahnungsbeschwerden. Ansonsten muß ich noch mal einen ernsthaften Beschwerdebrief an die Entwickler schicken. Da können die Vögelein noch so niedlich zwitschern des Morgens und die Sonne kann sich noch so spektakulär ihr Licht durch die Wolken bahnen. Um diese Zeit wird geschlafen!

Noch jemand einen Kaffee intravenös?

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Family, Life

Zitat der Woche

Gestern bringe ich Kind Nummer Eins und eine Kindergartenfreundin zu den Klangflöhen, unserer hiesigen musikalischen Früherziehung (bei zwei komplett unmusikalischen Eltern muß man auf familienfremde Instiutionen zurückgreifen, um den Kindern wenigstens eine Chance zu geben). Kind Nummer Zwei sass auch mit im Wagen. Im Auto veranstalteten die drei einen Riesenradau und ich hatte eine Ansage zu machen.

„Alle Kinder mal ruhig und zuhören“

Stille, dann meinte meine Tochter

„Ich bin kein Kind, ich bin medium-sized“

Wer genau wollte noch mal, daß dieses Kind binational erzogen wird?

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Family, Food, Life

Angegrillt ist

Heute wurde ich gefragt, ob ich schon total im Osten assimiliert sei. Diese Frage sei durchaus berechtigt, meint der Autor, der ja einer der unamerikanischten Amerikaner ist, wenn es ums BBQ geht. Alles was ordentlich auf einen Grill kommt, von Männern gejagt und getötet (wahlweise beim Metzger gekauft) und auf dem offenen Feuer gebraten wird, hat ja in Ländern wie den USA oder auch Australien – also den klassischen Auswandererländern – Tradition. Wäre ich bösartig würde ich sagen, daß es ja irgendeine Tradition geben muß – aber dann gehen mir die Ruhrpottler an den Hals.

Es ist zwar zuviel gesagt, wenn man behaupten würde, daß der Autor grillen hassen würde, aber er ist nicht so begeistert davon wie andere Mitglieder dieser Familie. Da trifft es sich natürlich eher schlecht, daß der durchschnittliche ostdeutsche Mitbürger im Dezember das letzte Mal gegen Weihnachten eine halbe Gans aufs Feuer schmeisst und spätestens im Februar wieder angrillt.

Und vorhin war es soweit, das erste Grillen im Hause S. in Z. wurde terminiert- ich habe der Tatsache geschuldet, daß ich a) aus dem Westen bin und b) es wirklich kein schöner Frühling gewesen ist. Ich habe lange gewartet, aber das Wetter ist einfach zu gut, die Sonne zu warm und der Duft von Gegrilltem von allen Seiten zu übermächtig. Deswegen wird Mittwoch abend mit Freunden angegrillt. Mit magerem Hühnchen für den Autor, schon gierig angemeldeten Würstchen für Kind Nummer Eins, fettigem knusprigem Bauch für mich und etwas von allem für Kind Nummer Zwei. Die Gäste haben dann die Wahl.

Jaja, der Mensch ist eben auch ein Produkt seiner Umgebung. Und wer bin ich, daß ich mich dem entziehen kann.

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Family

Wenn sich eine Tür schließt

Die beste Schwiegermutter von allen hat mal gesagt, daß wenn etwas nicht so klappt, wie man es geplant hat, es für irgendetwas gut ist. Wie recht sie hat.

Kind Nummer Zwei schläft ja immer noch nicht alleine ein. Jedenfalls nicht zuhause. Jeder Versuch ihn dazu zu bringen wird mit Geschrei sondergleichen quittiert, was dann wiederum Kind Nummer Eins am Einschlafen mehr als hindert. Sie wird dann auch quengelig und den Rest kann sich auch der NichtKinderhaber sehr lebhaft vorstellen.

Der Autor ist da ja immer sehr geduldig, weshalb er den Kleinen meist ins Bett bringt – wenn er denn da ist. Diese Woche hat er aber Spätschicht. Also bin ich dran. Bis Anfang der Woche hat mich das irre gemacht, dieses unnütze Warten bis das Kind endlich pennt. Das macht mich ganz wahnsinnig und ist für mich einfach verlorenen Zeit, was sich wiederum auf den Kurzen überträgt, der dann erst recht nicht pennt.

Aaaaaaaaaaaber: Seit drei Tagen hat Mutter eine Methode gefunden, wie man die Einschlafzeremonie sinnvoll nutzen kann: Der iPod. Seit ich nicht mehr regelmäßig Bahn fahre, lag das Ding hier nutzlos rum und mit meinen Podcasts war ich etwa 4 Wochen hinterher. Jetzt aber liege ich neben seinem Bettchen auf einem weichen Lager und höre mir an, wie schön die Welt ist oder wie anderer Leuts Tag war. Leider schläft der Kurze ob der entspannten Stimmung wesentlich schneller ein und ich oft nur eine Folge mitkriege.

Ja, Schwiegermutter hat recht.

Ich warte dann mal auf die Erleuchtung, was um alles in der Welt es mir sagen will, daß der Kurze heute um 5:45 Uhr aufgestanden ist.

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Family, Life, Reise

It´s raining again

Ich bin wirklich ein friedliebender Mensch – aber dieser Regen macht mich langsam aber sicher wirklich aggressiv.

Normalerweise mag ich es, wenn ich morgens aufwache und der Regen tropft sanft auf das Dach über mir. Ich finde, daß hat so etwas Beruhigendes. Aber wenn dieses meditative Geräusch Tag um Tag um Tag auf mich einströmt, dann wandelt es sich in etwas Nervtötendes.

Der letzte Tag ohne Regen scheint Wochen her zu sein und so langsam stellt sich bei mir das Trübsal ein. Ich hab sogar schon zu extremen Maßnahmen gegriffen und für Kind Nummer Eins und mich eine Woche Costa Blanca gebucht, weil das Wetter hier auf unser aller Gemüt schlägt. Es wurde Zeit für diese Verzweiflungstat, als mein sehr heimatverbundenes Mädchen meinte

„Mama, ich will, daß wir nach Merika ziehen, da scheint immer die Sonne“

Klar, da wo wir immer hinfahren stimmt das zu 350 Tagen im Jahr auch (obwohl wir dort auch immer Regen abbekommen – ein sicheres Zeichen für den Onkel des Autors, daß die Germans zu Besuch sind).

Wie dem auch sei, Tochterkind redet jeden Tag von Sonne, Strand und Pool.

Und ich schwöre, ab dem Tag, an dem wir fliegen, scheint hier die Sonne und wir haben 25°C.

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Life

Du hast da eine Spinne

Die Spießigkeit meines Lebens läßt sich ja nicht aufhalten, langsam wird es peinlich.

Ich hatte gestern eine Hausfrauendiskussion mit Sandra zum Thema Wäscheaufhängen. Ihr Mann ist nämlich der Meinung, eine Wäschespinne ist neben Gartenzwergen so in etwa der Inbegriff des deutschen Spießertums. Deswegen bekommt sie keine in den Garten gestellt. Diese Argumentation kenne ich. Als ich eine haben wollte, fragte der Autor ob ich noch alle Latten auf dem Zaun hätte ich mir das wirklich antun wollen würde. Zitat:

„Warum willst Du eine Wäschespinne? Du hast einen Trockner.“

Ich kam mit Argumenten wie Stromsparen, arbeiten an der frischen Luft und ähnlichem. Allein – er schaute mich an, als hätte ich ihn gefragt, ob er Austern zum Abendessen haben wollte. Bis mir einfiel

„Und weißt Du, die Bettwäsche riecht so toll, wenn sie im Garten getrocknet wurde. Wie früher!!“

Nie hätte ich gedacht, daß der Ausdruck „Wie früher“ schon im Alter von vor 75 wirkt. Tut es aber. Er blähte die Nasenflügel, schnupperte und meinte dann, ich könne mir ja vielleicht doch mal probeweise eine kaufen und er würde mir die dann installieren. Ich zeigte stumm auf die Garage und drückte ihm das Werkzeug in die Hand. Seitdem fragt er schon im Februar, wann wir denn endlich wieder die Wäsche draußen aufhängen können.

Zurück zu gestern – ich erwähnte, daß ich gerade kurz vor dem großen Gewitter die Wäsche noch schnell reinbekommen habe. Was sich dann zu erwähntem Wortgefecht über Wäschetrocknen im Garten und dessen Spießerhaftigkeit entwickelte. Es wurden alle möglichen Argumente wie Umweltschutz und Begründungen siehe oben angeführt. Ich hörte mir das an und sagte dann ganz leise

„Also, ich finde ja, Wäsche von der Leine riecht wie damals“

Stille, tiefes Durchatmen und dann

„Naja, also dann hol Dir doch eine Wäschespinne“

Merke: Männer sind zum Großteil logisch, kommt man aber mit Logik nicht weiter, dann helfen immer Kindheitserinnerungen – vorzugsweise solche, die mit schmecken oder riechen zusammen hängen.

Und eigentlich glaube ich gerade auch nicht wirklich, daß ich eben einen ganzen Eintrag über Wäsche trocknen und Wäschespinnen gemacht habe.

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