Märchenhochzeit

Der Autor und ich sind in diesem August zehn Jahre verheiratet. Grund genug für ihn, unser Hochzeitsvideo endlich mal auf DVD zu bringen. Kind Nummer Eins bekam das mit und wollte unbedingt die Hochzeit und Mama im Brautkleid sehen.

Atemlos starrte sie auf den Bildschirm und als ich dann in meiner vollen Pracht auftauchte, hauchte sie ganz verzückt:

„Mama, Du bist ja sowas von Arielle“

Ob das jetzt auch ein Kompliment im Sinne eines Erwachsenen ist, wage ich noch zu bezweifeln.

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Published in: on 30. Juni 2008 at 09:37  Schreibe einen Kommentar  
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It´s raining – again

Auf mir lastet ein Fluch. Der Schlechtwetterfluch. Egal wo ich hinkomme, ich bringe schlechtes Wetter mit. Ich erinnere mich sehr ungern an Spanien im Mai – am Ankunftstag Sonne und 30 Grad, An Tag zwei Regen und 18 Grad. Die Woche danach könnte man als durchwachsen bezeichnen. Vor zwei Wochen im Centerparcs das gleich Spiel: Hinfahrt bei 32 Grad und der Planet brannte. Ab dem nächsten Tag ging es temperatur- und sonnenmäßig bergab, aber sowas von. Und jetzt Ostsee. Ich hab Tine & Co nebst Kindern besucht. Gestern tollstes Strandwetter und grillen auf der Terasse – heute Dauerregen. Aber wie.

Ich hab jetzt genau zwei Möglichkeiten: Entweder laß ich das Reisen ganz einfach sein oder aber ich aber ich bereise die Dürregebiete diese Welt – mit der Garantie, daß es auch dort nach spätestens zwei Tagen in Strömen regnet und sich um gefühlte 20 Grad abkühlt.

Published in: on 27. Juni 2008 at 20:14  Schreibe einen Kommentar  
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Katinka mit dem Lasso

Kennt jemand außer mir noch den Begriff „Kalter Krieg“? Nicht, daß ich ihn mir zurückwünsche, ganz bestimmt nicht – aber so richtig hab ich mich noch nicht daran gewöhnt, das er endgültig vorbei sein soll.

Anders ist es wohl nicht zu erklären, daß ich die Tage in einem Einkaufszentrum in einem Teil der großen Stadt war, deren, nennen wir es mal vorsichtig, Einwohner zu einem Großteil osteuropäischer Herkunft sind. Soweit so gut. Aufgrund eines Festes dort, traten auch Kinder im Alter von 4-14 auf und tanzten. Da Kind Nummer Eins bis vor kurzem auch zu einem „Onsombel“ gehörte, war klar, daß die nächste halbe Stunde zugeguckt werden mußte.

Mehrere Tanzgruppen traten auf, nett anzusehen, die Leitung hatte eine gewisse Ludmilla denNachnamenhabichmirnichtmerkenkönnen. Nach den üblichen Kindertanzlieder und russischer (glaub ich jedenfalls, kann aber auch lettisch oder ukrainisch gewesen sein) Folklore passierte es dann: Ein Peitschenknall und auf die Bühne sprangen zwei Cowgirls mit Jeans und Westernbluse und Hut und schwangen imaginäre Lassos. Die Nummer brachte fast mehr Applaus als „Katinka“. Und gleich als die Nummer vorbei war, ging ein Mann, der sich angeregt in einer Sprache, die ich ebenfalls als osteuropäisch identifizierte, mit einem T-Shirt auf dem groß prangte „OBAMA 2008“ an mir vorüber. Und außer mir fand das niemand seltsam. Was ohne Frage ein sehr gutes Zeichen ist.

Ich frage mich nur die ganze Zeit, was die ganzen tapferen, antiamerikanischen, prokommuistischen Mitglieder meiner alten AntiFa-AG dazu sagen würden. Sooooooo hatten sie sich die Gleichberechtigung der Völker nun bestimmt nicht vorgestellt.

Aber es ist schön, daß es Orte in dieser großen Stadt gibt, an denen man ein freudiges Lächeln erntet, wenn das Kind englisch mit eindeutig amerikanischem Akzent einen anspricht.

Published in: on 25. Juni 2008 at 10:45  Schreibe einen Kommentar  
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Resistance is futile

Ich bin nun seit 12 Jahren mit dem Autor zusammen und seit knapp 10 Jahren sind wir verheiratet. Vieles hab ich durch ihn kennengelernt, ausprobiert und für gut befunden. Einiges fand ich eher seltsam, aber ok. Und ein paar Sachen gehen gar nicht. Dazu gehört Erdnussbutter. Mal abgesehen davon, daß das Zeug mehr Kalorien hat als Rübensirup und Nutella zusammen, schmeckt es wie Socken in Turnschuhen nach einem Marathonlauf. Eines der sichersten Beweise dafür, daß Amerikaner einen eher ausgefallenen Geschmackssinn haben. Jedenfalls steht das Zeug bei uns im Vorratsschrank und wartet auf die Verwendung als Saucen-Basis für Saté-Spieße.

Jedenfalls bis vor zwei Stunden. Da überkam mich aus wirklich unerfindlichen Gründen der Drang nach Leicht&Cross mit Erdnussbutter. Dem ersten folgten weitere. Mehrere weitere.

Toll. Jetzt ist mir nicht nur der Spott des Autors und der Schwiegerfamilie sicher. Und das Aufkommen der Frage: Was kommt als nächstes? HotDogs? DrPepper? Oder gar RootBeer?

Jetzt wird mir wohl nichts anderes übrigbleiben, als dem Autor den Genuß von Mettbrötchen beizubringen – sonst ist das Essensgleichgewicht in dieser Famile in ernster Gefahr.

Published in: on 22. Juni 2008 at 19:36  Schreibe einen Kommentar  
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Und eins und zwei

Erinnert sich noch wer daran, daß ich die Wii schnellstmöglich wieder abgeben wollte? Ich bin damals familienintern demokratisch überstimmt worden. Und was hat mein Mikrokosmos, genannt Familie, jetzt davon? Eine mehr, mit der das Ding geteilt werden muß! Der Grund: Wir haben seit letzter Woche WiiFit. Ganz böses Foul an einer fast Vierzigjährigen Mittdreißigerln.

Die Leute von Nintendo sind ja perfide. Als erstes animieren sie zu einem Bodycheck, in dem der BMI getestet wird. Nun ist das ja so eine Sache, es gibt Stimmen die behaupten, das diese Methode total veraltet sei. Glühender Verfechter dieser Aussage ist der Autor. Jedenfalls, seitdem sein BMI laut Gerät immer höher und sein Mii immer breiter wurde. Meine Mii hingegen blieb brav im Normbereich. Mein höhnisches Gelächter verstummte allerdings, als das Wii-relevante Alter errechnet wurde. Jetzt hab ich keine Ahnung, wie diese Maschine das genau kalkuiert – und eigentlich will ich das auch gar nicht wissen, aber diese wirklich große, dicke, fette Anzeige war schuld, daß ich mir gleich wieder ein paar Haare mehr färben lassen mußte.

Und um eben das Alter meinen gefühlten 29 (jedenfalls an einem guten Tag) anzupassen, steh ich jetzt zuzüglich zu Pferd und Rad jeden Tag auf dem Brett und mache Yoga und Muskeltraining. Und wenn ich mal wieder eine Übung total versemmelt habe, höre mir von meinem durchtrainierten, animierten Trainer mit britischem Akzent an, daß ich ich ein klitzeklein wenig mit dem Fuß gewackelt habe und daß das gar nicht schlimm ist und daß das ganzganzganz schnell besser wird, wenn ich nur täglich übe. Doch, ich mag Dave (jemand mit einer solch näselenden Stimme kann nur Dave heißen).

Nicht ganz so sehr mag ich die Übungen – so toll und innovativ die Technik hinter dem Board auch sein mag. Ein Klappmesser bleibt auch mit dem Teil ein Klappmesser und eine Liegestütze geht auch nicht leichter davon, daß man die Hände auf einer ribbeligen, weißen Oberfläche hat.

Und da kann kann Dave noch so sehr säuseln, nach dem dritten Klappmesser verfluche ich ihn genauso wie einen realen Trainer. Nur lächelt der mich danach nicht mehr an.

Published in: on 21. Juni 2008 at 20:38  Schreibe einen Kommentar  
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Darwin im Dorf

Der Autor hat mir letztens erzählt, daß es einen Durchburch in der Evolutionstheorie gegeben hat und daß jetzt irgendwie nichts mehr so ist, wie es mal war. Das paßt, denn ich habe hier heute einen Durchbruch in der Verhaltenforschung gemacht. Und der nächste, der mir erklären will, männliches und weibliches Verhalten wäre rein sozialisiert und antrainiert, den lach ich aus.

Gerade eben, meine 5jährige Tochter durfte auf Grund akuten Nichtschlafenkönnens mit mir Fußball gucken, Ballack wurde gefoult

„Das war aber böse, das war nicht nett – und dabei ist der soooo süüüüüüüüüüüss!“

Mein Sohn hingegen schaut beim Fußball gebannt auf den Bildschirm und schreit

„Baaaaaaall!“

Vielleicht sollte ich meine Kinder als idealtypisches Geschwisterpaar der Forschung zur Verfügung stellen.

Der Luxus der kleinen Frau

Früher, ja früher war es für mich ein Luxus, einen Tag im Spa zu verbringen. Oder ein Wochenende in einem irre tollen Hotel.

Einige Jahre – gefühlte Jahrzehnte – später ist Luxus, eine halbe Stunde vor einem Termin zu früh zu sein, auf einem sonnigen Platz mitten im Leben zu sitzen, eine Tasse Milchkaffee vor sich und eine Zeitung in Ruhe lesen zu können. Und das, obwohl zuhause ein Arsch voll jede Menge Arbeit auf einen wartet.

Seltsam, wie schnell 30 Minuten doch vergehen können.

Published in: on 17. Juni 2008 at 11:26  Schreibe einen Kommentar  
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Das Fieber, das mich regelmäßig packt

Ich hab ja was gegen Nationalismus. Eigentlich.

Aber wenn unsere Jungs gleich wieder so schlecht spielen wie gegen die Kroaten *und* auch noch verlieren (schlechte Spiele in Tunieren bin ich ja noch aus der vor Klinsmannaera gewohnt – aber da haben sie sich wengistens fast immer bis ins Halbfinale durchgemogelt), dann können sie gleich geschlossen Asyl in Wien beantragen.

Alster ist kalt, Chips sind in der Schale, der richtige Kanal eingestellt. Ich bin dann mal weg.

Published in: on 16. Juni 2008 at 18:00  Schreibe einen Kommentar  
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Eins hab ich noch

Noch ein Zitat von Kind Nummer Eins:

Der Autor sieht ein Auto mit Dachgepäckträger

„Oh, look a car with a coffin“

„Was ist ein coffin?“

„It´s for dead people“

Tochter ganz aufgeregt

„Oh, prima, können wir das auch haben? Das will ich auch“

Pause

„Damit wir die Oma immer mitnehmen können“

Das ist eben die genetische Mischung aus Pragmatismus der Mutter und Buffy-Hörigkeit Affinität des Vaters

Published in: on 13. Juni 2008 at 06:58  Schreibe einen Kommentar  

Früh übt sich, wer eine Dame werden will

Was sagt es eigentlich über meine Qualitäten als Mutter eines fünfjährigen Mädchens aus, wenn selbige nach dem Besuch in einem Spaßbad ganz begeistert sagt:

„Maaaaamaaaaaa, schau mal, ich hab ja saubere Fingernägel!!!“

Ich glaub, das will ich gar nicht wissen!

Published in: on 11. Juni 2008 at 08:09  Schreibe einen Kommentar