Die Leiden des jungen W.

Wie schon mal erwähnt, muß Kind Nummer Zwei sich ernsthaft anstrengen, um von mir in die Rettungsstelle gefahren zu werden. Nun, Freitag hat er sich endlich geschafft.

Die Kinder waren im Garten und ich bin reingegangen, um ihnen was zu trinken zu holen. In der Küche angekommen, schau ich aus dem Fenster und seh meinen Sohn neben der Rutsche liegen. Nun fällt er schon mal gerne auf, unter, neben irgendwelche Sache. Ich also wieder raus, setzte ihn in den Schatten, tröstete ihn und gab ihm zu trinken. Soweit war auch alles gut, er wollte nur Körperkontakt. Also hab ich ihn bei meiner gerade ankommenden Freundn auf den Schoß gesetzt. Da sass er dann ganz ruhig, knabberte Erdbeeren und sah Tochter und Tochterfreundin beim Spielen zu. Das war der Punkt, an dem ich stutzig wurde, normalerweise würde er sich mit Geschrei auf die Mädels stürzen und sie nerven mitspielen wollen.

Wollte er aber nicht. also fing ich an, ihn abzutasten, Pupillen zu kontrollieren und zu schauen, ob er noch laufen kann. Alles kein Problem. Aber als ich ihn hinsetze, fing er an zu schreien. Als ich ihn dann noch probeweise wickelte, kam er aus dem jammern nicht mehr raus und meinte immer nur „Au, Au“. Das reichte dann. Ich übergab Kind Nummer Eins sowie den Haustürschlüssel der Freundin und bin in die nahegelegene Rettungsstelle.

Dort bin ich auch recht schnell dran gekommen, vielleicht lag es daran, daß der Kleine wirklich nur noch erschöpft in meinem Arm lag. Die Untersuchung ergab, daß er einen Arm mehr schont als den anderen, also ab zu Röntgen. Da lag er also, nur in Windel und mit einer dünnen Decke und sah zum Erbarmen aus. Und ich erspare den zarten Gemütern hier die Prozedur des Röntgens bei einem kleinen Kind, das Schmerzen hat. Aber wenigstens durfte ich die ganze Zeit dabei bleiben.

Zurück im Untersuchungszimmer dann die Diagnose: Handgelenk gebrochen. Die gute Nachricht: Gips reicht, er muß nicht operiert werden. Abgefüllt mit Schmerzmitteln und Gummibärchen ging das Gipsen dann auch erstaunlich nervenschonend für alle über die Bühne.

Tja, jetzt hab ich hier also einen eineinhalbjährigen Wasserjunkie, der bei 30 Grad Hitze einen Oberarmgips hat und nicht ins Wasser darf. Der Autor und ich schließen schon Wetten ab, wie lange der Gips hält.

Und als sekundären Krankheitsgewinn darf er Eis in Massen (Kalzium) essen und relativ oft kleinere Serien gucken. Ach ja, und er wird von zwei jungen Damen mit Donuts gefüttert.

Bis jetzt hält sich jedenfalls sein Leiden in eng umrissenen Grenzen:

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Published in: on 1. Juni 2008 at 06:12  Schreibe einen Kommentar  
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