Die wundersame Heilung des jungen W.

Mein Sohn kommt eindeutig nach meinem Vater. Wir waren heute bei einem Professor für Kinderchirurgie und ich wollte dem Kind einen modernen, leichten Kunststoffgips machen lassen. Ab dem vierten oder fünften Tag macht das Sinn, hat mir der Mann in der Rettungsstelle gesagt.

Also sassen wir heute wieder auf dem sehr vollen Gang eines sehr großen, neuen Krankenhauses. Das heißt ich saß, mein Sohn rannte, Kopf aerodynamisch auf der Brust, Gipsarm als Henkel in der Seite den Gang rauf und runter. Irgendwann kam der Arzt raus, schaute mich an, schaute Kind Nummer Zwei an und meinte „Sie – kommen Sie einfach mal rein“.

Und dann kam es. „Ah, Du bist der Bruchpilot. Jo, dann machen wir den Gips mal ab“

Mutter schaute irritiert „Ehhhhh“

Es folgte eine Abhandlung, daß bei Kindern Brüche schnell verheilen, zu lange Gips gar nicht gut sei und überhaupt, der Bruch ja auch nur an einer Seite sei. Ich solle bitte nur die Rutsche für die nächste Woche außer Reichweite stellen. Sprach´s, nahm die Schere und entfernte die Gipsschiene. Kind wurde wieder mit Gummibärchen ruhig gestellt.

Tja, und jetzt hat mein Kind keinen Gips mehr, keine Schmerzen mehr und bewegen kann er auch alles. Man soll es echt nicht meinen. ich kann mich noch erinnern, daß mein Bruder mal für einen ebenso unkomplizierten Knochenbruch 8 Wochen Gips hatte. Ist ja auch erst 26 Jahre her.

Auf jeden Fall war das nächste Planschbecken seins (also das von meinem Kind, nicht von von meinem Bruder). Leider stand das nicht bei uns im Garten sondern in unmittelbarer Nähe des Krankenhaus und nennt sich Brunnen. Aber so eine wiedergewonnene Freiheit will schließlich begossen werden…

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Published in: on 6. Juni 2008 at 18:55  Schreibe einen Kommentar  
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