Das bißchen Arbeit

Gestern bei der rein kindertechnisch besten Tagesmutter der Welt. Sie brauche nächste Woche drei Tage frei – aus gesundheitlichen Gründen. Ich war nicht begeistert, vor allem weil Kind Nummer Eins ab übernächster Woche für drei ganze Wochen Urlaub hat. Und darauf der Kurze auch noch eine Woche, weil sich Kinder- und Tagesmutterurlaub um eine Woche überschneiden, aber gut, wenn es denn gesundheitlich sein muß, dann…worauf mich die Tagesmutter unterbricht mit den Worten, sie hätte doch ihren Urlaub verschieben müssen um eine Woche, weil zwei Eltern nicht konnten. Und zwar nach hinten. Und ups, sie hätte total vergessen, mir das zu sagen, weil ich zu dem Zeitpunkt ja im Urlaub war (das war vor vier (!!!) Wochen) und eigentlich hätte sie auch nicht gedacht, daß das ein Problem sei, schließlich würde ich ja von zuhause aus arbeiten.

WAH! Ja, das entscheidende Wort heißt hier arbeiten.

Ich war wirklich nur sehr mühsam beherrscht, als ich ihr erklärte, daß nur, weil ich von zuhause aus arbeite, es nicht heißt, daß ich nicht Abgabetermine oder aber Außenmeetings habe. Langsam komm ich mir vor, wie ein Teil der arbeitenden Bevölkerung zweiter Klasse. Nachbarn fragen, was ich eigentlich den ganzen Tag zuhause mache (den Garten ja ganz offensichtlich nicht), Großeltern sind der Meinung, man könne frei nehmen, wann man will (ich arbeite ja nur so ein wenig rum zum Spaß) und Auftraggeber denken, man kann ihre Sachen sofort bearbeiten, weil man ja nur drauf wartet (und sonst als Mutter total unterfordert ist und somit dankbar für jede Nicht-Kinder-Arbeit ist). Von daher ist das jetzt wohl die logische Konsequenz.

So mit einem Tag Abstand schwanke ich gerade zwischen immer noch überschäumender Wut und fassungslosem, hysterischem Lachen. Vor allem, weil die Aussage diesmal von einer Frau kommt, die schließlich auch zuhause arbeitet. Eine Freundin meinte, ich solle ihr demnächst ohne Vorwarnung meinen Sohn um 18 Uhr abends bringen, wenn ich einen Abendtermin habe, mit den Worten, sie sei doch eh zuhause, dann könne sie auch eben mal meinen Sohn sitten.

Da das nicht geht und wir alle irre gesittet sind, werde ich also zusehen, wie ich Auftraggeber vertröste, ein extensives Kinderbespaßungsprogramm aufbauen, damit die Gören nach dem Abendessen totmüde ins Bett fallen, damit ich wenigstens ein paar Stunden am Abend habe und ansonsten die Tagesoma wieder aktiviere.

So als selbstständige Mutter, die von zuhause aus arbeitet habe ich ja sonst nichts zu tun und bin ja so froh, daß endlich die Leere ausgefüllt wird, die hier sonst den ganzen Tag herrscht.

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