Die armen Kinder von Brandenburg

Um mein Karma aufzubessern, habe ich mich gestern aufgerafft, habe endlich die sieben Kleider- und den einen Schuhsack vom Speicher geholt und sie zur Tafel gebracht.

Kind Nummer Eins sah es und fragte, wo ich denn hin will. Also bereitete ich die ganze Sachlage spontan kindgerecht auf und erklärte, daß ich die Sachen zu einem Laden bringen würde, die dann alles an arme Kinder verteilen würde. Oder an die Eltern der armen Kinder, die keine Arbeit hätten. Kind war ganz begeistert und hopste auf und ab. Sie wolle mit und mit den armen Kindern spielen.

Das erzählte sie auch die ganze Zeit im Auto, ich hielt es dann für angemessen, ihr die märchenhafte, romantische Vorstellung von „arm sein“ zu nehmen und bat sie, nicht darüber zu reden, wenn wir da sind, weil die armen Kinder das nicht so toll fänden. An der Tafel angekommen, half uns eine resolute Dame beim Auspacken. Sie wollte sich schon verabschieden, als meine Tochter sie anstupste, ihr den Teddy, den sie die ganze Zeit gehalten hatte gab und meinte:

„Du, kannst Du das bitte einem a – äh, einem Kind geben, das Du ganz besonders dolle magst?“

Irgendwas scheinen der Autor und ich dann doch richtig zu machen bei der Erziehung.

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Published in: on 24. Juli 2008 at 10:02  Schreibe einen Kommentar  
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