Gesundheit, Life

Wer schön sein will…

Sollte ich mich die nächsten Tage nicht melden, dann bin ich wahrscheinlich unter Drogen. Ich bekomme morgen meine Implantate. Alle drei auf einmal – was zu dem einen oder anderen vewirrten Gesichtsausdruck einiger Zeitgenossen geführt hat.

„Du gehst aber offen damit um. Habt ihr zuviel Geld? Und, eh, warum drei?“

Beim ersten war ich wiederum leicht verwirrt. Wieso offen? Und ja, es kostet einen halben Kleinwagen – aber Zähne sind nun mal teuer. Jaaaaaa, es handelt sich um Zahnimplantate und da ich keine Lust habe, mir das ganze einzeln und jede Woche ein bißchen machen zu lassen, geht das morgen dann in einem Rutsch in Vollnakrose. Und da Vollnarkosen nicht unbedingt meine Meisterdisziplin sind, kann es sein, daß dieses Blog ein paar Tage verwaist…

Sollte außerdem jemand das ultimative Schmerzmittel kennen, das nicht müde macht und trotzdem wirksam ist, dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt sein Wissen mit mir zu teilen.

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Life

Change in the village

Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Eintrag schreiben und dann arbeiten. Aber dann hab ich doch die Rede Obamas gesehen. Die volle Packung, die vollen 45 Minuten. Gut, es hat geholfen, vorher hier übersetzt zu lesen, worum es geht.

Nun bin ich ja Deutsche und dementsprechend sind mir diese Masseninzenierungen eigentlich eher suspekt. Und dieses ganze Gebimmbamborium brauche ich weder in der Politik noch anderswo. Aber abgesehen davon, daß dieser Mann ein Art an sich hat, die mich fesselt, hat er ziemlich zu Anfang eine Sache gesagt, bei der ich vor dem Rechner gesessen und nur laut

„Ja! Jaa! Jaaaaa!“

gerufen habe. Er sagte

„We are better than the last eight years, we are a better country than this.“

Das, genau das ist es, was ich seit Jahren versuche durchaus gebildeten Leuten klar zu machen, die mich mitleidig anlächeln wenn ich sage, mein Mann und die Hälfte meiner Kinder sind Amerikaner. Amerika ist nicht das, was es in den letzten acht, zugegeben für mein Dafürhalten schlimmen Jahren, dargestellt hat. Amerika ist nicht Bush und wie er es repräsentiert hat und was zur Folge hatte, daß europäische Medien nur noch Negatives zu berichten wußten.

Bedauerlicherweise hat Obama aber auch gesagt, daß Wohlstand und Glück auch immer in der harten Arbeit des einzelnen liegen. Was mich wiederum mit einem schlechten Gewissen zurückläßt, da sich die Berge auf meinem Schreibtisch stapeln. Und auch hier läßt mich der hoffentlich künftige Präsident nicht allein. Darum sage ich jetzt meinen virtuellen Aktenbergen den Kampf an und in der tiefen Hoffnung heute noch fertig zu werden, rufe ich:

„Yes, I can“

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Life, Reise

Bein zweiten Kind wird alles anders

Da es zur Goldenen Hochzeit auch mal eben wieder 500 km ein Weg waren, hatte ich mich für die Zug entschieden. Also Kinder Eins und Zwei gepackt, einen Koffer, eine Essenstasche, einen Rucksack für Kind Nummer Zwei, einen Trolley für Kind Nummer Eins und einen Kinderwagen (ja, wir waren immerhinvon Freitag bis Sonntag unterwegs) gepackt und ab in den ICE auf ins Familienabteil.

Dort wartete bereits eine weitere Familie. Mann, Frau und sehr süsses einjähriges Kind. Ich richte mich ein, die Kinder ziehen die Schuhe aus und gehen in der Kletterburg toben. Das einjährige Kind klettert mit Begeisterung auf dem Tisch rum und pfeffert lachend Sohns Flasche auf die Erde. Ich hebe sie wortlos auf und Mutter setzt zu einem:

„Na, Du sollst doch nicht….“

wird dann aber von der Samtpfötchenstimme des Vaters unterbrochen.

„Nicht meckern. Wir wollen doch nicht meckern, er kann ja nichts dafür, da müßen die Erwachsenen aufpassen, nicht wahr, Hasemäuseschnäuzchen?!“

Er sagte wirklich Hasemäuseschnäuzchen. Ich schaute von einem zum anderen und meinte nur

„Das ist Ihr erstes Kind, oder?“

Ja, war es. Und sie machten alles streng nach Ernährungstabelle und Stiftung Warentest, wahlweise Ökotest. Und als das arme Kind sich leicht, ganz leicht die Finger nach hinten gebogen hat, war der Vater allen Ernstes versucht, die Notbremse zu ziehen um einen Notarzt per Hubschrauber kommen zu lassen. Zeitweise suchte ich nach den versteckten Kameras. Aber das war wirklich alles kein Scherz.

Die Armen! Ich hoffe, sie haben sich vom Realitycheck, den ich ihnen notgedrungen beschert habe, erholt. Meine Kinder durften Schokoladenbrötchen essen, die nun wirklich nichts Natürliches mehr enthielten. Sie haben Wasser getrunken, das mit Aromastoffen versetzt war, während Kind Nummer Zwei hingebungsvoll mit den Rädern des Kinderwagens spielte und Kind Nummer Eins pädagogisch fragwürdige Musik auf dem iPod hörte. Und ich habe Horrorstories erzählt, in denen Großeltern, Kinderwurst, Sprühsahne, Kinder und raue Mengen in einem Satz genannt wurden.

Derweil ihr Kind seelenruhig mit dem Gesicht zu mir in seinem Wagen gespielt hat. Und irgendwie hatet es von der Erde ein Stück besagtes Schokobrötchen geangelt, daß Kind Nummer Zwei für nicht mehr essenswert befunden hatte. Und der Kleine knabberte glücklich daran rum. Es war zur Hälfte den Weg alles Irdischen gegangen, als die Eltern es bemerkten. Entsetzte Blicke trafen mich, Panik kam in den Augen hoch. Dann wurde der Blick zu meinen sehr gesunden und glücklich vor sich hin spielenden Kindern gewandt. Irgendwann brachte der Vater dann raus:

„Naja, ich glaube, vielleicht kann man einige Dinge ja doch lockerer sehen. Mäusepfötchen, gib mir doch das Brötchen. Nein? Nicht? Schau mal, ich hab hier einen ganz leckeren Dinkelkeks. Ganz bestimmt nicht? Na gut….dann….eh…“

Und so bekam auch dieses Kind, was ein ehrlicher Jäger verdient. Seine Beute. Was mir wieder sehr viel Zuversicht gibt, daß die Wirklichkeit absolut jeden kriegt. Steht auch irgendwo bei Stiftung Warentest. Bestimmt.

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Family, Life

Alles eine Frage der Perspektive

Ich war am Wochenende dann noch mal in der alten Heimat auf der Goldenen Hochzeit meiner Tante. Und neben der Tatsache, daß es schön ist zusehen, wie Menschen 50 Jahre wirklich durch Dick und Dünn miteinander gehen, war es einfach klasse die gesammlte Cousin- und Cousinenschaft wieder zu sehen. Da ich in unserer Sippe in der Generation mit meinem Bruder die Jüngste bin – alle anderen also mindestens vier Jahre älter sind als ich – hat es schon erstaunt am Tisch mit der Aufschrift „Junge Leute“ zu sitzen – was in etwa alle unter 60 beinhaltet. Und über 30. Der Rest lief unter Kinder.

Und schön auch zu sehen, wie sich die Ansichten verschieben. Früher, und da kann sogar ich mich noch dran erinnern, sind wir mit sechs beifahrenden Kindern im alten grünen Opel des ältesten Cousins mitgefahren. Er hatte den Lappen seit 2 Wochen und Kindersitzerhöungen gab es nicht (ja, es ist alles schon sehr lange her, seit ich ein Kind war). Kein Elternpaar schien sich darüber irgendwie Gedanken gemacht zu haben.

Ich hingegen habe Ängste ausgestanden, als ich fragte, wo denn die Tochter einer Cousine wohl bliebe, die meine Tochte mit auf eine kurze Einkaufstour mitgenommen hatte. Und mir die Mutter folgendes mitteilte:

„Och, das kann dauern, ist doch ihre erste Spritztour, sie hat doch erst seit zwei Tagen den Führerschein“

„Waaaaaaaaaas???“

„Ja, aber sie fährt ganz sicher. Glaub ich jedenfalls, ich hatte noch keine Chance mitzufahren“

Kind Nummer Eins ist übrigens wohlbehalten wieder gekommen und war total begeistert, weil die Cousinen-Tochter… genau in dem Moment hab ich sie unterbrochen und ihr gesagt, daß ich es einfach nicht wissen will. Und sie besser dem Autor gar nichts davon erzählt.

Soviel zum Thema, daß ich mit Sicherheit viel, viel cooler werden wollte als meine Eltern.

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Garten, Life

Wenn Tote telefonieren

Wir waren ja über das Wochenende in der alten Heimat. Und dazu gehört auch immer ein Besuch am Grab meiner Mutter. So standen wir da also, als es plötzlich summte. Gleichzeitig sagten wir beide:

„Dein Handy – das ist nicht meins!“

Einigermassen fassungslos sahen wir uns an. Derweil es wieder summte. Nun war es mitten am Tag, die Sonne schien, da wird man schon mal mutig – sogar auf einem Friedhof. Also ging ich in Richtung Geräusch – es kam vom Nachbargrab. Kurz hab ich ja wirklich überlegt, was ich tue, wenn das vibrierende Summen abbricht und jemand „Hallo“ sagt.

Aber es summte leise in bestimmten Abständen weiter vor sich hin. Also ich mir dann das Grab neben dem meiner Mutter etwas genauer – also sehr genau – ansah, sah ich zwischen Stein und Konifere einen Stab in der Erde. Eine Wühlmausabschreckanlage! In dem Teil des Friedhofes haben sie Probleme mit Maulwürfen und Co. – jedenfalls seit meine Mama da liegt, denn zwei Wochen, nachdem sie gestorben war, hat sich der Maulwurf aus unserem Garten (mit dem sie sich zeitlebens einen erbittertenden Krieg geliefert hatte) aufgemacht, die nunmehr für ihn friedliche Stätte unseres Gartens zu verlassen, um sich einen neuen Wirkungskreis zu suchen und ist plötzlich wieder bei Leuten, die eine wirkliche Herausforderung darstellen. Anscheinend haben Mamas Nachbarn den Kampf aufgenommen. Bis zu dem Punkt, an dem die Hilfe aus dem Jenseits anfordern.

So wie es aussieht, hilft aber auch das nicht.

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Life

Abends, halb acht in Deutschland

Ich scheine in einem meiner früheren Leben die eine oder andere höhere Gottheit beleidigt zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, daß mich die massive Heimsuchung der Telefonterroristen erreicht hat. Gestern waren es dann drei Anrufe innerhalb von 20 Minuten.

„Guten Tag, mein Name ist Hassenichgesehen, ich rufe an im Auftrage der Trendforschungsagentur Ichweißwasangesagtist an und ich wollte fragen…“

„Nein“

Und das geht schon die ganze Woche so. Ich versteh ja eins nicht: Wenn meine Nummer und Adresse schon erfaßt und verkauft wird, warum wird dann nicht gleichzeitig erfaßt, daß ich alle Anrufer gleich abwürge und auflege.

Hier noch mal zum Mitschreiben: Ich habe noch nie etwas am Telefon gekauft und ich werde es auch nie tun. Und ich hab andere Sachen im Leben zu tun, als so Idioten abzuwimmeln. Und ja, ich weiß, das Leben ist nicht immer fair und manche Leute haben es schwer, Geld zu verdienen und müssen per Kaltakquise ihre Brötchen verdienen. Das tut mir furchtbar leid und mein ein vollstes Mitgefühl ist mit diesen Leuten. Aber der nächste Verkäufer, der anruft, wenn die Kinder so gerade eben im Begriff sind/waren einzuschlafen, dem schicke ich den atomaren Telefonerstschlag durch die Leitung.

Und das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.

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