Sonntags im Dorf

Niemand kann uns vorwerfen, wir seien nicht effizient. Wir sind sogar so gut, daß wir mit zwei verschiedenen Kindern gleichzeiteig wegen zwei völlig unterschiedlichen Sachen in die Notaufnahme des gleichen Krankenhauses fahren.

Am Sonntag, ich telefoniere mit einer Nachbarin, höre ich es krachen und gleich darauf markerschütterndes Gebrüll. Kind Nummer Zwei lag auf dem Schaukelstuhl, der wiederum umgekippt war. Er ließ sich aber recht schnell wieder beruihgen.

Der Autor wollte ihn kurz danach ins Bett bringen. Vorher schauten wir uns aber noch unsere Tochter an, die an beiden Augen je ein Hagelkorn hat und nächste Woche daran operiert wird. Ihr linkes Auge war am unteren Lidrand rot und geschwollen und sah gar nicht gesund aus. Der Kleine hielt derweil sein Handgelenk in Schonhaltung.

Was sich in den nächste zehn Minuten auch nicht änderte, weswegen wir beschlossen, daß so ein Kinderhandgelenk zu wertvoll ist, um es leichtfertig auf´s Spiel zu setzen. Also Notaufnahme. Und während wir noch diskutieren, wer zu Hause bleiben darf mit dem Kind fährt, jammert Kind Nummer Eins, ihr Auge würde weh tun, wenn sie es schließt.

Ein Blick, ein Seufzen und die nächsten eineinhalb Stunden waren wir in unserem Stammkrankenhaus. Die reden mich da mittlerweile auch ohne Karte schon mit Namen an – diesen Sommer war ich mindestens 4 Mal mit einem meiner Kinder dort, gerechnet ohne vorgestern. Gleiche Notaufnahme, dann schwärmten wir aus. Der Autor mit Kind Nummer Eins in Sprechzimmer 1 – das ist das kinderchirurgische Zimmer. Ich hatte beide schon vor diese Tür plaziert – bin ja lernfähig. Und ich bin mit Kind Nummer Eins einmal quer durch das Gebäude in die Augenklinik – da, wir wir genau in fünf Tagen auch sein werden.

Um eine lange Geschichte fast kurz zu machen, der Sohn hat einen gequetschten Finger, den er jedem, der es sehen will oder auch nicht, mit einem wichtigen „Daaa aua“ zeigt und der mittlerweile eine sehr lilane Färbung angenommen hat. Das Augenlid des anderen Kindes hat jetzt statt einer verkapselten, eine akute Entzündung, sieht gefährlich aus, ist es aber nicht. OP wie geplant.

Und im übrigen werde ich dort demnächst einen eigenen Parkplatz beantragen. Gestern war ich mit schon oben genannter Nachbarin da – sie hatte sich an einer Dose geschnitten und mußte genäht werden. Und fragte mich tatsächlich, ob ich auch den Weg kenne. Ich hab sie ausgelacht.

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Published in: on 9. September 2008 at 20:14  Schreibe einen Kommentar  
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