Family, Gesundheit, Life

Das Schwerste im Leben einer Mutter

Ich habe heute eines der schwersten Dinge in meinem bisherigen Leben getan. Ich habe mein schon völlig weggetretenes Kind in die Hände fremder Leute gegeben. Bis zur OP-Schleuse durfte ich mit, danach sollte sie auf die OP-Liege krabbeln, was ihr schon mehr als schwer fiel. Zu gehen, als sich die Schleuse schloss war wirklich heftig.

Noch schlimmer war allerdings die Zeit im Aufwachraum – für Kinder gibt es in der Klinik einen eigenen Raum, in dem die Eltern Zutritt haben. Ich hatte mir vorgestellt, daß ich dort sitze und mein Kind sanft aus der Narkose hinausbegleite. Nicht vorbereitet war ich darauf, daß sie schreiend und weinend in Bett lag, als ich durch die Tür geschossen kam. Und sie war so gut wie nicht zu beruhigen, weder durch Schmerzmittel noch durch liebe Worte oder in den Arm nehmen. Selbst Bibi und Tina haben versagt. Aus Rücksicht auf die zarteren Gemüter verzichte ich hier auf nähere Beschreibungen – aber es hat keinen Spaß gemacht.

Was mir die Sache ein wenig erleichterte, waren die wirklich lieben Leute in Grün und/oder Weiß. Ausnahmslos alle, die mit meinem Kind oder mir zu tun hatten waren nett, lieb und freundlich. Ich kenne aus eigener Erfahrung noch die Schwesterndrachen, die Halbgötter in Weiß und die arroganten OP-Pfleger. Nicht so hier. Selbst die Ärztin, die die Voruntersuchung gemacht hat, keine Kinder- sondern Augenärztin ist, war ausnehmend gut im Umgang mit Kind Nummer Eins. Und noch nicht mal beim Essen gab es etwas zu meckern.

Und trotzdem, ich hoffe inständig, daß diese Erfahrung eine einmalige bleibt. Wie Eltern von schwerkranken Kinder das durchstehen, ist mir ein Rätsel, daß ich bete niemals lösen zu müssen.

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Life

12 von 12 im September

So, hier wie versprochen meine 12 von 12. Übrigens macht meine halbe Blogroll mit – für Voyoristen die Gelegenheit mal schnell ins Privatleben anderer Leute zu schauen.

Sowas nenn ich einen guten Anfang des Tages – einen Kaffe und eine Zimtschnecke mit einer lieben Freundin (das Foto von uns beiden wurde zensiert) in einer bekannten Kaffeehauskette.

Das ist der seperate Zähneputzraum bei meinem Zahnarzt – ich find das Waschbecken ja so cool!

Den find ich dann weniger cool…

Erholung bei einer guten Tasse grünen Tee bei einer anderen Freundin – die geschundene Seele streicheln

Der Autor und Kind Nummer Zwei beim nasse-Hunde-schütteln-sich-beobachten.

Wieder zuhause der Beweis, dass mein 22 Monate alter Sohn durchaus in der Lage ist, Computersimulationen zu spielen.

Und das ist dann meine Freundin Gaby – heute war Freundinnnentag!

Spendenkuchen für morgen – das Rezept ist noch aus Kindertagen.

Wer 2 von 3 Rennen gewinnt, braucht Stärkungen in Form von Teig. Viel Teig!

Die Maus – sie war nach dem Aufenthalt in der Kinderverwahranstalt bei einer Freundin und kommt deswegen diesmal wenig vor.

So, daraus wurde dann das Essen für Gaby und mich – Pasta in einer Fisch-Champagnersauce (mangels Champagner mit Sekt, aber Sektsauce hört sich nicht so gut an)

Aber vorher geht Kind Nummer Eins ins Bett – sollte ich ihn je wiederfinden!

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Internet, Life

Virtueller Striptease

Morgen ist 12 von 12 – Eine Gruppe von Leute tut sich zusammen und jeder zeigt an jedem 12ten eines Monats 12 Bilder aus seinem Leben.

Mittlerweile mache ich seit fast einem Jahr mit und es macht absoluten Spaß – soviel, daß ich mich entschlossen habe, meine 12 morgen abend im Blog zu zeigen. Nur so als Ankündigung und für diejenigen, die den Autor immer schon mal im wahren Leben sehen wollten.

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Life

Sonntags im Dorf

Niemand kann uns vorwerfen, wir seien nicht effizient. Wir sind sogar so gut, daß wir mit zwei verschiedenen Kindern gleichzeiteig wegen zwei völlig unterschiedlichen Sachen in die Notaufnahme des gleichen Krankenhauses fahren.

Am Sonntag, ich telefoniere mit einer Nachbarin, höre ich es krachen und gleich darauf markerschütterndes Gebrüll. Kind Nummer Zwei lag auf dem Schaukelstuhl, der wiederum umgekippt war. Er ließ sich aber recht schnell wieder beruihgen.

Der Autor wollte ihn kurz danach ins Bett bringen. Vorher schauten wir uns aber noch unsere Tochter an, die an beiden Augen je ein Hagelkorn hat und nächste Woche daran operiert wird. Ihr linkes Auge war am unteren Lidrand rot und geschwollen und sah gar nicht gesund aus. Der Kleine hielt derweil sein Handgelenk in Schonhaltung.

Was sich in den nächste zehn Minuten auch nicht änderte, weswegen wir beschlossen, daß so ein Kinderhandgelenk zu wertvoll ist, um es leichtfertig auf´s Spiel zu setzen. Also Notaufnahme. Und während wir noch diskutieren, wer zu Hause bleiben darf mit dem Kind fährt, jammert Kind Nummer Eins, ihr Auge würde weh tun, wenn sie es schließt.

Ein Blick, ein Seufzen und die nächsten eineinhalb Stunden waren wir in unserem Stammkrankenhaus. Die reden mich da mittlerweile auch ohne Karte schon mit Namen an – diesen Sommer war ich mindestens 4 Mal mit einem meiner Kinder dort, gerechnet ohne vorgestern. Gleiche Notaufnahme, dann schwärmten wir aus. Der Autor mit Kind Nummer Eins in Sprechzimmer 1 – das ist das kinderchirurgische Zimmer. Ich hatte beide schon vor diese Tür plaziert – bin ja lernfähig. Und ich bin mit Kind Nummer Eins einmal quer durch das Gebäude in die Augenklinik – da, wir wir genau in fünf Tagen auch sein werden.

Um eine lange Geschichte fast kurz zu machen, der Sohn hat einen gequetschten Finger, den er jedem, der es sehen will oder auch nicht, mit einem wichtigen „Daaa aua“ zeigt und der mittlerweile eine sehr lilane Färbung angenommen hat. Das Augenlid des anderen Kindes hat jetzt statt einer verkapselten, eine akute Entzündung, sieht gefährlich aus, ist es aber nicht. OP wie geplant.

Und im übrigen werde ich dort demnächst einen eigenen Parkplatz beantragen. Gestern war ich mit schon oben genannter Nachbarin da – sie hatte sich an einer Dose geschnitten und mußte genäht werden. Und fragte mich tatsächlich, ob ich auch den Weg kenne. Ich hab sie ausgelacht.

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Life

Die Sache mit der Wirklichkeit

Ich bin ja noch einen Artikel zu Frau Palin schuldig. Eigentlich wäre der in einem Satz abgetan:

Ich mag die Frau nicht.

Sie hat geschafft, was ganz wenige vor ihr geschafft haben: Innerhalb von 5 Minuten habe ich mich so über die Dame aufgeregt, daß ich mich so wirklich immer noch nicht beruhigt habe. Diese 5 Minuten waren die ersten, die von ihr international ausgestrahlt wurden. Es war an dem Tag, an dem McCain bekannt gab, daß sie seine Vize wird. Und sie stand dann da, bedankte sich wie es sich gehört, schwärmte von ihrem Ehemann (ok), erklärte wortreich den Stolz auf ihren Sohn (der – wie strategiepassend – die Tage in den Irak einzieht), dann wurden die Töchter kurz beim Namen genannt und als die Rede auf ihr jüngstes Kind, einen Sohn kam, wurde sie gleich wieder schwärmerisch und holte aus.

Merkt ausser mir noch jemand was? Für mich hörte sich das stark an, nach „Der große starke Held….und seiner Frau, die ihm tapfer zur Seite steht“. Hrmpf. Da kann ich ja gar nicht drauf.

Nun hat ja bekanntlichermaßen eine der Töchter schon vor Monaten alles getan, um aus dem Schatten ihrer Brüder heraus zu treten – was ihr absolut gelungen ist. Vom Irak-Bruder redet kein Mensch mehr, von Bristol schon – was Muttern nicht paßt, sagte sie doch, man möge ihre Familie bitte in Ruhe lassen. Und im nächsten Satz wies sie noch mal darauf hin, daß die Medien aber gerne über den kämpfenden Sohn im Irak….und so weiter. Leider spielen die da nicht mit und bestehen auf Berichterstattung von allen Kindern – oder keinem. Aber ich verliere mich…

Dat Bristolsche is also 17 und schwanger. Gut, passiert und ist gemeinhin kein Weltuntergang. Wenn, ja wenn Frau Palin nicht Enthaltsamkeit vor der Ehe gebetsmühlenartig runterrattern würde. Gepaart mit dem Verbot (wenn man sie denn verbieten lassen würde), in der Schule Aufklärungsunterricht zu geben. Hat ja gut geklappt. Jetzt mal bitte ehrlich, noch nicht mal der Papst glaubt ernsthaft daran, daß Teenies die Pfoten voneinander lassen können – das ist einfach so. Da machste nichts dran. Und ebenjenen dann die notwendigen Informationen vorzuenthalten, wie genau man sich vor den Folgen eines jeden Geschlechtsverkehres schützen kann, ist mehr als fahrlässig. Es sei denn, man kalkuliert genau das ein und will die Frauen ans Haus binden – ohne nennenswerte Ausbildung (wegen Kind). Löst das Arbeitslosenproblem. Außerdem weiß dann jeder, wo sein Platz ist. Und es spart kostbare Redezeit, wenn man zum Running Mate ernannt wird und 5 Kinder hat.

Denn natürlich wird geheiratet, natürich ist man überglücklich und natürlich wird der passende Vater stolz auf dem Parteitag der republikanischen Basis präsentiert – soviel zum Thema „Laßt meine Kinder in Ruhe“, sie reißt jetzt schon Teenies mit rein, die noch nicht mal mit ihr verwandt sind, aber wahrscheinlich keine andere Chance („It´s no choice, it´s a child“) haben. Was wiederum eine Sache ist, die Victoria schon sehr nett beschrieben hat.

Bis hierhin könnte man noch sagen, daß das alles Privatsache ist, nix mit der Mutter als Politikerin zu tun hat und auch hier weder bewiesen wurde (again), daß die Realität gnadenlos jeden bekommt. Was mir aber ernsthaft Angst macht, ist die Tatsache, daß diese Frau jetzt am eigenen Leib erfahren hat, was passiert, wenn Kinder nicht aufgeklärt werden. Und anstatt die Größe zu besitzen und zu sagen:

„Hey, Leute ich freu mich, Großmutter zu werden. Ehm, können wir noch mal schnell über das Thema Verhütung im Unterricht reden? Ich hätte da ein paar ganz neue Vorschläge“

hält sie stur an ihren Prinzipien fest. Und jetzt stell ich mir vor, sie geht genau so in wichtigen außenpolitischen Fragen vor – Fragen, die auch mich betreffen können. Obwohl sie es besser weiß. Da bin ich dann der Kolleteralschaden – und nicht ihre Tochter. Na, ich danke bestens.

Und das ist nur die Spitze des Eisberges, warum ich die Frau nicht mag.

Wobei ich damit recht alleine stehe, den Umfragen zur Folge ist sie wohl beliebter, als Obama, McCain und Biden. Nun ja. Jedes Volk bekommt die politische Elite, die es verdient. Und ich muß das wissen, ich bin Deutsche. Wir hatten 16 Jahre lang Kohl.

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