Life, Reise

Das Klo anderswo

Wenn ich mir was für das Neue Jahr wünschen darf, dann wäre es, das die Menschen etwas mehr nachdenken würden. Im Großen, etwa bevor sie irgendwelche Bombenangriffe starten wie auch im Kleinen, etwa wie man semiöffentliche Toiletten designt. Wobei ich mit Letzterem noch nicht mal das Aussehen als vielmehr die Zweckmäßigkeit meine.

Beispielsweise gibt es in den USA in vielen Toilettenkabinen von Restaurants oder Einkaufszentren kleine Klappsitze mit Gurten, auf denen man den Sprößling festschnallen kann, während man selbst in Ruhe seines Geschäftes nachgehen kann, ohne daß man wahlweise das Kind am Abrollen sämtlicher Klopapierrollen oder dem chemischen Untersuchen der Kloputzbürste hindern muß.

Da hat mal jemand mitgedacht – oder wahlweise alltägliche Erfahrungen einer Mutter gemacht.

In diesem Sinne – einen schönen letzten Abend des alten Jahres und ein glückliches neues Jahr!

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Life

Von 16 auf -2 Grad in 18 Stunden

So, wir wären dann auch wieder da. Mit vier Koffern, fünf Handgepäckstücken und zwei Kindern. Das ist dann eine Herausforderung, wenn man irrtümlich am „Check-in domestic flights“ aussteigt, aber das Gepäck bis Berlin durchchecken lassen will (was nicht geht) und dann mit Kind und Kegel sich Richtung komplett anderem Schalter aufmachen muß – und Kofferkarren durch Abwesenheit glänzen…

Aber wir haben es geschafft und es sind sogar alle Koffer angekommen – im Gegensatz zum Hinflug, aber vielleicht lag es daran, daß wir da auch nur 2 Gepäckstücke hatten (Santa und Christkind haben es dieses Jahr verdammt gut gemeint mit uns). Allerdings sind wir da auch schon etwa 30 Minuten zu spät gestartet. Bei einem Aufenthalt von 2 Stunden in JFK ist das knapp. Angekommen, standen wir in der Einreiseschlange und wurden erst nach sehr dringlichen Fragen und sehr süss guckenden Kindern vorgelassen. Dann schnell die Koffer vom Band geschnappt und zum Transfer Drop-off. Wo mich ein netter Mitarbeiter darauf hingewiesen hat, daß einer der Koffer leider nur bis JFK gecheckt war. Was aber wiederum nicht an unfähigen Mitarbeitern sondern an mir lag, weil ich leider den falschen Koffer (der aber exakt so aussah wie unser) in der Hektik gegriffen hatte. Also wieder durch die Security, Koffer gesucht, wieder zurück, wo Autor und Kinder ungeduldig warteten und das Bodenpersonal unterhalten haben.

Da hatten wir noch 20 Minuten bis zum Start. Kennt jemand den Terminal 3 im JFK? Der ist lang. Sehr lang. Also ich mit Kind Nummer Eins und Handgepäck zum Gate losgerast. Wo eine einsame Dame stand und mich aufklärte, daß leider, leider das Gate geändert wurde, wir müßten ans andere Ende. Am Rande eines Herzkaspers dort angekommen, standen dort schon zwei ungeduldige Damen, die uns „Hurry up“ entgegenriefen. Hinter mir hörte ich sehr keuchend den Autor und glucksend Kind Nummer Zwei auf seinem Arm

„Oh, da Eis. Oh, da Coke. Daddy, Coke haben?“

Der Autor war für diese Kommentare sehr dankbar. Wir schafften es also mit Ach und Krach in den Flieger. Die Koffer leider nicht mehr. Und so standen wir am Ende eines sehr langen, sehr hektischen und vor allem schweißtreibenden Tages mit ohne Klamotten auf der anderen Seite des Atlantiks. Aber es gibt nichts, was sich mit einer schnellen Waschmaschine, einem 24h Drugstore und einer Schwägerin mit derselben Kleidergröße nicht regeln ließe.

Das ist uns jetzt, wie gesagt erspart, geblieben. Die Kinder haben übrigens auf beiden Flügen ihre Schokoladenseite mehr als glänzend heraushängen lassen – wofür wir und die restlichen Fluggäste mehr als dankbar waren.

So, und jetzt lege ich noch einen Holzscheit auf, mache uns ein warmes, gutes Essen und versuche bis heute abend zu überleben. Irgendwie.

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Family

Zwei Mal werde ich noch wach…

Ich hatte ja schon mal drauf hingewiesen, daß Zeit seit geraumer Zeit nichts lineares mehr an sich hat?

Was zu beweisen war, denn im Moment rast sie bis Weihnachten nur so dahin. Es sind noch zwei Tage bis Heiligabend und mir fehlen noch mal locker 4 Geschenke (mindestens) und an Essen habe ich bis jetzt noch mehr so nix eingekauft. Geschweige denn irgendwas vorbereitet.

Und dabei dachte ich vor zwei Wochen, gefühlten zwei Tagen, ja noch ich hätte sooooooo viel Zeit. Und anstatt mich aufzuraffen und Dinge zu tun, sitze ich hier und schreibe einen Eintrag. Vielleicht geschieht ja ein Weihnachtswunder und alle Dinge sind in der Nacht zu Heiligabend alle erledigt.

Aber ich glaube, die Weihnachtselfen haben ein oder zwei andere Dinge zu tun, als einer faulen Erdenfrau zu helfen

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Internet

Und so fügt sich eins zum anderen

Manche Dinge regeln sich von selbst. Ich hatte ja ernsthaft ein schlechtes Gewissen, so kurz vor Weihnachten noch die spontane Ausgabe eines Rechners zu tätigen. So wird das nie was mit der ersten Million.

Aber es ist Weihnachten und bekanntlich gibt es da immer mal wieder ein Wunder für den Hausgebrauch. In unserem Fall ist das eine Mail von meiner Steuerberaterin, die mir die frohe Kunde einer Rückerstattung brachte. Oder wie meine Freundin meinte

„Es gibt einen Gott und er kann Laptoprechnungen lesen!“

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Internet, Life

Gleichberechtigung wie ich sie meine

Weil der Autor gerade etwas Zeit hat, machen wir gemeineam gerade unser Weihnachts-, Klamotten und Buchshopping. Bis gestern abend hatten alle was bekommen. Kinder wurden eingekleidet, Autoren bekamen neue Sachen – die einzige die leer ausging, weil keine Zeit mehr war, war ich.

Ich wollte mich daheim gerade beschweren, als mein Computer mir die Entscheidung abnahm. Er wollte einfach nicht mehr. Batterien luden nicht mehr, Safari dachte gar nicht mehr daran zu starten und was noch ging, dauerte ewig. Von dem fehlenden L (und damit @) rede ich erst gar nicht. Also beschlossen wir, daß mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk ein neues Laptop sein soll.

So lass ich mir das gefallen – der Mann bekommt schöne Anziehsachen um seinen ansehnlichen Körper rauszuputzen und ich bekomme einen Computer! Der Autor sollte vielleicht erst wieder nach ausreichender Erholungsphase ob des Schocks, daß mein Computer schicker ist als seiner, angesprochen werden. Aber er hält sich tapfer. Sort of.

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Family, Life

Ein Lichtelein im Fensterschein

Es ist wieder soweit. Weihnachten naht. In unserem binationalen Haushalt bedeutet das, daß Adventskalender und Countdown-Calender einträchtig nebeneinander hängen, es duften Spritzgebäck und Sugarcookies um die Wette und bunte Teller wie auch Stockings werden von Speicher geholt. Dazu spielt „White Christmas“ und „Morgen, Kinder wirds was geben“ (Kind Nummer Eins hat es sehr mit Weihnachtsmusik). Ja, alles könnte sehr traut und heimelig sein.

Wäre da nicht der alljährliche Streit um die Weihnachtsbeleuchtung jeglicher Art. Da kann der Autor seine amerikanischen Wurzeln respektive Kindheitserinnerungen nicht verleugnen. Bunt muß es sein. Und blinken wäre toll. Und ein aufblasbarer, bunter Santa würde sich in unserem Vorgarten total gut machen.

Ich hingegen mag unsere Nachbarn und bin mit der guten puristischen Tradition von weißen Lichtern groß geworden. Ich mag geschmackvolle Sterne und Lichtergitter in purem Weiß. Innerhalb und außerhalb des Hauses. Und da sich der Herr des Hauses den Rest des Jahres nicht um die Dekoration von Heim, Hof und Garten kümmert (und ich bin sehr dankbar dafür), muß er das im letzten Zwölftel des Jahres auch nicht tun.

Es bleibt also auch dieses Jahr dabei – keine bunten Lichter! Punkt.

Mit einer Ausnahme. Ganz zu Anfang unserer Beziehung war ich noch der Meinung, ich müßte seinen angelsächsischen Wurzeln Rechnung tragen und habe einen klitzekleinen Weihnachtsbaum mit bunten, blinkenden Lichtern für ihn gekauft. Mit der Maßgabe, ihn irgendwo aufzustellen, wo ich ihn nicht sehen muß. Und so packt er das mittlerweile sehr alterschwache Teilchen jedes Jahr wieder sehr liebevoll aus und stellt ihn neben seinen Computer im Arbeitszimmer. Dorthin zieht er sich dann in seinen Kindheitserinnerungsmomenten zurück. Womit ich gut leben kann.

Leider haben die Kinder diese Erinnerungen auch entdeckt und ziehen sich mit zurück. Und es kamen auch schon Anmerkungen, wie

„Findest Du nicht auch, daß bunte Licher sehr schön sein können, Mama?“

oder direkter

„Oh, light bunt“

Das hat man nun davon, daß man seinen Kindern eine binationale Erziehung angedeihen lassen will.

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