Zur frühkindlichen Therapie bitte hier entlang!

Wie schon erwähnt ist meine Tochter ja – rein gentechnisch gesehen – gar nicht meinte Tochter. Aber gegenüber meinem Sohn ist sie quasi mein Zwilling.

Das fing schon sehr früh an, sobald auch nur ansatzweise ein Haar oder ein Fussel auf seiner Flasche war, verzerrte sich das eben noch zufrieden trinkende Mündchen in eine quadratische Öffnung, aus dem nur Gebrülle kam. Und

„Hair!“

war eines seiner ersten Worte. Diese Obsession hat er immer noch. Neu hingegen ist, daß er Angst um die Hygiene seiner Finger hat. Er faßt nichts an, was dreckig ist, denn die Finger könnten ja was abbekommen. Dann bleibt das geliebte, gerade aus dem Mund gefallene Gummibärchen eben liegen. Und wenn es sich dann doch nicht vermeiden ließ, dann wird schnell zur Mutter gerannt

„Mama, putzen ab. Deckick!“

Und ganz schlimm ist es, wenn die Fußkoordination mal wieder nicht gepaßt hat und es ihn lang hingeworfen hat. Dann geht ein Aufschrei durch das Dorf. Aber kein „Aua“ oder gar Wehklagen…neinnein.

„Maaaaaamaaaaaa, Hand is deckich. Puuuuuuuuuuuutzen“

Ja, das geht sogar soweit, daß das Kind jeden Abend vor dem Schlafengehen sein Zimmer freiwillig und fast alleine aufräumt

„Ich cleanen sauber“

Was mich wiederum auch an der Verwandtschaft von ihm und seiner Schwester zweifeln läßt, denn sie läßt sich nur durch Androhung von Freundesbesuchsverbot lange und pädagogisch sinnvolle Diskussion dazu bringen, den Boden ihres Zimmers wenigstens so aufzuräumen, daß man die Farbe des Teppichs wieder erkennen kann.

Allerdings habe ich festgestellt, daß bei Kind Nummer Zwei anscheinend nur die Finger von der Dreckphobie betroffen sind. Denn er schien mir am Samstag eigentlich sehr glücklich, als er mit der Schippe Wasser und Sand gemischt hat, um den Matsch dann mit selbiger Schaufel über sich drüber in einen Eimer zu schippte. Wovon natürlich Dreiviertel des wertvollen Gemisches nicht im Eimer landeten, sondern auf den frisch gewaschenen Sachen.

Aber die Finger, die blieben sauber!

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Published in: on 17. März 2009 at 12:24  Schreibe einen Kommentar  

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