Zu früh gefreut…

An sich finde ich ja, daß die Digitalisierung des Schriftverkehrs sehr viel vereinfacht. Doch ja, wirklich. Erst gerade habe ich Rechnungen geschrieben, mich vertan und konnte einfach am Bildschirm löschen – kein Vergleich zu früher, als man ganze Pamphlete neu schreiben mußte.
Auch liebe ich meine Datenbank heiß und innig, ohne wäre ich ja komplett aufgeschmissen. Ich finde noch nicht mal Serienmails schlimm, sie haben mir bei Einladungen schon ziemlich Zeit erspart.

Allerdings, liebe Leute von Amazon, bedeutet das, daß man die entsprechenden Datenbanken pflegt, mails nicht unnütz durch die Gegend verschickt und geschultes Personal beschäftigt!!!

Wie ich hier erwähnt habe, wollte man mir einen freien Zugang geben, damit ich meinen Film online schauen kann. Und was hab ich mich gefreut. Doch dann passierte am Samstag….gar nichts. Ich bekam keinen Zugangscode. Also schrieb ich eine nette Mail auf die ich auch eine nette, wenn auch extrem kryptische Antwort bekam, die ich leider nicht verstand. Auch der zufällig im Haus lebende Amerikaner kräuselte nur verwundert seine Stirn und machte mit dem Fachausdruck

„Häh?“

seiner Ratlosigkeit Luft. Die fast englischen Wörter an sich verstanden wir wohl, allerdings machten weder Anordnung noch Bedeutung Sinn, was meine Frage anging, aber es stand da definitiv sinngemäß was von

„Ich hab ihren Account jetzt freigeschaltet“

Also dachten wir uns, wir probieren es einfach aus und gingen über meinen Account auf video-on-demand. Nur um dies hier zu bekommen:

„We have detected that you are not located within the US. Due to licensing restrictions Amazon Video On Demand customers must be located in the United States when viewing videos online. (What’s This?)“

Ach? Doch schon? Und die Tatsache, daß ich eine deutsche Adresse als Versendeadresse eingegeben habe, hat Euch das vorher nicht erahnen lassen? Und dass ich von einem Computer, dessen IP-Adresse in Deutschland beheimatet ist, bestellt habe (übrigens der gleiche Laptop, mit dem ich versucht habe, an den Film zu kommen), ließ Euch auch komplett im Dunkeln, ja?

Mit anderen Worten, ich stand da mit Popcorn in der einen und Weißwein in der anderen Hand und konnte trotz zweimaliger Versprechen meinen Film nicht sehen. Hmpf!

Liebe Amazons, wenn es diese Bestimmungen gibt, diese dämlichen, dann könnt Ihr da grundsätzlich erstmal nix für. Da hab ich dann eben Pech gehabt. Aber ihr könnt verdammich noch mal was dafür, wenn ihr mir erst den Mund wässerig macht und auf explizite Nachfrage auch noch sagt, daß es jetzt ginge – wobei ich den Verdacht habe, daß der Mitarbeiter in Bangalore mich genausowenig verstanden hat, wie wir ihn- und dann funktioniert es doch nicht! So vergrault man Kunden gerne mal.

Ich nehme Euch also hiermit den virtuellen „Best Customer Service Award“ wieder weg und ersetze ihn durch den „Letting False Hopes Grow Award“. Ich stell ihn Euch ins Netz. Ihr könnt ihn dann runterladen. Wenn Ihr Euch von einem deutschen Rechner aus einloggt, versteht sich.

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Published in: on 23. März 2009 at 15:57  Schreibe einen Kommentar  
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