Family, Life

Jeder nur eine Erziehungstheorie!

Ich habe heute wieder eine dieser Erziehungs-Diskussionen gehabt, die zu nix führen. Eigentlich führen Erziehungsdiskussionen nie zu irgendwas, aber die hier schon mal gar nicht. Ich sah mich mit dem Vorwurf konfrontiert, ich wäre zu willkürlich. Das wäre falsch. Kinder müßten die natürlichen Konsequenzen ihres Handelns tragen und nur das wäre richtig. Was natürlich Unsinn ist, weil bei Kinder nie etwas immer richtig oder immer falsch ist. Und so lautet meine Antwort auf solche Sachen auch gerne

„Die natürliche Konsequenz eines sich an der Straße losreissenden Kindes, ist im besten Fall ein Auffahrunfall im schlechtesten der Tod des Kindes. Mag sein, daß mein Kind diese Konsequenz zu tragen bereit ist, ich bin es nicht!“

Worauf dann immer kommt, sooooooo dürfe ich das nicht sehen und natürlich gibt es immer Ausnahmen, wo man ein Kind zwingen dürfe zu tun, was man sagt. Das sagen sogar Juul-Gordon-Dreikurs-Spock. Aha. Das Argument darf ich dann nicht bringen. Gut. Wie wäre es mit diesem hier:

Mein Kind hat keinen Bock zu schlafen. So gar keinen. Und läßt es mich lautstark wissen. Wäre ich jetzt natürliche Konsequenzenanhängerin, würde ich ihn lassen, er ist ja müde am nächsten Tag. Dummerweise hält so ein vor Wut brüllendes Kind aber Kind Nummer Eins wach, die gerne schlafen will, weil sie nämlich müde ist und demnächst in die Schule geht und da fit sein muß. Zudem komme ich nicht zum Arbeiten und verliere womöglich den Auftrag. Der Autor hat 6 Uhr Schicht, kann nicht schlafen, kommt total gerädert auf der Arbeit an, baut einen Bock, wird gefeuert und da ich auch meinen Auftrag verloren habe, können wir die Raten nicht mehr tragen und schlafen dann bald unter der Brücke.
Oder so! Deswegen hau ich verbal dazwischen und drohe für den nächsten Abend Bibi und Tina Entzug an. Das hilft.

Oder das Kind will ums Verrecken keine dicke Jacke bei -13 Grad anziehen. Lasse ich ihn, dann wird er krank, ich kann nicht arbeiten, kann womöglich nicht zu Kind Nummer Eins Tanzaufführung, was sie in die totale Depression wirft und ich kann zusehen, wie ich die Therapierechnungen zahle. Deswegen drohe ich mit Weggang ohne Kind.

Das ist natürlich überspitzt dargestellt, aber das Problem taucht immer dann auf, wenn das handelnde Kind mit seiner Aktion nicht nur sich sondern auch Eltern und Geschwisterkinder mit rein zieht. Und das ist schlicht ungerecht. Also versuche ich meinen Kindern klar zu machen, daß ihr Handeln nicht nur für sie, sondern auch für andere Konsequenzen hat. Und das man mit Rücksicht und Fairneß im Leben weiterkommt. Und wenn das nicht hilft, dann eben abendlicher CD-Entzug bzw. sekündliches Alleinlassen auf der Treppe als Verstärker – denn daß sie gerade Bockmist bauen, das wissen meine Kinder selbst. Sie sind ja nicht blöd.

Vielleicht sollte ich einfach mal einen Erziehungsratgeber schreiben und der heißt dann sowas wie „Erziehung ohne Theorie – aber mit sehr viel Praxis“

Werbeanzeigen
Standard
Life, Reise

Frohe Ostern!

Eigentlich wäre gerade ein neuer, interessanter Eintrag dran. Da ich aber gerade wieder bis zu den Ellbogen in Teig stehe und Osternester sowie Hefezöpfe backe und gleich bis zu den Handgelenken im Eierbemalfarbe stecken werde, hab ich leider keine Zeit, von Parkplätzen auf Rügen zu berichten, wo ich kurzfristig den Karfreitag verbracht habe. Ich verspreche aber, das nachzuholen.

Einstweilen bleibt mir aus Zeitgründen nur allen Frohe Ostern zu wünschen. Ich hoffe, jeder begeht die Feiertage so, wie er es sich wünscht!

Und ich erzähle keinem, daß ich vorhin in der Eile vergessen habe Eier zu kaufen. Ausgerechnet.

Standard
Family, Life

Wir sind wieder zu fünft!

Darf ich vorstellen? Das neueste Familienmitglied:

img_1010

Timmi

Da Timmi sich zur Zeit noch mehr als gerne versteckt, vorzugsweise wenn man mit ihr zum Arzt will, bleibt für einen längeren Eintrag derzeit leider keine Zeit. Aber auch das wird wieder.

img_1012

Hoffe ich!

Standard
Family, Food, Life, Reise

Gaumenfreuden im Bunker

Der Autor hatte ja bekanntlich letzte Woche Geburtstag. Und was schenkt man einem Mann, der sich einen neuen Monitor wünscht? Richtig, man schenkt ihm eine romantische Nacht im Burghotel mit Candle-Light-Dinner. Und um die Romantik perfekt zu machen noch eine Führung durch einen Atombunker.

Und so luden wir beide Kinder schlechten Gewissens bei Freunden ab – schlechten Gewissens deshalb, weil Kind Nummer Zwei ja noch nicht durchschläft, was aber aber natürlich diese Nacht ausnahmsweise mal getan hat, was ich wiederum einfach mal nicht persönlich nehme – und fuhren dahin. So richtig mit 4-Gang-Menü und Wellness und so. Ich hab den Autor aus der Erlebnisdusche gar nicht mehr rausbekommen und mir zusammen mit den restlichen Besuchern seine Begeisterungsstürme bezüglich des „Tropical rains“ und des „Caribian Dream“ anhören dürfen. Stürmelang.

Ja, und heute waren wir dann im logistischen Atombunker der Deutschen Demokratischen Republik. Und weil ich eine liebende Ehegattin bin, bin ich mitgegangen. Ich hab vielleicht gefroren – in dem Ding herrschen gerade mal 12 Grad, eine Heizung gibt es nicht – logisch, wär das Ding mit über 400 Leuten voll besetzt und alle Maschinen an, wäre da auch so rubbeldiekatz 30 Grad drin. Abgesehen von der Tatsache, daß der Autor und ich in unseren dünnen Fähnchen um die Wette gebibbert haben, war es super interessant und wirklich aufschlußreich. Zwar sind einige Witze an uns Wessis schlicht vorbei gegangen – so konnten wir mit der Erwähnung von blauweißkarierter Bettwäsche jetzt wenig anfangen, die umstehenden Mitbesucher hingegen wollten sich fast ausschütten vor Lachen – aber alles in allem war es schon klasse. Und heftig zu sehen, daß 20 Jahre eine Ewigkeit sein können, was die Technologie und Einrichtung angeht. 1976 war das Ding das Modernste an Bunker, was es gab. Schon 13 Jahre später lohnte das technische Equipment schon nicht mehr die Arbeit, es aus 29 Meter nach oben zu holen, so veraltet war es. Was uns heute ein eindrucksvolles Museum beschert. Trotzdem war ich froh als ich wieder hoch in den Wald krabbeln konnte.

Und jetzt sollte ich sowas sagen wie

„Ach, aber ich war froh, als ich meine Kinder wieder in den Arm schließen konnte“

Um ehrlich zu sein, hat das noch etwas gedauert, denn die hatten sich mit den Nachbarskindern und eigenem Nachwuchs der Sitter leider gerade zu einer Zirkustruppe zusammen getan und konnten die Eltern leider gerade gar nicht brauchen.

Und so hatten nicht nur der Autor und ich unsere lange notwendige Auszeit, sondern auch unsere Kinder, wie sie uns sehr eindrucksvoll klarmachten.

Erwähnte ich, daß wir bei sowas gerne glauben möchten, daß wir gravierernd etwas richtig gemacht haben?

Standard
Gesundheit, Life

Die Lösung der Wirtschaftskrise liegt im Hamam

Generell bin ich ja eher dafür weniger denn mehr Gesetze zu schaffen, die dafür dann aber klar und eindeutig sind.

Aber in diesem speziellen Fall finde ich jedoch, daß ein neues Gesetz her muß, um allen Frauen eine Hamam-Benutzung mit Körperpeeling und Schaummassage einmal monatlich zu ermöglichen. Inklusive Kostenerstattung versteht sich. Ja, da bin ich seit gestern sehr für.

Natürlich geht das nur, wenn man mit nicht unter zwei Freundinnen geht, Zeit und genug Stoff zum lästern hat. Nach drei Stunden kommt man nicht nur sauber (niemand will wirklich wissen, wieviele abgestorbene Hautschüppchen sich so den Winter über auf einem durchaus gepflegten Körper ansammeln) und entspannt (aaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhh, hmmmmmmmmmmm, ooooohhhhh), sondern auch noch bestens informiert aus so einem Abend heraus.

Ja, doch, ich werd mal Frau Merkel diese neue Gesetzesvorlage empfehlen, denn entspannte, glückliche Menschen haben die erstaunlichsten und kreativsten Ideen. Vielleicht hätten Herr Obama, Herr Sarkozy, Herr Med-whatever und Frau Merkel sich einfach in ein Londoner Hamam zurückziehen sollen. Ich wette, da wär mehr bei raus gekommen.

Standard
Family, Life

Über das Vergessen

Wir sind ja nicht so die Geburtstagserinnerer – wir vergessen mehr Geburtstage, als das wir uns an sie erinnern. Aber ich glaube, gestern hab ich den Vogel abgeschossen. Ich hab den Geburtstag des Autros vergessen. Also nicht in real sondern rein virtuell versteht sich. Aber da wir die Hälfte unserer Zeit im Netz leben, ist das doch sehr peinlich. Daher hier, jetzt und heute – mit einem Tag Verspätung:

Alles Liebe nachträglich, der Herr Autor!

Und ich frage mich gerade ernsthaft, was in unserem Fall schlimmer ist – das virtuelle oder das reale Vergessen.

Standard