Kinderarbeit im Steinbruch Possum

Gegen Ende des letzten Jahres haben kleine Hände Kieselsteine zu experimentellen Zwecken in meine Wäschespinnestangenhalterung fallen lassen. Seitdem hatte meine Wäschespinne extreme Schlagseite und knarzte ganzganz übel, wenn ich versucht habe das Ding zu drehen.

Alle Versuche, die Steine raus zu bekommen scheiterten an zu großen Händen und ungeeigneten Werkzeugen. Und einfach die Halterung rausziehen ging auch nicht, weil der Herr dieses Gartens eine irrationale Angst vor umkippenden Dingen hat und die Plastikschiene in einen halben Kubikmeter Beton eingebettet hat. Eine schier ausweglose Situation. Bis heute nachmittag Kind Nummer Zwei Langeweile bekam, in die Knie ging, bis zum Ellbogen in brackigem Wasser verschwand und meinte:

„Mama, was das? Stein? Mama, großes Stein. Ist das nass?“

Mutter stutzt, strahlt und ruft:

„Jaaaaaaaa, und so ein schöner Stein….Weißt Du was, mein Schatz, Du darfst jeden Stein, den Du rausholst behalten…oh, was ist das denn für ein toller Stein, schau wie der glitzert. Findest Du noch so einen tollen?“

Kind total stolz und holt raus und holt raus und holt raus. Mal mit verschwindet der rechte Arm, mal der linke bis fast zur Schulter. Nach einer halben Stunde paßt die Wäschespinne wieder gut rein, läßt sich drehen und der Steinhügel ist auf 19 Steine angewachsen. Große und kleine. Und jeder wurde gebührend bewundert.

Und zwar sehr, sehr weit entfernt vom Wäschespinnenloch.

Advertisements
Published in: on 29. Mai 2009 at 21:38  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Heute beim Frühstückstisch. Wir sprechen über Sternzeichen. Beide Kinder wiederholen andächtig die ihren.

„Ich bin Fisch“

sagt Tochter.

„Un ich bin Schürze“

kreischt Kind Nummer Zwei.

Wir sollten Madame Tessier dazu befragen.

Published in: on 27. Mai 2009 at 19:44  Schreibe einen Kommentar  

Gelandet und angekommen

Ich bin wieder im Lande, bin aber gerade beschäftigt mit der Erkundung meines vom Autor neuorganisiertem Küchenschrank, liegengebliebener Arbeit und versuche meine Blumenbeete vor der feindlichen Übernahme des Unkrautes zu erretten.

Der nächste Eintrag kann daher noch ein oder zwei Tage dauern. Nur so als Info

Published in: on 25. Mai 2009 at 20:57  Schreibe einen Kommentar  

Und es ward dunkel

Gestern abend, kurz nach sieben. Kind Nummer Eins sitzt im Bett und wartet auf ihren Film, Mutter liegt neben ihr im Bett und liest Fanfiction arbeitet, da nur aus dem Schlafzimmer der eh schon labile Netz-Zugang noch am ehesten gewährleistet ist.

Plötzlich macht es „Klack“ und der FI-Schalter der Sicherung fliegt raus. Da ich Kummer dieser Art in spanischen Häusern gewohnt bin, ich also runter und die Schalter wieder hochgelegt. Leider blieb er nicht oben sondern knallte wieder runter. Also durch dedektivische Arbeit herausgefunden, welche Sicherung für den Totalausfall verantwortlich war.

Leider stellte sich heraus, daß es genau die war, an der – außer der Kühlschrank – die gesamte Elektrik des ganzen Hauses hängt. Ich hab zwar keine Ahnung von dem ganz Kabelkram, aber selbst ist die Urlauberin und raste aber durchs Haus und riss alles aus Steckdosen was drin war. Versuche es wieder – Klack. Also drehte ich alle möglichen Birnen aus den Lampen – Klack. Draußen begann es zu dämmern und langsam wurde mir mulmig.

Also hin zur deutsch geführten Bar, dessen Besitzer zwar nicht helfen, mir aber einen Angestellten seiner ihm ebenfalls gehörenden Sicherheitsfirma zur Verfügung stellen konnte. Der wiederum hatte zwar auch keine Ahnung, aber er kannte jemanden, der ein bißchen von allem konnte, leider aber in meinem Fall aufgeschmissen war. Aber er wiederum wußte einen, der Ahnung von Strippen haben sollte. Also wurde auch der Mann geholt (es war mittlerweile halb neun an einem Freitagabend) und vor meiner Tür abgeladen.

Nachdem er den Sicherungskasten aufgeschraubt hat und oben und unten am Verteilerkasten die Kabel aus der Wand gerissen hatte, stellte sich folgendes raus:

1. Anscheinend haben spanische FI-Schalter andere Bestimmungen als deutsche oder englische.

2. Oder der Elektiker hat gepfuscht.

3. Die Kontakte wollten nur ein wenig Aufmerksamkeit.

Denn als er so vor sich hintestete, ging plötzlich alles wieder. Auch nach dem Zusammenbau – keine Probleme mehr. Und zwar auch da nicht, wo der Schalter hätte fliegen sollen. Wir haben keine Ahung, woran es lag, aber jetzt habe ich wieder Strom, bin aber etwas vorsichtiger was selbigen angeht. Selbst ich weiß, daß es nicht so gut ist, wenn bestimmte Dinge nicht geerdet sind.

Und was lehrt uns das?
Ein Mensch ohne Kontakte – im wahrsten Sinnde des Wortes – ist überall auf der Welt aufgeschmissen.

Und jetzt werde ich die Glühbirnen sehr vorsichtig wieder in die Lampen drehen. Extrem vorsichtig.

Published in: on 23. Mai 2009 at 08:36  Schreibe einen Kommentar  

Trivialliteraturautorinnen und das Glück

Ich glaub, ich hab mich gerade auf Twitter zum Affen gemacht. Ich hab gerade was von:

Momente des Glücks: Muschelsuchen mit Kind

geschrieben. Yeah, nennt mich die Rosamund Pilcher des Twitterns.

Aber, wenn ich genauer drüber nachdenke, es stimmt einfach, die Sache mit dem Glück, leider nicht die mit Rosamunde Pilcher – deren Verkaufszahlen hätte ich gerne.
Ich meine, hier war ich heute mittag: Am Strand in einem Land, in dem Sonne und Menschen mir wohlgesonnen sind, mit einem Kind, das glücklich und zufrieden und demnach völlig problemlos ist. Ich bekomme abends (und mittags) meinen frischen Fisch und ein Glas guten Weißwein. Mein anderes Kind ist nicht nur in guten, sondern in besten Händen und den kurzen Telefonaten, die er Zeit hat mit mir zuführen, mindestens genauso glücklich wie Kind Nummer Eins. Und ich muß nur sehr, sehr eingeschränkt arbeiten – momentan beschränkt es sich auf Mails abrufen und beantworten (dreimal schnell auf Holz klopfen).

Jetzt mal ganz ehrlich – es wäre unverschämt, wäre ich nicht glücklich, oder? Und es wäre ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die mir eine solche Woche ermöglichen.

Und deswegen ist mir jetzt auch völlig egal, was all die Zyniker und Berufsmeckerer der deutschen Blogger- und Twitterwelt sagen. Ich bin glücklich. Ganz unvirtuell und real. Und wer das nicht nachvollziehen, kann, der weiß bestimmt auch nicht, wie Krümel pieken.

Published in: on 21. Mai 2009 at 16:08  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Ort: Irgendwo an der Costa Blanca
Gelegenheit: Gemeinsames Brezeln für eine Geburtstagsparty

Kind Nummer Eins bewundert sich im Spiegel und sagt zu sich selbst

„Mann, bin ich hübsch. Und die Frisur sitzt!“

Das Selbstvertrauen möchte ich haben.

Published in: on 19. Mai 2009 at 18:01  Schreibe einen Kommentar  

Irgendwann kriegen wir sie alle!

So, das Internet-Signal würde ich als kaum existent, aber immerhin seinen Sinn erfüllend, beschreiben. Und Sonne haben wir auch. Reichlich!

Zwar kann ich leider nicht von der Poolkante schreiben, aber immerhin von der Terasse der resorteigenen Bar. Auch nicht so schlecht, beim bloggen mit guten Kaffee und zu späterer Stunden Cocktails versorgt zu werden.

Von denen ich am gestrigen Tag entschieden zuviel hatte – ich bin halt keine 20 mehr. Wenn man keine anderen Getränke zu sich nimmt als Kaffee und Alk, wenn auch in seiner schönsten Form, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn man am Sonntagvormittag das Hochamt im Dom verpaßt. Wirklich schade.

Ich geh dann jetzt zurück an meinen Pool, telefoniere kurz mit Autor und Kind Nummer Zwei und warte darauf, das die Babysitter mit dem mit Eis abgefüllten Kind Nummer Eins wiederkommen. So in drei Stunden oder so. Bis dahin muß ich mich an Pool und Liege alleine vergnügen.

Mit Wasser und Saft. Versprochen!

Published in: on 17. Mai 2009 at 09:22  Schreibe einen Kommentar  

Ich bin dann mal weg

So. Koffer gepackt, Tickets ausgedruckt, Rechner geht gleich zu – ich bin dann ab morgen mit Kind Nummer Eins auf Mutter-Tochter-Tour. Der Autor und Kind Nummer Zwei hüten Haus und Garten und vergnügen sich mit Bier, Fußball und Weibern oder so.

Ich werde versuchen, aus dem diesmal hoffentlich sonnigen und mit einem WLAN versehenen Spanien zu bloggen. Ich tue, was ich kann. Versprechen kann ich das allerdings nicht.

Ansonsten lesen wir uns nächste Woche!

Und wehe, ihr habt hier gutes und wir da unten schlechtes Wetter…

Published in: on 15. Mai 2009 at 19:40  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Früh übt sich, wer ein Fashion Victim werden will

Gerade eben hab ich mich fertig gemacht, um ins Kino zu gehen. Kind Nummer Eins sucht mir die Schuhe raus. Weiße Sandalen mit Steinen drauf.

„Mama, die hier, die passen“

„Ja, Schatz ich weiß, die sehen gut dazu aus, aber die tun weh“

„Die tun nicht weh“

„Doch, da, und ich muß gleich noch laufen, das geht nicht!“

„Hm, das macht nichts, zieh sie trotzdem an, sie sind schön!“

Ohja, ich sehe hohe Schuhrechnungen auf den Autor uns zu kommen.

Published in: on 14. Mai 2009 at 15:58  Schreibe einen Kommentar  

Rezepte, die das Leben schrieb

Ich habe eine Theorie, wie fusion- cuisine entstanden ist.

Irgendein Mensch in einem kleinen Dorf dieser Welt wollte seine Gäste/Familie bekochen Und weil er aber kaum Zeit hatte, griff er schnell zu einer Packung Tiefkühlgemüse asiatischer Art. Zuhause bereitete er die Udon-Nudeln und die Würzsosse zu. Zwar kam ihm das Gemüse seltsam europäisch vor, aber hey die Kinder wollten ob eines Streites um ein Gummibärchen getrennt die Gäste wollten unterhalten werden. Also warf er alles im Wok zusammen und kümmerte sich nicht weiter drum.

Und so dämmerte es dem Koch erst am Tisch, daß da was grundlegend falsch war. Er/sie/es riß die leere Tüte aus dem Gelben Sack und siehe da, statt asiatisch stand da italienisch. Und da der Koch das Essen nicht wegwerfen wollte, gab er ihm einen fancy Namen, nannte es fusion-cuisine und alle dachten, daß muß so schmecken.

Ja, so muß es gewesen sein.

Published in: on 12. Mai 2009 at 19:13  Schreibe einen Kommentar