Kinderarbeit im Steinbruch Possum

Gegen Ende des letzten Jahres haben kleine Hände Kieselsteine zu experimentellen Zwecken in meine Wäschespinnestangenhalterung fallen lassen. Seitdem hatte meine Wäschespinne extreme Schlagseite und knarzte ganzganz übel, wenn ich versucht habe das Ding zu drehen.

Alle Versuche, die Steine raus zu bekommen scheiterten an zu großen Händen und ungeeigneten Werkzeugen. Und einfach die Halterung rausziehen ging auch nicht, weil der Herr dieses Gartens eine irrationale Angst vor umkippenden Dingen hat und die Plastikschiene in einen halben Kubikmeter Beton eingebettet hat. Eine schier ausweglose Situation. Bis heute nachmittag Kind Nummer Zwei Langeweile bekam, in die Knie ging, bis zum Ellbogen in brackigem Wasser verschwand und meinte:

„Mama, was das? Stein? Mama, großes Stein. Ist das nass?“

Mutter stutzt, strahlt und ruft:

„Jaaaaaaaa, und so ein schöner Stein….Weißt Du was, mein Schatz, Du darfst jeden Stein, den Du rausholst behalten…oh, was ist das denn für ein toller Stein, schau wie der glitzert. Findest Du noch so einen tollen?“

Kind total stolz und holt raus und holt raus und holt raus. Mal mit verschwindet der rechte Arm, mal der linke bis fast zur Schulter. Nach einer halben Stunde paßt die Wäschespinne wieder gut rein, läßt sich drehen und der Steinhügel ist auf 19 Steine angewachsen. Große und kleine. Und jeder wurde gebührend bewundert.

Und zwar sehr, sehr weit entfernt vom Wäschespinnenloch.

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Published in: on 29. Mai 2009 at 21:38  Schreibe einen Kommentar  

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