Neues von der Pieselfront

Disclaimer: Zartbesaitete Gemüter, Kinderwünscher und Nicht-Kinderinteressierte diesen Artikel bitte überspringen. Es könnten Dinge darin vorkommen, die Ihren Würgereflex hervorrufen könnten.

Heute ist Waschtag. Der erste von sehr, sehr vielen Waschtagen in den nächsten Wochen. Der Autor und ich haben nämlich beschlossen, daß es zwei Dinge gibt, die ein „Ich bin fast große Junge“ lernen sollte.

1. In seinem Bett schlafen – die ganze Nacht.

2. Sauber werden.

Zu 1) Immerhin, er schläft mittlerweile alleine ein und kommt in 50% der Fälle mitten in der Nacht in unser Zimmer, hat schon eingenhändig seine Flasche gesucht, klettert ins Bett zwischen die Eltern, verschafft sich vehement Platz, indem er den Autor mittels rausdrängeln des Bettes verweist, seufzt befriedigt, dreht sich um und schläft weiter. Davon bekomme ich nicht soviel mit und somit ist die Priorität eher weiter unten angesiedelt. Der Autor sieht das verständlicherweise anders.
In den restlichen 50% wacht er auf, brüllt und erwartet ins große Bett getragen zu werden, was wir zu seinem Leidwesen verweigern. Er kommt irgendwann selbst und obiges Ritual setzt ein. Nur sind wir da dann alle drei wach. Daher stimme ich mit dem Autor überein, daß hier Training not tut.

Zu 2) Es reicht. Ich mag nicht mehr. Ich kann keine Windeln mehr sehen und auch das Kind will keine mehr anziehen. Soweit sind wir uns da einig. Differenzen haben Kind Nummer Zwei und ich, wenn es um die Durchführung geht. Ich bin der Meinung, er sollte einfach auf Töpfchen oder noch viel besser Toilette gehen (geht gar nicht, die ist anscheinend immer noch böse). Er ist der Meinung, daß Hosen die Funktion von Windeln nahtlos übernehmen.

Nun könnten man einwenden, ich solle es gut sein lassen, das Kind ist halt noch nicht soweit. Ist er wohl! Denn wenn ich ihn barpodexig hier rumlaufen lasse, rennt er in regelmäßigen Abständen zum Topf, beobachtet sehr interessiert alle Körperfunktionen, strahlt nach vollbrachter Leistung, bringt unter Verlust des halben Topfinhaltes selbigen zur Toilette und entsorgt. Es geht – aber sobald etwas Stoffartiges seine Blöße bedeckt, haben wir Pfützen auf dem Parkett, der Couch, dem Teppich oder dem Bett von Kind Nummer Eins (was gestern eine mittlere Familienkrise auslöste und wir nur sehr haarscharf am Brudermord vorbeigerauscht sind – ahnt jemand, was das erste war, was heute gewaschen wurde?).

Jetzt hab ich wenig Probleme, hier einen Nakedei rumrennnen zu lassen, aber wenn Besuch da ist oder das Kind bei der Tagesmutter ist, dann sprechen gesellschaftliche Konventionen doch dagegen. Also heißt es waschen, waschen, waschen und das Kind genau 16 Minuten nach Flüssigkeitsaufnahme jeglicher Form an die Entsorgung zu erinnern. Was je nach Ablenkungen verschieden aufgenommen wird.

Bei Kind Nummer Eins hat das eine Woche gedauert – ich werde das Gefühl nicht los, daß es bei dem Kurzen länger dauern wird. Aber er ist ja bald im Kindergarten. Da gibt es viele, viele kompetente Erzieherinnen. Und viele Plastiktüten, die man mir am Ende des Tages mitgeben kann.

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Published in: on 2. Juni 2009 at 09:32  Schreibe einen Kommentar  
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