Life

Wer will fleißige Handwerker sehen,

der sollte besser nicht zu uns kommen.

Ich halte mich ja für durchaus multitaskingfähig. Aber nachdem wir jetzt das Wohnzimmer ausgeräumt haben, um es renovierfertig zu machen, nachdem wir endlich das Holz für den Schrank Marke Eigenbau geholt haben und das erste Bauteil schon fertig ist, nachdem sich die Sommerarbeitspause kundentechnisch erledigt hat und ganz schnell noch hier und da was gemacht werden muß, nachdem immer noch mindestens eines der Kinder wegen Verwahrungsanstalturlaub zu Hause ist – nachdem also all das passiert und organisiert ist, bin ich heute nacht krank geworden. Fieberschübe, mir tut alles weh und mein Hals erinnert an Sandpapier. Womit zumindest die Renovierung von meiner Seite aus erstmal auf Eis gelegt ist.

Ich melde mich dann wieder, sobald mindestens eines der Dinge dieser Liste eleminiert wurde. Oder wahlweise die Drogen wirken.

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Family, Life

Welcome home

Ich bin ja vorgestern dem Stau davongefahren und wieder in der neuen Heimat eingetroffen. Mit dröhnenden Kopfschmerzen.

Direkt nach Ankunft bin ich dann zum Meeting (lies: Schlüsselübergabe am Samstag, weil Auftraggeberin am Sonntagmorgen um 6 in den Urlaub fuhr) gerast, zusammen ins Büro, Dinge besprochen, danach wieder nach Hause, leere Kästen und Taschen geholt und sie gegen Geld in volle umgetauscht. Leider zeichnen sich die dorfeigenen Supermärkte am Samstag gegen 18 durch einen erheblichen Mangel an Frischobst, -gemüse und -fleisch aus, weswegen es ernährungsphysiologisch eher fragwürdiges Essen gab.

Nachdem ich dann meine Familie gefüttert habe, sind Sohn und Tochter komatös ins Bett gefallen, um das Schlafdefizit von nur 10 Stunden möglichst schnell wieder aufzuholen. Derweil ich unten vor dem Rechner sass, um die aufgelaufene Fanfiction zu lesen firmenrelevante Mail aufzuarbeiten. Dabei wartete ich darauf, daß der Autor mal langsam aus dem Keller kommt, wo er war, um Dinge zu synchronisieren oder so. Er kam aber nicht. Also ging ich gegen 22 Uhr runter. In einen sehr, sehr dunklen Keller in dem weder Autor noch Katze noch sonstwer war.

Also wieder zwei Treppen hoch, wo der Vermißte friedlich schnarchend im Bett lag. Und neben ihm, ebenso friedlich schnarchend, Kind Nummer Eins. Soviel dann zum Thema, gemeinsames Kuscheln nach einer Woche Ausshäusigkeit. Was zwar schade ist, aber mit dem nunmehr freien Bett im Kinderzimmer durchaus verschmerzlich ist. Leider hatte ich nicht mit der Katze gerechnet. Die hatte nämlich Kind Nummer Eins auch vermißt, sprang auf ihr Bett, fand mich und legte sich auf meinen Bauch. Da ich so aber nicht schlafen kann und überhaupt nichts von Tieren im Bett halte, flog sie von Bauch und Bett runter. Worauf sie sich unter das Bett verzog und mir durch würgende Geräusche kundtat, was sie davon hält. Oder sie hat einfach den Sheba-Verschnitt nicht vertragen. Auf jeden Fall kotzte sie einmal komplett unter das Bett.

Mittlerweile war der Katzenauswurfexperte in Gestalt des Autors wach geworden und tat seine Pflicht des Saubermachens, während ich die Katze jagte, um sie aus dem Haus zu werfen. Was wiederum Kind Nummer Zwei wohl zu laut war und er jämmerlichst weinte. Was dann anscheinend aber nicht nur an dem Lärm lag, sondern auch an seiner Temperatur von 39,5 Grad.

Das war dann der Punkt, an dem ich meinen längst fälligen hysterischen Lachkrampf für den Hausgebrauch bekam, der Autor Kind Nummer Eins von unserem Bett in ihr eigenes Bett – das mittlerweile auch unterhalb wieder sauber und geruchsfrei war – trug, ich Kind Nummer Zwei in unserem Bett in den Armen wiegte und der Autor unten im Keller im Gästezimmer schlief – auf Deutsch, es war alles wieder so, wie es vor unserem Ausflug in die alten Heimat war.

Auch schön, daß es ein paar Dinge gibt, die sich nicht verändern.

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Zitat des Tages

Zitat der Nacht

Wir sind ja immer noch in des Possums alter Heimat. Heute nacht hat nicht nur erst Kind Nummer Zwei einen Heimwehanfall bekommen, nein, nachdem ich ihn eine Stunde lang beruhigt habe und gerade wieder eingeschlafen bin, weckte mich zwei Kinder weiter der Ruf

„Feuer!!!“

„Wus???“

„Feuer, da Mama Feeeeeuuuuuuaaaaaaa, das flaaaackert“

Mutter, hellwach, sieht sich panisch um, sucht hektisch nach der Brille und sieht – den roten Punkt des Fernsehens.

„Kind, das ist der Fernseher – da, sieheste, schon aus“

„Oh.“

Dreht sich um und schläft weiter. Was ich dann auch getan habe, gleich nachdem ich meinen Adrenalinspiegel wieder runtergefahren, die Atmung normalisiert und die extreme Körperanspannung wegautogenisiert habe. Als so ungefähr nach einer Stunde.

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Family, Life

Gedächnislücken, wenn sie nützen

Im Großen und Ganzen haben ich sehr ehrliche Kinder. Kind Nummer Zwei probt manchmal kleinere Ausflüchte, die nach dem ersten mütterlich-autoritären Nachfragen dann mit einer wahrheitsgemäßen Aussage sowie dem sofortigen Abbruch von Augenkontakt ein jähes Ende finden.

Kind Nummer Eins ist da weiter. Sie hat sich seit neuestem auf eine andere Taktik verlegt.

Wenn wir von einem Großelternbesuch kommen, dann müssen meine Kinder ja grundsätzlich detoxt und wieder an gesunde Nahrung gewöhnt werden. Heute zum Beispiel war sie mit einer Cousinentochter beim Schwimmen und erwähnte nebenbei irgendwann mal Pommes bekommen zu haben. Abends sass sie dann vor dem Teller Nudeln und aß nix.

„Iß wenigstens den Spinat, außer Pommes hat Du heute nix gehabt.“ Man kann ja wenigstens den Anschein einer vernünftigen Ernährung zu geben.

„Dooooch, Nuggets!“ Na, sag das doch gleich!

„Ach, wart Ihr bei McDonalds?“ Mutter schwant Böses

„Eh…tihihihhihi….ja tihihi“ Soso.

„Ach, schon wieder…und wann und warum hast Du mir das nicht vor dem Essenkochen gesagt?“ Kind fühlt sich ertappt

„Eh, vorhin, nach dem Schwimmen und, eh….eh….eh, hab ich vergessen!“ Klar, logisch, wo das Restaurant zum Goldenen Bogen doch immer das Highlight des Monats ist.

„Aha. Und hast Du den Mädchen gesagt, daß Du erst gestern mit Opa da warst?“ Und zusammen mit Deinem Bruder vier Juniortüten des Spielzeuges wegen bekommen hast?

„Ne, hab ich auch vergessen“ Ne, ist klar. Mein Kind, daß sich noch an Dinge von vor drei Jahren erinnert, hat schlagartig Gedächnislücken, wenn es um den vorherigen Abend geht.

Ist das so ein Kinderding oder klappt das bei mir auch noch?

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Life

Die Gnade der frühen Fahrt

Ich glaube ja nicht an Zufälle. Hab ich noch nie. Hingegen glaube ich stark an Schicksal und was man draus macht.

Und heute morgen fand ich das hier: Massenunfall auf der A2 und zwar nur ein bis zwei Stunden, nachdem ich die Strecke mit den Kindern gefahren bin.

Ich hab zwar keine Ahnung, was ich jetzt daraus mache, aber bis zum dritten Kaffee hab ich mich erstmal fürs Dankbarsein entschieden.

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Family, Gesundheit, Life

Schwester, Tupfer bitte!

Mir wurde die Tage vorgeworfen, ich würde ja wegen dem kleinsten Pups mit die Kindern in die Notaufnahme rennen. Das ist so nicht richtig. Ganz bestimmt nicht. Kleinere Operationen werden zuhause durchgeführt. Da kennen wir nix.

Gestern zum Beispiel hat Kind Nummer Zwei – wer sonst? – sich auf einer Schottereinfahrt langgemacht und sich – unter anderem – feinste Dreckkieselchen in eine Wunde in den Handballen getrieben. Kind also genommen, in die Badewanne gesetzt, gröbsten Dreck entfernt, desinfiziert und aggressiv zugewartet.

Heute morgen hatte sich das Ding entzündet. Das medizinische Personal der Familie war schon auf den Weg, Weltgeschichte zu dokumentieren, daher mußte das Hilfspersonal mit dem soliden medizinischen Halbwissen ran.

Kind also auf die Fensterbank – wegen des Lichts – gesetzt, Kind Nummer Eins zur Krankenschwester befördert, die Bruder und da im speziellen seinen linken Arm festhalten mußte. Um mich herum wurden drapiert: Sterile Nadeln, desinfizierte Pinzetten, H2O2 in großen Mengen, Bärchen-Pflaster, Tempos und ein starkes Gummibäranasthetikum.

Der Eingriff hat nur 5 Minuten gedauert, hat etwa 2 Liter Tränen und 2 Paar Ohren gekostet. Dann war alles gut, Geschrei und Tränen waren schlagartig versiegt, als das tolle Bärchenpflaster auf der enormen Wunde von etwa einem halben Cent war. Der neue Berufswunsch von Kind Nummer Eins ist jetzt Ärztin, damit sie auch mit so tollen Nadeln rumfuchteln kann und nicht immer nur Leute festhalten muß. Und Kind Nummer Zwei will jetzt viertelstündlich desinfizieren, weil das so toll bubbelt.

Merke: Gummibäranasthetikum hilft nur nach einem Eingriff, niemals währenddessen und macht im Zweifel die Wunde durch herausfallen aus dem Mund wegen Gebrüll unsteril. Merke ausserdem: Beide Kinder mögen keine Nadeln, die in ihrer Haut versenkt werden.

Und ich brauch jetzt erstmal einen starken Kaffee.

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Family, Life

Die Welt ist meine Bühne

Wer muß schon in die große Stadt ins Theater, wenn man hervorragende Laienschauspieler wie Kind Numer Zwei zuhause hat. Gestern abend entspann sich folgender Dialog:

Eintritt Kind.

„Kann ich Tee?“ Und wedelte mit einem Schwarzteebeutel, den er von keine Ahnung wo hervorgekramt hatte.

„Nein, jetzt nicht, und schon gar keinen schwarzen Tee“ Ich wollte heute noch mal schlafen.

„Kann ich Tee?“ Mehr wedeln.

„Nein, ich mache jetzt keinen Tee. Ich hab jetzt keine Zeit“ Intern kalkulierte ich gerade, wie ich welches Essen in welcher Zeit auf den Tisch bringen sollte.

„Kann ich Tee?“ Weeeeeeeeeeeedeeeeeeeeeeel.

„Neeeeeeeeeiiiihein, sag mal, sprech ich chinesisch?“ Kind verläßt mit hängenden Schultern die Bühne Küche.

3 Minuten später, erneuter Auftritt Kind. Leidend.

„Ich nicht gut“ Ersterbende Stimme.

„Wie bitte?“ Genauerer Blick auf das eben noch pumperlgesunde Kind.

„Ich nicht gut, ich Bauchschmerzen.“ Große Augen und ein Finger, der sich auf den Bauch piekt.

„Schatz, was hast Du denn?“ Mutter weiß ja nie…

„Ich Bauchschmerzen. Krieg ich jetzt Tee?“ Treuherziger Augenaufschlag, Mutter kippt hinten über, rappelt sich auf und macht Tee.

Wenn das Kind doch Bauchschmerzen hat.

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