Schwester, Tupfer bitte!

Mir wurde die Tage vorgeworfen, ich würde ja wegen dem kleinsten Pups mit die Kindern in die Notaufnahme rennen. Das ist so nicht richtig. Ganz bestimmt nicht. Kleinere Operationen werden zuhause durchgeführt. Da kennen wir nix.

Gestern zum Beispiel hat Kind Nummer Zwei – wer sonst? – sich auf einer Schottereinfahrt langgemacht und sich – unter anderem – feinste Dreckkieselchen in eine Wunde in den Handballen getrieben. Kind also genommen, in die Badewanne gesetzt, gröbsten Dreck entfernt, desinfiziert und aggressiv zugewartet.

Heute morgen hatte sich das Ding entzündet. Das medizinische Personal der Familie war schon auf den Weg, Weltgeschichte zu dokumentieren, daher mußte das Hilfspersonal mit dem soliden medizinischen Halbwissen ran.

Kind also auf die Fensterbank – wegen des Lichts – gesetzt, Kind Nummer Eins zur Krankenschwester befördert, die Bruder und da im speziellen seinen linken Arm festhalten mußte. Um mich herum wurden drapiert: Sterile Nadeln, desinfizierte Pinzetten, H2O2 in großen Mengen, Bärchen-Pflaster, Tempos und ein starkes Gummibäranasthetikum.

Der Eingriff hat nur 5 Minuten gedauert, hat etwa 2 Liter Tränen und 2 Paar Ohren gekostet. Dann war alles gut, Geschrei und Tränen waren schlagartig versiegt, als das tolle Bärchenpflaster auf der enormen Wunde von etwa einem halben Cent war. Der neue Berufswunsch von Kind Nummer Eins ist jetzt Ärztin, damit sie auch mit so tollen Nadeln rumfuchteln kann und nicht immer nur Leute festhalten muß. Und Kind Nummer Zwei will jetzt viertelstündlich desinfizieren, weil das so toll bubbelt.

Merke: Gummibäranasthetikum hilft nur nach einem Eingriff, niemals währenddessen und macht im Zweifel die Wunde durch herausfallen aus dem Mund wegen Gebrüll unsteril. Merke ausserdem: Beide Kinder mögen keine Nadeln, die in ihrer Haut versenkt werden.

Und ich brauch jetzt erstmal einen starken Kaffee.

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Published in: on 17. Juli 2009 at 12:13  Schreibe einen Kommentar  

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