Family, Gesundheit, Life

Jeder nur einen Stempel

Ich bin ja sehr dafür, daß es Bonuskarten für Notaufnamen gibt. Und zwar nicht für die Person, die akut behandelt wird, sondern für die Begleitperson. Und einmal im Jahr könnte man die dann, so als Dankeschön, daß man immer in die gleiche Klinik anfährt, zu Kaffee und Kuchen in die Krankenhauscafeteria einladen. Vielleicht so ab dem 5 Besuch?

Den hab ich dieses Jahr dann nämlich voll. Nach diversen Kleinigkeiten wie akuten Allergieanfälle von Kind Nummer Zwei war ich ja bekanntermaßen letzte Woche mit der Cousinentochter in der Amubulanz. Und weil Kind Nummer Eins den großen Mädchen alles nachmachen will, befand sie, daß Samstagmittag eine gute Zeit dafür war. So mit plötzlichen 40 Grad Fieber, Kopfschmerzen und Schmerzen, den Kopf auf die Brust zu legen – und das nach dem Zeckenbiss von vor 2 Wochen. Außerdem war sie ja lange nicht mehr drin gewesen.

Und fast hätten sie sie auch gleich da behalten, ließen sich dann aber auf eine Blutabnahme runterhandeln – was Horror genug war. Dafür durfte ich dann zwei Stunden später wieder zur Ergebnisbesprechung, die – was sonst – einen guten Freund unseres Freundes des Virus ergab. Jedenfalls hoffe man das. Sonst könne ich ja gerne wiederkommen.

Jetzt frag ich mich natürlich, ob der zweite Besuch an einem Tag, ob der jetzt zum ursprünglichen Besuch mit dazu zählt oder ob ich da einen neuen Stempel in meine Bonuskarte bekomme. Oder vielleicht einen halben?

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Life

Ich bin viele

So, die Cousinentochter nebst Freundinnen sind dann wieder wohlbehalten im Schoße ihrer Familien – gleich nachdem sie einen kurzen Zwischenstop in Hannover eingelegt haben. Aber das war, nachdem zumindest die Cousinentochter regulären Arzt sowie Rettungsstelle gesehen hatte, schon fast lustig. Sagte sie.

Damit wir nicht von jetzt auf gleich unter kaltem Entzug leiden, schläft heute eine Freundin von Kind Nummer Eins hier – das Gegiggle ist bis in den Keller zu hören. Aber morgen, morgen ist ein ruhiger Tag angesagt – mit aufräumen und putzen und Garten und nur wir vier. Naja, und die Nachbarin, die kurz rüberkommt, weil wir was besprechen wollten. Und es liegt im Bereich des Wahrscheinlichen, daß Kind Nummer Zwei Freundin notfallmäßig aufgenommen werden muß. Und natürlich die Freundin, die noch mit Gartenpflanzblumen vorbei kommen wollte. Überraschungsbesuch weiß ich naturgemäß noch nicht, aber der wird eigentlich immer irgendwie einkalkuliert.

Aber sonst leben wir hier total vereinsamt.

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Plan B

Pläne sind eine gute Sache. Ohne Pläne würden Flugzeuge fliegen, wie sie wollen – was sie eh meist tun. Züge würden einem vor der Nase wegfahren – was sie auch meist tun. Überhaupt regeln Pläne unser Leben und bringen eine gewisse Ordnung ins Chaos.

Anders sieht das mit privaten Plänen aus. Die kann man machen. Das schadet normalerweise nicht. Und wenn man sie dann ausgearbeitet hat, kommt ein Anruf und das war es dann. Und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Gestern war wieder ein Paradebeispiel.

Ich wollte erst arbeiten, dann mit der anderen Tochter meiner anderen Cousine, die hier auf Klassenfahrt ist, lunchen gehen, nach Hause hetzen, Kinder abholen, Kind Nummer Eins zum Tanzen bringen, Einkaufen gehen, Abendessen machen und dann das Memorial schauen.

Es fing damit an, daß Cousinentochter Zwei um kurz nach neun anrief und meinte, sie käme dann jetzt mal vom Arzt, Mückenstich und allergische Reaktion, ob wir uns vielleicht schon eher…Ok, konnten wir. Also Cousinentochter Eins in das Auto von einem befreundeten Unglücksvogel geapackt, für den ich eigentlich – laut Plan – Donnerstag einen Rollstuhl hier in der Gegend abholen sollte, der aber abgesagt wurde und der, also der Unglücksrabe, nicht der Rollstuhl, in der Nähe des Cousinentochtertreffpunkts lag.

Der Wagen wurde geparkt, kurz beim Unglücksraben reingeschaut, Order für Besorgungen eingesammelt und mit den Mädels ein verfrühtes Lunch eingenommen. Danach ewig an der Kaiser´s Kasse für eine Ananas angestanden und noch länger beim Vietnamesen für des Unglücksraben Mittag – spontane Eingebungen meinerseits sind der Tod für jeden Plan.

Das Essen also schnell rübergebracht, dabei festgestellt, daß es nicht dicht verpackt war und den Flur unter Sosse gesetzt, der dann noch schnell gewischt werden mußte. Nach kleineren Handreichungen schnellschnell mit der Bahn heim, wobei zwei von zwei Bahnen mir vor der Nase wegfuhren. Gerade noch eben rechtzeitig bei der Tagesmutter das Kind Nummer Zwei geholt und schwuppsdiwupps zum KiGa, wo Kind Nummer Eins plus Freundin auf das Taxi zum tanzen warteten.

Dort angekommen auf eine gerade im Migräneanfall befindliche Tanzlehrerin und Freundin getroffen, für die ich als allererstes die restlichen Kurse (mit nicht unter 10 Kindern) individuell abtelefoniert und abgesagt habe. Gleich nachdem ich die schon anwesenden Kinder umgezogen und eingenordet habe, sie sollen die Lehrerin einfach in der Ecke sitzen und in Ruhe zu lassen und ihren gaaaaaaaaaaaaanz neuen Phantasietanz zu üben. Dann ihre Tochter – die Kind Nummer Zwei Freundin – genommen und mit ihr und Kind Nummer Zwei Eisessen gegangen.

Wieder im Studio angekommen, Lehrerin mit Tee versorgt, Kind Nummer Zwei plus Freundin plus Kind Nummer Eins plus Freundin ins Auto gepackt und in den Garten verfrachtet. Abendessen für alle gekocht, die Kleinen gefüttert, alle mit einem weiteren Eis versorgt und sie vor KiGa gesetzt, während ich selbst auf dem Livestream verzweifelt versucht habe, ein wenig MJ zu erhaschen.

Nachdem die aushäusigen Kinder abgeholt wurden, kamen die immer noch in Berlin weilenden Teenager aus der großen Stadt. Es kam auf Nachfragen ob des gequälten Gesichtsausdruckes raus, daß Cousinentochter Eins wahrscheinlich unter einer sich neu entzündeten Blindarmnarbe leidet, was Telefonkonferenzen mit ihrer Mutter und Debatten über den Zeitpunkt eines Arztbesuches zur Folge hatte. MJ lief irgendwo am Rande mit. Dazwischen hatten sich meine Kinder genau diesen Abend ausgesucht, um ihrer Schlaflosigkeit lautstark zu frönen.

Gegen Mitternacht lag ich komatös im Bett.

Und wie sind Eure Pläne für heute so?

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Zitat des Tages

Zitat des Tages

Gerade eben, ich hab mit Kind Nummer Zwei ein Nickerchen gemacht und höre vage das Telefon zwei Mal schellen, dann Ruhe. Nicke wieder ein, dann kommt Kind Nummer Eins ins Zimmer

„Mama, da war eine Frau dran, ich weiß nicht wer, aber Du sollst sie zurückrufen, wenn Du wieder wach bist“

Hat hier jemand zufällig angerufen und wollte was von mir?

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Nostalgie ist, wenn man trotzdem arbeitet

Ich hab ja immer gerne Ausreden, wenn es darum geht, mich vor der Arbeit zu drücken – der wahre Grund meiner vielen Nachtschichten.
Heute: Akuter Anfall von Nostalgie.

Ich hab ja gerade vier Teenager zu Besuch, die auf die gleiche Schule gehen, auf der ich damals mein Abi gemacht habe. Und erstaunlich viele Lehrer von damals sind noch da (Stichwort: Lehrervergreisung oder aber wir hatten damals junge Lehrer) und in der diesjährigen Abizeitung verewigt – übrigens um ein Vielfaches professioneller als unsere zusammengetackerte damals.

Den gestrigen abend habe ich damit verbracht von einem Giggelanfall in den nächsten zu fallen.

„Sooooooooooooooo sieht der immer noch aus – der hat sich ja gar nicht verändert, sogar der Pulli ist noch der gleiche!!!“

„Waaaaaaaaaaaaaaaaas, die war doch immer so schlank – was 20 Jahre doch ausmachen!“

„Oh, den habt ihr noch – den müßt ihr un-be-dingt von mir grüßen! Der kennt mich mit Sicherheit noch!“

Und so weiter und so fort. Der Autor hat sich mit semigenervtem Gesichtsausdruck die Kopfhörer in den Laptop gesteckt, damit er das Quitschen aus vier Mädchenkehlen und einem fast hyperventilierenden Frauenhals nicht mehr ertragen mußte.

Und heute habe ich mich dann bei stayfriends näher umgeschaut – hachja. Lang, sehr lang ist´s her. Nur gut, daß mich niemand gefilmt hat dabei. Ich hab mich benommen wie eine 80jährige, die auf ihr Leben zurückblickt.

Und so fühl ich mich gerade auch. Während die vier Mädels nämlich irgendwo in der großen Stadt sind und sich in einer der vielen, aus dem Sand geschossenen Strandbars gütlich tun, sitze ich daheim auf der Terasse, warte drauf, daß die Kinder endlich bei der Hitze in den Schlaf kommen und schwelge in Erinnerungen.

Hach ja! Oder sagte ich das schon?

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Was zu beweisen war

Ich war gestern in der großen Stadt – Dinge mußten erledigt und gekauft werden, trotz Schwüle und Hitze. Und weil ich nicht so oft reinkomme, war ich dementsprechend bepackt. Und natürlich repräsentabel gekleidet. Und es war 28 Grad und gefühlte 97% Luftfeuchtigkeit. Und es hat nach Schweiß und abgestandenem Rauch und Alk und sehr billigem Parfum gestunken.

UND ALLE FENSTER IN DER S-BAHN WAREN ZU!

Und sobald einer auch nur annähernd ein einziges Fenster aufgemacht hat, schrie mindestens ein Drittel der sich drängenden Menge:

„Fenster zu, es zieht“

Und alles, woran ich denken konnte, war der mittlerweile für Blogverhältnisse schon antiquierte Artikel des Autors.

Ich hasse es, wenn ein Ausländer so sehr in die Seele von uns Germanen schaut.

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