Es ist eingetütet!

Ok, wir haben es geschafft. Kind Nummer Eins ist eingeschult. Es gab eine wirklich schöne Zeremonie von Viertklässlern, jedes Kind wurde auf die Bühne gerufen, einzeln mit Klassenorden und Handschlag begrüßt und die Brandenburger Flut vieler Mütter-, Oma-, Tanten- und männlichen Anverwandtenaugen nahm ihren Lauf.

Nein, es gibt jetzt keine Babyfotos von ihr im Vergleich zu heute. Und nein, ich sag auch nicht, mir ist es gewesen als sei es gestern, da ich sie heimbrachte aus den Tiefen Dahlems. Und auch die Zeit, die angeblich so rast, werde ich nicht bemühen.

Aber eins mach ich doch. Ich muß einfach ein Foto von meinem großen Mädchen reinstellen, wie sie da so glücklich und stolz steht. Das steht ihr einfach zu.

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Ach ja, und weil Kind Nummer Zwei Dienstag eingekindergartet wird, hat er auch eine kleine Tüte bekommen. Und das hatte mit einem sonst zuerwartenden brüderlichen Eifersuchtsanfall reineweg gar nichts zu tun.

Published in: on 30. August 2009 at 20:51  Schreibe einen Kommentar  

Einmal Enkelin, immer Enkelin

Eben kam ein Anruf von meinem Vater:

„Na, was machst Du? Putzen?“ Grinsen in der Stimme. Von Kindheit an, hasse ich putzen, was meine Eltern gelegentlich zur Weißglut trieb. Aber da Kind Nummer Eins Samstag Einschulung hat und Haus und Garten voller Gäste sind, bleibt mir nicht viel anderes übrig.

„Klar, was sonst?“

„Dann putz mal schneller, Oma kommt mit.“ Panik von links. Sehr schnell näher kommend.

Meine Oma ist nämlich hausfrauentechnisch das genaue Gegenteil von mir. Man kann zu meinen Großeltern kommen, wann man will, es war und ist immer sauber. Richtig sauber.
Zu mir kann man auch jederzeit kommen. Es war und ist immer unaufgeräumt. Meistens richtig unaufgeräumt. Diese….nennen wir es mal Diskrepanz, begleitet uns nun schon unser ganzes Leben, da meine Oma weder mit 50 noch mit 85 je ein Blatt vor den Mund genommen hat. Ich leider auch nicht – weder mit 15 noch mit knapp 40.

Nun könnte man sich ja denken, Himmel, die Frau ist erwachsen, verheiraet hat und hat zwei Kinder – so langsam sollte es ihr doch egal sein, was der Rest der Familie von einer unaufgeräumten Wohnung denkt.

Ist es aber nicht. Leider. Also krempel ich die Ärmel hoch und putz doppelt so schnell, wenn auch nicht unbedingt doppelt so gründlich. Und hoffe auf gutes Wetter, damit sich der Aufenthalt im Inneren des Hauses auf ein Minimum beschränkt.

So, und jetzt geh ich wieder putzen. Wer braucht schon Schlaf?!

Published in: on 27. August 2009 at 19:10  Schreibe einen Kommentar  

Muss ich denn zum Dörfele hinaus?

Wir sind ja im Moment nur zu dritt. Kind Nummer Eins ist im Urlaub. Reiterurlaub mit ihrer Freundin und deren Eltern. Wo sie auch gleich Mutters Gene ausgespielt hat, in dem sie mitsamt der mitnehmenden Familie aus einem eher einfachen Familienzimmer in zwei nebeneinandergelegene Suiten gezogen ist – angeblich, weil die Dusche defekt war. Was ich nicht glaube, denn es liegt bei uns in der Familie gerne mal zimmertechnisch hochgestuft zu werden.

Heimweh liegt auch nicht wirklich in unserer Familie – zumindest ich war immer begierig auf neue Welten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Wenigstens hab ich mir das gerne eingebildet.

Es ist aber was grundsätzlich anderes, wenn das gerade mal 6jährige Kind fröhlich winkend und aufgeregt, ohne auch nur einen Anflug von einer Träne im Auge, wegfahren zu sehen. Da steht man dann da alleingelassen auf der leeren Straße und fragt sich, ob man was grundlegend falsch oder was grundlegen richtig gemacht hat.

Und weiterhin fragt man sich, ob man eine Rabenmutter ist, wenn man sich ein klitzekleinwenig freut, wenn mittags das Telefon klingelt und ein dünnes Stimmchen sagt

„Mama, ich hab jetzt ein ganz klein wenig Heimweh!“

Dann beruhigt man und verspricht, um halb acht abends anzurufen und Gute Nacht zu sagen. Nur um zur angegebenen Zeit mit den Worten

„Du Mama, Du störst gerade ein bißchen, wie wollen noch Ringel gucken, hier gibt es nämlich keinen Sandmann. Schlaf gut!“

abgewürgt zu werden. Dann weiß man, alles ist in Ordnung und das Kind hat eine gute Zeit.

Wird aber schon Zeit, daß sie wiederkommt. Nur sollte man ihr dann wohl eher nicht erzählen, daß Kind Nummer Zwei vor lauter Sehnsucht in ihrem Bett geschlafen hat. Und ich erst einmal die Bettwäsche wechseln mußte.

Published in: on 24. August 2009 at 21:56  Schreibe einen Kommentar  

Freitags-Füller

So, weh tut es nicht mehr, aber der Giftflatschen nimmt mittlerweile glühendwarme Dreiviertel meines Oberschenkels ein. Gut, daß ich aus dem Alter dieser Art von Miniröcken raus bin.
Und vielen Dank an die zahlreichen Menschen, die mir zum Thema Wespenfallen geantwortet haben. Ich habe zwar zwei bei uns hängen, aber die haben ja augenscheinlich ihren Zweck vollkommen verfehlt. Ich werde jetzt härtere Mittel auffahren.

Einstweilen habe ich den Freitags-Füller entdeckt. Ich hab sowas lange nicht mehr gemacht, Zeit hab ich auch keine, Einträge wollen aber geschrieben werden, also beantworte ich doch einfach mal wieder ein paar Fragen. Das Fettgedruckte sind meine Antworten.

Und bitte:

1. Oh, ich kann es kaum erwarten endlichendlichendlich diesen Einschulungskrams hinter mich gebracht zu haben.

2. Vor-dem-Wochenendeinkauf-Leere ist das erste was ich sehe, wenn ich meinen Kühlschrank aufmache.

3. Ohne Handy verlasse ich nie das Haus.

4. Wenn ich ein Gewürz wäre, dann wäre ich Kardamon weil ich den mehrdimensionalen Geschmack dieses verkannten Gewürzes liebe.

5. Akribische Bürokratie bringt mich wirklich schnell auf die Palme.

6. Als ich gestern einschlief dachte ich zuletzt spüre ich das Kissen noch, bevor ich weg bin?.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf den Autor, der gleich vom FantasyFilmFest wieder kommt, morgen habe ich den Besuch des Patenonkels von Kind Nummer Zwei geplant und Sonntag möchte ich endlich die Badezimmer fertig bekommen!

Published in: on 21. August 2009 at 20:37  Schreibe einen Kommentar  

Aua!

Dieser Eintrag wurde durch den Eingriff der gemeinen Vespula Vulgaris verhindert.

Sie stach in meine Leiste, als ich meine Sohn auf dem Schoß hatte und mit ihm kuschelte. Jetzt tut es weh, sehr weh, ist rot und geschwollen, das Gift breitet sich aus und es brennt, das Bein tut weh und es kribbelt ganz böse.

Ich geh dann mal kühlen statt schreiben.

Und sollte irgendwer die ultimative Wespenfalle kennen – immer her damit. Die haben schließlich angefangen.

Published in: on 20. August 2009 at 18:55  Schreibe einen Kommentar  

Tage der Liebe

Wir hatten ja gestern Hochzeitstag. Den elften. Die beste Schwiegermutter von allen sagt ja, ab dem zehnten Hochzeitstag wird es…nun ja, normal. Glaub ich ja nicht.

Bei uns jedenfalls fing der Tag nach einer sehr turbulenten Nacht mit Kind Nummer Zwei an, der dann um sechs meinte, die Nacht sei zu Ende. Und weil ich meinen Mann auch nach der ganzen Zeit noch liebe, will ich ihm das Beste gönnen, was das Leben zu bieten hat – Zeit mit seinen Kindern. Also sprach ich heiter zum Kinde

„Geh zu Deinem Vater in den Gästekeller!“

Was es auch tat und ich bis acht Uhr schlafen konnte. Es folgte ein liebevoll bereitetes, ernährungsphysiologisch perfekt ausgewogenes Frühstück, bestehend aus Kaffee für mich und IKEA-Keksen für den Rest der Familie.

Danach ging der Autor in de Garage, um Regale zu bauen und ich ging mit Kind Nummer Eins die Einkäufe erledigen. Gleich nachdem wir wieder da waren, nahmen wir uns Zeit und Muße unsere Geschenke auszutauschen, was in etwa 2 Minuten dauerte, da unbeaufsichtigte Kinder und eine eingesteckte Kreissäge keine gute Kombination sind.

Nach einem netten Lunch bestehend aus einem Wiener Würstchen vom Metzger legten wir uns zu einem wohlverdienten Nickerchen nieder. Der Autor mit Kind Nummer Zwei und ich mit Kind Nummer Eins, um sie überhaupt zum Schlafen zu bekommen.

Der Rest des Nachmiitags verging in der einhelligen Pflege des Eigenheims im Sinne von Renovierungsarbeiten im Bad und noch mehr Basteln des Regals. Unser abendliches Hochzeitstagsmenu bestand dann aus dem kulinarischen Highlight von überbackenen Mettbrötchen vom Holzbrett in der Garage. Im Stehen. Hernach ich die Kinder nach guter Manier und nur mittelmäßigem Murren ihrerseits ins Bett brachte, um mich danach der Grundsanierung der Küche zu widmen, derweil der Autor das nun fertiggestellte Regal lasierte.

Um 23 Uhr dann endlich konnten wir uns in die Arme schließen und beschlossen, nun endlich ins Bett zu gehen, als das kleine zarte Stimmchen unseres Sohnes erklang. Und so ging ich, ihn zu beruhigen. Ich bin dann gegen vier Uhr heute morgen neben seinem Bett mit schmerzenden Glieder aufgewacht.

Einen romantischen Hochzeitstag mit einem wundervollen Ausflug mit zwei herzigen Kindern und anschließendem Candle-Light Dinner zu zweit kann schließlich jeder.

Published in: on 16. August 2009 at 21:04  Schreibe einen Kommentar  

Morgenstund hat viel im Mund

Zwei Kinder und sechs Jahre später weiß ich immer noch nicht, wie man morgens mit einem Lied auf den Lippen – und das ist nicht im übertragenen Sinne gemeint – aufwachen kann und den Tag lauthals willkommen heißen kann. Langanhaltend und laut babbelnd.

Ebenso ist mir aber unbegreiflich, wie man aufgrund der NullundNichtigkeit von zwei in der falschen Reihenfolge aufgeschlagenen Augen mindestens 15 Minuten ununterbrochen lang brüllen kann.

Und am allerunglaublichsten finde ich, daß beide Kinder meinen, sie müßten die ersten 30 Minuten des Tages an mir hängen und mich bekuscheln – und das obwohl sie die halbe Nacht bei mir lagen und mir meinen Platz streitig gemacht haben.

Krieg ich den Tag bitte noch mal auf zurück auf Anfang?

Published in: on 14. August 2009 at 06:30  Schreibe einen Kommentar  

Der Wind am Abend

Manchmal weiß ich nicht, ob ich auf meine Kinder stolz sein oder an Ihnen verzweifeln soll.

Meine Tochter hat ja ihre „Ich will nicht ins Bett“-Geschichten aufgegeben. Sie ist froh, wenn man sie in Ruhe läßt, sie sich Ihre Bücher anschauen kann und ihre Bärenbude oder Story Nory auf meinem iPod hören darf.

Mein Sohn hingegen hat erst die übliche IchmußaufsKloichhabDurstichhabHungerMamakuscheln-Taktik ausprobiert. Das Los des zweiten Kindes ist es ja leider, mit den üblichen Tricks nur noch sehr mäßigen Erfolg zu haben.

Also hat er sich was Neues ausgedacht.

„Ich hab Schmeeeeeeeeeeeeeeeerzen!“ Sehr leidender Gesichtsausdruck, die kleine Hand reibt sich über das Bäuchlein.

„Oh, wo denn?“ Mutter ist skeptisch. Hat das Kind doch gerade noch mit großem Appetit ein Eis regelrecht verschlungen.

„Na, hier doch!“ Mehr Reiben.

„Dann leg Dich hin, Mama gibt Dir einen Kuß drauf und gut ist!“ 1000 Mal gemacht bei Kind Nummer Eins, aber da war sie schon 4, als sie die Masche entdeckt hat. Kind legt sich mißtrauisch hin und glaubt nicht dran. Mama küßt und reibt und plötzlich entfährt dem Kind ein sehr, sehr lauter Wind.

In die nachfolgende Stille hinein meinte mein Sohn glücklich

„Mama, hattest recht. Jetzt müde“ Sprachs, drehte sich um und schlief selig ein.

Bitte, mein Kind. Gern zu Diensten.

Published in: on 10. August 2009 at 20:33  Schreibe einen Kommentar  

Schaffe, schaffe Wändle male…

Ok, ok, ok, wir haben uns übernommen.

An sich macht renovieren ja schon keinen Spaß, vor allem wenn man ein Haus hat, dessen Wände nicht rechtwinklig aufeinander stehen und in dem es mehr kleine Winkel als schlechte Sendungen an einem Samstagabend gibt.
Es fängt an zu nerven, wenn man ob eben jener Wände die offenen Schränke selbst anfängt zu bauen und zu lasieren.
Wenn gleichzeitig die Kinder gerade Ferien haben, dann fragt man sich schon, welcher Teufel einen geritten hat,
Und wenn dann noch dazu kommt, daß man selbst eben keinen Urlaub hat und das ganze in die paar Stunden Freizeit quetscht, dann grenzt das ganze Unternehmen an Größenwahn.

Die Tatsache, daß das Unternehmen Hausneugestaltung bis zum Ende des Monats abgeschlossen sein muß, weil dann die halbe Verwandschaft, die Nachbarschaft und ein noch nicht weiter bezifferter Prozentanteil unserer Freunde kommt, spielt da kaum noch eine Rolle.

Und so sitze ich gerade mit einem ebenso erschöpften Autor auf der Couch, um uns herum Abdeckplane, Papier, Rollen, Pinsel und halb aufgebauten Regale und krieg noch nicht mal den Arm für einen alle Sinne betäubenden Drink ein kühles Getränk ausgestreckt. Neben mir hebt der Autor die schweren Augen und meint

„Ich glaube, das wird mal sehr gemütlich aussehen.“

Ja. Ich auch. Wenn es mal fertig ist und ich die Energie und die Kraft habe, es mir anzuschauen. So etwa zur Adeventszeit, denke ich.

Published in: on 8. August 2009 at 20:07  Schreibe einen Kommentar  

Alte Liebe rostet nicht

Ich war ja die Tage nicht nur in der alten Heimat, sondern auch bei meiner ersten großen Liebe – dem Ruhrgebiet. Ich weiß, ich weiß – auch ich kenne eine Menge Leute, die jetzt ungläubig die Augen verdrehen. Der Pott? Nicht Dein Ernst, oder?

Doch. Ist es. Wirklich und ehrlich.

Ich hatte wieder Tränen in den Augen, als ich durch die sehr eigenwillige Umleitungsempfehlungen (die sich typischerweise durch einen erheblichen Mangel an Umleitungsschildern auszeichnete) aufgrund einer der nie endenden Baustellen gefahren bin und dabei wieder die hügelige Landschaft Dortmunds mit seinen überhaupt nicht zueinanderpassenden Häusern gesehen habe.

Meine Stimme bebte, als ich meinen Kinder bei der Ausfahrt Bochum-Stahlhausen zum 5ten Mal sagte, daß dies *meine* Ausfahrt sei – Augenrollen seitens Kind Nummer Eins.

Ich liebe die Vielfalt der Menschen, die auf einem Raum der Größe eines Schrebergartenfestes vom Ruhrgebiets-Luden-Proll bis hin zur Stiepler SchickiMickiTante alles zu bieten hat. Und sie reden sogar miteinander.

Ich liebe die bodenständige Ehrlichkeit dort, die zwar mit Diplomatie so gar nichts am Hut hat, aber nie in offene Unfreundlichkeit umschlägt – wie das gerne mal in anderen Städten dieses Landes der Fall ist.

Ich fühle mich auch im dicksten Verkehr wohl, denn die Leute auf der A40 aka A430 aka Ruhrschleichweg sind die einzigen Deutschlands – wenn nicht sogar der Welt – die das Reißverschlußverfahren wirklich verinnerlicht haben. Notgedrungen.

Ich mag die Kontraste zwischen endlosen grauen Häuserschluchten und sonnendurchflutetem Grün – keine 50 Meter von einander getrennt und nicht so überlaufen wie man denken könnte.

Das Kultur- und kulinarische Angebot, das sich innerhalb von 45 Minuten Fahrtzeit erreichen läßt (also ohne Stau jetzt), läßt alle anderen Gebiete Deutschlands vor Neid erblassen.

Und so vieles mehr.

Aber wie das mit den ersten Lieben so ist – man entwickelt sich weiter, man will was Neues entdecken und mit der Zeit verklärt sich vieles.
Will ich zurück? Ich habe keine Ahnung. Ich fühle mich hier mittlerweile sehr wohl, es hat lange gedauert, aber ich mag es hier – außer daß Berlin einfach zu weit weg von allem ist, hat es durchaus Vorteile in der Nähe der großen Stadt zu wohnen. Und an alte Lieben sollte man sich ab und an mit Freude und Nostalgie erinnern – und dann da weitermachen und genießen, wo man gerade steht.

Seufz.

Published in: on 5. August 2009 at 08:42  Schreibe einen Kommentar