Wenn einer einen Fehler tut

Bekanntermaßen bin ich ja podcastsüchtig. Und da gerne die gesammelten Werke von WDR5. Einmal aus reiner Nostalgie und dann finde ich aber auch deren Servicesendungen einfach gut. Und ohne Zeitzeichen kann ich gar nicht joggen.

Jedenfalls, es gibt da eine Sendung namens „Gans und gar“ in der es um essen, kochen und trinken im Allgemeinen und im Speziellen geht. Wirklich gut gemacht. Bis auf die Sendung zum koreanischen kochen. Die war nicht nur schlecht recherchiert sondern auch noch falsch. Und ich hatte mich so drauf gefreut. Aber wozu gibt es das Kontaktformular auf der sendungszugehörigen Webseite. Also wacker hingesetzt und einen Leserbrief geschrieben und auch gleich danach wieder vergessen, weil auch so gar nichts an Antwort kam.

Bis Samstagabend. Da stöpsele ich mich ein um noch die neueste Sendung zu asiatischem Kochen zu hören und höre plötzlich meinen Namen – oder jedenfalls sowas ähnliches. Im Zusammenhang mit Zuschauerschelte, die das Moderatoren-Team bekommen habe. Und sie gelobten Besserung. Das war dann exakt der Zeitpunkt, an dem ich aus dem Bett gefallen bin und leicht hyperventiliert habe.

Damit hab ich nun nicht gerechnet – es ist einfach mehr als selten geworden ist, daß sich Medienleute, die Mist gebaut haben, öffentlich entschuldigen. Ich weiß schon, warum ich Herrn Hackenberg so mag.

Vielleicht klappt das ja in der Politik, die ja ähnlich fehlereinsehresistent ist wie die Medienlandschaft, auch. Ich geh dann mal einen Brief an die alte Koalition schreiben und melde mich, wenn die sich gemeldet haben. Aber wahrscheinlich ist deren Mailbox schon seit Monaten übervoll, so daß die Mail gar nicht erst durchkommt und sie die Abarbeitung eh auf gegeben haben.

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Published in: on 28. September 2009 at 08:10  Schreibe einen Kommentar  

Wie die Briten den Englischunterricht sabotieren

Erste große Lernkrise im Hause Possum. Erst im Allgemeinen und dann – ausgerechnet – in Englisch.

„Und ich konnte noch nicht mal die Farben von der Fahne sagen.“ Gefolgt von einem neuerlichen Weinanfall.

„Was für eine Fahne?“ Ah, Landeskunde.

„Na, die von Großbritannien“ Kind verzieht das Gesicht.

„Haben die anderen das denn gewußt?“ Mutter versteht wieder mal gar nichts.

„Nein, aber was hat das denn mit Englisch zu tun?“ Verwirrtheit beim Kind.

„Schatz, Großbritannien wird auch England genannt und da spricht man Englisch, Englisch wird in vielen Ländern gesprochen!“ Es folgt eine Aufzählung englischsprachiger Länder seitens der Mutter.

„Aber Mama! Großbritannien! In Englisch! Können wir nicht ganz normal da sein und über Amerika reden?“

Ich, eh, red dann noch mal mit der Englischlehrerin drüber.

Published in: on 25. September 2009 at 20:18  Schreibe einen Kommentar  

Tränen am Morgen

Ich war tapfer.

Ich habe nicht geheult, als meine Tochter das erste Mal im Arm hielt.

Ich habe nicht geheult, als sie in den Kindergarten kam.

Ich habe nicht geheult, als sie alleine in den Urlaub gefahren ist.

Himmel, ich habe noch nicht mal nenneswert geheult, als sie eingeschult wurde.

Aber gerade eben hab ich sie zur Schule gebracht und sie meinte nur trocken:

„Mama, lass mich nur raus, Du brauchst mich nicht zum Tor bringen.“

Nach einiger Diskussion bestand ich weiterhin drauf, sie wenigstens bis zur Ampel zu begleiten – da geht immerhin eine Bundesstraße durch die Landschaft.

Und so hielt sie mir nur nach einem

„Maaaaaaaaamaaaaaaaaaaa!“

den Kopf zu Kusse hin, schüttelte unwillig selbigen und ging selbstbewußt und -sicher über die Straße, durch das Tor bis hin zur Schule. Ohne sich auch nur einmal noch umzuschauen.

Da hab ich dann geheult. Sie wird sooooooooooo schnell sooooooooooo groß. Und nein, ich will jetzt nicht diskutieren, daß ich es bin, die sich gerade kindisch benimmt.

Ich geh jetzt ein Taschentuch suchen.

Nachtrag: Die schon erwähnte Frau Lostinabadbook schickte mir eben dieses

Und jetzt brauch ich eine ganze Taschentücher-Box.

Published in: on 24. September 2009 at 06:53  Schreibe einen Kommentar  

Das Wort zum Abend

Eben, als wir so auf der Couch einträchtig nebeneinander saßen und ich vor mich hinchattete meinte der Autor nach einem Blick auf den Bildschirm

„Dir ist schon bewußt, daß Du vom ersten Kaffee morgens bis abends, bevor Du ins Bett gehst, mit Frau Lostinabadbook chattest?“

Männer! Das stimmt überhaupt gar nicht.

Zwischendurch telefonieren wir auch.

Published in: on 21. September 2009 at 21:46  Schreibe einen Kommentar  

Back to party

Wir werden besser, der Autor und ich. Die obsessive „Wir sind Eltern“-Phase wird langsam aber sicher schwächer.

So verkauften wir nun schon das dritte Mal in einem halben Jahr beide Kinder – diesmal sogar getrennt – über Nacht und gingen auf eine Party. Die Male zuvor war es ein langes Essen bzw. eine Nacht in einem Romantikhotel, zumindest letzteres kann noch unter „Besonders“ abgelegt werden. Ein Abend auf einer Fete jedoch gehört für die meisten Leute ja in die Kategorie „Normal“.

So wurde also Kind Nummer Zwei zu seiner kleinen Freundin gebracht und der Plan war, daß beide Kinder mit der Mutter im großen Bett vor dem Schlafen einen Film schauen wollte. Groß mit Beamer und Popcorn und Orangensaft im Bett und so. Wenn ich nichts dagegen hätte, natürlich. Ich. Von deren Kindern der Autor quasi einen Vaterschaftstest fordern würde, wenn sie keine Filme mögen würden.

Kind Nummer Eins ging kurz danach zu ihrer langjährigen Freundin und teilte mir nach kurzer, geflüsterter Begrüßungszeremonie lauthals mit

„MAMA, zwei Filme, wir dürfen zwei Filme gucken. ZWEI!!!“

Entschuldigender Blick der Mutter, wenn ich nichts….ich winkte ab, geschenkt. Wenn wir einen schönen Abend haben, dann sollen es die Kinder auch.

Und dann ging ich heim. Normalerweise folgte im abendlichen Verlauf der Check auf beide Handys halbstündlich. Und das war schon lang. Diesmal haben wir das erste Mal drei Stunden später auf das Display geguckt – einfach nur um zu sehen, ob wir in dem abgelegenen Teil der Hauptstadt überhaupt Empfang haben. Und dann noch mal gegen Ende des Abends, um zu schauen, wieviel Uhr wir eigentlich haben. Das war es.

Ja, so langsam hat uns das normale Paar-Leben wieder. Gut, wir könnten die Frequenz der kinderfreien Zeit vielleicht so von „einmal alle fünf Monate“ auf „einmal alle zwei Monate“ oder so erhöhen, aber auch das wird kommen. Da bin ich sicher.

Einstweilen werde ich in aller Stille meinen Morgenkaffee genießen, ein wenig in Ruhe surfen und dann meine Kinder einsammeln gehen.

Gleich.

Irgendwann.

Published in: on 20. September 2009 at 07:42  Schreibe einen Kommentar  

Zitat des Tages

Heute bei der Gartenarbeit. Kind Nummer Eins schaut zweifelnd den Rasen, oder was davon übrig ist, an und meint

„Mama, der Rasen braucht aber auch dringend Döner.“

Ich werde es dem hiesigen türkischen Imbiss vorschlagen. In der Krise ist jede Geschäftsidee recht.

Published in: on 16. September 2009 at 22:09  Schreibe einen Kommentar  

And the looser is…

Nach dem gestrigen Duell-Duett-whatever rufen sich ja beide Parteien zum Sieger aus. Das war zu erwarten und muß wohl so sein. Und weil die Medien brav sind, spielen sie das Spiel mit. Wahrscheinlich auch, damit niemand auf die Idee kommt, die eigentlichen Verlierer des Abends zu präsentieren: Die Moderatoren.

Alle vier nennen sich ja Journalisten. Und angeblich haben die Privaten und die Öffentlich-Rechtlichen ihre Flagschiffe gesendet, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Wenn das die Elite des deutschen Journalismus sein soll, dann nimmt es nicht Wunder, daß die Politiker ruhig und gelassen in dieses Gespräch gegangen sind.

Mal abgesehen davon, daß so unwichtige Themen wie Familie und Bildung gar nicht erst angesprochen wurden, haben sich die vier Herrschaften nicht nur durch ihre Kleiderwahl selbst deklassiert. Ich meine, hallo?? Der eine mit einer Krawatte, die wohl witzig sein sollte in ihrer Farbenpracht, aber eher an den Teil eines Clownkostüms erinnerte. Der nächste hielt es erst gar nicht dem Anlaß angemessen, sich eine umzubinden – und mir ist egal, ob das nun sein Statement ist oder nicht, bestimmte Anlässe verlangen nun mal ordentliche Klamotten – als 20jähriger kommt man als Schlipsverweigerer noch als Rebell durch, ab 30 wird es nur peinlich. Aber darüber läßt sich hinweg sehen, wenn denn die Qualität der Arbeit stimmen würde. Hat sie aber nicht.

Hat den Herrschaften eigentlich noch nie jemand gesagt, daß Ausreden lassen eine Tugend ist? Eine Tugend, die im übrigen die beiden Kandidaten gut beherrschten, die Diskussionsleiter aber leider in Vergessenheit gerieten ließen. Die Grenze der Unhöflichkeit wurde des öfteren herbe überschritten.

Außerdem hatte ich den Moderatorenjob immer so verstanden, daß man sich mit seiner eigenen Meinung zurück nimmt und die Kontrahenten zum Meinungsaustausch anhält. Womit so ziemlich alle vier ihr Klassenziel um Längen verfehlt haben.

Irgendjemand hätte den Herrschaften vielleicht einfach mal vorher sagen sollen, daß es nicht sie sind, die sich hier profilieren sollen, sondern daß es um die beiden Kandidaten geht. Die natürlich beide Profis genug waren, das gesamte Team einfach schlecht aussehen zu lassen und zumindest Steinmeier war die Freude darüber auch anzusehen während unsere Frau Kanzlerin milde lächelte. Was die beiden für mich eher symphatisch machte.

Wenn man es Politikern natürlich so einfach macht, mit nichtssagenden Argumenten zu punkten, dann darf man sich nicht wundern, warum die wiederum irgendwann meinen, daß Volk wäre genauso spacken wie die Journaille.

Nur gut, daß ich im allerengsten Familien- und Freundeskreis wirklich gute Journalisten kenne, so daß ich nicht anfange am gesamten Berufsstand zu zweifeln. Es wäre nett, wenn sich die Fernsehmacher in vier Jahren einfach mal Leute in die Sendung nehmen würden, die ihr Handwerk vernünftig gelernt haben und auch noch eine anständige Kinderstube besitzen würden.

Dann könnte ich mich wenigstens rechtschaffen über die aufregen, über die man sich bei sowas aufregen sollte – über die Kandidaten.

Published in: on 14. September 2009 at 08:36  Schreibe einen Kommentar  

Zur frühkindlichen Therapie bitte hier entlang – Teil II

Das Schuh-Gen ist bekanntlich groß in dieser Familie. Aber bisher dachte ich, es würde nur die weibliche Seite der Sippe betreffen. Weit gefehlt.

Ich habe heute nachmittag verzweifelt meine Rasenmähturnschuhe gesucht und rannte fluchend

„Verflixt, wo sind nur die Schuhe zum Rasenmähen….Maaaaann, immer muß ich die Dinger suchen!“

durch Haus und Garage. Mein Sohn schaute sich das an, ging zum Schuhregal, legte den Kopf schief, wählte aus, kam mit meinem zweithöchsten Paar Heels in die Küche, hielt sie mir mit seinen kleinen Händen hin und strahlte mich (die ihre schon grasbefleckte, abgeschnittene Jeans und ein ähnlich verziertes Shirt anhatte) an

„Mama, die hier anziehen. Die sind schön zum Gras cutten.“

Ich will überhaupt nicht darüber nachdenken, was das nun wieder tiefenpsychologisch zu sagen hat. Ich werd es dann in 14 Jahren an der Therapierechnung sehen.

Published in: on 12. September 2009 at 19:13  Schreibe einen Kommentar  

Same procedure as every iPod

Mein Freund Steve Jobs hat ja wieder die Bühne betreten. Und so sehr ich mich freue, daß es ihm sichtlich besser geht, er hat die Eigenschaft mich zu ärgern anscheinend nicht ablegen können.

Vor ein paar Wochen hat mein schöner roter iPod nach doch schon zwei Jahren seinen Geist aufgegeben – und ich werde mich jetzt hier nicht über mangelnde Qualität der Verarbeitung aufregen. Und weil ich ja weiß, daß Steve mich auf dem Kiecker hat, hab ich meine mp3-wissenden Leute um mich herum gefragt, ob ich mir direkt einen neuen nano kaufen oder vielleicht noch warten soll.

Einhellige Experten Meinung

„Neeeeeeeeeeeeeeiiiiin, da passiert bis Ende des Jahres nichts gar mehr auf dem Gebiet. Die müssen ja erst noch….“

und da hab ich dann abgeschaltet und mir so ein Ding bestellt.

Und keine knapp vier Wochen später kommt der niegelnagelneue iPod nano mit…Tatataaaaaaaa …. Kamera raus. Ne, ist klar. Logisch. Da steckt kein System hinter – niemals nicht.

Der Autor vertritt ja mittlerweile die Ansicht, daß wenn ich nicht neue iPods kaufe, es auch keine Neuerungen an denselben geben würde. Und genau das sei auch der Grund, warum ich die Einzige in unserem Bekanntenkreis bin, deren nano nach maximal zwei Jahren den Geist aufgibt. Sozusagen bin ich der Garant für Apples Innovationen in Sachen mp3-Player.

Toll.

Ich hab zwar den Vertrag dafür nicht unterzeichnet, aber meine Kontonummer ist den Apple-Leuten ja bekannt und gegen den kleinen Obulus von 0,01% des Umsatzes aller iPods bin gerne weiterhin bereit, meinen Job weiter zu machen. Und zwar ohne mich zu beschweren.

Published in: on 10. September 2009 at 13:01  Schreibe einen Kommentar  

Berliner S-Bahn – Wege ins Chaos

Heute morgen, 6.19 Uhr, der Wecker klingelt. Seltsam, denke ich noch in meinem schlaftrunkenen Hirn, ich hab doch auf 6:35 gestellt. Und da hört er auch schon auf zu klingeln, der Handy-Wecker. Noch seltsamer…

Ich wankte also runter in die Küche, nur um festzustellen, daß der Kaffee alle ist. Worst case scenario. Dachte ich bis dahin. Bis mir dämmerte, daß irgendwas mit meinem Handy nicht stimmen kann, schaute drauf und sah, daß der Autor von der Nachtschicht angerufen hatte. Oder besser, auf dem Weg von der Nachtschicht. Mir schwante Böses…

Eine Taste bekommt man immer noch mal eben im Tran gedrückt, da kommt auch schon die sehr genervte Stimme meines Ehegatten

„Ich stehe hier in F-Straße, die Bahnen fahren Gottweißwann. Ich hab keine Ahnung, wann ich zu hause bin“

An sich nervig für ihn, aber nicht schlimm für den routinemäßigen Morgenablauf. Wenn er nicht den Wagen mitgehabt hätte, um Park and Ride zu machen, was so abgesprochen und zeittechnisch mit Luft von 30 Minuten getimt war. Denn ich brauche den Wagen aber um kurz nach sieben um Kind Nummer Eins in die Schule zu bringen – ein Nachteil, den wir für die bessere Schule in Kauf nehmen mußten.

Nun hab ich natürlich einen Notfallplan, aber den wollte ich eigentlich noch nicht in der zweiten Schulwoche aktivieren. Theoretisch. Praktisch habe ich um 6.29 Uhr bei einer Schulkameradinnenmutter angerufen, die total begeistert war, zu dieser frühen Stunde telefonieren zu müssen, um dann auch noch früher los zu fahren, weil sie ja bei uns rumkommen mußten. Der erste Chrysanthemenstrauch, den ich heute käuflich erwerben konnte wird heute abend ihrer sein.

Und das alles hätte verhindert werden können, wenn die S-Bahn a) ihre Bahnen ordentlich gewartet hätten und b) vielleicht einfach mal gestern nach Bekanntwerden der Tatsache, daß Dreiviertel aller Bahnen nicht fahren werden Schilder aufgestellt oder Durchsagen gemacht werden würden.

Ich fasse also zusammen: Ich bin 16 Minuten zu früh geweckt worden, weil die Berliner S-Bahn zu inkompent war, bei ihrer letzten Rückrufrunde – die den gesamten Sommer 2009 dauerte – auch die Bremsen zu überprüfen, ich hab mich jetzt schon bei Mitschülereltern unbeliebt gemacht und ich hatte keinen Kaffee.

Kann das jemand für heute toppen?

Published in: on 8. September 2009 at 09:48  Schreibe einen Kommentar