Berliner S-Bahn – Wege ins Chaos

Heute morgen, 6.19 Uhr, der Wecker klingelt. Seltsam, denke ich noch in meinem schlaftrunkenen Hirn, ich hab doch auf 6:35 gestellt. Und da hört er auch schon auf zu klingeln, der Handy-Wecker. Noch seltsamer…

Ich wankte also runter in die Küche, nur um festzustellen, daß der Kaffee alle ist. Worst case scenario. Dachte ich bis dahin. Bis mir dämmerte, daß irgendwas mit meinem Handy nicht stimmen kann, schaute drauf und sah, daß der Autor von der Nachtschicht angerufen hatte. Oder besser, auf dem Weg von der Nachtschicht. Mir schwante Böses…

Eine Taste bekommt man immer noch mal eben im Tran gedrückt, da kommt auch schon die sehr genervte Stimme meines Ehegatten

„Ich stehe hier in F-Straße, die Bahnen fahren Gottweißwann. Ich hab keine Ahnung, wann ich zu hause bin“

An sich nervig für ihn, aber nicht schlimm für den routinemäßigen Morgenablauf. Wenn er nicht den Wagen mitgehabt hätte, um Park and Ride zu machen, was so abgesprochen und zeittechnisch mit Luft von 30 Minuten getimt war. Denn ich brauche den Wagen aber um kurz nach sieben um Kind Nummer Eins in die Schule zu bringen – ein Nachteil, den wir für die bessere Schule in Kauf nehmen mußten.

Nun hab ich natürlich einen Notfallplan, aber den wollte ich eigentlich noch nicht in der zweiten Schulwoche aktivieren. Theoretisch. Praktisch habe ich um 6.29 Uhr bei einer Schulkameradinnenmutter angerufen, die total begeistert war, zu dieser frühen Stunde telefonieren zu müssen, um dann auch noch früher los zu fahren, weil sie ja bei uns rumkommen mußten. Der erste Chrysanthemenstrauch, den ich heute käuflich erwerben konnte wird heute abend ihrer sein.

Und das alles hätte verhindert werden können, wenn die S-Bahn a) ihre Bahnen ordentlich gewartet hätten und b) vielleicht einfach mal gestern nach Bekanntwerden der Tatsache, daß Dreiviertel aller Bahnen nicht fahren werden Schilder aufgestellt oder Durchsagen gemacht werden würden.

Ich fasse also zusammen: Ich bin 16 Minuten zu früh geweckt worden, weil die Berliner S-Bahn zu inkompent war, bei ihrer letzten Rückrufrunde – die den gesamten Sommer 2009 dauerte – auch die Bremsen zu überprüfen, ich hab mich jetzt schon bei Mitschülereltern unbeliebt gemacht und ich hatte keinen Kaffee.

Kann das jemand für heute toppen?

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Published in: on 8. September 2009 at 09:48  Schreibe einen Kommentar  

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